Ttc berlin eastside

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ttc berlin eastside e.V. ist ein Tischtennisverein aus Berlin, dessen Damenmannschaft in der Bundesliga spielt. Bis 2010 nannte sich der Verein 3B Berlin Tischtennis e.V..[1] Mit dem Sieg in der Champions League 2012 konnte der ttc berlin eastside als erster deutscher Damenverein den Titel nach Deutschland holen. In der Saison 2013/2014 holte der ttc berlin eastside in der Besetzung Xiaona Shan, Georgina Pota, Kristin Silbereisen und Irene Ivancan unter der Trainerin Irina Palina als erste deutsche Damen-Tischtennismannschaft das Triple aus Deutscher Meister, Deutscher Pokalsieger und Champions League-Sieger.

Heute (April 2014) spielen in dem Verein drei Damen- und fünf Herrenteams. Die 1. Herrenmannschaft spielt in der Verbandsliga.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historisches Logo der BSG Außenhandel Berlin

Die Wurzeln des Vereins gehen bis auf den 1955 im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg gegründeten SC Einheit Berlin zurück. Bereits 1956 wurde dessen Damenmannschaft Meister der DDR. Diesen Titel verteidigte sie 1957 und 1958.

Am 18. Februar 1963 schloss sich der SC Einheit mit den Vereinen SC Rotation Berlin und TSC Oberschöneweide (der ebenfalls erfolgreich Tischtennis betrieb) zum neuen Verein TSC Berlin zusammen.[2] In der Folgezeit wurden die Damen von 1964 bis 1967 viermal in Folge DDR-Meister. 1967 wurde die Tischtennisabteilung in die BSG Außenhandel Berlin ausgegliedert. Unter diesem Namen wurde das Damenteam 1968 und 1969 Europapokalsieger der Landesmeister und von 1968 bis 1981 13 mal DDR-Meister. Erfolgreichste Spielerin in dieser Zeit war Gabriele Geißler, die bei der WM 1969 das Endspiel erreichte. Auch das Herrenteam der BSG Außenhandel Berlin wurde von 1970 bis 1982 zwölfmal DDR-Meister.

Nach der Wiedervereinigung löste sich der Verein auf und die Spieler schlossen sich wieder dem TSC Berlin an. Wegen einer Namenskollision mit einem West-Berliner Verein musste sich der Verein 1992 in Berliner TSC umbenennen.[3] 1996 verließen die Tischtennissportler wieder den Berliner TSC und wurden unter dem Namen 3B Berlin selbständig. 3B ist der Name des Hauptsponsors, eines Dienstleisters für Gebäudereinigung.

1997 stieg das Damenteam in die 1. Bundesliga auf. 2002, 2004 und 2007 gewann es den ETTU Cup. In dieser Zeit hatte Manager Rainer Lotsch († Juli 2007) wesentlichen Anteil an den Erfolgen.

Erfolge im Nachwuchsbereich zeigten sich bei den deutschen Meisterschaften der Mädchen 1991 und der Jungen 2001.

Nach der Umbenennung in ttc berlin eastside e.V. gelang in der Saison 2011/2012 der Sieg in der European Champions League Women. Im Finale gegen SVS Ströck setzte sich das Berliner Team in Hin- und Rückspiel knapp durch. Der Vorsprung betrug gerade einmal einen gewonnenen Satz mehr. Bedeutsam bei diesem Sieg war aber, dass jede der eingesetzten Spielerinnen (Pota, Ivancan, Lovas) Punkte zum Gesamtsieg beisteuerte. Damit holte das Team Georgina Póta, Irene Ivancan, Petras Lovas und Polina Mikhailova unter der Leitung von Trainerin Irina Palina und Managerin Tanja Krämer erstmals diesen Titel nach Deutschland.

Der absolute Höhepunkt in der bisherigen Vereinsgeschichte gelang in der Saison 2013/2014. In der Besetzung Shan Xiaona, Irene Ivancan, Kristin Silbereisen und Georgina Póta gewann der ttc berlin eastside das Triple. Zunächst gewann das Team den wieder eingeführten Deutschen Pokal (Deutsche Pokalmeisterschaften der Damen - Final 4) - und damit zugleich auch den ersten nationalen Titel. In der Champions League besiegte das Team sowohl im Hin- als auch im Rückspiel das favorisierte Team von Fenerbahce Istanbul und holte damit zum zweiten Mal den Champions League Sieg nach Deutschland. Die Krönung gelang dann mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft. Damit war der ttc berlin eastside die erste deutsche Damen-Vereinsmannschaft, die das begehrte Triple gewinnen konnte. Trainerin des Triple-Siegers war Irina Palina.

In der Saison 2014/2015 konnte der ttc in der Besetzung Xiaona Shan, Petrissa Solja, Georgina Pota und Kristin Silbereisen das nationale Double (Deutsche Meisterschaft, Deutscher Pokal) gewinnen. Auf nationaler Ebene blieb das Team in dieser Saison ungeschlagen. In der Champions League war im Halbfinale Endstation gegen den späteren Titelträger Fenerbahce Istanbul.

