Abtei Brauweiler

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Abtei Brauweiler
Grundriss der Abteikirche

Die Abtei Brauweiler ist eine ehemalige Benediktinerabtei und liegt im Stadtteil Brauweiler der Stadt Pulheim in Nordrhein-Westfalen, nordwestlich von Köln. Noch heute prägt die ehemalige Abteikirche St. Nikolaus mit ihrem hoch aufragenden Westbau nicht nur das Ortsbild Brauweilers, sondern bildet zugleich das weithin sichtbare Wahrzeichen dieses Gebietes. Sie zählt zu den großen romanischen Kirchenbauten des Rheinlandes.

Vorgeschichte und Klostergründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Besiedlung im heutigen Ortsgebiet Brauweiler lässt sich durch Funde von Keramikscherben, behauenem Flint und einem Hallstattbrandgrab seit der älteren Eisenzeit nachweisen. Aus der Römerzeit stammt eine befestigte Anlage. Bei Grabungen 1983/1984 wurden auf dem Gelände der Abtei Reste eines römischen Herrenhauses (villa rustica) mit zwei Gebäudeflügeln gefunden, die zu einem Gutshof gehörten. Brandschichten deuten darauf hin, dass dieser Gutshof im 4. Jahrhundert abbrannte und nicht wieder aufgebaut worden ist.

In der Fundatio monasterii Brunwilarensis (erzählende Quelle eines Brauweiler Mönches gegen Ende des 11. Jahrhunderts) wird auf dem Platz der Bau einer hölzernen Kapelle beschrieben, für deren Altar ein gewisser Brun Reliquien des hl. Medardus aus Soissons mitbrachte. Zeitlich eingeordnet werden könnte der Bau in die Mitte des 8. Jahrhunderts, urkundliche Beweise fehlen jedoch. Der Erzählung nach wurden die verfallenen Überreste der Kapelle um 985 wieder aufgefunden. Pfalzgraf Hermann I. ließ eine neue Kapelle aus Stein erbauen und durch den Erzbischof Warin von Köln weihen. Neben der Kapelle wurde ein ebenfalls zerstörtes Hofgut neu aufgebaut. Dieses Anwesen entwickelte sich zum Mittelpunkt einer Besiedlung, die bis heute nicht mehr aufgegeben wurde.

Um 991 bis 993 fand auf dem Hofgut die Hochzeit zwischen dem Pfalzgrafen Ezzo-Ehrenfried, einem Sohn Hermanns I., und Mathilde, einer Tochter von Kaiser Otto II. und Theophanu, statt. Dabei übertrug Ezzo seiner Frau das Gut, diese widmete es in der Medarduskapelle Christus und den Heiligen.

St. Nikolaus, frühere Abteikirche der Abtei Brauweiler

In dieser Zeit war es für den reichen Adel üblich, Klöster und Kirchen bauen zu lassen, um zwischen der Kirche und den Angehörigen des Geschlechts einen lebendigen Zusammenhang herzustellen. Bei einer Wallfahrt nach Rom vor 1024 erhielten Ezzo und Mathilde von Papst Benedikt VIII. Reliquien und ein Kreuz zur Gründung eines Klosters. Als Gründungsort wurde wohl deshalb Brauweiler ausgewählt, weil sich hier Eigenbesitz der pfalzgräflichen Familie konzentrierte und der Platz strategisch günstig an zwei Straßenverbindungen von Köln nach Aachen und Roermond lag.

Der damals bedeutende Reformabt Poppo von Stablo wurde nach Vermittlung durch Erzbischof Pilgrim von Köln mit der Klostergründung beauftragt. Poppo stand dabei für eine Klosterreform, die eine strenge Befolgung der klösterlichen Regeln verlangte und damit im Einklang mit Reichskirche und den Adligen stand. Am 14. April 1024 erreichten sieben von Poppo entsandte Mönche Brauweiler und begannen mit dem Bau des Klosters auf dem höchsten Punkt des Geländes, die Kapelle wurde in den Bau mit einbezogen. Die Kirche selbst wurde etwa 26 Meter nördlich dieser Kapelle errichtet. Noch während der Bauarbeiten starb Pfalzgräfin Mathilde am 20. November 1025 in Aeccheze (vermutlich Echtz bei Düren) und wurde in der Mitte des Kreuzganges vor einem Altar begraben. Kirche und Kloster konnten am 8. November 1028 durch Erzbischof Pilgrim geweiht werden.

