Flughafen Frankfurt-Hahn

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Flughafen Frankfurt-Hahn
Flughafen Frankfurt-Hahn logo.svg
Terminal2 hahn airport.jpg
Kenndaten
ICAO-Code EDFH
IATA-Code HHN
Koordinaten
49° 56′ 55″ N, 7° 15′ 50″ OKoordinaten: 49° 56′ 55″ N, 7° 15′ 50″ O
503 m ü. MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 124 km westlich von Frankfurt am Main,
10,2 km westlich von Kirchberg (Hunsrück)
Straße B50 B327 (Hunsrückhöhenstraße)
Nahverkehr zehn Fernbuslinien
Basisdaten
Eröffnung 1993
Betreiber Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH
Fläche 560 ha
Terminals 2
Passagiere 2.670.000 (2015)
Luftfracht 132.638 t (2014) [1]
Flug-
bewegungen
21.142 (2014) [1]
Beschäftigte 370 (2009)
Start- und Landebahn
03/21 3800 m × 45 m Asphalt

i1 i3


i7 i10 i12

i14
Ehemaliges Logo des Flughafens Frankfurt-Hahn (2006–2010)
Ehemaliges Logo des Flughafens Frankfurt-Hahn (2001)

Der Flughafen Frankfurt-Hahn (ICAO-Code: EDFH,[2] IATA-Code: HHN[3]) ist ein seit 1993 aus US-Militärverwendung konvertierter ziviler Flughafen in Rheinland-Pfalz. Der sechstgrößte Frachtflughafen Deutschlands ist rund 125 Straßenkilometer von Frankfurt am Main entfernt. Im Passagierverkehr wird er, neben Wizz Air und Sun Express, hauptsächlich durch die irische Billigfluggesellschaft Ryanair bedient.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flughafen Frankfurt-Hahn befindet sich auf einer Höhe von 503 m (1649 ft) AMSL[2] auf einer Hochfläche des Hunsrück-Hauptkamms im Dreiländereck der Landkreise Bernkastel-Wittlich, Cochem-Zell und Rhein-Hunsrück zwischen Hahn, Lötzbeuren, Bärenbach, Lautzenhausen, Sohren und Büchenbeuren, überwiegend in der Gemarkung Lautzenhausen. Die nächstgelegenen Oberzentren sind Trier, Koblenz und Mainz. Der Flughafen liegt 124 km westlich von Frankfurt am Main zwischen den Bundesstraßen 50, 327 und 421.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die französische Besatzungsmacht begann 1951 mit dem Bau eines Militärflugplatzes im Hunsrück, der 1952 von der US-amerikanischen Luftwaffe übernommen wurde.

Zum Ende des Kalten Krieges waren auf der Hahn Air Base drei Fliegende Staffeln F-16 stationiert mit einem Personalbestand und Familienangehörigen von insgesamt 13.000 Menschen. Nachdem diese Staffeln 1991 beim zweiten Golfkrieg im Irak eingesetzt worden waren, kehrten die Flugzeuge direkt in die USA zurück. Die US Air Force leitete die Aufgabe des Standortes ein und zog bis 1993 das verbliebene Personal und Gerät ab.[4]

Ein Infotag für Politik und Bevölkerung, mit Landung und Start einer Lufthansa-Maschine, fand am 13. September 1992 statt. Nach dem Ende der militärischen Nutzung übergaben die US-Streitkräfte die Airbase Hahn am 30. September 1993 der zivilen Verwaltung. Die Landesregierung Rheinland-Pfalz identifizierte den aufgelassenen Flugplatz als denjenigen, der am leichtesten zu einer zivilen Verwendung zu konvertieren war.[4] Im Rahmen der Konversion wurde ein internationaler Flughafen geplant, der den Flughafen Frankfurt am Main entlasten soll. Gegenüber diesem und auch anderen Flughäfen besitzt Frankfurt-Hahn eine Nachtfluggenehmigung und ist relativ leicht erweiterbar. Der erste zivile Flug vom Flughafen Frankfurt-Hahn, ein Charterflug nach Mallorca, fand am 22. Mai 1993 statt. Am 24. August 1996 landete erstmals eine Concorde der Air France auf dem Flughafen. Mit FTI Touristik begannen ab November 1998 auch Charter-Flüge der Britannia Airways zum Flughafen Puerto Plata in der Dominikanischen Republik. Der Touristikkonzern TUI weitete ab Mai 1998 seine Charter-Flüge mit Air Europa nach Mallorca aus. Seit dem 7. April 1999 fliegt auch die Fluggesellschaft Ryanair von Frankfurt-Hahn aus.

