Ansgar Brinkmann

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Ansgar Brinkmann

Ansgar Brinkmann im Eintracht-Frankfurt-Museum 2008

Spielerinformationen
Geburtstag 5. Juli 1969
Geburtsort VechtaDeutschland
Größe 181 cm
Position Mittelfeld
Junioren
Jahre Station


bis 1987
SC Schwarz-Weiß Bakum
Blau-Weiß Lohne
Bayer 05 Uerdingen
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1987–1990
1991–1993
1993–1995
1995
1996
1996
1997
1997–1999
1999–2000
2000–2001
2001–2003
2003–2004
2004
2005
2006–2007
2012–2017
VfL Osnabrück
Preußen Münster
1. FSV Mainz 05
Preußen Münster
FC Gütersloh
SC Verl
BV Cloppenburg
Eintracht Frankfurt
Tennis Borussia Berlin
VfL Osnabrück
Arminia Bielefeld
LR Ahlen
FC Kärnten (Leihe)
Dynamo Dresden
Preußen Münster
TSV Juist
96 (6)
0
55 (7)
13 (2)
20 (2)
05 (1)
00 (0)
46 (4)
29 (1)
24 (4)
57 (7)
04 (0)

27 (4)
33 (3)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Ansgar Brinkmann (* 5. Juli 1969 in Vechta) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler. In seiner langen Karriere war Brinkmann bei zahlreichen Vereinen unter Vertrag. Er zählt zu den Spielern mit den meisten Vereinswechseln in Deutschland und galt neben Bernd Schneider als einer der letzten Straßenfußballer Deutschlands.

Stationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brinkmann wuchs als jüngstes von sieben Geschwistern in Bakum im Oldenburger Münsterland auf. Als A-Jugendlicher wurde er in die Niedersachsenauswahl berufen. Als er 15 Jahre alt war, entdeckten ihn Talentscouts von Bayer 05 Uerdingen, sodass er nach Krefeld zog. Während seiner Zeit für Bayer machte er nebenbei sein Berufsbildungsjahr im Kfz-Handwerk.

Seine Profilaufbahn begann er mit 18 Jahren 1987 beim VfL Osnabrück in der 2. Bundesliga. In der Saison 1990/1991 wechselte der schnelle Flügelspieler zum Ligarivalen Preußen Münster, bei dem er schnell Publikumsliebling wurde. Am Ende der Saison stieg er mit den Preußen in die Oberliga Westfalen ab, blieb aber noch zwei Jahre beim Verein. 1993 kehrte Brinkmann in die 2. Bundesliga zurück und unterschrieb einen Vertrag beim 1. FSV Mainz 05.

Nach einem kurzen Intermezzo in Münster im Jahr 1995 und weiteren Stationen in Gütersloh, Verl und Cloppenburg wechselte er zu Eintracht Frankfurt, mit der er 1998 in die Bundesliga aufstieg. Nach einer Saison in der ersten Liga spielte Brinkmann erneut einige Jahre in der 2. Bundesliga bei Tennis Borussia Berlin, wiederum beim VfL Osnabrück und Arminia Bielefeld. Mit Arminia Bielefeld stieg er 2002 in die Bundesliga auf und erzielte in 30 Spielen zwei Tore.

2003 wechselte Brinkmann zu LR Ahlen. In der Winterpause 2003/04 zog es ihn zum österreichischen Bundesligisten FC Kärnten, im Januar 2005 zu Dynamo Dresden und im Januar 2006 erneut zu Preußen Münster. Mit den Preußen stieg er in die Oberliga ab. Für die Münsteraner absolvierte Brinkmann am 13. Mai 2007 in der Oberliga-Partie gegen die zweite Mannschaft vom FC Schalke 04 das letzte Spiel seiner Karriere als Profifußballer.

Am 27. März 2009 fand sein Abschiedsspiel vor 4100 Zuschauern in der Bielefelder SchücoArena statt.[1] Das Spiel zwischen dem Team Ansgar und den Arminia-Allstars endete 6:6. Kurz vor Schluss holte sich Brinkmann noch symbolisch seine letzte rote Karte. Seine Ehrenrunde bewältigte er während des Liedes „Dieser Weg“ von Xavier Naidoo. Am Spiel nahmen unter anderem Thomas Häßler, Fredi Bobič, Uwe Bein, Sergej Barbarez und Stefan Kretzschmar teil.

Im September 2009 erwarb er seine A-Trainerlizenz in der Sportschule Hennef (Fußball-Verband Mittelrhein) und plant, eine Ausbildung zum Fußballlehrer zu absolvieren. Parallel arbeitet er als Spielerscout für eine Kölner Sportagentur.

