Öchsle (Bahn)

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Biberach (Riß)–Ochsenhausen
Strecke der Öchsle (Bahn)
Streckennummer (DB): 4511 (Warthausen–Ochsenhausen)
Kursbuchstrecke (DB): 12752
316g (1944)
Streckenlänge: 22,22 km
Spurweite: 750 mm (Schmalspur)
Maximale Neigung: 25 
Minimaler Radius: 120 m
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Südbahn von Friedrichshafen
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0,00 Biberach (Riß) (1899–1964)
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1,90 Riß
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2,23 Überleitung über die Südbahn
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3,24 Warthausen
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Südbahn nach Ulm
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4,49 Herrlishöfen (Bedarfshalt)
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6,03 Barabein (Bedarfshalt)
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8,25 Äpfingen
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8,40 Saubach
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8,55
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9,01 Sulmingen
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11,39 Maselheim
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13,86 Wennedach
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13,10 Dürnach
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13,95 Rohrbach
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17,50 Biberacher Straße (Kreisstraße 7524)
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17,71 Reinstetten
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20,30 Goppertshofen (1899–1924)
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21,70 Ochsenhausen Gbf (1920–1982)
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22,22 Ochsenhausen

Das Öchsle ist eine württembergische Schmalspurbahn mit der Spurweite 750 Millimeter zwischen den oberschwäbischen Städten Biberach an der Riß und Ochsenhausen. Der verbliebene Abschnitt von Warthausen nach Ochsenhausen ist seit 1985 eine Museumseisenbahn. Die Strecke verläuft auf ihrer gesamten Länge im Landkreis Biberach. Mit Warthausen, Maselheim und Ochsenhausen wird das Gebiet von drei Gemeinden durchquert. Parallel zur Bahnstrecke führt der sogenannte Öchsle-Radweg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Ochsenhausen, um 1900

Planung, Bau und Eröffnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen (K.W.St.E) befassten sich bereits 1879 mit dem Projekt einer durchgehenden Eisenbahn von Biberach an der Riß über Ochsenhausen nach Memmingen. Nachdem sich diese Pläne unter anderem durch den Bau der Verbindung Aulendorf–Memmingen endgültig zerschlagen hatten, konstituierte sich 1889 ein örtliches Eisenbahn-Komitee, das den Stuttgarter Techniker Professor Sapper mit Rentabilitätsrechnungen und Bauvorbereitungen betraute. Auf dieser Grundlage wurde 1893 an den Landtag eine erste Petition für den Bau einer normalspurigen Nebenbahn von Biberach nach Ochsenhausen gerichtet. Das Vorhaben wurde nur als Schmalspurbahn in das Gesetz vom 7. Juni 1897 aufgenommen. Wegen Verzögerungen beim Bau des Abschnitts Biberach–Warthausen wurde am 29. November 1899 zunächst die Teilstrecke Warthausen–Ochsenhausen eröffnet, der Abschnitt nach Biberach folgte am 1. März 1900.

Königlich Württembergische Staats-Eisenbahnen (1899–1919)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei Lokomotiven der Klasse Tssd in Ochsenhausen, 1901
Bahnhof Ochsenhausen, 2008

Die Erstausstattung der Bahn bestand aus zwei neuen Mallet-Dampflokomotiven der Bauart Württembergische Tssd, acht zweiachsigen Personenwagen und zwei Gepäckwagen. Neben einigen offenen und geschlossenen Güterwagen gab es noch Spezialwagen für den Transport von Langholz sowie drei Rollschemelpaare zur Beförderung von Normalspurwagen. Aufgeschemelte Wagen wurden nur zwischen Warthausen und Ochsenhausen befördert, in Warthausen waren zwei Rollbockgruben vorhanden. Anfangs verkehrten täglich in jeder Richtung zwei Personenzüge, ergänzt um einen gemischten Zug (Güterzug mit Personenbeförderung /Gmp) zur Abwicklung des Güterverkehrs.

In den ersten Jahren wurden trotz der im Vergleich zu Normalspurbahnen hohen Betriebskosten positive Betriebsergebnisse erzielt. Mit der Verlängerung der Bahn bis Biberach gelangte eine dritte Tssd nach Ochsenhausen. 1906 wurde die Südbahn zweigleisig ausgebaut. Im Zuge dieser Arbeiten wurde die niveaugleiche Gleiskreuzung in den Bahnhof Warthausen verlegt und das heute noch bestehende Empfangsgebäude sowie eine Personenunterführung für den Übergang zwischen Normal- und Schmalspurzügen erbaut. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs waren vier Lokomotiven in Ochsenhausen stationiert.

