Asphalt-Dschungel

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Filmdaten
Deutscher Titel Asphalt-Dschungel
Originaltitel The Asphalt Jungle
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1950
Länge 112 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie John Huston
Drehbuch Ben Maddow
John Huston
Produktion Arthur Hornblow Jr.
Musik Miklós Rózsa
Kamera Harold Rosson
Schnitt George Boemler
Besetzung

Asphalt-Dschungel ist ein US-amerikanischer Krimi- und Film-noir-Klassiker von John Huston. Er basiert auf dem Roman The Asphalt Jungle des Autors W. R. Burnett aus dem Jahr 1950. Der Film gehört zum Genre der Heist-Movies.

Handlung[Bearbeiten]

Der Kleinkriminelle Dix Handley wird in einer Bar in Chicago unter dem Verdacht des Raubmordes verhaftet, die Polizei kann ihm die Tat jedoch nicht nachweisen und muss ihn wieder freilassen. Dix stammt aus Kentucky und der Pferdenarr geriet auf die schiefe Bahn. nachdem die Farm seines Vaters während der Großen Depression verlorenging. Er nimmt Doll Conovan, eine Bekannte, die im Nachtleben arbeitet und momentan keine Bleibe hat, in seine Bude auf und sie verliebt sich in ihn. Der berüchtigte alte Kriminelle „Doc“ Riedenschneider (in der deutschen Synchronisation: „Doc Esterhazy“), nach sieben Jahren aus dem Gefängnis entlassen, heuert Dix für seinen nächsten, großen Coup an. Dieser verspricht sich davon, die heimatliche Farm zurückkaufen zu können.

Der angesehene Unterwelt-Anwalt Emmerich (in der deutschen Synchronisation: „Emery“) verspricht den vielversprechenden Raubzug zu finanzieren, aber trotz einer beeindruckenden Fassade ist dieser Grandseigneur und Frauenheld pleite. Ein nervöser Buchmacher namens Cobby fungiert als Mittelsmann. Weitere Helfer stoßen hinzu: der Kneipenwirt Gus als Fahrer und der Safeknacker Ciavelli, ein Familienvater mit großen Geldsorgen. Der Tresoreinbruch bei einem der größten Juweliere von Chicago läuft mit Präzision ab, allerdings löst die dabei erforderliche Sprengung eine Alarmanlage in der Umgebung aus. Die Einbruchscrew ist schon im Besitz der Beute, stößt aber am Ausgang mit einem Wachmann zusammen. Ein Schuss löst sich, Ciavelli wird schwer verletzt.

Bei der Übergabe der Edelsteine offenbart Emmerich dem „Doc“ und Dix, dass er ihre Anteile nicht auszahlen kann, da er im Moment nicht flüssig sei. Er plant, die Helfer aufs Kreuz zu legen, seine kränkelnde Ehefrau sitzenzulassen und mit der Beute in Ausland zu verschwinden. Emmerichs Geldeintreiber Brannom ist ebenfalls anwesend und hat plötzlich eine Pistole in der Hand, da er mit Emmerich halbe-halbe machen und die Einbrecher ausschalten will. Dix kann Brannom zwar erschießen, handelt sich dabei aber selbst eine Schussverletzung ein. Emmerich bricht in Tränen aus, muss aber froh sein, dass ihn Dix am Leben lässt. Dix und der "Doc" fliehen mit der Beute. Emmerich wirft die Leiche Brannoms in einen Fluss, aber diese führt die Polizei schließlich doch zu ihm. Nachdem er Angela, seiner Geliebten, am Telefon die Detektive avisiert und sie um ein Alibi gebeten hat, verschafft sie es ihm, ohne Näheres zu wissen.

Nach „Doc“ Riedenschneider wird eine Großfahndung eingeleitet. Dix bringt den „Doc“ auf ihrer Flucht bei Doll unter, da seine Bleibe nicht mehr sicher ist. Cobby wird von einem korrupten Polizeibeamten unter Druck gesetzt und redet. Er und Gus landen im Gefängnis, der Polizist fliegt auf. Ciavelli ist mittlerweile verstorben. Angela gesteht bei weiteren Ermittlungen ihre Falschaussage, worauf sich Emmerich erschießt.

