Zonenmeisterschaft

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Als Zonenmeisterschaft bezeichnet man Sportwettbewerbe zur Erlangung des höchsten Titels innerhalb der nach dem Zweiten Weltkrieg eingerichteten Besatzungszonen in Deutschland. In einzelnen Sportarten und in einzelnen Staaten (wie z. B. in Rallycrosssport in Europa und im Faustball in der Schweiz) existieren hiervon abweichende Definitionen des Begriffes Zonenmeisterschaft.

Allgemein[Bearbeiten]

Entsprechend der politischen Aufteilung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg westlich der Oder-Neiße-Linie in vier Besatzungszonen (abgesehen vom Saarland und etwa 10 sonstigen abgetrennten kleinen Gebieten) wurden auch in vielen Sportarten, wie beispielsweise in der Leichtathletik, im Fußball, Handball und Eishockey, Meisterschaften in einzelnen Zonen durchgeführt.

Im Einzelnen gab es folgende Zonenmeisterschaften:

  • die Britische Zonenmeisterschaft, mitunter auch als Nordwest-Zonenmeisterschaft bezeichnet
  • die Amerikanische Zonenmeisterschaft, mitunter auch als Südzonenmeisterschaft/Süd-Zonenmeisterschaft oder Südostzonenmeisterschaft bezeichnet
  • die Französische Zonenmeisterschaft, mitunter auch als Südwest-Zonenmeisterschaft bezeichnet
  • die Sowjetische Zonenmeisterschaft, die man üblicherweise als Ostzonenmeisterschaft bezeichnet
  • die Berliner Stadtmeisterschaft in der in vier Zonen aufgegeteilten ehemaligen und heutigen Hauptstadt (teilweise auf die drei Westzonen beschränkt)

In einigen Sportarten wichen räumlich die Zonenmeisterschaften von den administrativen Zonen ab, fanden aber jedenfalls ohne die sowjetische Zone (ohne Ost-Berlin) statt.

Die Stadt Bremen (Amerikanische Zone) wie das übrige Land Bremen (bis Dezember 1945 und wieder ab 1. April 1947 Amerikanische Zone) nahmen überwiegend an den Britischen Zonenmeiserschaften teil.

Die Zeiträume durchgeführter Zonenmeisterschaften schwankten nach Sportarten und Zonen. Als Ostzonenmeisterschaft wurden übrigens in einzelnen westdeutschen Medien auch noch jahrzehntelang die DDR-Meisterschaften genannt.

Fußball[Bearbeiten]

Im Fußball begannen die Wettbewerbe um die einzelnen Zonenmeisterschaften zwischen der Saison 1945/46 und der Saison 1947/48. Im Anschluss an die Zonenmeisterschaften 1947/48 wurde bereits die erste Deutsche Meisterschaft nach dem Zweiten Weltkrieg ausgetragen, an der aber der Meister der Sowjetischen Zone SG Planitz nicht teilnehmen durfte.

Amerikanische Zone[Bearbeiten]

In der Amerikanischen Zone wurde bereits in der Saison 1945/46 die die gesamte Zone umfassende Fußball-Oberliga Süd eingeführt, deren Meister die Amerikanische Zonenmeisterschaft gewann.

Zonenmeister wurden:

Französische Zone[Bearbeiten]

Ähnlich wie in der Amerikanischen Zone sah es in der französischen aus – mit dem Unterschied, dass die 1945 gegründete Fußball-Oberliga Südwest in zwei Staffeln unterteilt war und die Südstaffel sich in der ersten Saison sogar wiederum in Staffeln („Gruppen“) aufteilte, so dass Endspiele um die Französische Zonenmeisterschaft notwendig waren. Obwohl das Saarland bereits im Januar 1946 aus der französischen Besatzungszone ausgegliedert und als Saarprotektorat eine autonome Region mit ab 1947 eigener Staatsbürgerschaft wurde, spielten die saarländischen Vereine bis einschließlich 1947/48 im Ligasystem der französischen Zone weiter mit.

Zonenmeister wurden:

Britische Zone[Bearbeiten]

Vergleichsweise schwieriger als in der amerikanischen und französischen Zone war der Fußball-Neustart in der britischen, wo erst ein Jahr später im Fußball die erste Zonenmeisterschaft ausgetragen wurde. 1946/47 nahmen an der Finalrunde (einschließlich einer vorgeschalteten Qualifikationsrunde) die Meister und Vizemeister der sechs zuvor durchgeführten Landesmeisterschaften (Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen einschließlich Bremen, Westfalen, Mittelrhein und Niederrhein) – also 12 Vereine – teil, 1947/48 die jeweils vier erstplatzierten der neu eingeführten Fußball-Oberliga Nord und Fußball-Oberliga West.

