Amsterdam-Zuidoost

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Amsterdam Zuidoost)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Amsterdam-Zuidoost
Provinz Noord-Holland Noord-Holland
Gemeinde Flagge der Gemeinde Amsterdam Amsterdam
Fläche
 – Land
 – Wasser
22,11 km2
20,08 km2
2,03 km2
Einwohner 87.854 (1. Jan. 2017[1])
Koordinaten 52° 18′ N, 4° 58′ OKoordinaten: 52° 18′ N, 4° 58′ O
Bedeutender Verkehrsweg A2 E35 A9 N236 S111 S112 S113
Vorwahl 020
Postleitzahlen 1014–1015, 1043, 1069, 1082, 1099, 1101–1102
Lage des Stadtbezirkes Zuidoost in Amsterdam
Lage des Stadtbezirkes Zuidoost in AmsterdamVorlage:Infobox Ort in den Niederlanden/Wartung/Karte

Zuidoost (deutsch Südost) ist ein Stadtbezirk der niederländischen Stadt Amsterdam in der Provinz Nordholland. Er ist 22,11 km² groß und hatte im Januar 2017 87.854 Einwohner.[1] Der Stadtteil liegt im Südosten Amsterdams, grenzt als Exklave aber nicht an das restliche Gemeindegebiet von Amsterdam. In Zuidoost findet einmal jährlich das Kwakoe Zomerfestival statt, die größte multikulturelle Veranstaltung dieser Art in Amsterdam.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kern von Zuidoost ist das Viertel Bijlmermeer. Dessen Bezeichnung geht zurück auf einen See (niederländisch meer), der am Dorf Bijlmer lag und im siebzehnten Jahrhundert trockengelegt wurde. Die schlechten Voraussetzungen des eingepolderten Sees für Baumaßnahmen (hoher Wasserspiegel, weicher Boden, Hochwasseranfälligkeit) bewirkten, dass seine Fläche noch in den Sechzigerjahren wenig bebaut war.

Da Amsterdam nach dem Krieg an seine Wachstumsgrenzen stieß wurde die Gemeinde Weesperkarspel, in der Bijlmer und das Bijlmermeer lagen, 1966 eingemeindet, um die freie Fläche des vormaligen Sees als Stadtentwicklungsgebiet zu nützen. Das Gebiet der ehemaligen Gemeinde wurde daraufhin zum Stadtteil Zuidoost. Da dieser eine Exklave bildete, war geplant, die dazwischenliegende Gemeinde Ouder-Amstel später auch einzugemeinden, was aber wegen des Widerstandes der Bürger von Ouder-Amstel irgendwann verworfen wurde, wodurch Zuidoost eine Exklave blieb.

Bereits vor Vollzug der Eingemeindung hatten 1963 die Maßnahmen zur Bodenaufbereitung für Bauprojekte begonnen. Das Neubaugebiet sollte Le Corbusiers Paradigma der funktionellen Stadt, entsprechend dessen Studie Plan Voisin, folgen. Dieses sah unter anderem die räumliche Trennung der Stadtfunktionen wohnen, arbeiten, Erholung und Verkehr vor (vgl. Wohnmaschine). Von 18000 geplanten Wohneinheiten sollten 12000 in einem wabenförmigen Hochhauskomplex entstehen. Die erste Wohnung wurde 1968 bezogen und die letzte innerhalb des Projektes 1975 fertiggestellt.

Konzeptionelle Schwächen, Planungsfehler sowie die verspätete Bereitstellung entscheidender Infrastruktur ließen die Neubaugegend von Anfang an nicht funktionieren und setzten eine Abwärtsspirale in Gang, die der Gegend bald den Ruf der schlechtesten Wohngegend der gesamten Niederlande einbrachte. Versuche, den Trend umzukehren, erzielten nur punktuelle Erfolge.

El-Al-Flug 1862

Am 4. Oktober 1992 stürzte eine Boeing 747-285F in eine Wohnanlage im Wohnviertel Bijlmermeer. Dabei starben 39 Einwohner und 4 Crewmitglieder.[2] Die betroffenen Gebäude wurden abgetragen, wobei die Fundamente erhalten blieben.[3] In ihrer Nähe steht heute das Bijlmer-Monument.[4]

Wohnviertel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Zuidoost befindet sich die Johan-Cruyff-Arena.

Naherholungsgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Amsterdam Zuidoost. Centrumgebied Zuidoost en stedelijke vernieuwing Bijlmermeer 1992-2010. Uitgeverij Thoth, Bussum, 2002. ISBN 90-6868-305-5

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Amsterdam-Zuidoost – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Kerncijfers stadsdelen 2017 Gemeente Amsterdam, abgerufen am 27. April 2018 (niederländisch)
  2. accident description flight 1862
  3. Bijlmer-Quartierparks
  4. Bijlmer-Monument