Rattenberg (Tirol)

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Rattenberg
Wappen von Rattenberg
Rattenberg (Tirol) (Österreich)
Rattenberg (Tirol)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Kufstein
Kfz-Kennzeichen: KU
Fläche: 0,11 km²
Koordinaten: 47° 26′ N, 11° 54′ OKoordinaten: 47° 26′ 20″ N, 11° 53′ 36″ O
Höhe: 521 m ü. A.
Einwohner: 414 (1. Jän. 2016)
Postleitzahl: 6240
Vorwahl: 05337
Gemeindekennziffer: 7 05 21
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Pfarrgasse 92-93
6240 Rattenberg
Website: www.rattenberg.at
Politik
Bürgermeister: Bernhard Freiberger (FPÖ)
Gemeinderat: (2016)
(11 Mitglieder)
  • 3 „Für Rattenbergs Zukunft“ - Unabhängige Liste
  • 3 „FPÖ und Unabhängige Bürgerliste Rattenberg“
  • 2 Alternatives Bürgerforum Rattenberg
  • 3 Bürgermeisterliste Martin Götz (ÖVP)
Lage der Stadt Rattenberg im Bezirk Kufstein
Alpbach Angath Angerberg Bad Häring Brandenberg Breitenbach am Inn Brixlegg Ebbs Ellmau Erl Kirchbichl Kramsach Kufstein Kundl Langkampfen Mariastein Münster Niederndorf Niederndorferberg Radfeld Rattenberg Reith im Alpbachtal Rettenschöss Scheffau am Wilden Kaiser Schwoich Söll Thiersee Walchsee Wildschönau Wörgl Tirol (Bundesland)Lage der Gemeinde Rattenberg (Tirol) im Bezirk Kufstein (anklickbare Karte)
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Stadt Rattenberg am Inn
Stadt Rattenberg am Inn
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Rattenberg ist eine Stadt im Bezirk Kufstein, Tirol, Österreich. Mit 0,11 km² ist sie flächenmäßig die kleinste Gemeinde Österreichs und mit 414 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016) die kleinste Stadtgemeinde Österreichs. Rattenberg ist Sitz des Bezirksgerichtes im Gerichtsbezirk Rattenberg.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Rattenberg liegt zwischen rechtem Innufer und einer Burg im Tiroler Unterinntal. Die Gemeindefläche entspricht genau einem Viertel der Staatsfläche der Vatikanstadt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rattenberg besteht aus einer einzigen gleichnamigen Katastralgemeinde bzw. Ortschaft.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Radfeld
Kramsach Nachbargemeinden
Brixlegg

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rattenberg um 1737

Rattenberg liegt zwischen Fels und Inn am Fuß einer Burg aus dem 10. Jahrhundert. Früher diente die Stadt als Umschlagplatz für Waren der Innschifffahrt und als Zollstelle an der Grenze zwischen Tirol und Bayern. Das historische Zentrum ist im Inn-Salzach-Stil erbaut und heute eine Fußgängerzone.

Urkundlich wurde Rattenberg erstmals 1254 genannt. 1393 erfolgte die Erhebung zur bayrischen Stadt. Im Schutz der Burg entwickelte sich der Ort entlang der Straße zwischen Inn und dem Stadtberg. Eine Mauer und ein Graben im Osten schlossen den Ort ab. Die ostwärts führende Südtiroler Straße bildet als eine Art Stadtplatz das Zentrum. Nach Überschwemmungen wurde der Ort mehrfach erhöht.

Rattenberg gehört wie das übrige Tirol östlich des Zillers (Zillertal) zur Erzdiözese Salzburg. Bis zum Landshuter Erbfolgekrieg war Rattenberg politisch Teil von Bayern. 1505 sicherte sich Maximilian I. mit dem Kölner Schiedsspruch, der den Krieg beendete, auf dem Verhandlungswege den Besitz der vormals zu Bayern-Ingolstadt gehörigen Städte Rattenberg, Kufstein und Kitzbühel samt Umgebung. Im Jahr 2013 wurde das Stadtgebiet unter Ensembleschutz (Denkmalschutz) gestellt. Damit ist Rattenberg nach Hall das zweite Städteensemble in Tirol und das 30. in Österreich.[1]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südtirolerstraße mit Brunnen in Rattenberg
Bienerstraße-Hassauerstraße
Notburgahaus
Nagelschmiedhäuser

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hier ist der Typus der Inn-Salzach-Stadt noch besonders gut erhalten.