Namensgeschichte des Flughafens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bezeichnung „Hahn“ stammt aus US-amerikanischer Zeit. Üblicherweise tragen Flughäfen den Namen des Ortes, auf dessen Fläche sie gebaut sind. Im Fall des Flughafens Frankfurt-Hahn wäre dies die Ortsgemeinde Lautzenhausen. Nach ersten Planungen sollte der Militärflugplatz leicht versetzt vom späteren Standort bei Hahn und nicht bei Lautzenhausen gebaut werden. Obwohl die Entwürfe geändert wurden, blieb es bei der ersten Bezeichnung „Hahn“. Dabei wurde auch berücksichtigt, dass international Schwierigkeiten wahrscheinlich wären, die Namen der benachbarten Gemeinden „Lautzenhausen“ und „Büchenbeuren“ auszusprechen, weshalb aus praktischen Gründen die Entscheidung für den Ort „Hahn“ fiel.

In der ersten Zeit der Zivilnutzung wurde der Flughafen als Rhein-Mosel-Flughafen bekannt. Nach gerichtlichen Entscheidungen, vor allem zwischen Lufthansa und Ryanair, darf der Flughafen offiziell und werbewirksam Frankfurt-Hahn genannt werden, obwohl die Metropole Frankfurt am Main, auf die sich der Name bezieht, etwa 120 Autokilometer entfernt in einem anderen Bundesland liegt.

Ausbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Verlängerung der Start- und Landebahn von 3040 m auf 3800 m nach Westen ist bereits fertiggestellt, um für Langstrecken-Frachtflugzeuge geeignet zu sein. Deshalb sollte ursprünglich auch die Hunsrückhöhenstraße entsprechend verlegt werden. Gegen den Ausbau des Flughafens wurde von Naturschutzbund und BUND geklagt, da die geschützte Mopsfledermaus im Rodungsgebiet gefunden wurde. Die Klage des Naturschutzbundes wurde mittlerweile zurückgezogen, nachdem sich die Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH bereit erklärte, zusätzliche Naturschutzmaßnahmen im Rahmen des Ausbaus vorzunehmen. Diesen Naturschutzmaßnahmen fiel somit der geplante Lückenschluss der B 327 zum Opfer, so dass nunmehr eine Streckenführung über eine noch zu erstellende Umgehung von Bärenbach angedacht ist.

Am 26. Januar 2006 entschied das Oberlandesgericht Koblenz in einem Eilantrag, dass die bisher verlängerte Landebahn Richtung Nordosten auf einer Länge von 3500 m benutzt werden darf, unter der Voraussetzung, dass keine weiteren Rodungen notwendig sind.

Inzwischen wurde der Streit zwischen Flughafen und BUND außergerichtlich beigelegt. Die Betreibergesellschaft verzichtet auf einige Rodungen, die Start- und Landebahn kann seit 2006 (nach Abschluss der restlichen Rodungen sowie Überprüfung durch die Flugsicherung) genutzt werden.

Eine neue 440 Meter lange Cargo-Zufahrtsstraße wurde am 15. Januar 2007 eröffnet; von ihr aus verbinden insgesamt drei Stichstraßen mit einer Länge von 265 Metern die Frachthallen mit dem Vorfeld.