Zonenmeister wurden:

Berlin[Bearbeiten]

In der Vier-Zonen-Stadt Berlin begann der Ligaspielbetrieb schon 1945/46 – zunächst in mehreren Staffeln, so dass zur Ermittlung des Stadtmeisters eine Finalrunde notwendig war. Ab 1946/47 gab es eine eingleisige Berliner Stadtliga (die zum Teil schon ab 1946/47 als Oberliga bezeichnet wird). Bis einschließlich der Saison 1949/50 gehörten der Liga Vereine (anfangs: kommunale Sportgruppen) aus allen vier Berliner Sektoren an.

Gesamt-Berliner Stadtmeister wurden:

Sowjetische Zone[Bearbeiten]

Die erste Ostzonenmeisterschaft wurde erst am Ende der Saison 1947/48 ausgetragen. Qualifiziert waren jeweils 10 Mannschaften: die Landesmeister und Vizemeister; Austragungsmodus das KO-System. Teilweise mussten die Landesmeister und -vizemeister selbst erst in einem KO-System-Wettbewerb ermittelt werden.

Zonenmeister wurden:

Siehe auch[Bearbeiten]

Zu den Einzelheiten der einzelnen Jahre siehe:

Siehe auch: Berliner Fußballmeister Abschnitt: 1945–1950: Gesamtberliner Meisterschaft

Handball[Bearbeiten]

Britische Zone, Berlin u. a.[Bearbeiten]

In drei Handballdisziplinen – Feldhandball der Männer (Großfeld), Hallenhandball der Männer und Feldhandball der Frauen (Großfeld) wurden ab 1946 bzw. ab 1947 (im Hallenhandball der Männer) im KO-System Titelkämpfe ausgetragen, deren Gewinnern damals der Titel „Deutscher Meister“ verliehen wurde, die aber selbst unterschiedlich bezeichnet werden wie u. a.: DAH-Meisterschaft, Zonenmeisterschaft, Britische Zonenmeisterschaft, Deutsche Meisterschaft, Interzonenmeisterschaft. De facto treffen ebenfalls gebrauchte Bezeichnungen wie Offene Britische Zonenmeisterschaft oder Offene Meisterschaften in der Britischen Zone den Sachverhalt am genauesten: an den Meisterschaften konnten auch Vereine aus Berlin (mit Ausnahme der brandenburgischen Vereine, die – wie etwa Sparta Bernau – zunächst nach dem Zweiten Weltkrieg am Berliner Spielbetrieb teilnahmen), die Bremer Vereine sowie Vereine aus einzelnen Regionen der amerikanischen und französischen Zone (wie beispielsweise der zweifache Vizemeister der Herren im Großfeld SV Waldhof Mannheim) an den Start gehen. Ausrichter der Saison 1946/47 war der 1946 in Hamburg gegründete „Deutsche Arbeitsausschuß für Handball in der Britischen Zone“ (DAH), Ausrichter der folgenden Meisterschaften der 1947 in Kettwig als Nachfolgeorganisation ins Leben gerufene „Deutsche Arbeitsausschuß für Handball“ (DAH).

Die Zonenmeister-Titel im Hallenhandball gelten nur als inoffizielle deutsche Meisterschaften, weil der 1949 gegründete Deutsche Handballbund (DHB) sie nicht anerkannte und sie – anders als die zu jener Zeit bedeutenderen Feldmeisterschaften – nicht in seiner Statistik führt.[1]

Meister:

Feldhandball Männer (Großfeld):

Hallenhandball Männer:

Feldhandball Frauen (Großfeld)

Südzonenmeisterschaft[Bearbeiten]

In Teilen der Amerikanischen Zone und der Französischen Zone (Südregion) fand eine Südzonenmeisterschaft im Großfeldhandball zumindest bei den Männern statt.

Südzonenmeister:

  • 1946/47: noch keine Meisterschaft Südzone
  • 1947/48: Rot Weiss Lörrach mit den Spielen
    • am 25. April 1948: Tübingen – Lörrach 6:8
    • 2. Mai 1948: Lörrach – Tübingen 7:4
    • Beim Spiel um die Zonenmeisterschaft gegen Hassloch unterlag Lörrach am 9. Mai 1948 mit 11:7 und spielte am 16. Mai 1948 zuhause gegen Hassloch 11:11, damit war Hassloch Meister der gesamten Französischen Zone.
  • 1948/49 gab es keine Meisterschaft mehr.

Sowjetische Zone[Bearbeiten]

Nach dem gleichen Austragungsmodus wie im Fußball fanden ab 1947/48 in der Sowjetischen Besatzungszone Ostzonenmeisterschaften im Großfeldhandball der Männer statt:

Zonenmeister:

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl. Webpräsenz DHB: Deutsche Meister Feldhandball Männer und Deutsche Meisterschaft Männer