Asch (Blaubeuren)

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Asch
Koordinaten: 48° 26′ 19″ N, 9° 49′ 5″ O
Höhe: 668 m ü. NHN
Fläche: 14,27 km²[1]
Einwohner: 1182 (30. Jun. 2020)[2]
Bevölkerungsdichte: 83 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1974
Postleitzahl: 89143
Vorwahl: 07344
Luftbild von Asch (Juli 2014)

Asch ist ein Stadtteil von Blaubeuren im Alb-Donau-Kreis in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Asch liegt etwa 15 Kilometer westlich von Ulm und etwa 5 Kilometer nördlich von Blaubeuren auf der Hochfläche der Blaubeurer Alb. Diese zählt naturräumlich zur Mittleren Flächenalb.

Nachbarorte sind vom Nordwesten im Uhrzeigersinn Bühlenhausen (Gemeinde Berghülen), Bermaringen, Wippingen (beide Stadt Blaustein), Sonderbuch (Stadt Blaubeuren) und – auf Blaubeurer Gemarkung – die Hessenhöfe.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Wald Borgerhau östlich des Ortes wurden Spuren eines jungsteinzeitlichen Hornstein-Abbaus aufgefunden.[3] Außerdem befindet sich im Wald Attenlau im Westen der Gemarkung eine Grabhügelgruppe aus der Hallstattzeit mit mehr als 60 Stein- und Erdhügeln.[4]

Die derzeit früheste gesicherte urkundliche Erwähnung von Asch geht auf das Jahr 1236 zurück.[5] Zwar dürfte die Ansiedlung weitaus älter sein, im Gegensatz zu Nachbarorten mit Namen auf -ingen oder mit merowingerzeitlichen Grabfunden ist eine frühmittelalterliche Entstehung jedoch fraglich. Der Name des Dorfes könnte seinen Ursprung im Baumnamen Esche haben und auf eine Rodungssiedlung hindeuten.[6]

Älteste nachweisbare Dorfherren von Asch waren die Pfalzgrafen von Tübingen; im 13. Jahrhundert ging der Besitz aber auf die Grafen von Helfenstein über. 1447 wurde Asch an Graf Ludwig von Württemberg verkauft. Dessen Sohn Eberhard im Bart schenkte Kirchenpatronat und Großzehnt 1477 der neu gegründeten Universität Tübingen. Zwar befand sich das Dorf unter württembergischer Herrschaft, der überwiegende Teil der Höfe war zu dieser Zeit allerdings im Besitz des Klosters Blaubeuren.

Bereits um 1580 hatte Asch eine Schule. Außerdem besaß der Ort mit dem sogenannten Juppengericht eine eigene Gerichtsbarkeit. Trotz dieser gewissen Eigenständigkeit war Asch als bäuerliche Ansiedlung immer schon weitgehend von der Stadt Blaubeuren abhängig.[6]

Bis zu dessen Auflösung 1938 war Asch Teil des Oberamts Blaubeuren, danach selbstständige Gemeinde im Landkreis Ulm. Im Zuge der Gebietsreform wurde Asch zum 1. Januar 1974 nach Blaubeuren eingegliedert.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Pfarrkirche Zu unserer lieben Frau in Asch

Evangelische Pfarrkirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits mit der Ersterwähnung des Ortes kann auch auf eine Pfarrstelle in Asch geschlossen werden. Das heutige Kirchengebäude wurde Ende des 15. Jahrhunderts mit vergrößertem Grundriss auf den Mauern eines Vorgängerbaus errichtet; wahrscheinlich wurde 1497 der Chor fertiggestellt.[7]

Mit der Stiftung an die Universität Tübingen 1477 wird auch das Patrozinium Zu unserer Lieben Frau erwähnt; bildlich dargestellt in einem Marienfresko von 1510 an der Nordseite des Schiffs. Im Chor befindet sich das Fresko einer Kreuzigungsgruppe, welches vermutlich aus dem späten 16. bis frühen 17. Jahrhundert stammt.

Als Teil des Herzogtums Württemberg wurde in Asch 1535 die Reformation eingeführt und die Liebfrauenkirche ist seither evangelisches Gotteshaus.[8]

Auf der Mauer am Eingang zum Kirchhof steht das Arresthäusle, welches heute das Ortsarchiv beherbergt. Der Ährenkasten im Inneren der Kirche enthält eine Roggengarbe aus dem Jahr 1817 und erinnert mit einer Inschrift an die Hungersnot von 1816/17.