Erfolgsteams Damen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • SC Einheit Berlin
    • 1956 DDR-Meister: Renate Kohn, Monika Wiskandt, Inge Ristock, Gitta Möbes, U. Wegener-Repke, Gisela Moritz, U. Maschke
    • 1957 DDR-Meister: Renate Kohn, Monika Wiskandt, Inge Ristock, Gitta Möbes, Gisela Moritz, Isolde Woschee
    • 1958 DDR-Meister: Monika Wiskandt, Inge Ristock, Gitta Möbes, Gisela Moritz, Brigitte Lantzsch, A. Schmidt
  • TSC Berlin
    • 1964 DDR-Meister: Gabriele Geißler, Doris Kalweit, Christa Rösler, Anneliese Benninghaus, Margot Rüffle, Bärbel Thoese
    • 1965 DDR-Meister: Doris Hovestädt, Gabriele Geißler, Marina Nylhof, Ursula Czech, Anneliese Benninghaus, Monika May
    • 1966 DDR-Meister: Doris Hovestädt, Gabriele Geißler, Anneliese Benninghaus, Ursula Czech
    • 1967 DDR-Meister: Gabriele Geißler, Doris Hovestädt, Marina Nylhof, Anneliese Benninghaus, Ursula Czech, Monika May
  • BSG Außenhandel Berlin (Vorgänger von ttc berlin eastside)
    • 1968 DDR-Meister: Gabriele Geißler, Doris Hovestädt, Ursula Czech, Marina Nylhof
    • 1968 Europapokalsieger: Doris Hovestädt, Gabriele Geißler, Marina Nylhof
    • 1969 DDR-Meister: Gabriele Geißler, Doris Hovestädt, Marina Nylhof, Anneliese Benninghaus, Monika May
    • 1969 Europapokalsieger: Doris Hovestädt, Gabriele Geißler, Anneliese Benninghaus
    • 1970 DDR-Meister: Gabriele Geißler, Doris Hovestädt, Monika May, Rita Möbes
    • 1971 DDR-Meister: Gabriele Geißler, Doris Hovestädt, Monika May, Anneliese Cumbrowski, Rita Möbes, Cornelia Zielinski
    • 1972 DDR-Meister: Gabriele Geißler, Doris Hovestädt, Rita Schröder, Monika May, Ellen Stöckel, Irmgard Metzner
    • 1973 DDR-Meister: Gabriele Geißler, Doris Hovestädt, Rita Schröder, Monika May, Ellen Stöckel, Irmgard Metzner
    • 1974 DDR-Meister: Gabriele Geißler, Rita Möbes, Monika May, Cornelia Zielinski
    • 1975 DDR-Meister: Gabriele Geißler, Doris Hovestädt, Rita Schröder, Monika May, Ellen Stöckel, Irmgard Metzner
    • 1976 DDR-Meister: Gabriele Geißler, Rita Schröder, Ellen Stöckel, Christiane Gronert
    • 1978 DDR-Meister: Gabriele Geißler, Doris Hovestädt, Rita Schröder, Monika May, Ellen Stöckel, Irmgard Metzner
    • 1979 DDR-Meister: Gabriele Geißler, Doris Hovestädt, Rita Schröder, Monika May, Irmgard Metzner
    • 1980 DDR-Meister: Gabriele Geißler, Doris Hovestädt, Rita Schröder, Monika May, Irmgard Metzner, Ellen Stöckel, Anke Schöler
    • 1981 DDR-Meister: Gabriele Geißler, Doris Hovestädt, Rita Schröder, Ellen Stöckel
  • 3B Berlin (Vorgänger von ttc berlin eastside)
  • ttc berlin eastside

Erfolgsteams Herren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DDR-Meisterschaften als BSG Außenhandel Berlin:

  • 1970: Peter Fähnrich, Manfred Ullrich, Bernd Raue, Ronald Raue, Norbert Drescher, Joachim Hrymon
  • 1971: Bernd Raue, Peter Fähnrich, Ronald Raue, Manfred Ullrich, Norbert Drescher, Joachim Hrymon
  • 1972, 1973, 1974, 1975: Bernd Raue, Manfred Ullrich, Peter Fähnrich, Norbert Drescher, Wolfgang Gärtner, Joachim Hrymon
  • 1977: Bernd Raue, Norbert Drescher, Manfred Ullrich, Peter Fähnrich, Wolfgang Gärtner, Joachim Hrymon, Fritz Huhn, Ronald Raue
  • 1978: Bernd Raue, Norbert Drescher, Ronald Raue, Manfred Ullrich, Fritz Huhn, Peter Fähnrich, Wolfgang Gärtner
  • 1979: Bernd Raue, Norbert Drescher, Fritz Huhn, Manfred Ullrich, Peter Fähnrich, Wolfgang Gärtner, Joachim Hrymon
  • 1980: Bernd Raue, Fritz Huhn, Norbert Drescher, Manfred Ullrich, Peter Fähnrich, Wolfgang Gärtner, Ronald Raue
  • 1981: Bernd Raue, Fritz Huhn, Norbert Drescher, Peter Fähnrich, Mannfred Ullrich, Wolfgang Gärtner, Joachim Hrymon
  • 1982: Bernd Raue, Norbert Drescher, Fritz Huhn, Peter Fähnrich, Manfred Ullrich, Jürgen Scheweleit, Mike Scheweleit

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 75 Jahre Deutscher Tischtennis-Bund – Ein Spiel fürs Leben, ISBN 3-00-005890-7, S. 132 + 178–179
  • ga: Wieder eine Hochburg, Zeitschrift DTS, 2003/2 S. 18
  • Nicolai Popal: Mit Kampfgeist zum Erfolg, Zeitschrift DTS, 1997/5 S. 20
  • WS: Berliner TSC -–Auf den Spuren der Füchse, Zeitschrift DTS, 1995/11 S. 48
  • Statistik der DDR-Meisterschaften (abgerufen am 8. Oktober 2012)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. MO: Aus 3B Berlin TT wird ttc berlin eastside e.V. (abgerufen am 1. August 2010)
  2. Die Historie des Berliner TSC e.V. (abgerufen am 5. Januar 2016)
  3. Zeitschrift DTS, 1992/7 Seite 38