Die romanische Abteikirche in Brauweiler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick in die Gewölbe

Der mächtige Westturm wird von zwei neben ihm stehenden schmalen Türmen begleitet (um 1138). Diese großartige Gruppe bildet einen Kontrast zu den drei östlichen Türmen, die erst im 19. Jahrhundert vollendet wurden.

Das Langhaus ist auffallend kurz (um 1140–1150), während die Seitenschiffe eine eigentümliche räumliche Weite besitzen. Die Klosterkirche brachte im Mittelschiff eine zukunftsträchtige Neuerung: den dreistöckigen Aufbau mit zwischengeschaltetem Blendtriforium. Bald danach gehörte dies zum allgemeinen Standard romanischer Basiliken. Die farbige Fassung der Bauplastik folgt den Resten der ursprünglichen Gestaltung der Romanik. Im Gegensatz dazu steht die aus der Spätgotik stammende feine Rankenmalerei der Gewölbe.

An den Pfeilern des Langhauses sieht man monumentale gemalte Heilige aus dem 14. Jahrhundert.

Auf dem südlichen Seitenaltar steht ein schönes steinernes Marienretabel vom Ende des 12. Jahrhunderts. Aus hochromanischer Zeit stammt die Sitzfigur des hl. Nikolaus. Die Krypta übernimmt in verkleinerter Form den Grundriss der Kölner Kirche St. Maria im Kapitol. Auch die Oberkirche erwies sich als verkleinerter Nachbau des Kölner Vorbildes.

Orgeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche hat zwei Orgeln. Die Westorgel mit ihrem reich vergoldeten Barockprospekt (Ende des 17. Jahrhunderts), der erhalten blieb, wurde 1715 erstmals vom bedeutenden Orgelbauer Balthasar König und zuletzt in den 1960er Jahren durch Willi Peter umgebaut. Sie wurde von der Orgelbaufirma Weimbs in Hellenthal neu aufgebaut nach der ursprünglichen Konzeption mit mechanischer Traktur und Mittelspieltisch (25. Januar 2013 Einweihung).[1]

I Hauptwerk C–g3
1. Principal 8′
2. Bordun 16′
3. Flaut 8′
4. Octav 4′
5. Flaut travers 4′
6. Quint 3′
7. Octav 2′
8. Flaut 2′
9. Mixtur IV 112
10. Trompet 8′
Nachtigal
II Oberwerk C–g3
11. Viola di Gamba 8′
12. Hollpfeif gedackt 8′
13. Flaut 4′
14. Quint 3′
15. Flaut 2′
16. Terz 135
17. Quint 112
18. Mixtur IV 1′
19. Cromhorn 8′
20. Vox humana 8′
Tremolant
Pedalwerk C–f1
21. Subbaß 16′
22. Octavbaß (= Nr. 1) 8′
23. Flaut (= Nr. 2) 8
24. Octav (= Nr. 3) 4′
25. Bombart 16′
26. Trompet 8′

Darüber hinaus sammelte der Orgelbauverein weiterhin Geld und Patenschaften für eine neue Chororgel. Die Restauration der romanischen Orgel im linken Seitenschiff, die Willi Peter aus der evangelischen Kirche in Solingen-Gräfrath hierhin transloziert und durch den gemeinsamen Spieltisch mit der Hauptorgel verbunden hatte.[2] wurde aufgegeben. Sie steht nun zum Verkauf. Die neue Orgel wird bei Hermann Eule Orgelbau Bautzen gebaut und soll 2018 eingeweiht werden.[3]

