Parsberg

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Dieser Artikel beschreibt die Stadt Parsberg, weitere Bedeutungen unter Parsberg (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Parsberg
Parsberg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Parsberg hervorgehoben
Koordinaten: 49° 9′ N, 11° 43′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Neumarkt in der Oberpfalz
Höhe: 553 m ü. NHN
Fläche: 57,33 km2
Einwohner: 6771 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 118 Einwohner je km2
Postleitzahl: 92331
Vorwahl: 09492
Kfz-Kennzeichen: NM, PAR
Gemeindeschlüssel: 09 3 73 151
Stadtgliederung: 34 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Alte Seer Straße 2
92331 Parsberg
Webpräsenz: www.parsberg.de
Bürgermeister: Josef Bauer (CSU)
Lage der Stadt Parsberg im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz
Pilsach Velburg Neumarkt in der Oberpfalz Seubersdorf in der Oberpfalz Sengenthal Pyrbaum Postbauer-Heng Parsberg Mühlhausen (Oberpfalz) Lupburg Lauterhofen Hohenfels (Oberpfalz) Freystadt Dietfurt an der Altmühl Deining Breitenbrunn (Oberpfalz) Berngau Berg bei Neumarkt in der Oberpfalz Berching Nürnberg Nürnberg Landkreis Nürnberger Land Landkreis Roth Landkreis Schwandorf Landkreis Regensburg Landkreis Amberg-Sulzbach Landkreis Kelheim Landkreis EichstättKarte
Über dieses Bild

Parsberg ist die viertgrößte Stadt im Oberpfälzer Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz.

Ortsansicht Parsberg 2005. Burg, Kirche, Pfarrheim und Umgebung.[2]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Parsberg befindet sich zwischen den Städten Regensburg und Neumarkt am Tal der Schwarzen Laber. Die Topografie der Stadt weist große Höhenunterschiede auf und der bewegte Landschaftsraum wird als Kuppenalb bezeichnet.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Weiße Jura (Malm) ist die bestimmende geologische Einheit in Parsberg. Formationen von Mergel-, Kalk- und Dolomitstein prägen das vielfältig gegliederte Hügelland. Das Tal der Schwarzen Laber hat sich tief in die Gesteine des Weißen Juras eingeschnitten. Riffelartige Kalke, die als weiße und schroffe Jurafelsen in Erscheinung treten, sind Ergebnis der stattgefundenen Verkarstung.[3]

Eine kleine Besonderheit ist das Auftreten von sogenannten Dolinen, die in den Wäldern von Parsberg zu beobachten sind. Diese trichterförmigen Geländeformen haben sich aus Erdfällen, infolge von Korrosion oder Auswaschen sowie Nachsacken von Deckschichten in unterirdische Hohlräume entwickelt.[4]

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parsberg liegt mit seinem humiden Klima in der kühl-gemäßigten Klimazone. Die Stadt befindet sich im Übergangsbereich zwischen dem feuchten atlantischen und dem trockenen Kontinentalklima. Nach der Klimaklassifikation von Köppen-Geiger zählt Parsberg zum warm gemäßigten Regenklima (Cfb-Klima). Dabei bleibt die mittlere Lufttemperatur des wärmsten Monats unter 22 °C und die des kältesten Monats über –3 °C.

Die Niederschlagsmenge beträgt im durchschnittlichen Jahresmittel 740 mm, wobei ein Übergewicht im Sommer zu verzeichnen ist. Der Juni ist mit 89 mm der niederschlagreichste Monat. Der niederschlagsärmste Monat stellt der Februar mit 43 mm dar. Über das gesamte Jahr ergibt sich eine mittlere Temperatur von 7,5 °C. Den wärmste Monat im Jahresverlauf stellt der Juli mit durchschnittlich 16,8 °C dar. Im Januar sind die niedrigsten Temperaturen mit durchschnittlich −2,4 °C zu verzeichnen.[5]

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stadtgebiet wird von der mäandrierenden Schwarzen Laber in Ost-West-Richtung durchflossen. Der naturnahe Flusslauf ist als repräsentativer Talzug des Fränkischen Juras ausgebildet und teilt das Stadtgebiet in einen nördlichen und südlichen Teil. Der Frauenbach stellt ein linkes Nebengewässer und der Kerschhofener Bach ein rechtes Nebengewässer der Schwarzen Laber in Parsberg dar.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parsberg hat 34 Stadtteile[6]:

