45 Years

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Filmdaten
Deutscher Titel 45 Years
Originaltitel 45 Years
Produktionsland Vereinigtes Königreich
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2015
Länge 93 Minuten
Altersfreigabe FSK 0[1]
Stab
Regie Andrew Haigh
Drehbuch Andrew Haigh
Produktion Tristan Goligher
Kamera Lol Crawley
Schnitt Jonathan Alberts
Besetzung

45 Years ist ein britisches Drama des Regisseurs Andrew Haigh aus dem Jahr 2015, basierend auf einer Kurzgeschichte von David Constantine. In den Hauptrollen spielen Charlotte Rampling und Tom Courtenay, die dafür jeweils mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet wurden.

Der Film feierte am 6. Februar 2015 im Wettbewerb der 65. Berlinale seine Weltpremiere. In Großbritannien kam er am 28. August 2015 in die Kinos. Der deutsche Kinostart war am 10. September 2015.[2]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das kinderlose Paar Kate und Geoff steht kurz vor seinem 45. Hochzeitstag, der am folgenden Samstag im großen Rahmen gefeiert werden soll. Inmitten der Vorbereitungen erfährt Geoff durch einen Brief, dass der Leichnam seiner alten Liebe Katya, der im Gletschereis der Schweizer Alpen die Zeit überdauert hatte, nach mehr als 50 Jahren gefunden wurde. Sie war 1962 auf einer gemeinsamen Bergtour tödlich verunglückt.

Geoff wird von der Nachricht in die Vergangenheit zurückversetzt und spielt mit dem Gedanken, in die Schweiz zu reisen, um Katyas Leichnam zu sehen. Kate möchte zunächst mehr über Katya erfahren, ist aber bald vom Verhalten ihres Mannes konsterniert: Um sich alten Fotos und Reiseberichten hinzugeben, stiehlt er sich nachts auf den Dachboden und verlässt in aller Frühe das Haus, um in die Stadt zu fahren. Kate kann der Versuchung nicht widerstehen, Geoffs alte Kisten auf dem Dachboden zu durchstöbern. Sie entdeckt dabei, dass Katya schwanger war, als sie abstürzte. Beim Einschlafen fragt sie Geoff, ob er und Katya damals geheiratet hätten, wenn diese nicht verunglückt wäre, was er auf ihr Drängen hin bejaht.

Die Tage bis zur großen Party vergehen, und Kates einziger Wunsch ist, dass die Gäste ihnen ihre inneren Unsicherheiten nicht anmerken mögen. Das Fest scheint gelungen, Kate und Geoff unterhalten sich angeregt mit den Gästen, die ihnen zu Ehren gekommen sind. Schließlich hält Geoff eine ergreifende Rede über seine Liebe zu Kate, bis er seine Worte unter Tränen beendet – ganz wie es Kates Freundinnen vorhergesagt hatten, weil es diese Momente seien, in denen die Männer begreifen würden, was wirklich wichtig ist. Nach dem anschließenden Tanz ist Kate ihre innere Zerrissenheit jedoch deutlich anzumerken. Als das Lied endet, reißt sie sich von Geoffs Hand los.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut RBB zeigte sich ein Großteil der Zuschauer bei der Berlinale-Premiere insbesondere „schwer begeistert von Ramplings Schauspielkunst“.[3] Holger Hettinger von Deutschlandradio Kultur interviewte Charlotte Rampling zu ihrer Darstellung der Kate; ihr „bis zum Äußersten reduziertes Spiel“ bedeute eine „Sternstunde“ ihrer Karriere, so Hettinger. Wie Rampling in dem Gespräch mitteilte, war für sie die größte Herausforderung, „alles auszudrücken, ohne viel zu sagen“.[4]

Auch Fabian Wallmeier zeigte sich in seiner Rezension für den RBB beeindruckt von einer „umwerfenden Charlotte Rampling in der Hauptrolle“. Charlotte Rampling verkörpert diese Kate mit „umwerfender Genauigkeit, zeigt mit perfekt gesetzten Gesten und kleinsten mimischen Regungen Kates Stolz und ihre Angst vor dem emotionalen Abgrund, der sich plötzlich auftut“. Alles in allem, so Wallmeier, sei 45 Years ein „ruhiger, kluger, genau beobachtender, berührender und niemals kitschiger Film über die Liebe und die Zumutungen, die sie mit sich bringen kann“.[5]

Tom Courtenay bei der Premiere in Berlin

Vor dem Hintergrund der Verleihung der Silbernen Bären an Rampling und Courtenay für die beste Darstellung in der Wettbewerbs-Sektion der 65. Berlinale würdigt Wenke Husmann auf ZEIT Online die „grandiose Leistung“ der beiden Hauptdarsteller, die es vermögen, „dieses dramatische Kammerspiel ohne jede Melodramatik“ vorzuführen und bezeichnet 45 Years als „Perle klassischer Filmkunst“.[6]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: 45 Years – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für 45 Years. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, Juli 2015 (PDF; Prüf­nummer: 153 233 K).
  2. Release Info. 45 Years. Internet Movie Database, abgerufen am 13. Februar 2015 (englisch).
  3. Enttäuschender Wüstenkitsch, entzückende Taxifahrt. RBB, 7. Februar 2015, abgerufen am 13. Februar 2015.
  4. Holger Hettinger: Charlotte Rampling auf der Berlinale – Ein kurzes Zucken der Unterlippe. Deutschlandradio Kultur, 9. Februar 2015, abgerufen am 13. Februar 2015.
  5. Fabian Wallmeier: Die Liebe und ihre Zumutungen. RBB, abgerufen am 13. Februar 2015.
  6. Wenke Husmann: Internationale Filmfestspiele: Die Berlinale findet ihre politische Stimme wieder. Die Zeit, 15. Februar 2015, abgerufen am 15. Februar 2015.
  7. 45 Years in der Hörfilm-Datenbank des Hörfilm e. V.