Die Kirche wurde 1962 umfassend renoviert; 1990 der 41 Meter hohe Turm, dessen jetzige Form aus dem 18. Jahrhundert stammt. Die gesamte Anlage steht heute unter Denkmalschutz.[9]

Ascher Hüle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ascher Hülenfest

Im Dorfmittelpunkt befindet sich die Ascher Hüle, die früher vor allem als Viehtränke genutzt wurde und – neben Zisternen, wenigen Grundwasserbrunnen und einigen Feldhülen auf der Gemarkung – einen wichtigen Bestandteil der Wasserversorgung auf der verkarsteten Alb darstellte. Asch schloss sich 1875 der Albwasserversorgungsgruppe III an und wird seitdem über ein Pumpwerk am Blautopf versorgt, inzwischen mit Grundwasser aus einem Brunnen nahe Gerhausen.[10][11]

Die Hüle dient heute als Löschwasserteich und im Winter als Eislaufbahn. Jedes zweite Jahr findet um sie herum das Ascher Hülenfest statt.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Asch besitzt eine Grundschule, die 1995 neu erbaut wurde und deren Einzugsgebiet seit einigen Jahren auch den Nachbarort Sonderbuch umfasst. Außerdem gibt es in Asch einen evangelischen Kindergarten.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Asch gibt es drei christliche Gemeinden, eine evangelische, eine neuapostolische und eine Gemeinde der Volksmission entschiedener Christen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aufteilung Gemarkungsfläche. Stadt Blaubeuren; abgerufen am 18. Januar 2021.
  2. Bevölkerungsaufteilung Kernstadt/Teilorte. Stadt Blaubeuren; abgerufen am 18. Januar 2021.
  3. Lynn Fisher, Corina Knipper, Susan Harris, Rainer Schreg: Jungsteinzeitliche Hornsteingewinnung in Blaubeuren-Asch „Borgerhau“ im Kontext der neolithischen Siedlungslandschaft auf der Blaubeurer Alb, Alb-Donaukreis. In: Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg, 2007, S. 36–41.
  4. Rainer Kreutle: Berghülen – Asch – Sonderbuch. Zur Entstehung einer archäologischen Fundlandschaft auf der Blaubeurer Alb. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, Band 17, Nr. 4, 1988, S. 175–179; ub.uni-heidelberg.de (PDF; 1,1 MB).
  5. Württembergisches Urkundenbuch Online. Band IV., Nr. N125. Stand: 17. Januar 2016. Landesarchiv Baden-Württemberg; abgerufen am 11. September 2016.
  6. a b Immo Eberl: Blaubeuren und seine Stadtteile. In: Hansmartin Decker-Hauff, Immo Eberl (Hrsg.): Blaubeuren. Die Entwicklung einer Siedlung in Südwestdeutschland. Thorbecke, Sigmaringen 1986, S. 915–978, hier: 916–919.
  7. Eine Inschrift der Jahreszahl im Chor lässt mehrere Schlüsse zu; vgl. dazu: Günter Memmert: Was uns die Marienkirche in Asch erzählt. Zur Baugeschichte der Ascher Kirche. In: Gotthold Knecht (Hrsg.): Die Kirche in Asch. Streiflichter aus 500 Jahren (= Blaubeurer Geographische Hefte. Heft 14). Denkhaus, Blaubeuren 1998, S. 45–55.
  8. Jörg Martin: Streifzüge durch die Ortsgeschichte von Asch. In: Gotthold Knecht (Hrsg.): Die Kirche in Asch. Streiflichter aus 500 Jahren (= Blaubeurer Geographische Hefte, Heft 14). Denkhaus, Blaubeuren 1998, S. 56–77.
  9. Walter Böhringer: Die Ascher Kirche. (Nicht mehr online verfügbar.) Ev. Kirchengemeinde Asch-Sonderbuch, 10. Juni 2005, archiviert vom Original am 12. Februar 2015; abgerufen am 11. September 2016.
  10. Wissenswertes über die Wasserversorgung der Stadt Blaubeuren mit Teilorten. (Nicht mehr online verfügbar.) Technische Werke Blaubeuren, archiviert vom Original am 17. März 2016; abgerufen am 29. Dezember 2018.
  11. Walter Notz: Historische Anlage außer Betrieb – Albwassergruppe will Strom produzieren. swp.de, 27. Mai 2015, abgerufen am 29. Dezember 2018.