Zur Saison 2012/13 verpflichtete der Kreisligist TSV Juist Brinkmann[2],für die er bis in zur Saison 2016/2017 hin und wieder auflief.

Ruf als „Enfant terrible“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch außerhalb des Fußballplatzes sorgte Ansgar Brinkmann für Schlagzeilen, die ihm den Spitznamen „Trinkmann“ einbrachten. So flüchtete er in Osnabrück zu Fuß vor einer Alkoholkontrolle und stellte sich erst Stunden später auf dem Revier, um den Fahrzeugschlüssel abzuholen.[3] Darüber hinaus war Brinkmann in Bielefeld, Berlin und Gütersloh in Straftaten verwickelt, die ihm unter anderem eine Geldstrafe von 36.000 Euro wegen Körperverletzung einbrachte.[4] Auch die Pleite eines Reha-Zentrums und Investitionen in eine Einkaufspassage in Bielefeld, durch die Brinkmann nach eigener Aussage mehr als eine Million Euro verlor, brachten ihn vor Gericht.[5]

Sein Ruf als Enfant terrible schadete der Beliebtheit Brinkmanns bei den Fußballfans nicht, sondern förderte eher seinen Kultstatus. Typische Vokabeln, die in der Sportberichterstattung zu Brinkmann fielen, waren „weißer Brasilianer“[6], „Publikumsliebling“[6], „Kultspieler“[7] und „einer der letzten ,echten Typen‘ der Bundesliga“[8], zumal sich Interviews mit Brinkmann durch seine lockeren, zum Teil auch provokanten Sprüche von den Interview-Aussagen vieler anderer Profifußballer unterschieden. Beim Bielefelder Lokalsender Radio Bielefeld wurde ihm eine eigene Comedy-Serie namens „Mission: Klassenerhalt“ gewidmet[9]. Hier prägte er die Floskel: „Das braucht kein Mensch“. Diese Aussage widmete er gegnerischen Mannschaften und Spielern. Legendär ist die Ansage auf seinem Anrufbeantworter: „Bin bis fünf Uhr früh in meiner Stammkneipe zu erreichen“[10].

In einer Radio-Kolumne bei 1 Live gab Brinkmann 2015 zu, in seiner aktiven Zeit einmal im Abstiegskampf das Dopingmittel Captagon verwendet zu haben.[11]

Soziales Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansgar Brinkmann unterstützt als offizieller Pate das Kinderhospiz Bethel.[12]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ansgar Brinkmann, Bastian Henrichs (Bearb.): Ansgar Brinkmann : der weiße Brasilianer, Bielefeld: Delius & Klasing 2011; ISBN 978-3-7688-3264-9

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Was Ansgar Brinkmann zur großen Karriere fehlte, Welt Online
  2. Website TSV Juist
  3. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,763109,00.html
  4. 36.000 Euro wegen Körperverletzung: Strafbefehl gegen Arminen-Profi Brinkmann In: RP online. 2. August 2002, abgerufen am 15. Januar 2013
  5. Ansgar Brinkmann : der weiße Brasilianer, S. 164
  6. a b Ex-Armine Ansgar Brinkmann liest aus seiner Biografie In: nw-news.de. 31. Mai 2011, abgerufen am 15. Januar 2013
  7. Stefan Brock: Rückgrat statt Bilderbuchkarriere: Ansgar – der weiße Brasilianer In: pulstreiber.de. 7. September 2011, abgerufen am 15. Januar 2013
  8. Ansgar Brinkmann spielt für Bundesliga-Allstar-Team In der Fuldaer Zeitung. 8. April 2012, abgerufen am 15. Januar 2013
  9. u. a. lässt eine Aussage von einer Radioreporterin von Radio Bielefeld, Franziska Thiel, darauf hindeuten, dass die Sendung Brinkmann gewidmet wurde; vgl.: Franziska Thiel: Radio Bielefeld (Memento vom 11. August 2012 im Internet Archive)
  10. David Gohla: Ansgar Brinkmann: Bis 5 Uhr morgens in der Stammkneipe zu erreichen In: kult-kicker.de. 8. November 2010, abgerufen am 15. Januar 2013
  11. Brinkmann schießt gegen Mucki-Wiese, eurosport.de, 21. März 2015
  12. Ansgar Brinkmann: "Die Erinnerung ist ein Paradies …" In: Kinder- und Jugendhospiz Bethel. Abgerufen am 11. Juni 2014.