Ünsal Arik

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Ünsal Arik - türkischer Boxer

Ünsal Arik Boxer
Daten
Geburtsname Ünsal Mukadder Arik
Geburtstag 27. Oktober 1980
Geburtsort Parsberg,
Deutschland
Nationalität TurkeiTürkei Türkei
DeutschlandDeutschland Deutschland
Kampfname(n) d.e.r.b.o.s.s. (p.a.t.r.o.n.)
Gewichtsklasse Superweltergewicht
Stil Linksauslage
Größe 176 cm
Kampfstatistik als Profiboxer
Kämpfe 33
Siege 31
K.-o.-Siege 26
Niederlagen 2
Profil in der BoxRec-Datenbank

Ünsal Mukadder Arik (* 27. Oktober 1980 in Parsberg) ist ein türkischer Profiboxer, der in Deutschland lebt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arik spielte in seiner Jugend Fußball unter anderem in der Bayernauswahl, in der B-Jugend beim SSV Jahn Regensburg und in der A-Jugend des türkischen Spitzenclubs Fenerbahçe Istanbul.[1] Nach einem Schien- und Wadenbeinbruch spielte Arik in der Landesliga für Kareth Lappersdorf, SV Fortuna Regensburg und SE Freising. Danach beendete er seine Fußballkarriere.[2]

Arik begann mit 27 Jahren seine Boxkarriere als Amateur beim Boxclub „Boxfit“ in Regensburg. Dort er bestritt elf Kämpfe, davon waren acht Siege, zwei Niederlagen und ein Unentschieden.

Im Boxen gewann er als Amateur die Ostbayerische Meisterschaft im Mittelgewicht. Mit 30 Jahren bestritt er seinen ersten Profikampf am 20. Mai 2011 in München gegen Georgios Pegios. Er verlor nach acht Sekunden durch technischen K. O. Anschließend gewann er 18 Kämpfe in Folge. Im Oktober 2011 gewann er gegen Thomas Hengstberger die internationale deutsche Meisterschaft und im Dezember 2011 die internationale WBF-Meisterschaft gegen Turgay Uzun. Beide Siege erfolgten durch technischen Knockout innerhalb von drei Runden.

Im Mai 2012 besiegte er Benson Mwakyembe vorzeitig in der zweiten Runde und wurde dadurch IBF-Europameister, verteidigte den Titel aber nicht. Im November 2012 sicherte er sich den IBF-International-Titel durch einen vorzeitigen Sieg gegen Vasile Dragomir und im März 2013 den IBF-Interkontinental-Titel ebenfalls vorzeitig gegen Francis Cheka. Im Juni 2013 verlor er dann überraschend nach Punkten gegen den Bosnier Slavisa Simeunovic.

Gegen Adnan Zilić gewann Arik am 9. Mai 2015 in Hildesheim den interimen WBU-Titel und durfte sich am 23. Juni 2015 ins Goldene Buch der Stadt Parsberg eintragen.[3]

Im Dezember 2015 konnte sich Arik erneut den IBF-Europameistertitel sichern, als er knapp nach Punkten gegen Zoltán Sera siegte. Im Kampfverlauf waren beide Boxer am Boden. Im Juli 2016 schlug er Miloš Janjanin beim Kampf um den GBU-Titel durch Knockout in der dritten Runde.

Am 12. Mai 2018 gewann Arik gegen den Georgier Nikoloz Berkatsashvili seinen zehnten UBF-Titel[4] und verteidigte diesen am 6. Oktober 2018 in Braunschweig.[5]

Am 8. November 2019 kämpfte Ünsal Arik in Bergisch Gladbach um den WBC Asia Champion-Titel. Sein Gegner war der weißrussische ehemalige EBU-Europameister Siarhei Huliakevich. Arik gewann in acht Runden nach Punkten.[6][7]

Durch die Corona-Pandemie hatte auch Ünsal Arik wie jeder Sportler eine lange Pause. Nach mehreren Verschiebungen des Kampfes boxte er am 18. Juli 2020 in Wiesbaden. Ursprünglich wollte er den WBC-Asia-Titel erneut gegen Siarhei Huliakevich verteidigen. Weil Huliakevich wegen der Corona-Regeln nicht einfliegen konnte, erhielt Arik den deutschen Boxer Dustin Amann als Gegner, könnte so jedoch nicht den WBC-Asia-Titel verteidigen. Die Verteidigung wurde verschoben; geboxt wurde stattdessen um die Internationale Meisterschaft des BDB. Durch Sieg in der dritten Runde nach technischem KO sicherte sich Ünsal Arik die internationale Deutsche Meisterschaft.[8]

In einem Hip Hop Song "Ben seni yok edecegim" (zu deutsch etwa: "Ich mach Dich weg") kritisiert er den türkischen Präsidenten Erdoğan.[9][10]

Politisches und soziales Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einem Kampf in Tekirdağ im Jahr 2013 protestierte Arik mit einer T-Shirt-Aufschrift gegen den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan (türkisch Bu Ülke Atatürkün, Tayyipin değil ‚Das Land gehört Atatürk, nicht Tayyip‘).[11][12] Nach seinem WM-Kampf in Hamburg erweckte Arik auch das Interesse der deutschen Medien. Im Sat.1-Frühstücksfernsehen kritisierte er am 2. August 2016 Erdoğan und seine Anhänger.[13] Im Neo Magazin Royale vom 16. März 2017 bezog Arik erneut Stellung gegen Erdoğan und seine Politik, insbesondere das Verfassungsreferendum in der Türkei 2017. 2018 stimmte er bei den Präsidentschaftswahlen für Erdoğans Konkurrenten Muharrem İnce.[14] Ünsal Arik ist der erste türkische Boxer, der seinen EM-Gürtel der IBF am Mausoleum Anıtkabir von Mustafa Kemal Atatürk mit einer Staatszeremonie hinterlegen durfte.[15] Arik setzt sich gegen faschistische Türken ein. Deswegen wird er von ihnen wie auch von rechtsradikalen Deutschen bedrängt. Ünsal Arik äußert sich regelmäßig gegen Rassisten. 2020 drohte er dem Verschwörungsideologen Attila Hildmann.[16]

