Zitronatzitrone

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Zitronatzitrone
Frucht der Zitronatzitrone

Frucht der Zitronatzitrone

Systematik
Rosiden
Eurosiden II
Ordnung: Seifenbaumartige (Sapindales)
Familie: Rautengewächse (Rutaceae)
Gattung: Zitruspflanzen (Citrus)
Art: Zitronatzitrone
Wissenschaftlicher Name
Citrus medica
L.
Zitronatzitronen (ital. cedri)
Sorte „Buddhas Hand“ auf einer Fruchtmesse

Die Zitronatzitrone oder Cedrat (Citrus medica) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Zitruspflanzen in der Familie der Rautengewächse (Rutaceae). Weitere Bezeichnungen sind Zedrate, medischer Apfel, Apfel aus Medien, Judenapfel, Cedrizitrone, Zedernfrucht / Cedernfrucht und Zedrat-Zitrone.

Ursprünglich aus Südostasien stammend wird sie heute vorwiegend in Kalabrien, Sizilien, Marokko, Kreta und Korsika sowie Puerto Rico angebaut.

Name[Bearbeiten]

Im Italienischen wird die Frucht als cedro bezeichnet und hat somit denselben Namen wie die Zeder. Die Zitronatzitrone war die erste Zitrusfrucht, die in Europa bekannt war (→Zitruspflanzen#Einführung nach Europa). Die Zitronatzitrone und indirekt auch die Zeder wurden somit zum Namensgeber der Zitrusfrüchte (→Zitruspflanzen#Name).[1] Sowohl das deutsche Wort Zedrate als auch das deutsche Wort Zitrone leiten sich von der italienischen Bezeichnung cedro ab, gut erkennbar auch bei Zedernbrot. Der Name Zitrone gehörte in der deutschen Sprache ursprünglich zur Zedrate. In einigen Sprachen wie Deutsch oder Französisch wurde der Name jedoch später auf die Limone (Citrus × limon) übertragen, einer Kreuzung aus der Zitronatzitrone und der Bitterorange.[1] In einigen Sprachen wie dem Englisch heißt die Zitronatzitrone immer noch citron während die Zitrone mit dem aus dem Arabisch entlehnten Wort lemon bezeichnet wird.

Beschreibung[Bearbeiten]

Halbierte Zitronatzitrone
Durchmesser 12cm

Der Strauch oder kleine Baum bildet eine unregelmäßig geformte Krone. Die Pflanze ist relativ kurzlebig und bildet nur leichtes Holz. Junge Zweige sind kantig und rötlich gefärbt, sie sind mit kurzen, dicken Dornen besetzt.

Die Blätter sind oval, mit stumpfer Spitze und abgerundetem oder keilförmigem Blattgrund. Der Blattrand ist gezahnt. Der Blattstiel ist kurz, nicht oder nur wenig verbreitert. Die Blattspreite ist vom Blattstiel nur undeutlich abgesetzt.

Die duftenden Blüten stehen in wenigblütigen Blütenständen in den Blattachseln. Die Blütenknospen sind rötlich, die Blütenblätter sind oberseits weiß, unterseits rötlich. Etwa 30 bis 40 (60) Staubblätter sind vorhanden. Der Fruchtknoten ist zylindrisch und geht allmählich in den Griffel über. Manchmal bleibt der Griffel auch an der reifen Frucht erhalten. Ein Teil der Blüten ist funktional männlich mit verkümmertem Fruchtknoten.

Die Früchte mit unregelmäßiger, höckeriger, sehr dicker Schale können bis zu 25 cm lang und 4 kg schwer werden. Sie sind oval geformt, oft mit einer Ausstülpung an der Spitze, wie man sie von der Zitrone kennt. Die äußere Schale ist bei der Reife gelb und duftet, darunter befindet sich das dicke weiße Mesokarp. Das Innere der Frucht ist in zehn bis 13 Segmente aufgeteilt, das hellgrüne Fruchtfleisch kann süß oder sauer sein, nimmt aber nur einen geringen Teil der Frucht ein. Die Samen sind glatt, an einem Ende zugespitzt, im Innern weiß. Sie enthalten jeweils nur einen Embryo.

Verwendung[Bearbeiten]

Zitronen-Carpaccio

Das spärliche Fruchtfleisch wird frisch selten verwertet. Die gelblich-grüne bis goldgelbe Schale hingegen wird zu Zitronat, Konfitüre und Likör verarbeitet. Das ätherische Öl findet auch in der Parfümherstellung Verwendung.

In Süditalien, insbesondere in Sizilien, stellen die Einheimischen aus der Cedro eine erfrischende, würzige Speise her. Für dieses Cedri-Carpaccio wird die ganze, gründlich gewaschene Frucht in dünnen Scheiben geschnitten und in Salz, Zucker, Pfeffer und Olivenöl eingelegt und beispielsweise mit Rucola und gegrillten Gambas als Vorspeise serviert.

Sorten[Bearbeiten]

verschiedene Sorten

Innerhalb der Art sind vor allem die folgenden drei Sorten von kultureller Bedeutung:

  • Citrus medica „Etrog“ (Syn. Citrus medica var. ethrog Engl.): Bestandteil der Feststräuße zum jüdischen Laubhüttenfest (Sukkot)
  • Citrus medica „Fingered“ (Syn. Citrus medica var. sarcodactylis (Hoola van Nooten) Swingle, Citrus medica var. digitata): Die Buddhas Hand genannte Frucht. Hier sind die einzelnen Fruchtsegmente einzeln von der Schale umgeben. Dies ergibt das seltsame Bild einer Frucht, die einer Hand gleicht. Die Früchte sind aufgrund ihrer Form dekorativ, haben einen angenehmen Duft, enthalten jedoch kein safthaltiges Fruchtfleisch.
  • Citrus medica „Diamante“: Aus ihrer Schale wird durch Fermentation, Einzuckern und Trocknung das bekannte Zitronat gefertigt.

Folgende früher betrachtete Varietäten werden aktuell anderen Arten zugeordnet:

Literatur[Bearbeiten]

  • W. Reuther, H. J. Webber, L. D. Batchelor (Hrsg.): The Citrus Industry. 2 Bde. University of California, Berkley 1967.
  • Carsten Schirarend: Die goldenen Äpfel. Förderkreis d. naturwissensch. Museen Berlins e. V., Berlin 1996. ISBN 3-926579-05-6

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zitronatzitrone – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Helmut Genaust, Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen, Birkhäuser Verlag, 1996, ISBN 3764323906, S. 159-160