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn):

Velburg, Hohenfels, Lupburg, HemauBreitenbrunn und Seubersdorf in der Oberpfalz

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals wurde Parsberg im Jahr 1205 urkundlich erwähnt. Im Jahr 1952 erhielt der Markt Parsberg die Bezeichnung Stadt.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Rudenshofen eingegliedert. Am 1. Juli 1971 kam Darshofen hinzu. Herrnried und Willenhofen sowie Teile der aufgelösten Gemeinden Ronsolden und See kamen am 1. Januar 1972 hinzu.[7] Hörmannsdorf und Teile der aufgelösten Gemeinde Degerndorf folgten am 1. Mai 1978.[8]

Verwaltungsgemeinschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom 1. Mai 1978 bis 31. Dezember 2001 bildete die Stadt Parsberg zusammen mit der Marktgemeinde Lupburg die Verwaltungsgemeinschaft.[9] Seit 2002 verwalten sich beide Kommunen wieder selbst.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtratswahl 2014
Wahlbeteiligung: 62,7 %
 %
40
30
20
10
0
32,8 %
22,0 %
18,7 %
11,0 %
9,1 %
6,4 %
PWG
FWL
JB
 

Die 20 Sitze des Stadtrats verteilen sich wie folgt:

(Stand: Kommunalwahl am 16. März 2014)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2002 ist Josef Bauer (CSU) 1. Bürgermeister der Stadt Parsberg.[10]

  • Jakob Wittmann (FWL), 2. Bürgermeister[11]
  • Hans-Jürgen Hopf (FW-PWG), 3. Bürgermeister[11]

Haushalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gesamtvolumen des Haushalts der Stadt Parsberg beträgt im Jahr 2015 rund 24,3 Millionen Euro, der Schuldenstand betrug zum 31. Dezember 2014 1,562 Millionen Euro. Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer betrugen im Jahr 2014 ca. 2,6 Millionen Euro, die Höhe der Einkommenssteuerbeteiligung wies in der Jahresrechnung 2014 den Betrag von 2,925 Millionen Euro auf.[12]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: Geteilt; oben rot, unten gespalten von Schwarz und Silber.

Das Wappen gleicht dem Schild und Familienwappen des alten bayerischen Adelsgeschlechts der Parsberger. Das Recht auf ein eigenes Ortswappen wurde Markt Parsberg durch königlichen Erlass von König Maximilian I. Joseph am 23. Juni 1813 verliehen.

Zeitweise wurde als Feldfarbe für die obere Schildhälfte des Wappens Blau verwendet, um die bayerische Zugehörigkeit zu dokumentieren. Im Jahre 1950 wurde das Wappen wieder entsprechend dem Schild des alten Reichsministerialengeschlechts der Parsberger geändert.[13] 

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1987 ist die französische Stadt Vic-le-Comte in der Region Auvergne-Rhône-Alpes Partnerstadt von Parsberg.[14]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Parsberger Burgmuseum umfasst volks- und heimatkundliche Sammlungen. Es ging aus dem Erwerb und der Zusammenführung der Sammlungen zweier verstorbener Lehrer und Sammler (Hauptlehrer Spörer aus Hohenburg und Oberlehrer Singer aus Parsberg) hervor. 2007 wurde das Museum um eine zeitgeschichtliche Abteilung erweitert, die die Zeit zwischen der Ära Bismarck und dem Ende des Zweiten Weltkrieges darstellt und dabei sowohl regionale als auch überregionale Aspekte aufzeigt.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Parsberg sind 311 Hektar als Landschaftsschutzgebiet Parsberg ausgewiesen.[15]

Zudem befinden sich Teilflächen des 1159 Hektar großen Natura 2000-Gebietes Schwarze Laaber (FFH-Gebiet) im Stadtgebiet.[16]

Kulturlandschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kuppenalb um Parsberg und Velburg stellt aufgrund der deutlich erkennbaren landschaftlichen Eigenart eine bayernweit bedeutsame Kulturlandschaft dar.

Die Juralandschaft, einschließlich der Tallandschaft der Schwarzen Laber mit den größtenteils offenen, grünlandgenutzten Auen und den teilweise großflächigen Mager- und Trockenrasen in den Hanglagen weist eine hohe kulturlandschaftliche Wertigkeit auf. Die historischen Siedlungsstrukturen, die von Weilern und kleinen Haufendörfern geprägt sind, verleihen dem Raum ein besonderes Gepräge.