Nach den ursprünglichen Planungen sollten bald nach der Eröffnung von Ochsenhausen aus weitere Schmalspurbahnen über Tannheim nach Memmingen, über Wurzach nach Roßberg sowie über Schwendi nach Laupheim gebaut werden. Nach dem Rücktritt des unter anderem für das Verkehrswesen zuständigen Ministerpräsidenten Hermann von Mittnacht im Jahr 1900 änderten sich die politischen Rahmenbedingungen und das oberschwäbische Schmalspurnetz kam nicht zustande. Was blieb, waren die später eröffneten normalspurigen Stichbahnen Laupheim West–Schwendi und Roßberg–Wurzach.

Deutsche Reichsbahn (1920–1945)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Maselheim, 2008

1920 ging das Öchsle zusammen mit den anderen Strecken der Württembergischen Staats-Eisenbahnen an die Deutsche Reichsbahn über. Um die Überlastung des Bahnhofs Ochsenhausen zu lindern, ging im gleichen Jahr der Untere Bahnhof oder Ochsenhausen Güterbahnhof mit normal- und schmalspurigen Ladegleisen und zwei Rollschemelgruben in Betrieb. 1924 wurde der Haltepunkt Goppertshofen geschlossen. Die Deutsche Reichsbahn ersetzte und verstärkte in den 1920er Jahren den gesamten Oberbau mit altbrauchbaren Schienen der Form "Württ. D" mit 33 kg/m und Stahl- statt Holzschwellen. Ab 1928 übernahmen Lokomotiven der sächsischen Gattung VI K die Hauptlast des Verkehrs. Die in Biberach und Ochsenhausen vorhandenen Drehscheiben wurden wenig später entfernt.

Die Ausbaumaßnahmen der Reichsbahn und die Beschaffung weiterer Rollschemel mit höherer Tragfähigkeit führten zu einer Verlagerung des Güterverkehrs hin zu aufgeschemelten Normalspurwagen. Dadurch wurden die schmalspurigen Güterwagen zunehmend entbehrlich. 1940 wurde ein Großteil des Bestandes buchmäßig zur Pinzgauer Lokalbahn zum Sammelplatz nach Zell am See, tatsächlich wohl direkt an die im Bau befindlichen Wirtschaftsbahnen in der Ukraine abgegeben. Die verbliebenen geschlossenen Güterwagen waren vorwiegend im Stückgutverkehr eingesetzt, die offenen standen für dienstliche Zwecke zur Verfügung.

Am Morgen des 6. Januar 1944 stieß ein Hauptbahnzug nach Überfahren eines haltzeigenden Signals auf der niveaugleichen Kreuzung im Bahnhof Warthausen mit einem Schmalspurzug des Öchsle zusammen. Die Lokomotive des Personenzugs 1521 FriedrichshafenUlm, eine württembergische C, bohrte sich in die hölzernen Wagen des GmP 303 Ochsenhausen–Biberach. Bei diesem Unglück gab es zwölf Tote und eine große Anzahl von Verletzten.[1]

In den letzten Kriegstagen wurde der Bahnhof Ochsenhausen bei Jagdbomber-Angriffen durch Bomben beschädigt, ansonsten überstand die Bahn den Zweiten Weltkrieg ohne größere Schäden.

Deutsche Bundesbahn (1945–1983)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Äpfingen, 1899–1984
Bahnhof Äpfingen, 2008

1954 begann die Deutsche Bundesbahn, den Betrieb durch Ausdünnen des Fahrplans und Einsatz von Bussen zu rationalisieren. 1959 wurden die Haltepunkte Herrlishöfen und Barabein aufgehoben. Nach weiteren Personaleinsparungen wie durch Umwandlung der Bahnhöfe Äpfingen, Maselheim und Reinstetten in unbesetzte Haltepunkte erfolgte am 31. Mai 1964 die Einstellung des Personenverkehrs auf der Gesamtstrecke, nachdem er durch den zunehmenden Individualverkehr und die Kraftpost-Linie Memmingen–Ochsenhausen–Biberach bedeutungslos geworden war. Damit verlor der Abschnitt Biberach–Warthausen seinen Gesamtverkehr und wurde kurze Zeit später abgebaut, wodurch auch die Kreuzung mit der Südbahn entfiel.