Neben seiner Boxkarriere ist Arik sozial engagiert und setzt sich für krebskranke Kinder ein.[17] Seit 2015 ist er offizieller Botschafter der Stiftung Kinderherz.[18] Darüber hinaus besucht er Schulen, um Kinder für den Sport zu begeistern.[19]

Des Weiteren engagiert Arik sich für Tiere und Ernährung ohne Tierprodukte.[20] Als erster Boxer schrieb Ünsal Arik mit „VegBoxen“[21] ein Buch über vegane Ernährung und Leistungssport.

2019 absolvierte Arik ein Praktikum im deutschen Bundestag bei dem SPD-Politiker Thomas Hitschler.[22]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • GBA International German Champion (2011)
  • WBF International Champion (2011)
  • IBF European Champion (2012)
  • IBF International Champion (2013)
  • IBF Intercontinental Champion (2013)
  • WBU Interim World Champion (2015)
  • IBF European Champion (2015)
  • WBU World Champion (2016)
  • GBU World Champion (2016)
  • UBF European Champion (2018)
  • UBF European Champion (2018)
  • WBC Asia Champion (2019)
  • BDB international German Champion (2020)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Futboldan, boks ringlerine bir öykü… In: muhabirce.de. 2. Januar 2016, abgerufen am 23. August 2017 (türkisch).
  2. Gerd Schlittenbauer: Box-Weltmeister kommt aus Parsberg. In: mittelbayerische.de. 12. Mai 2015, abgerufen am 23. August 2017.
  3. Weltmeister im Goldenen Buch verewigt. In: mittelbayerische.de. 24. Juni 2015, abgerufen am 23. August 2017.
  4. Arik: Nach dem EM-Sieg gab es Kuchen – Parsberg – Mittelbayerische. In: mittelbayerische.de. 13. Mai 2018, abgerufen am 23. November 2019.
  5. Ünsal Arik verteidigt seinen EM-Titel – Sport aus Neumarkt – Nachrichten – Mittelbayerische. In: mittelbayerische.de. 7. Oktober 2018, abgerufen am 23. November 2019.
  6. David Benedyczuk: Boxer Ünsal Arik spricht in Saarbrücken über den türkischen Präsidenten Erdogan. In: saarbruecker-zeitung.de. 15. November 2019, abgerufen am 23. November 2019.
  7. Matthias Marburg, Dimitri Soibl: ANTI-ERDOGAN-BOXER ARIK: Nach dem Sieg ins Krankenhaus – Boxen – Bild.de. In: bild.de. 9. November 2019, abgerufen am 23. November 2019.
  8. echo-online.de
  9. Erdogan beleidigt: Boxer Ünsal Arik wird Prozess gemacht. 19. Dezember 2017, abgerufen am 2. März 2021.
  10. Türkische Regierungskritiker in Deutschland - Politik aus dem Exil. Abgerufen am 2. März 2021 (deutsch).
  11. Christian Eckl: Ein Türke aus Regensburg sagt Erdogan öffentlich den Kampf an. In: wochenblatt.de. 3. April 2014, abgerufen am 23. August 2017.
  12. Ali Varli: Boksör Ünsal Arık: 'Ben Atatürkçüyüm' – Spor Haberleri. In: hurriyet.com.tr. 25. März 2014, abgerufen am 23. August 2017 (türkisch).
  13. Frühstücksfernsehen – Video – Wegen eines T-Shirts steht dieser Boxer im Erdogan-Fadenkreuz. In: sat1.de. 2. August 2016, abgerufen am 23. August 2017.
  14. Bastian Karl: Erdogan-Gegner feiern Ünsal Arik. In: Bild.de. 21. Juni 2018, abgerufen am 21. Juni 2018.
  15. DÜNYA BOKS ŞAMPİYONU ARIK, ANITKABİR’İ ZİYARET ETTİ – Ankara Haberleri. 9. Januar 2016, abgerufen am 23. November 2019 (türkisch).
  16. Anti-Erdogan-Boxer droht – Arik: „Hildmann kriegt Prügel von mir!“ – Boxen – Bild.de. In: bild.de. Abgerufen am 12. August 2020.
  17. Gerd Schlittenbauer: Ein Herz für kranke Kinder. In: mittelbayerische.de. 26. April 2013, abgerufen am 23. August 2017.
  18. Stiftung KinderHerz – Ünsal Arik. In: stiftung-kinderherz.de. Abgerufen am 23. August 2017.
  19. Boxer Ünsal Arik besucht Neumarkter Schule. In: mittelbayerische.de. 28. Januar 2016, abgerufen am 23. August 2017.
  20. Ünsal Arik für PETA auf YouTube, 1. April 2017, abgerufen am 23. November 2019.
  21. Ünsal Arik: Vegboxen. 1. Auflage. GrünerSinn Verlag, Bad Lippspringe 2019, ISBN 978-3-946625-29-2.
  22. Katharina Kellner: Ünsal Arik ist Praktikant im Bundestag – Region Neumarkt – Nachrichten – Mittelbayerische. In: mittelbayerische.de. 17. Oktober 2019, abgerufen am 23. November 2019.