Büdesheim (Bingen am Rhein)

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Büdesheim
Koordinaten: 49° 56′ 59″ N, 7° 54′ 44″ O
Höhe: 93 (91–112) m ü. NHN
Einwohner: 7279 (1. Jul. 2016)
Eingemeindung: 1929
Postleitzahl: 55411
Vorwahl: 06721
Büdesheim (Rheinland-Pfalz)
Büdesheim

Lage von Büdesheim in Rheinland-Pfalz

Luftaufnahme von Büdesheim
Luftaufnahme von Büdesheim

Büdesheim (rheinhessisch: Biddesshem) ist ein Stadtteil von Bingen am Rhein im Landkreis Mainz-Bingen und liegt an der Nahe. Mit einer Fläche von 9,12 km² und 7.395 Einwohnern ist Büdesheim flächenmäßig der größte Stadtteil von Bingen am Rhein und der mit der zweithöchsten Bevölkerung (Stand: 1. November 2017)[1].

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtteil Büdesheim liegt im südlichen Teil Bingens, am Scharlachberg, einem Teil des Rochusberges. Vor der Eingemeindung nach Bingen trug es daher den Namen „Büdesheim am Scharlachberg“.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bodenfunde aus Kelten- und Römerzeit belegen bereits menschliche Siedlungen auf heutigen Büdesheimer Gebiet. Büdesheim, der Name -heim zeugt von einer fränkischen Besiedlung im 5. Jahrhundert. In einer Urkunde von 779 n. Chr. schenkte König Karl der Große der Abtei Kloster Fulda mehrere Weinberge in Büdesheim. 843 n. Chr. im Vertrag von Verdun erhielt Ludwig der Deutsche neben Bingen auch Büdesheim. 983 kam Büdesheim im Rahmen der Veroneser Schenkung unter die Oberhoheit des Erzbischofs von Mainz, als Kaiser Otto II. dem heiligen Willigis Bingen samt umliegenden Ortschaften schenkte. Es steht fest, dass das Stift St. Alban vor Mainz bereits 1154 in Büdesheim „Butinsheim“ begütert war. 1158 wird das Kloster Rupertsberg und 1190 auch das Kloster Eberbach als Eigentümer von Grundstücken in Büdesheim erwähnt. Während des 12. Jahrhunderts wurde auch die Burg Wineck nahe der Kirche in der Pfarrer-Michel-Straße erbaut, von der bis heute Teile der Burgmauer erhalten sind und von der die Burgstraße ihren Namen hat. 1222 wurde vom St.Albans Stift dem St.Stephans Stift das Einkommen gewisser Güter in Büdesheim überlassen. 800 Jahre stand Büdesheim unter der Verwaltung des Mainzer Klerus bis es 1792 in die Hände der Franzosen fiel. 1797 wurden die Mainzer und Kurmainzer Hoheitsrechte aufgehoben und Büdesheim in die Französische Republik eingegliedert. Büdesheim wurde für 17 Jahre eine Mairie (Bürgermeisterei) im Departement Donnersberg, alsdann 1814 Büdesheim wieder Deutsch wurde. 1816 im Wiener Kongress wurde die Neuverteilung der französischen Gebiete endgültig geregelt und Büdesheim gehörte fortan zum Großherzogtum Hessen. Über 100 Jahre war Büdesheim nun eine selbstständige Landgemeinde, ehe es am 1. April 1929 in die Kreisstadt Bingen eingemeindet wurde.[2]

Kultur und Sehenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Pfarrkirche St. Aureus und St. Justina
Altes Rathaus
  • Evangelische Kirche
  • Katholische Kirche St.Aureus und Justina
  • Rathaus von Büdesheim
  • Geburtshaus von Stefan George
  • "Haus der 100 Fenster"
  • Büdesheimer Weinlagen: Bubenstück, Osterberg, Scharlachberg, Schelmenstück, Schwarzenberg, Schlossberg Schwätzerchen
  • Weinlehrpfad
  • Büdesheimer Nachtumzug

Eine vollständige Liste der Kulturdenkmäler in Büdesheim kann in der Liste der Kulturdenkmäler in Bingen am Rhein gefunden werden.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Stadtteil Büdesheim gibt es eine Grundschule, die Rochusrealschule + mit Fachoberschule, die Realschule am Scharlachberg und die Förderschule Rhein-Nahe-Schule Bingen. Auch der Neubau der TH Bingen ist hier angesiedelt.

Söhne und Töchter von Büdesheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hassia Bingen
  • Büdesheim aktiv
  • Evangelische Singgemeinschaft der Christuskirchengemeinde
  • Freiwillige Feuerwehr Bingen-Büdesheim
  • Förderverein Soziale Arbeit
  • Heimatfreunde "Die Byrtze"
  • Katholische Kirchenmusik
  • Kerbeclub Büdesheim
  • Kirchenchor "Cäcilia"
  • Kolpingsfamilie
  • Leichtathletik Club Bingen (LC Bingen)
  • Rheinlandseiche Büdesheim
  • Schutz- und Gebrauchshunde Sportverein
  • SV Rotamint
  • TUS 1861 e.V. Bingen-Büdesheim
  • DJK Grün-Weiß Bingen-Büdesheim 1927 e.V.
  • Verein der Sportfischer 1964
  • Woschtsupp

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Büdesheim liegt verkehrsgünstig am Autobahndreieck Nahetal das die Bundesautobahn 60, von Mainz kommend, mit der Bundesautobahn 61 verbindet, welche nach Ludwigshafen und Koblenz verläuft. Außerdem verlaufen die Bundesstraße 9, sowie die L 417, die nach Sponsheim führt, durch Büdesheim. Der Nahe-Radweg führt entlang dem Fluss Nahe durch Büdesheim und verbindet Bingen mit Dietersheim. Beschilderte Fahrradwege verbinden Büdesheim außerdem mit Ockenheim, Dromersheim, Kempten und Münster-Sarmsheim. Büdesheim liegt genau mittig zwischen den beiden Flughäfen Frankfurt am Main (FRA) und Frankfurt-Hahn (HHN) zu denen Büdesheim jeweils 57 km entfernt ist. Die nächsten Bahnhöfe sind Bingen am Rhein Hauptbahnhof in Bingerbrück, Bingen am Rhein Stadt in Bingen, Ockenheim und Münster-Sarmsheim. Der Bahnhof Büdesheim-Dromersheim, an der Brücke der Dromersheimer Chaussee (L414) über die Bahnstrecke, war Haltestelle auf der Bahnstrecke Worms–Bingen Stadt und ist nicht mehr in Betrieb.

Von der AG Binger Nebenbahnen wurde Büdesheim vom 25. Februar 1906 bis zum 22. Oktober 1955 durch eine Straßenbahn mit Bingen verbunden. Ab dem 2. November 1907 wurde die Strecke nach Dietersheim erweitert. Der Straßenbahnbetrieb wurde 1955 eingestellt und durch ein Busliniennetz ersetzt. Heute ist Büdesheim mit mehreren Buslinien des Rhein-Nahe Nahverkehrsverbund (RNN), betrieben von den Binger Stadtwerken, an die umliegenden Ortschaften angebunden und bildet an der Haltestelle "Büdesheim Löwenentertainment" einen zentralen Umsteigepunkt für den Busverkehr.

Nachbargemeinden und -ortschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Büdesheim (Bingen am Rhein) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stukturdaten — Bingen am Rhein. Abgerufen am 27. November 2017.
  2. Der große Brockhaus in 20 Bänden. Leipzig 1935. Seite 150 books.google