Der Güterverkehr nahm – vor allem durch das Liebherr Kühltechnik-Werk in Ochsenhausen – in dieser Zeit einen Aufschwung. In Ochsenhausen wurde eine erhöhte und überdachte Laderampe gebaut, mit der die aufgeschemelten Güterwagen besser beladen werden konnten. In den ehemaligen Bahnhöfen Äpfingen, Maselheim und Reinstetten wurden private Anschlussgleise weiter bedient. Ende 1964 wurden die VI K abgelöst, zunächst eine, ab 1970 zwei neue Dieselloks der Baureihe V 51 übernahmen den Verkehr. 1969 endete der gelegentliche Dampfbetrieb.

In den 1980er Jahren verschlechterte sich der Zustand der Bahnanlagen zusehends. Die Deutsche Bundesbahn erwog eine Umspurung auf Normalspur, leitete aber 1981 ein Stilllegungsverfahren ein. Am 31. März 1983 wurde der Gesamtverkehr eingestellt.

Museumsbahn (seit 1985)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Öchsle Schmalspurbahn GmbH (1985–1991)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lokschuppen Ochsenhausen, 1985

Durch das Engagement des Öchsle Schmalspurbahn e. V. unterblieb der Abbau der Strecke, die Anliegergemeinden und der Landkreis Biberach erwarben sie. Die Gütergleise in Äpfingen, Reinstetten und Ochsenhausen Güterbahnhof wurden entfernt und die freien Grundstücke verkauft. Eine der beiden Dieselloks gelangte über einen Zwischenhändler an eine Gleisbaugesellschaft in Spanien, die andere wurde von der Öchsle Schmalspurbahn GmbH erworben. Das restliche Rollmaterial ging an den Öchsle Schmalspurbahn e. V. und an Private.

Da der Verein selbst als Bahnbetreiber nicht in Frage kam, gründeten Vereinsmitglieder die Öchsle Schmalspurbahn GmbH. Geeignetes Fahrzeugmaterial war am Ort nicht mehr vorhanden – die letzten Personenwagen waren bereits 1964 auf andere Strecken umgesetzt oder verschrottet worden, auch geeignete Dampflokomotiven standen kurzfristig nicht zur Verfügung. Die für den touristischen Betrieb erforderlichen Fahrzeuge wurden deshalb von der Betriebsgesellschaft, vereinzelt auch vom Verein, in Polen, in Österreich und in der Schweiz beschafft. Die Öchsle Schmalspurbahn GmbH pachtete die verbliebenen Bahnanlagen von der öffentlichen Hand beziehungsweise in Warthausen von der Deutschen Bundesbahn. Ehrenamtliches Werkstatt- und Zugpersonal stellte der Verein. Nach Instandsetzungsarbeiten an der Strecke nahm die Museumsbahn am 29. Juni 1985 den Betrieb zwischen Warthausen und Ochsenhausen auf. Ende 1991 stellte die Öchsle Schmalspurbahn GmbH den Betrieb ein und zog den größten Teil ihres Fahrzeugparks von der Strecke ab, nachdem die Eisenbahnaufsicht wegen Mängeln an der Strecke und beim Betrieb einen Weiterbetrieb untersagte. Die Konzession für die Strecke lief erst im Laufe des Jahres 1995 aus.

Eisenbahn-Betriebsgesellschaft Ochsenhausen gGmbH (1996–2000)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Herrlishöfen, 2006
Bahnhof Warthausen mit 1999 eröffnetem Knopfmuseum, 2004

Um die Bahn weiter zu betreiben mussten aufgrund der 1994 erfolgten, grundlegenden Änderungen in der Eisenbahngesetzgebung (Stichwort Privatisierung der Deutschen Bundesbahn / diskriminierungsfreier Netzzugang) viele neue Regelungen berücksichtigt werden. Oftmals waren diese aber nur im Grundsatz geregelt und so manches Detail in der Durchführung vor Ort noch nicht durchdacht. Das Öchsle war dabei die erste Bahn in Deutschland, die nach den neuen Regelungen den Betrieb aufnehmen wollte und war somit zu einer Art Versuchskaninchen für die Regelung der Ausführungsdetails geworden. Für den Vereinsvorstand über mehrere Jahre viel Arbeit. Eine Auswirkung der neuen Gesetze: für den Betrieb der Infrastruktur und den Fahrbetrieb mussten zwei strikt getrennte Gesellschaften errichtet werden.