Ähnlich der „Airport Development Fee“ des irischen Flughafens Knock[5] wollte die Betreibergesellschaft 2009 zur Finanzierung der Ausbauten eine Gebühr in Höhe von 3 € direkt von jedem Passagier erheben (den sogenannten Hahn-Taler), scheiterte jedoch am Widerstand der Fluggesellschaft Ryanair.[6]

Betreiber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Betreibergesellschaft ist die Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH (FFHG), an der seit dem 3. Februar 2009 (rückwirkend zum 1. Januar 2009) das Land Rheinland-Pfalz zu 82,5 % und das Land Hessen zu 17,5 % beteiligt sind, nachdem Rheinland-Pfalz den 65-prozentigen Anteil der Fraport AG zum symbolischen Preis von einem Euro übernommen hat.[7]

Verkauf 2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angesichts von 132,8 Millionen Euro Schuldenlast (2014) leitete Rheinland-Pfalz eine Entschuldung ein und suchte nach einem neuen Betreiber.[8] Als Käufer gab das Land am 6. Juni 2016 das chinesische Unternehmen Shanghai Yiqian Trading (SYT) bekannt, das einen Kaufpreis im niedrigen zweistelligen Millionenbereich zahle.[9] Bei einer Pressekonferenz wurde auch die Shanghai Guo Qing Investment Company genannt. Dabei handle es sich um einen großen Baukonzern und den Investor hinter der SYT. Die genannten Unternehmen seien von der Unternehmensberatung KPMG geprüft. Laut dem vorgelegten Businessplan wollte der Käufer eine zweite Start- und Landebahn, ein Altenheim und ein Luxushotel auf dem Gelände bauen und die Hunsrückbahn wieder in Betrieb nehmen.[10] Die Gültigkeit des Verkaufs sei von mehreren Bedingungen, unter anderem von der Zustimmung des rheinland-pfälzischen Landtages, abhänging. Der SWR fand jedoch heraus, dass die Unternehmen unbekannt seien. Am 29. Juni 2016 veröffentliche der SWR einen Bericht des Chinakorrespondenten Sebastian Hesse, wonach sich an der angeblichen Adresse der Shanghai Guo Qing Investment Company ein Reifenhandel befindet, bei dem schon häufig geprellte Anleger nach dem angeblichen Baukonzern gesucht haben.[11] Einige Stunden später verkündete der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz auf einer Pressekonferenz, der Verkauf sei gestoppt, da die SYT mit einer Teilzahlung in Verzug sei.[12][13][14] In der Folge reiste der Staatssekretär im Innenministerium, Randolf Stich, nach China um sich vor Ort über den Käufer zu informieren.[15] Seine Erkenntnisse führten dazu, dass die Landesregierung ankündigte den Verkauf ans SYT endgültig zu stoppen.[16] Dabei tauchte auch der Verdacht auf, dass gefälschte Unterlagen bei der Ausschreibung vorgelegt wurden. [17]

Die rheinland-pfälzische CDU-Fraktion stellte gegen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) einen Misstrauensantrag. Dreyer sprach im Zusammenhang mit dem Verkauf von einem „schlimmen Fehler“, verwahrte sich aber gegen den Vorwurf der Wählertäuschung. Im Anschluss beschloss der Landtag ein Gutachten zum gescheiterten Hahn-Verkauf. Untersucht werden soll, ob beim geplanten Verkauf an die SYT die vom Rechnungshof genannten Kriterien beachtet wurden, die für die Auswahl von Geschäftspartnern und den Umgang mit ihnen gelten.

KPMG erhielt bis Mitte 2016 etwa 6,25 Millionen Euro für seine Tätigkeiten.[18]

Wirtschaftlichkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Eigenkapital der Flughafengesellschaft (FG) betrug im August 2012 44 Millionen Euro, die Verbindlichkeiten 138 Millionen.[19]