Glocken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Abteikirche hat ein 7-stimmiges Geläut. Im Westturm hängen vier Glocken, u.a. die beiden ältesten Glocken des Geläuts. Die älteste genau datierte Glocke des Rheinlandes ist die Misericordia-Glocke. Sie wurde im Jahre 1300 von einem unbekannten Kölner Meister gegossen und nach Martini geweiht. Vermutlich hingen zwei weitere Glocken aus dieser Zeit im Turm. Das mittelalterliche Hauptgeläut erklang mit den Nominalen c1, d1 und e1, und war vermutlich das erste bewusst aufeinander abgestimmte Geläut im Rheinland. Die(se) beiden weiteren Glocken wurden im Jahre 1630 von dem Gießer Johannes Helling (Kalkar) in (überschwerer) Rippe umgegossen, und erklangen damit jeweils um einen Halbton höher. Erhalten ist davon die "Maria"-Glocke. Neben dem Hauptgeläut existierten bis zum Zweiten Weltkrieg fünf weitere Glocken aus der Zeit um 1300 und den Jahren 1518, 1673 und 1872. Diese und die größere der beiden Helling-Glocken wurden im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen.[4]

Im Jahre 1961 wurde das Geläut durch fünf neue Glocken der Glockengießerei Mabilon erweitert. Zwei Glocken wurden im Westturm aufgehängt, drei Glocken wurden im Vierungsturm aufgehängt.[5]

Nr.
 
Name
 
Gussjahr
 
Gießer
 
Masse
(kg, ca.)
Durchmesser
(mm)
Schlagton
(HT-1/16)
1. Große Marienglocke 1630 Johannes Helling 2.100 1447 dis1 ± 0
2. Misericordia 1300 unbekannt 1.350 1263 e1 +5
3. Gertrudsglocke 1961 Fa. Mabilon & Co., Saarburg 800 1075 fis1 +5
4. Kleine Marienglocke 1961 Fa. Mabilon & Co., Saarburg 550 956 gis1+4
5. Benediktsglocke 1961 Fa. Mabilon & Co., Saarburg 330 802 h1 +5
6. Bernhardsglocke 1961 Fa. Mabilon & Co., Saarburg 220 719 cis2+4
7. Sebastians- und Donatusglocke 1961 Fa. Mabilon & Co., Saarburg 160 638 dis2+3

Entwicklung bis 1802[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anno II. (rechts im Bild) setzt den Siegburger Abt Erpho ein.

In der Zeit des Kölner Erzbischofs Anno II. übernahmen die Mönche die Regeln der Siegburger Reform. Die ehemalige Abteikirche und heutige Pfarrkirche St. Nikolaus und St. Medardus ist der dritte Kirchenbau an dieser Stelle, errichtet von 1136 bis nach 1220. Eine neue Blütezeit brachte die Einführung der Bursfelder Reform seit 1467. Zuletzt errichtete die Abtei nach Plänen von Nikolaus Lauxen 1780 bis 1785 den Prälatenflügel. Nach der französischen Okkupation des Linken Rheinufers erfolgte 1802 die Aufhebung des Klosters im Zuge der Säkularisation.

Verwendung nach der Säkularisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Abteikirche wurde katholische Pfarrkirche, während die Abteigebäude nach einem napoleonischen Gesetz ab 1811 als Bettlerdepot und ab 1815 durch die preußische Regierung als Arbeitsanstalt genutzt wurden.

1920 wurden „Bewahrungshaus“ und „Zellengebäude“ an die Kölner Justizverwaltung vermietet. Die Gebäude dienten ab 1933 für zwölf Monate als Konzentrationslager, später als Gefängnis der Kölner Gestapo. 1944 wurde Konrad Adenauer hier zwei Monate lang inhaftiert; seine zweite Ehefrau Gussie unternahm in der Haft hier einen Suizidversuch. 1945–49 war hier ein offenes Lager der Britischen Armee und später der UNRRA für Displaced Persons.

Mit der Gründung des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) als Rechtsnachfolger des Provinzialverbandes Rheinland wurde die Abtei 1954 in die kommunale Verwaltung übernommen. Zwischen 1954 und 1978 wurden hier psychisch kranke, alkohol- und drogenabhängige Menschen behandelt. Nach einer umfangreichen Sanierung und Restaurierung seit 1980 sind heute zwei Kulturdienststellen und das Archiv des LVR in den Gebäuden untergebracht. Das LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland ist zuständig für 95.000 Denkmäler im Rheinland. Ihre Aufgabe ist die Bewahrung dieser kulturellen Vielfalt durch ihre Erfassung, Untersuchung und Betreuung. Das Rheinische Archivamt unterstützt die zahlreichen Kommunal-, Wirtschafts- und Privatarchive des Rheinlandes mit fachlicher Beratung, Fortbildung und finanzieller Förderung.