Als Eisenbahninfrastrukturunternehmen fungiert die 1995 gegründete Öchsle Bahn AG mit Sitz in Biberach, deren Aktionäre der Landkreis Biberach (rund 35 Prozent), die Kreissparkasse Biberach (25 Prozent), freie Aktionäre (25 Prozent) und die Anliegergemeinden (rund 15 Prozent) sind.[2] Diese Aktiengesellschaft ist Eigentümerin der Gleisanlagen und hat von den Anliegergemeinden das Erbbaurecht an den Bahngrundstücken erhalten. Sie ist für den laufenden Unterhalt der Anlagen verantwortlich. Die notwendigen finanziellen Mittel wurden durch die Ausgabe von Aktien beschafft.

Das Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) wurde in Form der Eisenbahn-Betriebsgesellschaft Ochsenhausen gGmbH (kurz: EBO) im gleichen Jahr gegründet. Da die Fahrzeuge der Öchsle Schmalspurbahn GmbH nicht mehr zur Verfügung standen, musste mit viel Aufwand ein neuer Fahrzeugpark mit Fahrzeugen aus Österreich, der Schweiz und Sachsen erworben werden.

In dieser Konstellation konnte am 25. Juni 1996 der Betrieb wieder aufgenommen werden. Ende 2000 wurde die Strecke von der Landeseisenbahnaufsicht wegen Oberbaumängeln gesperrt. Die Eisenbahn-Betriebsgesellschaft Ochsenhausen stellte daraufhin den Fahrbetrieb ein. Sie wurde in den folgenden Jahren aufgelöst, nachdem man künftig den gesamten Betrieb der Bahn durch ein einziges Unternehmen forcierte.

Öchsle Bahn Betriebs-GmbH (ab 2001)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo der Betriebsgesellschaft

Im Jahr 2001 wurde das neue EVU Öchsle Bahn Betriebs-GmbH gegründet. Zur Durchführung des Touristikverkehrs wurde der größte Teil des rollenden Materials des Öchsle Schmalspurbahn e. V. übernommen. Die Gesellschafter sind der Landkreis Biberach (50 %), die Anliegergemeinden (45 %) und die Tourismus GmbH (5 %).[3]

Wegen der zur erneuten Betriebsaufnahme erforderlichen umfangreichen Sanierungsmaßnahmen und der Beschaffung einer weiteren Dampflok aus Sachsen wurde eine Kapitalerhöhung der Öchsle Bahn AG erforderlich. Weitere Mittel wurden vom Land Baden-Württemberg im Rahmen der Tourismusförderung bereitgestellt.

Am 1. Mai 2002 wurde der Fahrbetrieb ein drittes Mal aufgenommen. Der Fahrzeugpark wurde in den folgenden Jahren durch Zukäufe, Anmietungen und Leihgaben ergänzt. Seit der Inbetriebnahme eines neuen Lokschuppens in Warthausen im Jahr 2006, der mit Hilfe einer Stiftung der Kreissparkasse Biberach finanziert wurde, beginnen und enden die Züge in Warthausen und es verkehren an Sonn- und Feiertagen nur noch zwei statt bisher drei Zugpaare. Das Werkstatt- und Fahrpersonal wird nach wie vor vom Öchsle Schmalspurbahn e. V. gestellt.

In den letzten Jahren konnte die jährliche Zahl der Fahrgäste auf über 40.000 gesteigert werden. Trotzdem ist der Betrieb in der aktuellen Konstellation stark defizitär; in den vergangenen Jahren war für den laufenden Betrieb jährlich ein Zuschuss von weit über 200.000 Euro notwendig. Das ursprüngliche Ziel, den Betrieb langfristig wenigstens kostenneutral abwickeln zu können, wurde mittlerweile aufgegeben.

Lokomotiven[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dampflok 99 716 „Rosa“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lokomotive 99 716 in Ochsenhausen, 2008

Die Öchsle-Bahn AG erwarb im Sommer 2008 die Dampflok 99 716 („Rosa“) vom DB-Museum Nürnberg. „Rosa“ wurde 1927 in Chemnitz für 63.000 Reichsmark gebaut, war zuerst in Sachsen und später auf der Zabergäubahn und der Bottwartalbahn[4] im Einsatz. Nach 25 Jahren im Heimatmuseum Güglingen gelang es dem Vereinsvorstand 1993, diese mit Zustimmung der Stadt Güglingen als Leihgabe des Verkehrsmuseum Nürnberg zu übernehmen. Für den Einsatz vor den Dampfzügen musste sie einer umfangreichen Instandsetzung unterzogen werden, die zwischen 1995 und 1997 im Dampflokwerk Meiningen ausgeführt wurde. Seit Juni 1997 war sie für die Öchsle Museums-Schmalspurbahn unterwegs. Lokomotiven dieser Baureihe wurden bereits früher im Regelbetrieb auf dem Öchsle eingesetzt. Sie ist momentan (2014) nicht betriebsfähig.

Mallet-Dampflok 99 633[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

99 633 (Württemberg Tssd) in Ochsenhausen, 1988

Die Mallet-Dampflok 99 633 der Bauart Württembergische Tssd ist neben ihrer in Bad Buchau als Denkmal ausgestellten Schwesterlok 99 637 das einzige erhaltene Exemplar dieser Bauart, die anfangs als Stammlokomotiven auf der Strecke des Öchsles im Einsatz waren. Die 99 633 befand sich seit 1970 im Eigentum der Deutschen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte und war bereits zwischen 1985 und 1990 leihweise als Öchsle-Lok im Museumsbahnbetrieb im Einsatz und zog so 1985 auch den ersten Zug der Öchsle-Museumsbahn. Zuvor stand sie bereits bis kurz vor deren Einstellung bzw. Umspurung als Stammlokomotive auf der Federseebahn im Einsatz. Seit 2002 war sie als Dauerleihgabe beim Öchsle im Lokschuppen Ochsenhausen – ihrem ersten Beheimatungsort – für Besucher zugänglich abgestellt. 2007 wurde sie vom Verein gekauft. Seit 2012 wurde sie restauriert.[5] Es wurde ein komplett neuer Kessel gefertigt und Ende März 2014 auf das generalüberholte Fahrwerk gesetzt.[6] Erste offizielle Sonderfahrt nach Wiederinbetriebnahme fand am 22. November 2014 im Zillertal, Österreich, vor einem Sonderzug von Jenbach nach Mayrhofen statt.[7] Seit dem 1. Mai 2015 fährt 99 633 wieder auf der Öchslebahn.

Seit der Erstsendung der SWR-Fernsehsendung Eisenbahn-Romantik ist sie im Vorspann der Sendung und als deren Logo zu sehen. Im März 2013 wurde die Lok von der Denkmalstiftung Baden-Württemberg zum Denkmal des Monats gewählt.[8]

Dampflok 99 788 „Berta“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

99 788 in Ochsenhausen, 2004

Die Öchsle-Bahn AG erwarb am 20. Juli 2001 für einen Kaufpreis von knapp 500.000 DM die Dampflok 99 788 („Berta“) der DR-Baureihe 99.77–79 von der Deutschen Bahn AG. Bis Verkauf an die Öchsle-Bahn AG war sie auf verschiedenen Strecken in Sachsen im Planeinsatz, zuletzt auf der Lößnitzgrundbahn.[9] Im Einsatz beim Öchsle ist die betriebsfähige Lok 2003–2007 und seit 2012. Die Lokomotive war ein Kulturdenkmal der Stadt Radebeul.[10]

Dampflok 99 651[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die bis 10. Juni 2016 in Steinheim an der Murr neben dem ehemaligen Bahnhofsgebäude der Bottwartalbahn ungeschützt im Freien aufgestellte Denkmalslokomotive 99 651 kehrte am 11. Juni 2016 mittels Straßentieflader nach Ochsenhausen als Dauerleihgabe der Stadt Steinheim zurück.[11] Die Dampflok war seit 1928 bis Ende 1964 auf dem Öchsle im Einsatz.[12] Sie ist nun witterungsgeschützt im Lokschuppen Ochsenhausen untergestellt und soll rollfähig aufgearbeitet werden.

Dieselloks V 51[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

251 902 bei der Einfahrt in den Bahnhof Warthausen, 1988

Im Jahr 1964 wurden zum Ersatz der Dampfloks zwei Diesellokomotiven der Baureihe V 51 von Gmeinder aus Mosbach beschafft. Diese übernahmen bis zur Einstellung des Verkehrs im Jahr 1983 den Güterverkehr, der zwischen Warthausen und Ochsenhausen vor allem für den Kühlgerätehersteller Liebherr mit normalspurigen Güterwagen auf Rollböcken durchgeführt wurde.

