Erich Ludwig (Schauspieler)

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Erich Ludwig im Mai 2011

Erich Ludwig (* 14. Mai 1939 in Dortmund) ist ein deutscher Schauspieler und Synchronsprecher.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ludwig absolvierte eine Ausbildung zum Industriekaufmann. Seine künstlerische Ausbildung erhielt er von 1960 bis 1963 an der Folkwang Universität der Künste.

Nach der Schauspielausbildung hatte er ein erstes Bühnenengagement von Februar bis Juli 1963 an der Landesbühne Frankfurt (das spätere Theater am Turm), danach bis 1965 am Stadttheater Bielefeld.

Von 1965 bis 1970 folgte ein Engagement am Niedersächsischen Staatstheater Hannover mit folgenden Rollen: 1965 als Monsieur Marquis in Der Talisman von Nestroy, 1966 als Clov in Endspiel von Beckett, 1966 als Narr in Was ihr wollt von Shakespeare, 1967 als Peter in Romeo und Julia von Shakespeare, 1968 als Dauphin in Die heilige Johanna von Shaw, 1968 als Mockinpott in der Uraufführung von Wie dem Herrn Mockinpott das Leiden ausgetrieben wird von Peter Weiss, 1968 Lanz in Die beiden Veroneser von Shakespeare, 1968 Joe in der Uraufführung von Magic Afternoon von Wolfgang Bauer, 1969 Chlestakov in Der Revisor von Gogol, 1969 als Achilles in Die schöne Helena von Peter Hacks.

Von 1970 bis 1981 war er am Bayerischen Staatsschauspiel engagiert. In der Spielzeit 1970/1971 trat er als Bedienter Just in Minna von Barnhelm (Premiere: November 1970, Cuvilliés-Theater), als Kevin in Die Küche von Arnold Wesker (Premiere: Januar 1971), als Diener Tranio in Der Widerspenstigen Zähmung (Regie: Otto Schenk, Premiere: April 1971), als Clov in Samuel Becketts Theaterstück Endspiel (Premiere: Mai 1971) und als Kamerad in Italienische Nacht von Ödön von Horváth (Premiere: Juli 1971) auf. Die Inszenierung von Der Widerspenstigen Zähmung wurde vom Fernsehen mitgeschnitten. In der Spielzeit 1971/1972 übernahm er am Bayerischen Staatsschauspiel den Wagner in Goethes Urfaust (Premiere: April 1972), die Rollen des Arkebusier und Deveroux in Wallenstein (Premiere: Juli 1972) und Nestor in Troilus und Cressida (Premiere: August 1972). In der Spielzeit 1972/1973 folgten der Narr Karl in Woyzeck (Premiere: November 1972) und der Bretschneider in Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk (Premiere: Dezember 1972). In der Spielzeit 1973/1974 übernahm er die Rolle des Hollarcut in dem Schauspiel Die See von Edward Bond (Premiere: November 1973); auch diese Inszenierung wurde vom Fernsehen mitgeschnitten. Weitere Rollen in dieser Spielzeit waren Herr Serknitz in Das weite Land (Premiere: Januar 1974), Schüler in Faust (Premiere: März 1974) und Ede in Die Dreigroschenoper (Premiere: Mai 1974). In der Spielzeit 1974/1975 war er am Bayerischen Staatsschauspiel als Ted Ragg in Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui (Premiere: April 1975) und als Bruder Martin Ladvenu in Shaws Die heilige Johanna (Premiere: Juni 1975) zu sehen. Weitere Rollen Ludwigs am Bayerischen Staatsschauspiel in den folgenden Jahren waren: Kümmerlicher in Herr Puntila und sein Knecht Matti (Spielzeit 1975/76; Premiere: September 1975), Christopher Mahon in Ein wahrer Held von John Millington Synge (Spielzeit 1975/76; Premiere: Februar 1976), der Beichtvater in Geschichten aus dem Wienerwald (Spielzeit 1977/78; Premiere: März 1978), Bagot in Richard II. (Spielzeit 1977/78; Premiere: April 1978), Ruprecht in Der zerbrochne Krug (Spielzeit 1978/79; Premiere: April 1979), Nil in Kleinbürger von Maxim Gorki (Spielzeit 1979/80; Premiere: Januar 1980) und Nöjd in Der Vater von August Strindberg (Spielzeit 1980/81; Premiere: Dezember 1980).