Laut einem internen Bericht einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft von 2012 drohte der FG Ende März 2013 die Insolvenz.[20] Die Geschäftsführung widersprach dieser Darstellung.[21] Ende März 2013 wurde ein 13-Millionen-Euro-Kredit fällig. Im Februar 2013 beschloss die Landesregierung von Rheinland-Pfalz, bis 2017 weitere 120 Millionen Euro für die FG bereitzustellen, um deren Zahlungsfähigkeit zu sichern.[22] Durch die Bereitstellung des Geldes mittels Nachtragshaushalt wendete das Land Rheinland-Pfalz eine Insolvenz der FG ab.[23]

Pläne, die Flughafen-Infrastruktur für 85 Millionen Euro an den Landesbetrieb Mobilität zu verkaufen und anschließend zurückzuleasen, wurden 2013 von der EU untersagt.[22] Um einen Investor für den Flughafen zu finden, plante das Land Rheinland-Pfalz 2013, den Unterhalt von Straßen, Kanalisation und Gebäuden auf dem Flughafengelände in den Landeshaushalt zu überführen.[24]

Im November 2013 prognostizierte die Geschäftsführung der FG bis 2017 einen jährlichen Verlust von 10 Millionen Euro, das Geschäftsmodell sei „nicht zukunftsfähig“.[24]

Im Jahr 2014 betrug der Verlust 45,2 Millionen Euro.[25]

Seit März 2015 versucht die rheinland-pfälzische Landesregierung, die FG zu verkaufen.[26] Die FG gab 2012 an, der Flughafen generiere ein jährliches Steueraufkommen von 96 Millionen Euro.[21]

Beschäftigungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH und die umliegenden Unternehmen sind bedeutende Arbeitgeber der strukturschwachen Hunsrückregion.

Die Flughafenbetreibergesellschaft prognostizierte (in einer früheren Selbsteinschätzung) bis 2012 insgesamt 10.000 neue Arbeitsplätze. Tatsächlich waren es 2006 etwa 2.900 und 2007 bis 2012 etwas über 3.000. 2013 waren es etwa 2.800 und 2014 etwa 2.500.[27]

Militär[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Boeing E-3 „AWACS“ bei Touch-and-Go-Übungen in der winterlichen Abenddämmerung

Personen- und Frachttransporte für die United States Army werden von Delta Airlines, Polet Air, FedEx, Polar Air Cargo, Atlas Air und Volga-Dnepr Airlines durchgeführt.

Für das Jahr 2008 weist die Statistik der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen ca. 27.000 Transitpassagiere (= zwischengelandete Soldaten) aus. Für den gleichen Zeitraum weist die Statistik insgesamt 55.457 t Transitfracht (= zwischengelandete Militärfracht auf dem Weg in den Irak oder nach Afghanistan) aus.

Die Bundeswehr versandte bis 2006 mehrmals wöchentlich Fracht aus dem Materialdepot Mechernich nach Afghanistan. Hierzu wurden Iljuschin Il-76 verschiedener Gesellschaften gechartert. Seit 2007 finden diese Flüge vom Flughafen Neubrandenburg aus statt.

Polizei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landespolizeischule Rheinland-Pfalz hat Gebäude und Gelände der früheren Flughafen Family Housing der United States Air Force übernommen und ist seit 1996 hier beheimatet.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftseite[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flughafen verfügt über eine von Südwesten (21) nach Nordosten (03) verlaufende Start- und Landebahn. Sie besteht aus Beton mit einer Asphalt-Schicht und hat eine Länge von 3800 m. Sie ist mit einer Anflug- und Landebahnbefeuerung und einem PAPI-System ausgerüstet. In Landerichtung 03 steht ein Allwetterflugbetriebstufe CAT I Anflugverfahren, in Hauptanflugrichtung 21 ein Allwetterflugbetriebsstufe CAT IIIb Anflugverfahren zur Verfügung. Als Navigationshilfen dienen ein ungerichtetes Funkfeuer sowie ein Entfernungsmessgerät (DME).[2]

Landseite[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Außenaufnahme des Terminal 1 im Januar 2007
Innenaufnahme des Terminal 1 im Januar 2007

Östlich der Start- und Landebahn befinden sich die Gebäude zur Abwicklung des Passagier- und Frachtverkehrs.