„Doc“ will sich mit dem Taxi nach Cleveland absetzen, wird jedoch wegen seiner Schwäche für Frauen in einer Kneipe verhaftet – ein tanzendes junges Mädchen schlug ihn in seinen Bann. Der schwer verwundete Dix will nach Kentucky zurückkehren. Doll bittet ihn, mitkommen zu dürfen. Auf der Fahrt verliert Dix wegen des Blutverlusts das Bewusstsein. Schon auf dem Behandlungstisch eines Landarztes liegend, wacht Dix wieder auf und bemerkt, dass der Mann im Nebenzimmer die Polizei verständigt. Er rafft sich mit letzter Kraft auf und läuft aus dem Haus. Nach einer dramatischen Autofahrt erreichen Dix und Doll seine ersehnte Heimat, wo er auf der Pferdekoppel tot zusammenbricht.

Hintergrund[Bearbeiten]

  • Huston bewunderte W. R. Burnett so sehr, dass er Burnett um Rat bat und ihm das fertige Drehbuch zu lesen gab.
  • Die berühmte Einbruchszene, bei der die Gangster kaum ein Wort sprechen, war Vorbild für viele Filme des Genres.
  • Marilyn Monroe ist in einer ihrer frühen Rollen zu sehen, in der sie, wie in vielen ihrer Filme, eine naive Blondine spielt.

Deutsche Fassung[Bearbeiten]

Die deutsche Synchronbearbeitung entstand 1950 im MGM Synchronisations-Atelier in Berlin.[1]

Kritiken[Bearbeiten]

„Technisch erstklassiger, psychologisch differenzierter Kriminalfilm, der erstmals die Geschichte aus der Sicht des Gangsters erzählte. In der Exposition etwas schleppend, dann aber von sich steigernder Spannung. Eine Variation von Hustons Thema der Schatzsuche, bei der sich der Schatz – zumindest materiell – als wertlos erweist, sobald man ihn besitzt.“

– Lexikons des Internationalen Films[2]

„Ein Werk, das für das Genre neue Maßstäbe – die Geschichte wird mit psychologischem Interesse aus der Sicht des Verbrechers erzählt – setzte und heute als Klassiker gilt.“

– Prisma online[3]

„Regisseur dieser brutal offenen Geschichte um Verbrechen und Sühne in einer Stadt des mittleren Westens ist der zweifache Oscar-Preisträger John Huston, Sohn des verstorbenen Walter Huston. Johns Filme haben meistens einen düsteren Hintergrund, sind aber stets dramatisch und packend. Diesmal beleuchtet er, wie es bei einem Überfall auf ein Juweliergeschäft hinter den Kulissen aussieht. […] In diesem Film gibt es nur überdurchschnittliche Darstellerleistungen. […] Auch eine hübsche Blondine namens Marilyn Monroe tritt auf; sie spielt Calherns Freundin und macht aus jeder ihrer Szenen das beste.“

Liza Wilson: Photo Play

„Die mit hoher Tiefenschärfe und Weitwinkelobjektiven gefilmten Bildkompositionen suggerieren ganz plastisch die eingeschränkten Möglichkeiten des Individuums, sich zu entfalten. In vielen Nahaufnahmen nimmt die Kamera den Charakteren Raum zum Atmen, sie wirken an den Rand gedrängt, ohne Bewegungsfreiheit.“

Martin Holtz: Schnitt[4]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Für Asphalt-Dschungel erhielt Huston 1950 den Preis der National Board of Review als bester Regisseur. Asphalt-Dschungel wurde auch beim BAFTA-Film-Award als bester Film nominiert, jedoch gewann der Film Alles über Eva. Huston wurde auch 1951 für den Oscar als bester Regisseur nominiert, die Trophäe gewann jedoch Joseph L. Mankiewicz für Alles über Eva. Auch Sam Jaffe wurde für Asphalt-Dschungel als bester Nebendarsteller nominiert, verlor aber gegen George Sanders in Alles über Eva. 2008 wurde der Film ins National Film Registry aufgenommen.

DVD-Veröffentlichung[Bearbeiten]

  • Asphalt-Dschungel. Warner Home Video 2006

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thomas Bräutigam: Lexikon der Film- und Fernsehsynchronisation. Mehr als 2000 Filme und Serien mit ihren deutschen Synchronsprechern etc.. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-289-X, S. 56-57.
  2. Asphalt-Dschungel im Lexikon des internationalen Films
  3. Asphaltdschungel. prisma.de. Abgerufen am 17. Juni 2011.
  4. Asphalt-Dschungel. schnitt.de. Abgerufen am 17. Juni 2011.