Ünsal Arik

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ünsal Arik Boxer
Ünsal Arik.jpg
Daten
Geburtsname Ünsal Mukadder Arik
Kampfname d.e.r.b.o.s.s. (p.a.t.r.o.n.)
Gewichtsklasse Superweltergewicht
Nationalität TurkeiTürkei Türkei
DeutschlandDeutschland Deutschland
Geburtstag 27. Oktober 1980
Geburtsort Parsberg,
Deutschland
Stil Linksauslage
Größe 176 cm
Kampfstatistik
Kämpfe 27
Siege 25
K.-o.-Siege 22
Niederlagen 2
Profil in der BoxRec-Datenbank

Ünsal Mukadder Arik (* 27. Oktober 1980 in Parsberg) ist ein deutsch-türkischer Profiboxer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arik begann seine Karriere mit 27 Jahren als Amateur beim Boxclub „Boxfit“ in Regensburg, wo er elf Kämpfe bestritt, davon acht Siege, zwei Niederlagen und ein Unentschieden. Vor seiner Boxkarriere spielte er u. a. in der Bayernauswahl, in der B-Jugend des jetzigen Zweitligisten Jahn Regensburg und in der A-Jugend des türkischen Spitzenclubs Fenerbahçe Istanbul.[1] Nach einem Schien- und Wadenbeinbruch beendete er nach einem vorübergehenden Engagement in der Landesliga für Kareth Lappersdorf, Fortuna Regensburg und SE Freising seine Fußballkarriere.[2]

Im Boxen gewann er als Amateur die Ostbayerische Meisterschaft im Mittelgewicht. Mit 30 Jahren bestritt er seinen ersten Profikampf gegen Georgios Pegios in München am 20. Mai 2011. Er verlor nach acht Sekunden durch technischen K. o. Anschließend gewann er 18 Kämpfe in Folge. Im Oktober 2011 gewann er gegen Thomas Hengstberger die internationale deutsche Meisterschaft und im Dezember 2011 die internationale WBF-Meisterschaft gegen Turgay Uzun. Beide Siege erfolgten durch technischen Knockout innerhalb von drei Runden.

Im Mai 2012 besiegte er Benson Mwakyembe vorzeitig in der zweiten Runde und wurde dadurch IBF-Europameister, verteidigte den Titel aber nicht. Im November 2012 sicherte er sich den IBF-International-Titel durch einen vorzeitigen Sieg gegen Vasile Dragomir und im März 2013 den IBF-Interkontinental-Titel ebenfalls vorzeitig gegen Francis Cheka. Im Juni 2013 verlor er dann überraschend nach Punkten gegen den Bosnier Slavisa Simeunovic.

Gegen Adnan Zilić gewann Arik am 9. Mai 2015 in Hildesheim den interimen WBU-Titel und durfte sich am 23. Juni 2015 ins Goldene Buch der Stadt Parsberg eintragen.[3]

Im Dezember 2015 konnte sich Arik erneut den IBF-Europameistertitel sichern, als er knapp nach Punkten gegen Zoltán Sera siegte. Im Kampfverlauf waren beide Boxer am Boden. Im Juli 2016 schlug er Miloš Janjanin beim Kampf um den GBU-Titel durch Knockout in der dritten Runde.

Politisches und soziales Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einem Kampf in Tekirdağ protestierte Arik mit der T-Shirt-Aufschrift „Bu Ülke Atatürkün, Tayyipin değil“ (Das Land gehört Atatürk, nicht Tayyip) gegen den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan.[4][5] Nach seinem WM-Kampf in Hamburg erweckte Arik auch das Interesse der deutschen Medien. Im Sat.1 Frühstücksfernsehen kritisierte er Erdoğan und seine Anhänger.[6] Im Neo Magazin Royale vom 16. März 2017 bezog Arik erneut Stellung gegen Erdoğan und seine Politik, insbesondere das Verfassungsreferendum in der Türkei 2017.

Neben seiner Karriere ist Arik sozial engagiert und setzt sich für krebskranke Kinder ein.[7] Seit 2015 ist er offizieller Botschafter der Stiftung Kinderherz.[8] Darüber hinaus besucht er Schulen, um Kinder für den Sport zu begeistern.[9]

Des Weiteren setzt er sich für Tiere und Ernährung ohne Tierprodukte ein.[10]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • GBA International German Champion (2011)
  • WBF International Champion (2011)
  • IBF European Champion (2012)
  • IBF International Champion (2013)
  • IBF Intercontinental Champion (2013)
  • WBU Interim Weltmeister (2015)
  • IBF European Champion (2015)
  • WBU World Champion (2016)
  • GBU World Champion (2016)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Futboldan, boks ringlerine bir öykü… In: muhabirce.de. 2. Januar 2016, abgerufen am 23. August 2017 (türkisch).
  2. Gerd Schlittenbauer: Box-Weltmeister kommt aus Parsberg. In: mittelbayerische.de. 12. Mai 2015, abgerufen am 23. August 2017.
  3. Weltmeister im Goldenen Buch verewigt. In: mittelbayerische.de. 24. Juni 2015, abgerufen am 23. August 2017.
  4. Christian Eckl: Ein Türke aus Regensburg sagt Erdogan öffentlich den Kampf an. In: wochenblatt.de. 3. April 2014, abgerufen am 23. August 2017.
  5. Ali Varli: Boksör Ünsal Arık: 'Ben Atatürkçüyüm' – Spor Haberleri. In: hurriyet.com.tr. 25. März 2014, abgerufen am 23. August 2017 (türkisch).
  6. Frühstücksfernsehen – Video – Wegen eines T-Shirts steht dieser Boxer im Erdogan-Fadenkreuz. In: sat1.de. 2. August 2016, abgerufen am 23. August 2017.
  7. Gerd Schlittenbauer: Ein Herz für kranke Kinder. In: mittelbayerische.de. 26. April 2013, abgerufen am 23. August 2017.
  8. Stiftung KinderHerz – Ünsal Arik. In: stiftung-kinderherz.de. Abgerufen am 23. August 2017.
  9. Boxer Ünsal Arik besucht Neumarkter Schule. In: mittelbayerische.de. 28. Januar 2016, abgerufen am 23. August 2017.
  10. (10) Ünsal Arik für PETA In: YouTube, abgerufen am 23. August 2017.