Das Passagierterminal, das nicht über Fluggastbrücken verfügt, liegt direkt nördlich des Towers.[28] Das dazugehörige Vorfeld kann Flugzeuge bis zur Größe einer Boeing 737-900 oder eines Airbus A320-200 aufnehmen.[29]

Um das Passagierterminal zu entlasten[30] wurde für die Allgemeine Luftfahrt südlich des Towers[28] ein separates General Aviation Terminal (GAT) eingerichtet.

Nördlich des Passagierterminals befinden sich vier Hallen für die Abfertigung der Luftfracht, die für Flugzeuge wie die Antonow An-124, Boeing 747-8 oder Airbus A 380-800 ausgelegt sind.[28][29] Zur besseren Zugänglichkeit der Frachtgebäude für LKW wurde eine neue Zugangsstraße errichtet, die östlich um den gesamten Passagierbereich samt Parkplätzen herumführt.[31]

Im weiteren Verlauf des nordöstlichen Bereiches des Flughafens befinden sich zwei Großhallen der Flugzeugwartungsfirma HAITEC, eines unabhängigen Wartungs- und Reparaturbetriebs (MRO).[32]

Im südlichen Bereich des Flughafens betreibt die Tanklager-Gesellschaft Frankfurt-Hahn, eine gemeinsame Tochtergesellschaft von Shell Deutschland und BP Europa, ein Tanklager für den Flugzeugtreibstoff JET A-1. Die Kapazität beträgt seit August 2010 2100 Kubikmeter,[33] die Anlieferung erfolgt über die Straße. Eine Anbindung an die vom Bahnhof Büchenbeuren zum Flughafen führende Stichstrecke der Hunsrückquerbahn, die rund zweihundert Meter östlich des Lagers verläuft, wäre nach deren Reaktivierung möglich. Da etwa drei Kilometer südwestlich eine auch für zivile Zwecke genutzte Nato-Pipeline verläuft, könnte diese bei steigendem Bedarf an Kerosin ebenfalls zur Andienung verwendet werden. Eine aus Zeiten der militärischen Nutzung des Flughafens noch vorhandene, aber nicht genutzte Zweigleitung von der Pipeline zum Lager entspricht allerdings nicht mehr dem Stand der Technik und müsste durch einen Neubau ersetzt werden.[34]

Flugbetrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flughafen ist für Flüge nach Instrumenten- und Sichtflugregeln zugelassen und 24 Stunden geöffnet. Zwischen 21:00 Uhr und 05:00 Uhr ist der Flugverkehr nur für Flugzeuge mit Lärmzulassung oder für Sonderfälle beschränkt. Flüge zu Ausbildungs- und Übungszwecken unterliegen in der Nacht, zur Mittagszeit sowie an Sonn- und Feiertagen weiteren Beschränkungen.[2]

Passagierzahlen 1997–2015[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Passagiere Flugbewegungen
1997 19.026 7.440
1998 32.040 10.064
1999 140.706 19.632
2000 380.281 23.332
2001 438.486 22.912
2002 1.451.530 25.564
2003 2.407.911 31.092
2004 2.744.550 31.484
2005 3.001.898 37.283
2006 3.525.359 39.610
2007 3.955.661 40.980
2008 3.909.862 40.586
2009 3.743.281 38.970
2010 3.463.571 37.081
2011 2.894.109 32.923
2012 2.791.195 30.015
2013 2.667.529 25.065
2014 2.447.140 19.103
2015 2.665.255 21.652
Zwei Boeing 737-800 von Ryanair auf dem Vorfeld von Frankfurt-Hahn
Ankunft in Frankfurt-Hahn

Luftfracht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Antonow An-225 auf dem Flughafen Frankfurt-Hahn

Hahn ist der sechstgrößte Frachtflughafen Deutschlands (hinter Frankfurt am Main, Leipzig/Halle, Köln/Bonn, München und dem Flughafen Düsseldorf). Frachtflüge starten aus Asien und Europa.