Während die Diesellok 251 902 abgestellt und im Jahre 2006 für eine eventuelle spätere Aufarbeitung zerlegt wurde, wurde die Lok 251 903 nach Spanien zum Konzern Comsa verkauft, wo sie zuletzt im Bauzugdienst im Einsatz war. Nachdem es der Öchsle Bahn AG gelang die Diesellok zurückzukaufen, kam sie am 11. September 2009 wieder zurück.[13]

Diesellok V 22-01[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Diesellok V 22-01 ist eine Diesellok von Gmeinder aus Mosbach. Sie wurde 1965 gebaut und ist derzeit (2010) die einzige betriebsfähige Diesellok beim Öchsle. Sie ist von der Jagsttalbahn angemietet.

Diesellok V 15 908[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Diesellok V 15 908 wurde im Jahre 1946 bei Gmeinder in Mosbach gebaut. Sie ist derzeit (2010) mit einem verschlissenen Getriebe in Ochsenhausen abgestellt.

Museumsbetrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute verkehren zwischen Mai und Oktober an allen Sonntagen und am ersten und dritten Samstag im Monat sowie zusätzlich an allen Donnerstagen im Juli, August und September je zwei Zugpaare von Warthausen nach Ochsenhausen. Das Angebot wird durch Winter-, Nikolausfahrten und Sonderzüge ergänzt. Im Kursbuch der Deutschen Bahn ist die Öchsle-Museumsbahn unter der Nummer 12752 verzeichnet.

Fahrplan (Stand 2015)
Warthausen ab 10:30 Uhr 14:45 Uhr
Ochsenhausen an 11:40 Uhr 15:55 Uhr
Ochsenhausen ab 12:00 Uhr 16:15 Uhr
Warthausen an 13:10 Uhr 17:25 Uhr

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ingrid Stubenrauch: Das Öchsle – Die Geschichte der Schmalspurbahn Biberach–Ochsenhausen. Eisenbahn-Kurier Verlag, Freiburg 1983, ISBN 3-88255-792-3.
  • Kurt Seidel: Schmalspur in Baden-Württemberg. Einhorn-Verlag, Schwäbisch Gmünd 1977, ISBN 3-921703-19-0, S. 107–119.
  • Peter-Michael Mihailescu, Matthias Michalke: Vergessene Bahnen in Baden-Württemberg. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1985, ISBN 3-8062-0413-6, S. 245–249.
  • Alexander Bückle, Bernhard Günzl, Ludger Kenning: Das Öchsle. Die Schmalspurbahn Biberach – Warthausen – Ochsenhausen, Verlag Kenning, Nordhorn 2015, ISBN 978-3-933613-99-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Oechsle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Unfallbericht mit Foto (Memento vom 4. Januar 2006 im Internet Archive) online am 19. August 2012.
  2. Aktionärsstruktur der Öchsle Bahn AG. Abgerufen am 11. September 2009.
  3. Gesellschafterstruktur der Öchsle Bahn Betriebs-GmbH. Abgerufen am 11. September 2009.
  4. Lokomotiven der Öchsle-Bahn auf oechsle-bahn.de, abgerufen am 28. Juli 2017
  5. Rolf-Dieter Blumer, Markus Numberger: Restaurierung des „Öchsles“. Vom Umgang mit fahrbereiten Kulturdenkmalen. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg 3/2017, S. 223–226.
  6. Öchsle Schmalspurbahn e. V.: Kessel und Fahrwerk vereinigt. Abgerufen am 23. Mai 2014.
  7. eisenbahn-magazin 1/2015, S. 54
  8. Die Dampflokomotive 99 633 der Öchsle-Bahn, Ochsenhausen. Denkmalstiftung Baden-Württemberg, 1. März 2013, abgerufen am 31. Mai 2015.
  9. Jürgen Rech: Sachsens Sommer-Theater. In: eisenbahn magazin 9/2001, Alba, Düsseldorf 2001, S. 14
  10. Verzeichnis der Kulturdenkmale der Stadt Radebeul. Große Kreisstadt Radebeul, 17. April 2008, S. 23, archiviert vom Original am 21. August 2010, abgerufen am 27. April 2009 (PDF, 2012 aktualisiert).
  11. Bottwartalbahn - Archiv auf bottwartalbahn.de, abgerufen am 28. Juli 2017
  12. Tränen auf der Öchslebahn: Dampflok 99 651 verließ Oberschwaben auf bottwartalbahn.de, abgerufen am 28. Juli 2017
  13. Einstige Öchsle-Stammlok ist endgültig zurück. Schwäbische Zeitung, 11. September 2009, abgerufen am 11. September 2009.