Historische Kulturlandschaftselemente im Stadtgebiet sind des Weiteren:

  • Burg Parsberg,
  • landschaftsbildwirksame Sakralbauten wie die Pfarrkirche St. Andreas in Parsberg und die Pfarrkirche "St. Mauritius" in Willenhofen sowie
  • historische Bausubstanz mit Steildachkonstruktionen (in Anlehnung an die mittelfränkische Fachwerkbauweise).[17]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wellen-Freibad Jura-Mare
  • Hallenbad
  • sechs Turnhallen[18]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parsberg liegt an der Bundesautobahn 3 NürnbergRegensburg (Ausfahrt Nr. 94), in unmittelbarer Nähe der Bundesstraße 8 NeumarktRegensburg. An der Eisenbahnhauptstrecke Nürnberg – Regensburg ist Parsberg RE-Station. Seit September 2013 wird eine Erweiterung der Linie S3 der Nürnberger S-Bahn von Neumarkt nach Parsberg geprüft.[19]

Fachkliniken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parsberg ist durch ein dort ansässiges Fachkrankenhaus für Tuberkulosebehandlung mit ausbruchsicherer Isolierstation überregional bekannt und einzigartig für die Bundesrepublik Deutschland.[20]

Weiterhin befindet sich in Parsberg eine Klinik für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie [21] und eine Fachklinik für Junge Drogenabhängige.[22]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grund- und Mittelschule
  • Edith-Stein Realschule
  • Gymnasium Parsberg
  • Sonderpädagogisches Förderzentrum

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Archiv Burgmuseum Parsberg
  3. Der BayernAtlas – der Kartenviewer des Freistaates Bayern mit Karten, Luftbildern und vielfältigen Themenkarten. Bayerische Vermessungsverwaltung, abgerufen am 1. September 2017 (deutsch).
  4. Gefahrenhinweiskarte Jura Steinschlag-Rutschung-Erdfall Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz. Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU), Juli 2015, abgerufen am 1. September 2017 (deutsch).
  5. Klima & Wetter in Parsberg. AM Online Projects, abgerufen am 1. September 2017 (deutsch).
  6. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111104/194806&attr=OBJ&val=957
  7. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 547.
  8. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 650.
  9. Auflösung durch das Sechste Gesetz zur Änderung der Gliederung von Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften vom 23. November 2001 (GVBl S. 738)
  10. Bürgermeister „sehr zufrieden“. Neumarkter Nachrichten, 4. Februar 2011, abgerufen am 1. September 2017 (deutsch).
  11. a b Stadtrat. Stadt Parsberg, abgerufen am 1. September 2017 (deutsch).
  12. Günter Treiber: Bauer: „Haushalt ist eine gesunde Basis“. In: mittelbayerische.de und Printausgabe Neumarkter Tagblatt vom 6. Mai 2015 S. 47. 5. Mai 2015. Abgerufen am 6. Mai 2015.
  13. Bayerns Gemeinden: Wappen, Geschichte, Geografie. Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, abgerufen am 1. September 2017 (deutsch).
  14. Website Parsberg
  15. Grüne Liste der Landschaftsschutzgebiete in Bayern. Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU), 15. Juli 2016, abgerufen am 1. September 2017 (deutsch).
  16. Steckbriefe der Natura 2000 Gebiete: 6836-371 Schwarze Laaber (FFH-Gebiet). Bundesamt für Naturschutz (BfN), 14. April 2015, abgerufen am 1. September 2017 (deutsch).
  17. Kulturlandschaftliche Empfehlungen für Bayern: 27 Oberpfälzer Alb. Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU), 2013, abgerufen am 1. September 2017 (deutsch).
  18. Stadt Parsgerg – Zahlen, Daten, Fakten. Website www.parsberg.de. Abgerufen am 7. April 2015.
  19. Neumarkt Online. 6. September 2013.
  20. Offizielle Webseite der TBC Lungenfachklinik Parsberg
  21. Offizielle Webseite der Klinik für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie am Bezirksklinikum Regensburg und am Bezirkskrankenhaus Parsberg
  22. Offizielle Webseite der Klinik für Junge Drogenabhängige am Bezirkskrankenhaus Parsberg

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Parsberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien