8. Kongresswahlbezirk Arizonas

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8. Kongresswahlbezirk Arizonas
Arizona US Congressional District 8 (since 2013).tif
Derzeitiger Representative   Debbie Lesko (R)
Fläche 9.057 mi²
Verteilung 87,3 % städtisch, 12,7 % ländlich
Einwohnerzahl (2015) 767.981
Cook PVI R+13

Der 8. Kongresswahlbezirk Arizonas ist ein 2003 nach dem Ergebnis des Zensus 2000 geschaffener Kongresswahlbezirk zum Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten. Er umfasste zunächst den Südosten des Bundesstaates Arizona. Nach dem Neuzuschnitt der Wahlkreise in Folge des Zensus 2010 besteht er seit 2013 aus den nordwestlichen Vorstädten von Phoenix, einem Großteil des Maricopa County.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum 8. Kongresswahlbezirk gehörte nach seiner Schaffung 2003 der Südosten des Bundesstaates, nämlich das Cochise County vollständig sowie Teile von Pima County, Pinal County und Santa Cruz County. Er hatte einen Cook Partisan Voting Index von R+4, also einen moderaten republikanischen Vorsprung.

George W. Bush erhielt bei der Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2004 in diesem Wahlbezirk 53 % der Stimmen. Der in Arizona wohnende Republikaner John McCain errang bei der Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2008 52,37 % der Stimmen, Barack Obama erreichte 46,43 %.

Der Wahlbezirk wurde ab dem 3. Januar 2007 von Gabrielle Giffords von der Demokratischen Partei vertreten und gilt als Swing-Wahlbezirk. Giffords war bei einem öffentlichen Auftritt in einem Einkaufszentrum am 8. Januar 2012 Ziel eines Attentates und wurde schwer verwundet. Ihr Büroleiter und fünf weitere Menschen wurden dabei getötet. Ihr Nachfolger wurde ihr Stabschef Ron Barber, der nach dem Neuzuschnitt der Wahlkreise, der Arizona nach dem Zensusergebnis 2010 mit dem 9. einen zusätzlichen Kongresswahlbezirk verschaffte, zukünftig im 2. Bezirk Arizonas antrat, der geographisch weitgehend dem bisherigen 8. entsprach.

Zum 8. Bezirk wurde weitgehend der bisherige 2. Bezirk in den westlichen Vorstädten von Phoenix. Dieser hat mit einem Cook Partisan Voting Index von R+13 eine strukturell deutlich stärker republikanisch ausgerichtete Wählerschaft. Der bisherige Abgeordnete des 2. Bezirks, der Republikaner Trent Franks, trat daraufhin bei der Wahl im November 2012 im neuen 8. Bezirk an und gewann ihn mühelos, zuletzt bei der Wahl 2016 mit knapp 69 Prozent der Stimmen. Nach Vorwürfen, er habe zwei Mitarbeiterinnen sexuell bedrängt, trat Franks zum 8. Dezember 2017 zurück. Es fand eine außerordentliche Nachwahl für diesen Sitz statt. In der Primary am 27. Februar 2018 wurde bestimmt, dass die Republikanerin Debbie Lesko gegen die Demokratin Hiral Tipirneni bei der Hauptwahl am 24. April 2018 antrat. Obwohl der Bezirk republikanisch geprägt ist (Trump gewann hier bei der Präsidentschaftswahl 2016 mit 21 Prozent Vorsprung), investierte das Republican National Committee über 280.000 Dollar an Wahlkampfunterstützung, nachdem es in Pennsylvanias 18. Wahlbezirk wenige Wochen zuvor nicht gelungen war, einen strukturell deutlich republikanischen Wahlkreis zu halten (siehe Conor Lamb). Lesko gewann mit vier Prozentpunkten Vorsprung.[1]

Wahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahlergebnisse der Wahlen zur Präsidentschaft
Jahr Amt Ergebnis
2008 Präsident McCain 52 - 46 %
2004 Präsident Bush 53 - 46 %
2000 Präsident Bush 49 - 47 %

Liste der bisherigen Abgeordneten des Wahlkreises im US-Repräsentantenhaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet des 8. Kongresswahlbezirkes Arizonas, wie es nach seiner Einführung 2003 in der Südostecke des Bundesstaats für ein Jahrzehnt bestand, entsprach fast vollständig dem Gebiet, das bis dahin zum 5. Kongresswahlbezirk Arizonas gehört hatte. Seit 2013 entspricht das Gebiet des 8. Kongresswahlbezirks in den westlichen Vorstädten von Phoenix weitgehend demjenigen, der bis dahin der 2. Kongresswahlbezirk Arizonas gewesen war.

Abgeordneter Lebenszeit Partei Amtszeit Anmerkung
Distrikt geschaffen: 3. Januar 2003
James T. Kolbe 1942– Republican 3. Januar 2003–3. Januar 2007 Redistricted vom 5. Kongresswahlbezirk Arizonas, nicht mehr angetreten
Gabrielle Giffords 1970– Democratic 3. Januar 2007–25. Januar 2012 Rücktritt
vakant 25. Januar 2012–12. Juni 2012
Ron Barber 1945– Democratic 12. Juni 2012– Nachwahl
Trent Franks 1957– Republican 3. Januar 2013–9. Dezember 2017 Rücktritt
vakant 9. Dezember 2017–7. Mai 2018
Debbie Lesko 1958– Republican seit 7. Mai 2018 Nachwahl

Wahlergebnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2002[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partei[2] Kandidat Stimmen % Veränderung
Republican Jim Kolbe 112.872 63
Democratic Mary Judge Ryan 60.536 34
Libertarian Joe Duarte 5.520 3

2004[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partei[3] Kandidat Stimmen % Veränderung
Republican Jim Kolbe 183.363 60,4 −2,6 %
Democratic Eva Bacal 109.963 36,2 +2,2 %
Libertarian Robert Anderson 10.443 3,4 +0,4 %

2006[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partei Kandidat Stimmen % Veränderung
Democratic Gabrielle Giffords 114.794 54,1 +17,9 %
Republican Randy Graf 89.609 42,2 −18,2 %
Libertarian David Nolan 4.025 1,9 −1,5 %

2008[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partei Kandidat Stimmen[4] % Veränderung
Democratic Gabrielle Giffords 179.629 54,72 +0,62 %
Republican Tim Bee 140.553 42,82 +0,62 %
Libertarian Paul Davis 8.081 2,46 +0,56 %
Write-in-Kandidat Paul Price 3 0,00
Gesamt 328.266 100,0

2010[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partei Kandidat Stimmen % Veränderung
Democratic Gabrielle Giffords 138.280 48,7 −6,02 %
Republican Party Jesse Kelly 134.124 47,2 +5,0 %
Libertarian Steven Stoltz 11.174 3,9 +2,0 %

Spezialwahl Juni 2012[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partei Kandidat Stimmen[5] % Veränderung
Democratic Ron Barber 101.559 52,2 +3,5 %
Republican Party Jesse Kelly 88.569 45,5 −1,7 %
Green Charlie Manolakis 4.482 2,3 +2,3 %

2012[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partei Kandidat Stimmen[6] % Veränderung
Republican Party Trent Franks 172.809 63,34 +17,84 %
Democratic Gene Scharer 95.635 35,05 −16,95 %
Independent Stephen Dolgos 4.347 1,59 +1,59 %

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. David Weigel: Republicans make six-figure investment in deep-red Arizona district. In: The Washington Post, 23. März 2018; Dan Merica: Republican Debbie Lesko wins in Arizona special election. In: CNN.com, 25. April 2018.
  2. Campaign 2002: Arizona. (Memento des Originals vom 29. Juni 2006 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.election.cbsnews.com In: CBS News.
  3. 2004 Election 2004: Arizona. In: CNN.com.
  4. STATE OF ARIZONA OFFICIAL CANVASS: 2008 General Election – November 4, 2008. Secretary of State of Arizona, 1. Dezember 2008, archiviert vom Original am 19. Dezember 2014; abgerufen am 6. Dezember 2008 (PDF; 299 kB).
  5. http://www.politico.com/2012-election/map/#/House/2012/Primary/AZ
  6. State of Arizona Official Canvass. azsos.gov, 3. Dezember 2012, archiviert vom Original am 19. Dezember 2014; abgerufen am 31. März 2013 (PDF; 893 kB, englisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]