Im April 2010 wurde durch die Stiftung Kulturfonds das Archiv für Künstlernachlässe auf den Weg gebracht. In Zusammenarbeit mit dem Land Nordrhein-Westfalen und dem Landschaftsverband Rheinland stehen im früheren Gutshof durch Umbau von Kuhstall und Scheune vier Depoträume mit 2000 Quadratmetern Grundfläche zu Verfügung. Die erste Leiterin des Archivs ist die Kölner Kunsthistorikerin Regina Barunke.

Kunst und Kultur in der Abtei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Freundeskreis Abtei Brauweiler unter dem Vorsitz (seit der Gründung) des ehemaligen Oberkreisdirektors des Landkreises Köln, Karlheinz Gierden, in dem der Träger der Abtei, die Stadt, die Kirchen als geborene Mitglieder und Institutionen und Privatpersonen Mitglied sind, veranstaltet in der Abtei ein umfangreiches Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm. Den Vorsitz im Kuratorium hatte 14 Jahre lang der Pulheimer und ehemalige Ministerpräsident Jürgen Rüttgers. Im Herbst 2012 tauschten die beiden Personen ihre Ämter und der 86-jährige Gierden übernahm den Vorsitz im Kuratorium.

Vögte der Abtei Brauweiler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vogtei über das Kloster Brauweiler lag bis zum Aussterben der pfalzgräflichen Familie Ezzos in den Händen der Gründerfamilie, zunächst bei Ezzo selbst, danach bei seinem Sohn Ludolf († 1031). Sie ging dann über auf Konrad (Kuno) († 1053), danach möglicherweise auf Ezzos Sohn Hermann († 1056).

Im Jahre 1051 kam es in einem urkundlich abgesicherten Rechtsakt vor einem Kölner Fürstengericht zu einer Übertragung des Klosters und seines Besitzes unter den Schutz des hl. Petrus und damit des Kölner Erzstiftes. Schutzherren des Klosters waren somit die Kölner Erzbischöfe, die die Vogtei in der Folge an Ministeriale vergaben.

In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts entstanden durch Übergriffe auf Klostergut Spannungen zwischen dem Vogt Heinrich von Bachem und dem Kloster. Diese konnten erst nach zwei Vergleichen beigelegt werden. In diesem Zusammenhang wurden durch die Forschung bis heute vier verfälschte und neun ganz gefälschte Urkunden bekannt. Inhalt dieser Fälschungen waren jedoch keine ungerechtfertigten Begünstigungen des Klosters, sondern Versuche, überzogene Forderungen der Vögte abzuwehren.

Ab 1360 forderten die Vögte Carsilius von Palant und Philipp von Kendenich (auch Kenthenich o. Kentenich) überhöhte Zahlungen für ihr Amt, die vom Konvent abgelehnt wurden. Es kam zu mehreren Raubzügen gegen Klostereigentum und Entführungen von Hörigen des Klosters, die erst gegen Lösegeldzahlungen freigelassen wurden. 1365 kaufte das Kloster die Vogtei zurück, dafür mussten gegenüber den Familien Kendenich und Palant 1500 bzw. 1300 Goldschilde gezahlt werden. Ein Darlehen mit einem Zins von jährlich 10 % belastete die Klosterkassen bis 1383 erheblich, dann stellte der Johanniterorden zu Köln zinslos 1500 Goldschilde zur Verfügung, mit denen die Schuld und andere Verbindlichkeiten abgelöst werden konnten. Das Amt des Vogtes wurde ab 1365 nur noch für die Dauer von zwei Jahren vergeben, Probleme mit den Vögten sind seither nicht mehr bekannt geworden.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Jahr 1500 erholte sich die Abtei wirtschaftlich, hatte jedoch durch einen Prozess mit dem Erzbischof von Trier, Jakob I. von Sierck, um die Landeshoheit über das an der Mosel gelegene Gut Klotten große finanzielle Belastungen zu tragen. Dieser Prozess hatte sich von 1445 bis 1457 hingezogen. Der 1532 eingesetzte Abt Hermann III. Laer ordnete die Klosterfinanzen und führte länger geplante Bauvorhaben in der Abtei durch. Sie entwickelte sich zu einer Bastion des Katholizismus gegen den aufkommenden Protestantismus. Abt Hermann III. nutzte diese Situation und überzeugte Kaiser Karl V., die Abtei unter besonderen Schutz zu stellen.

