Lisa Paus

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Lisa Paus (2015)

Elisabeth „Lisa“ Paus (* 19. September 1968 in Rheine) ist eine deutsche Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen). Sie zog 2009 über die Berliner Landesliste in den Deutschen Bundestag ein.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lisa Paus ist die Tochter des Unternehmers und Maschinenfabrikanten Hermann Paus. Nach einem Freiwilligen Sozialen Jahr im Hamburger Kinderheim St. Elisabeth ging Lisa Paus zum Studium nach Berlin. 1999 machte sie dort ihren Abschluss als Diplom-Volkswirtin an der Freien Universität Berlin. Von 1997 bis 1999 arbeitete sie für den Europaabgeordneten Frieder Otto Wolf. 2005 war sie Lehrbeauftragte für Volkswirtschaft an der Fachhochschule für Wirtschaft (FHW) Berlin. Seit Januar 2009 ist sie Mutter eines Sohnes.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1995 ist sie Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen. Sie engagierte sich auf verschiedenen Ebenen der Berliner Grünen und war u. a. Mitglied des Landesvorstandes (1997 bis 1999), Sprecherin der Bundesarbeitsgemeinschaft Wirtschaft und Finanzen (1997 bis 2002) sowie der Bundesarbeitsgemeinschaft Wissenschaft, Hochschule und Technologie (2005 bis 2007). 1999 wurde sie Mitglied im Abgeordnetenhaus von Berlin. Dort war sie unter anderem wirtschaftspolitische Sprecherin der Fraktion. Außerdem war sie europapolitische Sprecherin (1999 bis 2006), wissenschaftspolitische Sprecherin (2001 bis 2006), haushaltspolitische Sprecherin (2006 bis 2009) und Mitglied im Fraktionsvorstand (1999 bis 2000, 2002 bis 2004).

Paus wurde über Platz drei der Berliner Landesliste der Grünen 2009 in den Bundestag gewählt. Sie ist Mitglied und Obfrau ihrer Fraktion im Finanzausschuss und steuerpolitische Sprecherin ihrer Fraktion; ferner ist sie stellvertretendes Mitglied im Haushaltsausschuss und im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit.

In der Legislaturperiode von 2009 bis 2013 war sie Mitglied des Finanzausschusses und des Ausschusses für Angelegenheiten der Europäischen Union der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen.

Politische Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paus unterstützt die Wiedereinführung der Vermögensteuer.[1] Für ein diskutables Modell hält sie dazu den Vorschlag des Deutschen Instituts für Wirtschaft.[2] Lisa Paus tritt für eine Bundessteuerverwaltung ein, um Steuerhinterziehung einzudämmen. Ihr Ziel ist, den unterschiedlichen Steuervollzug der Finanzämter in den verschiedenen Bundesländern wirkungsvoller zu machen.[3] Um Steuerbetrug und Steuervermeidung zu stoppen, befürwortet sie außerdem ein internationales Transparenzregister und automatischen Datenaustausch. Damit Deutschland nicht selbst als Steueroase agieren kann, fordert sie eine Aufhebung des Bankengeheimnisses und eine aktive Meldung der Bankguthaben von Steuerausländern an Drittstaaten oder eine Erhebung der Quellensteuer, falls dies – wie bei Bürgerkriegsstaaten – nicht möglich ist.[4] Sie ist die Verantwortliche der Grünen Bundestagsfraktion zur Einführung einer Finanztransaktionssteuer.[5]

Paus befürwortet eine stufenweise Angleichung des durch das Ehegattensplitting bei unterschiedlichem Einkommen niedrigeren Durchschnittssteuersatzes gemeinsam veranlagter Ehepaare an einzeln veranlagte Personen. Stattdessen sollen Kinder und ihre Familien „unabhängig vom Trauschein“ durch eine Kindergrundsicherung gefördert werden.[6]

Lisa Paus setzte sich für eine qualitativ bessere und flexiblere Kinderbetreuung ein, die insbesondere Alleinerziehenden die Aufnahme von Berufstätigkeit erleichtern soll. Sie befürwortet eine Erweiterung von Kita-Öffnungszeiten, mehr Betriebskitas und vor allem einen Ausbau des Tagesmütter-/Tageselternsystems in die Abend- und Nachtstunden hinein.[7]

Paus tritt für die Wiedereinführung der Wohnungsgemeinnützigkeit ein, um sozial orientierte Bauträger zu fördern. Kommunale Wohnungsbaugesellschaften, Baugenossenschaften aber auch private Vereine oder Personen sollen mit Steuererleichtungen und Investitionszulagen gefördert werden, wenn sie dauerhaft preisgünstige Mietwohnungen errichten.[8][9]

Lisa Paus ist für eine Erweiterung des Gemeinnützigkeitsbegriffes im Steuerrecht: Ziel ist, dass auch Organisationen, die sich beispielsweise für Menschenrechte oder Frieden einsetzen, in den Genuss der steuerlichen Förderung kommen. Andererseits plädiert sie auch für mehr Transparenz im Gemeinnützigkeitsektor und für ein bundesweites, öffentlich einsehbares Gemeinnützigkeitsregister. [10]

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paus ist stellvertretende Vorsitzende sowohl der deutsch-irischen Parlamentariergruppe, der deutsch-slowenischen als auch der deutsch-italienischen Parlamentariergruppe.

Gesellschaftliches Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Außerparteilich ist sie als stellvertretende Vorsitzende der Europa-Union Berlin e.V. aktiv. Ferner ist sie Mitglied des Beirats Forum Ökologische-Soziale Marktwirtschaft, Mitglied bei Attac Deutschland, Mitglied bei der Berliner Tafel e. V., Mitglied im Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung e. V., Mitglied der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen Berlin-Brandenburg, Mitglied im Kuratorium des Instituts Finanzen und Steuern e. V.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lisa Paus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.taz.de/!5294579/
  2. https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.525371.de/16-4.pdf
  3. Deutscher Bundestag Antrag: Für eine Bundessteuerverwaltung – Gleiche Grundsätze von Flensburg bis zum Bodensee Abgerufen am 17. August 2016
  4. https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2016/kw16-interview-paus/418886
  5. grüne Steuerpläne: Entlastung für 90 Prozent, Gleichbehandlung für die Reichsten 10 Prozent. Persönliche Website von Paus. Abgerufen am 19. Februar 2014
  6. Internetseite von Lisa Paus: http://www2.lisa-paus.de/uploads/vernunftsplitting_beenden_17_08_2012.pdf
  7. http://www.tagesspiegel.de/politik/familien-und-alleinerziehende-berlin-ist-zentrum-der-kinderarmut/13599604.html
  8. http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/18/080/1808081.pdf
  9. Jan Kuhnert, Olof Leps: Neue Wohnungsgemeinnützigkeit - Springer. ISBN 978-3-658-17569-6, S. 625.
  10. http://www.b-b-e.de/newsletter/newsletter-nr-15-vom-2872016/