Klotten

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Klotten
Klotten
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Klotten hervorgehoben
Koordinaten: 50° 10′ N, 7° 12′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Cochem-Zell
Verbandsgemeinde: Cochem
Höhe: 110 m ü. NHN
Fläche: 16,07 km2
Einwohner: 1232 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 77 Einwohner je km2
Postleitzahl: 56818
Vorwahl: 02671
Kfz-Kennzeichen: COC, ZEL
Gemeindeschlüssel: 07 1 35 049
Adresse der Verbandsverwaltung: Ravenéstraße 61
56812 Cochem
Webpräsenz: www.klotten.de
Ortsbürgermeister: Dieter Lürtzener
Lage der Ortsgemeinde Klotten im Landkreis Cochem-Zell
Kalenborn (bei Kaisersesch)Eppenberg (Eifel)Laubach (Eifel)LeienkaulMüllenbach (bei Mayen)HaurothUrmersbachMasburgDüngenheimKaiserseschLandkernIllerichEulgemHambuchGamlenZettingenKaifenheimBrachtendorfUlmen (Eifel)AlflenAuderathFilz (Eifel)WollmerathSchmittBüchel (Eifel)Wagenhausen (Eifel)GillenbeurenGevenichWeiler (bei Ulmen)LutzerathBad BertrichUrschmittKlidingBeuren (Eifel)MoselkernMüden (Mosel)Treis-KardenLützLiegRoesMöntenichForst (Eifel)DünfusBrohlBinningen (Eifel)WirfusBriedenKailPommern (Mosel)BriedelAltlayPeterswald-LöffelscheidHaserichSosbergForst (Hunsrück)AltstrimmigReidenhausenMittelstrimmigBlankenrathPanzweilerWalhausenSchauren (bei Blankenrath)TelligHesweilerLiesenichMoritzheimGrenderichZell (Mosel)NeefBullaySankt AldegundAlf (Mosel)PünderichGreimersburgKlottenFaidDohrBremmBruttig-FankelSenheimNehren (Mosel)Ediger-EllerMesenichValwigErnst (Mosel)Beilstein (Mosel)Ellenz-PoltersdorfBriedernCochemLandkreis VulkaneifelLandkreis Bernkastel-WittlichLandkreis Mayen-KoblenzRhein-Hunsrück-KreisKarte
Über dieses Bild
Klotten

Klotten (amtliche Schreibweise bis 6. Dezember 1935: Clotten[2]) ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Cochem-Zell in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Cochem an. Klotten ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[3]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Weinort Klotten liegt an der Mosel und ist von steilen Schieferhängen umgeben. Weinbergslagen sind Burg Coraidelstein, Brauneberg und Rosenberg.

Klotten, Luftaufnahme (2015)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wird schon im Jahr 698 urkundlich erwähnt. Die Polenkönigin Richeza, Tochter des Pfalzgrafen Ezzo und Enkelin des Kaisers Otto II., hielt sich wahrscheinlich mit ihren drei Kindern von 1040 bis 1049 in Klotten auf. In Klotten hatte sie sich eine Kapelle (Nikolauskirche) und einen Wohnturm erbauen lassen, der mit einer Brücke zur Kapelle verbunden war. Ihren gesamten Besitz hatte sie nach ihrem Tod am 21. März 1063 der Benediktinerabtei Brauweiler bei Köln vermacht. Ihr Sarkophag steht heute im Kölner Dom, links hinter dem Hochaltar, dem Dreikönigsschrein.

Die Landesherrschaft Kurtriers endete mit der Besetzung des Linken Rheinufers 1794/96 durch französische Revolutionstruppen. Bis 1814 gehörte Klotten zur Mairie Pommern im Kanton Cochem. 1815 wurde die Region auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeordnet. Seit 1946 ist der Ort Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

Statistik zur Einwohnerentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Klotten, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[3]

Jahr Einwohner
1815 824
1835 1175
1871 1533
1905 1895
1939 1888
Jahr Einwohner
1950 1929
1961 1838
1970 1879
1987 1581
2005 1421
2015 1233
2016 1221

Fähre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klottener Fähre

Im 19. Jahrhundert wurde eine Gierfähre für den Personenverkehr über die Mosel eingerichtet, welche 1906 mit einem größeren Schiff ausgerüstet auch Wagen und Vieh übersetzen konnte. Nach der Flussregulierung 1967 reichte die Strömung für den Betrieb nicht mehr aus, weshalb die Gemeinde eine Fähre mit Dieselmotor anschaffte.[4]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Klotten besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[5]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2014 7 9 16 Sitze
2009 1 6 9 16 Sitze
2004 2 5 9 16 Sitze

* FWG = Freie Wählergruppe Klotten e. V.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf einer Bergkuppe über Klotten liegt Burg Coraidelstein. In der Nähe auf den Moselhöhen befindet sich der Wild- und Freizeitpark Klotten. Sehenswert sind die am Moselhöhenweg liegende Seitskapelle und das Naturschutzgebiet Dortebachtal.

Seit 2002 befindet sich in der spätgotischen Pfarrkirche St. Maximinus eine Reliquie der Polenkönigin Richeza.

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals 1970 unter der Leitung der ONS als „Eifel-Bergpreis Kaisersesch“, später als NAVC-Veranstaltung wurde ein Bergrennen auf der K 25 nach Wirfus ausgetragen.[6]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Klotten gab es eine Grundschule, die im Schuljahr 2016/2017 noch insgesamt 7 Schüler besucht haben. Zum 31. Juli 2017 wurde die Schule wegen der geringen Schülerzahl geschlossen.[7]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Richeza, (um 995–1063), Königin von Polen, wohnte von 1040 bis 1049 im Ort
  • Johann Josef Schunck (1849–1893), in Klotten geborener Schieferhandelsunternehmer und Weingroßhändler
  • Alfons Friderichs, 1938 in Klotten geborener Bankkaufmann, Diakon und Heimatforscher

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alfons Friderichs: Auf den Spuren der Polenköniging Richeza in Klotten. In: Begegnung mit Polen, Düsseldorf 1968, 9/12.
  • Alfons Friderichs, Karl Josef Gilles: Klotten und Burg Coraidelstein. In: Rheinische Kunststätten, Heft 8, 1969, veränderte Auflage, Heft 120, 1980.
  • Alfons Friderichs: Klotten und seine Geschichte. In: Schriftreihe der Ortchroniken des Trierer Landes, Bd. 29, Briedel 1997.
  • Alfons Friderichs: Wappenbuch des Kreises Cochem-Zell, Darmstadt 2001, Ortsgemeinde Klotten 50/1.
  • Alfons Friderichs: Persönlichkeiten des Kreises Cochem-Zell, Trier 2004, „von Clotten“ 71/76.
  • Alfons Friderichs: Urkundenbuch des Kreises Cochem-Zell, Trier 2008, Klotten 237/73.
  • Alfons Friderichs: Ritter u. Adelsgeschlechter im Kreis Cochem-Zell, Plaidt 2016.
  • Alfons Friderichs: Sagen, Legenden und Geschichten im Kreis Cochem-Zell, Weißenturm 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Klotten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2017, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. Statistik des Deutschen Reichs, Band 450: Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I, Berlin 1939; Seite 267
  3. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  4. klotten.de
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  6. Bergrennen startet mit Flächenbrand. Abgerufen am 15. Juli 2015.
  7. VG Koblenz: Grundschule Klotten bleibt vorerst geschlossen. Abgerufen am 4. September 2017.