Am 23. November 1547 bestätigte Kaiser Karl V. der Abtei Brauweiler in einem großen Privileg deren Rechte und Freiheiten. Sie genoss damit Schutz vor ihren Gegnern, unabhängig von deren Stand oder Einfluss. Die Abtei wurde jedoch nicht reichsunmittelbar, sondern unterstand weiterhin dem Kölner Erzbischof. Mit dem großen Privileg verbunden war das Recht, ein eigenes Wappen zu führen. Die Pergamenturkunde mit anhängendem Kaisersiegel wird heute im Pfarrarchiv Brauweiler aufbewahrt. Im Text dieser Urkunde wird als Grund für die Wappenverleihung die kaiserliche Abstammung der Stifterin des Klosters genannt. Das Wappen zeigt einen einköpfigen, nach rechts gewandten, rotzüngigen, schwarzen Adler. Mit seinem rechten Fuß hält er einen Abtsstab. Damit ähnelt er dem zweiköpfigen Adler im Reichswappen. Zur weiteren Unterscheidung wurde statt des goldenen ein silberner Hintergrund für das Wappen der Abtei gewählt.

Äbte des Klosters[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einer Liste im Liber sancti Nicholai episcopi in Bruwilre, Bl. 163 r (Namen dort latinisiert), die von Abt Johannes IV. Münch (1617−1649) angelegt und von anderen Schreibern ergänzt worden ist, führten in der Zeit von 1030 bis 1802 51 Äbte das Kloster.

Bis zur Einführung der Bursfelder Reform

Name von/bis
Ello (1030–1053)
Tegeno (1053–1065)
Wolfhelm (1065–1091)[6]
Herwig (1091–1092)
Adalbert (1092–1095)
Wezelo (1095–1110)
Eberhard I. (1110–1126)
Name von/bis
Bertolf (1126–1135)
Amilius (1135–1148)
Geldolf (1148–1177)
Dietrich (1177–1187)
Bertram (1187–1196)
Godesmann (1196–1226)
Gottfried (1226–1232)
Name von/bis
Hermann I. (1232–1240)
Emecho I. von Klotten (1240–1263)
Heinrich I. von Rennenberg (1263–1288)
Arnold I. (1288–1291)
Leonius von Neuenahr (1291–1298)
Ludolf von Holte (1298–1313)
Menfred (1313–1321)
Name von/bis
Friedrich von Senheim (1321–1359)
Arnold II. Scholle (1359–1361)
Hermann II. Zobbe (1361–1400)
Emecho II. von Cochem (1400–1401)
Heinrich II. Vridach (1401–1428)
Arnold III. Quad (1428–1457)
Eberhard II. von Galen (1457–1467)

