Adamin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Adamin
Adamite-139150.jpg
gelbgrüner Adamin aus der Ojuela Mine in Mexiko
Allgemeines und Klassifikation
Chemische Formel Zn2[OH|AsO4][1]
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Phosphate etc., mit weiteren Anionen, ohne H2O
System-Nr. nach Strunz
und nach Dana
8.BB.30 (8. Auflage: VII/B.06)
41.06.06.03
Kristallographische Daten
Kristallsystem orthorhombisch
Kristallklasse; Symbol orthorhombisch-dipyramidal; 2/m 2/m 2/m
Raumgruppe Pnnm (Nr. 58)Vorlage:Raumgruppe/58[1]
Gitterparameter a = 8,30 Å; b = 8,51 Å; c = 6,04 Å[1]
Formeleinheiten Z = 4[1]
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 3,5
Dichte (g/cm3) 4,4
Spaltbarkeit gut bis vollkommen
Bruch; Tenazität muschelig bis uneben
Farbe gelbgrün, gelb, grün, rosa, violett, farblos
Strichfarbe weiß
Transparenz durchsichtig bis durchscheinend
Glanz Glasglanz bis Diamantglanz
Kristalloptik
Brechungsindizes nα = 1,708 bis 1,722[2]
nβ = 1,708 bis 1,722[2]
nγ = 1,763 bis 1,773[2]
Doppelbrechung δ = 0,055[2]
Optischer Charakter zweiachsig, wechselnd
Achsenwinkel 2V = 78 bis 90°[2]
Weitere Eigenschaften
Besondere Merkmale Fluoreszenz und Phosphoreszenz

Adamin ist ein eher selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“. Es kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Zn2[OH|AsO4][1] und entwickelt vorwiegend kurze bis lange, prismatische Kristalle oft in Form einer Doppelpyramide (Oktaeder). Es kann auch den Habitus einer speroidischen Masse haben. Seine Farbe variiert zwischen farblos, gelb, gelbgrün, grün, rosa und violett.

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entdeckt wurde das Mineral von dem französischen Mineralogen Gilbert Joseph Adam (1795–1881) in Chañarcillo in der chilenischen Región de Atacama.[2] Beschrieben wurde es 1866 vom französischen Chemiker und Mineralogen Charles Friedel (1832–1899)[3], der es nach seinem Entdecker benannte.

Klassifikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der veralteten, aber noch gebräuchlichen 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Adamin zur Mineralklasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort zur Abteilung der „Wasserfreie Phosphate, mit fremden Anionen F, Cl, O, OH“, wo er zusammen mit Eveit, Libethenit, Olivenit, Paradamin, Tarbuttit, Zincolibethenit und Zinkolivenit die „Libethenit-Gruppe“ mit der System-Nr. VII/B.06 bildete.

Die seit 2001 gültige und von der International Mineralogical Association (IMA) verwendete 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Adamin ebenfalls in die Abteilung der „Phosphate, etc., mit weiteren Anionen, ohne H2O“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach der relativen Größe der beteiligten Kationen und dem Stoffmengenverhältnis der weiteren Anionen zum Phosphat-, Arsenat bzw. Vanadat-Komplex, so dass das Mineral entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Mit ausschließlich mittelgroßen Kationen, (OH, etc.) : RO4 ≤ 1 : 1“ zu finden ist, wo es zusammen mit Auriacusit, Eveit, Libethenit, Olivenit, Zincolibethenit und Zinkolivenit die „Libethenitgruppe“ mit der System-Nr. 8.BB.30 bildet.

Auch die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Adamin in die Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort in die Abteilung der „Wasserfreien Phosphate etc., mit Hydroxyl oder Halogen“ ein. Hier ist er in der „Olivenitgruppe“ mit der System-Nr. 41.06.06 innerhalb der Unterabteilung „Wasserfreie Phosphate etc., mit Hydroxyl oder Halogen mit (A)2(XO4)Zq“ zu finden.

Kristallstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Adamin kristallisiert orthorhombisch in der Raumgruppe Pnnm (Raumgruppen-Nr. 58)Vorlage:Raumgruppe/58 mit den Gitterparametern a = 8,30 Å, b = 8,51 Å und c = 6,04 Å sowie vier Formeleinheiten pro Elementarzelle.[1]

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Adamin (grün leuchtend) und Hemimorphit (blau) aus der Ojuela Mine, Mexiko - A: Tageslicht, B: UV-Licht

Adamin leuchtet unter UV-Licht grün bis gelbgrün auf.

Zusammen mit Olivenit bildet es eine Mischreihe mit nach Olivenit zunehmendem Kupfergehalt. Da Cuproadamin innerhalb der Mischreihe auftritt, wird es verschiedentlich nicht als eigenständige Varietät anerkannt.

Varietäten und Modifikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verbindung Zn2[OH|AsO4] ist dimorph und kommt in der Natur neben dem orthorhombischen Adamin noch als triklin kristallisierender Paradamin vor.

Bei den Varietäten Aluminium-Adamin, Cuproadamin, Cobaltadamin, Manganadamin und Nickeladamin ist das im Adamin enthaltene Zink teilweise durch die genannten Elemente in den Varietätnamen ersetzt.

Bildung und Fundorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Adamin findet sich zusammen mit Aurichalcit, Hemimorphit, Konichalcit und Smithsonit in der Oxidationszone arsenreicher Lösungen oder in Zinklagerstätten.

Es sind insgesamt 175 Fundorte (stand April 2010) des Adamins bekannt.[2] Zu diesen zählen unter anderem Cap Garonne in Frankreich, Laurion in Griechenland, Mapimí/Durango in Mexiko und Tsumeb in Namibia.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Adamin (Adamite) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Hugo Strunz, Ernest H. Nickel: Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S. 444.
  2. a b c d e f g Mindat – Adamite (englisch)
  3. Lloyd W. Staples: Adamite from Gold Hill, Tooele Co., Utah. In: The American Minealogist Band 20, Nr. 5 (1935), S. 371 (englisch; PDF 312,1 kB)