Von 1981 bis 1984 hatte er ein Engagement am Thalia Theater Hamburg und von 1984 bis 1986 wieder am Bayerischen Staatsschauspiel in München, u. a. als „Der kleine Mönch“ in Leben des Galilei (Spielzeit 1984/85; Premiere: Februar 1985) und als Rosencrantz in Hamlet (Spielzeit 1985/86; Premiere: Dezember 1985).

Ab 1986 hatte Ludwig als freier Schauspieler Engagements unter anderem von 1986 bis 1987 am Württembergischen Staatstheater Stuttgart, 1990–1998 (jeweils im Sommer) bei den Luisenburg-Festspielen in Wunsiedel und 1993–1995 am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. In der Spielzeit 2003/2004 trat er am Münchner Volkstheater als Maximilian, Graf von Moor und als Pater in Schillers Schauspiel Die Räuber in einer Inszenierung von Christian Stückl auf.[1]

Seit den 1970er Jahren übernahm er auch Film- und Fernsehrollen. Er hatte u. a. Auftritte in Tatort-Produktionen mit Hansjörg Felmy. In dem Tatort-Krimi Schweigegeld (1979) spielte er, an der Seite von Liane Hielscher, den Bruder der Ehefrau eines getöteten Einbrechers, der selbst unter Tatverdacht gerät.[2] 1989 hatte er eine Episodenrolle in der ZDF-Krimiserie Derrick.[3]

Ludwig ist umfangreich als Synchronsprecher tätig. Die Deutsche Synchronkartei führt fast 300 Synchronrollen Ludwigs. Er lieh seine Stimme u. a. Tom Skerritt, Tom Gallant, Malcolm McDowell, Alan Alda, Martin Landau, James Caan und Sylvester McCoy. Für Sylvester McCoy spricht er die Rolle des Radagast in der Filmtrilogie Der Hobbit (2012–2014). Außerdem sprach er mehrere Rollen in Star Trek und hat seit 2011 die Rolle des Großmaesters Pycelle in der Serie Game of Thrones, gespielt von Julian Glover, inne. Im Jahre 2014 übernahm er die Rolle des Ninjutsu-Meister Splinter in Teenage Mutant Ninja Turtles (2014).

Zudem übernimmt er auch Rollen in Hörspielen wie zum Beispiel 2014 in der Vertonung des Falls Der Bund der Rotschöpfe in der Sherlock-Holmes-Reihe von Titania Medien.[4] Auch lieh er Captain Pellaeon in der Hörspiel-Adaption von Timothy Zahns Thrawn-Trilogie seine Stimme (Regie: Oliver Döring).

Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in München.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

als Schauspieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

als Synchronsprecher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

für Tom Skerritt

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Serien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Verein der Freunde des Bayerischen Staatsschauspiels (Hrsg.): ...dann spielten sie wieder. Das Bayerische Staatsschauspiel 1946–1986. Texte: Monika Faber. Dokumentation: Loni Weizert. Seite 220–237 (Dokumentation). München 1986. ISBN 3-765-42059-X

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Räuber, Schauspiel von Friedrich von Schiller: Münchner Volkstheater 2003 - 2004, Premiere am 16. April 2003. Abgerufen am 31. Dezember 2013.
  2. Schweigegeld Produktionsdaten, Handlung und Besetzung. Abgerufen am 31. Dezember 2013
  3. Episode 182: Ein merkwürdiger Tag auf dem Lande Besetzung. Abgerufen am 31. Dezember 2013
  4. Kritik zum Hörspiel Der Bund der Rotschöpfe Abgerufen am 11. Februar 2015
  5. Achim Klünder: Lexikon der Fernsehspiele / Encyclopedia of television plays in German speaking Europe. 1978/87 Walter de Gruyter 1991, ISBN 3-111-41194-X. Abgerufen am 31. Dezember 2013.