nach Einführung der Bursfelder Reform

Name von/bis
Adam I. von Hertzenradt (1467/1469–1483)
Adam II. von Münchrath (1483–1496)
Rutger von Moers (1497–1498)
Johannes I. von Wied („de Weda“) (1498–1515)
Johannes II. von Lünen (1515–1532)
Hermann III. Laer („a Bochum“) (1532–1567)
Andreas Münster (1567–1579)
Heribert Artopäus (1579–1598)
Name von/bis
Dionysius Lieck (1598/1600–1614)
Johannes III. Coblenz („a Widdig“) (1614–1617)
Caspar Rödingen (1617)
Johannes IV. Münch (1617–1649)
Johannes V. Mertzenhausen (1649–1660)
Nikolaus Schögen (1660–1665)
Dr. theol. Philipp Brewer (1665–1672)
Martin Klingen (1672–1693)
Name von/bis
Alexander von Richterich (1693–1709)
Matthias I. Franken (1709–1722)
Edmund Schmitz (1722–1731)
Matthias II. Grein (1731–1753)
Beda Groten (1753–1756)
Amandus Herriger (1756–1778)
Anselm Aldenhoven (1778–1802)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Uwe Bathe: Der romanische Kapitelsaal in Brauweiler. Eine kritische Bestandsaufnahme seiner Architektur, Bauskulptur und Malerei. Köln 2003, ISBN 3-89498-100-8.
  • Hermann Daners, Josef Wißkirchen: Was in Brauweiler geschah – Die NS-Zeit und ihre Folgen in der Rheinischen Provinzial-Arbeitsanstalt. Dokumentation. Pulheim 2006, ISBN 3-927765-39-2.
  • Hermann Daners, Josef Wißkirchen: Die Arbeitsanstalt Brauweiler bei Köln in nationalsozialistischer Zeit. Essen 2013, ISBN 978-3-8375-0971-7.
  • Claudia Euskirchen: Die barocken Klostergebäude der ehemaligen Benediktinerabtei Brauweiler. Köln 1993, ISBN 3-7927-1383-7.
  • Roland Günter:"Kunsthistorischer Wanderführer Rheinland", Chrr. Belser AG für Verlagsgeschäfte KG Stuttgart-Zürich 1979.
  • Udo Mainzer: Christus inmitten seiner Apostel – Zur Architekturikonografie der Brauweiler Chorscheitelkapelle. In: INSITU. Zeitschrift für Architekturgeschichte 3 (1/2011), S. 19–34.
  • Werner Schäfge:"Kölns romanische Kirchen", Köln:Dumont 1996.
  • Peter Schreiner, Monika Tontsch: Die Abteikirche St. Nikolaus und St. Medardus in Brauweiler. Baugeschichte und Ausstattung. Pulheim 1994, 2. Auflage 1999, ISBN 3-927765-12-0.
  • Peter Schreiner: Die Geschichte der Abtei Brauweiler bei Köln 1024−1802 Pulheim 2001, ISBN 3-927765-27-9.
  • Bernhardt Schütz/Wolfgang Müller:"Romanik. Die Kirchen der Kaiser, Bischöfe und Klöster", Freiburg im Breisgau 1989.
  • Erich Wisplinghoff: Die Benediktinerabtei Brauweiler., Walter de Gruyter, Berlin und New York 1992 (= Germania Sacra, Neue Folge 29. Die Bistümer der Kirchenprovinz Köln, Das Erzbistum Köln 5), ISBN 3110132230.
  • Heinz Wolter: Brauweiler, in: Manfred Groten u.a. (Hg.): Handbuch der Historischen Stätten Deutschlands: Nordrhein-Westfalen. (= Kröners Taschenausgabe 273), Stuttgart 3. Auflage 2006, S. 866 f., ISBN 978-3-520-27303-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Abtei Brauweiler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Abteikirche St. Nikolaus, 50259 Pulheim-Brauweiler - Neubau. Weimbs Orgelbau, 25. Januar 2013, abgerufen am 18. Juli 2017 (pdf).
  2. Die Orgeln in der Abteikirche (Memento vom 9. November 2014 im Internet Archive)
  3. Pulheim-Brauweiler Neue Orgel für die St. Nikolaus Kirche. Rhein-Erft Rundschau, 26. März 2016, abgerufen am 18. Juli 2017.
  4. Peter Schreiner: Ein Glockenjubiläum in Brauweiler, Pulheimer Beiträge 24, (2000), S. 70–95
  5. Abtei Brauweiler – Glockengeläut. brauweilerblog, 11. Februar 2015, abgerufen am 18. Juli 2017.
  6. Wilhelm Kohl: Wolfhelm (von Köln). In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 13, Bautz, Herzberg 1998, ISBN 3-88309-072-7, Sp. 1530–1532.

Koordinaten: 50° 57′ 40″ N, 6° 46′ 58″ O