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Rattenberg

Schlossberg-Schatten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rattenberg liegt derart am angrenzenden Schlossberg, dass ein Teil der Stadt für etwa drei Monate im Winter im Schatten liegt. Die Lichtakademie Bartenbach hat ein Konzept erarbeitet, wodurch über zwei Spiegel der Altstadtteil mit Tageslicht versorgt werden sollte. Vorgesehen waren auf der Sonnenseite des Ortes ein selbstnachführender Heliostat mit 200 m², auf der Schlossbergseite mehrere feste Spiegel mit 400 m² Fläche – das Projekt wurde nicht umgesetzt.[2][3]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rattenberg ist heute bekannt für seine glasverarbeitenden Betriebe und nennt sich daher „Glasstadt“. Der wichtigste Wirtschaftszweig ist der Tagestourismus. Im Sommer besuchen circa 3000 Gäste pro Tag die Stadt, die nur ein Hotel hat, mit Reisebussen und Privat-PKW.[4] Nahezu die ganze Stadt ist Fußgängerzone.

In der Stadt gibt es kein Postamt und keine Polizeiinspektion, wohl aber das Bezirksgericht Rattenberg, das für die zwölf Gemeinden im Gerichtsbezirk Rattenberg zuständig ist.

Bedingt durch die Beengtheit der bebaubaren Fläche, die nur etwa die Hälfte der Stadtfläche ausmacht, sind mehrere Infrastruktureinrichtungen außerhalb der Stadtgrenzen: u. a. Kindergarten, Feuerwehr, Friedhof, Sportplatz, Bauhof, Recyclinghof, Bahnhaltestelle und mehrere große Parkplätze. Alle 93 nutzbaren Gebäude der Stadt sind in insgesamt sieben benannten Straßen fortlaufend (von 1–87 und 89–94) nummeriert.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rattenberg ist über die Inntal Autobahn A 12 mit der Ausfahrt Kramsach (exit 32) erreichbar. Vor der Fertigstellung der Autobahn führte bis 4. August 1972 der gesamte Verkehr durch die Stadt. Die Tiroler Straße B 171 wurde erst Jahrzehnte später durch den Rattenbergtunnel (624 m) geführt und entlastet seither die Stadt vollkommen vom Durchzugsverkehr.
  • Die Unterinntalbahn, die Rattenberg im Tunnel unterfährt, bedient mit der Haltestelle Rattenberg-Kramsach der S-Bahn Tirol die Stadt.

In der Nähe der Stadt befindet sich das Funkfeuer RTT einer internationalen Luftstraße.

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die größten regelmäßigen Veranstaltungen sind:

  • Schlossbergspiele, jährlich von Anfang Juli bis Anfang August[5]
  • Rattenberger Advent, jährlich freitags, samstags und sonntags im Advent[6]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Gemeinderatswahl am 28. Februar 2016 entfielen von den 11 Mandaten im Gemeinderat:[7]

Liste Stimmen in % Mandate
„Für Rattenbergs Zukunft“ – Unabhängige Liste 61 24,60 % 3
„FPÖ und Unabhängige Bürgerliste Rattenberg“ 64 25,81 % 3
Alternatives Bürgerforum Rattenberg 48 19,35 % 2
Bürgermeisterliste Martin Götz (ÖVP) 75 30,24 % 3

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Tod des direkt gewählten Bürgermeisters Franz Wurzenrainer am 20. Mai 2014[8] übernahm Vizebürgermeister Martin Götz geschäftsführend das Amt und wurde später zum Bürgermeister gewählt.

Bei der Bürgermeister-Direktwahl am 28. Februar 2016 traten drei Kandidaten an:

  • Gernot Edenstrasser erhielt 50 Stimmen / 20,16 %
  • Bernhard Freiberger erhielt 90 Stimmen / 36,29 %
  • der amtierende Bürgermeister Martin Götz erhielt 108 Stimmen / 43,55 %

Bei der Stichwahl am 13. März wurde Bernhard Freiberger (FPÖ und Unabhängige Bürgerliste Rattenberg) mit 128 Stimmen (54,47 %) zum Bürgermeister gewählt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rattenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Rattenberg – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ORF-Online: Rattenberg unter Ensembleschutz; abgerufen am 4. Dezember 2014.
  2. Spiegel Online, 25. Oktober 2005
  3. Stern, 20. Oktober 2007
  4. Europäische Union, Ausschuss der Regionen: Umweltgerechte Verkehrsplanung in Europa; abgerufen am 13. Dezember 2015
  5. Schlossbergspiele, abgerufen am 6. Mai 2016
  6. Rattenberger Advent, abgerufen am 6. Mai 2016
  7. Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen 2016 – Gemeinde Rattenberg
  8. Todesanzeige Bgm. Franz Wurzenrainer