2006 wurden zwei neue Frachthallen fertig gestellt. 2009 brach infolge der weltweiten Wirtschaftskrise die Luftfracht am Flughafen Frankfurt-Hahn stark ein. Qantas Airfreight stellte seine Flüge nach/von Hahn ein. Am 21. September 2009 stellte Emirates die Flüge nach/von Hahn ein.[35] In der Zeit von Januar bis März 2009 wurden nur 18.344 Tonnen Luftfracht umgeschlagen; im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es noch 29.508 Tonnen. Auf Grund des Nachtflugbetriebes in Hahn und dem Nachtflugverbot in Frankfurt wurde 2009 durch die Landesregierungen der Länder Rheinland-Pfalz und Hessen Hahn als Ausweichflughafen ins Gespräch gebracht.[36] Einige Fluggesellschaften (u. a. Lufthansa Cargo) weigerten sich 2009, ihre Nachtflüge über Hahn zu leiten, weil die Kapazitäten in Hahn nicht ausreichend seien und es ein zu großer logistischer Aufwand sei, da „die meiste Fracht mit Passagiermaschinen transportiert wird“.[37]

Am 25. Februar 2009 landete die erste Maschine der am Flughafen beheimateten und seit 2013 nicht mehr existierenden Frachtfluggesellschaft Air Cargo Germany. Am 11. August 2009 wurde das schwerste Frachtstück (189,89 Tonnen inkl. Verladegestell) der Luftfrachtgeschichte verladen, ein für Armenien bestimmter Gasgenerator. Die Fracht wurde mit einer Antonow 225 transportiert.[38]

Air France unterhält am Flughafen Hahn eine Niederlassung, fliegt ihn aber nicht an. Die Niederlassung verteilt die Import-Sendungen aus Paris (CDG) kommend auf die übrigen Niederlassungen in Deutschland und bereitet die Exportsendungen für die Flüge vor, die wiederum per LKW nach Paris gefahren und von dort ausgeflogen werden.

Im ersten Halbjahr 2012 wurden 103.690 Tonnen Fracht transportiert, ein Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 27 Prozent.[19] Mit der Insolvenz der Air Cargo Germany (ACG) im Juli 2013 verlor der Flughafen einen wichtigen Kunden für die Luftfracht.

Am 2. Oktober 2013 kündige Qatar Airways an, ab 27. Oktober 2013 keine planmäßigen Frachtflüge mehr nach Hahn durchzuführen.[39] Bereits im Juli 2013 gab auch die Frachtsparte von Aeroflot die Bedienung von Hahn auf.[40] Aeroflot bediente den Flughafen zeitweise mehrmals täglich. Das russische Unternehmen hatte vier Frachtmaschinen vom Typ MD-11F fest stationiert.

Die japanische Frachtfluggesellschaft Nippon Cargo Airlines (NCA) fliegt (Stand 2014) den Flughafen seit 2012 viermal pro Woche an. Die Flotte besteht (April 2015) aus fünf Boeing 747-400F und acht Boeing 747-8F. Damit die größere 747-8F auf dem Hahn landen kann, wurde 2013 eine Erweiterung der Start- und Landebahn fertiggestellt, die sogenannte RESA-Fläche (Runway End Safety Area). Die Airline bietet seit November 2014 auch Tiertransporte an (Live Animal Service).[41]

Der chinesische Flughafen Zhengzhou hat am 9. Mai 2014 ein Kooperationsabkommen mit dem Namen World Cargo Airports Alliance mit dem Flughafen Frankfurt-Hahn unterzeichnet: „Die vereinbarte Kooperation diene dazu, Fracht aus China über den Flughafen Frankfurt-Hahn in Europa zu verteilen. Weitere Flughäfen in Russland und den USA würden in Kürze folgen.“[42][43][44][45] Diese Zusammenarbeit endete jedoch schon drei Monate später, da, so die erste Erklärung, die Air-China-Piloten nicht über die notwendigen Lizenzen für Schlechtwetteranflüge der CAT IIIb verfügen würden. Nach Weihnachten 2014 wurde bekannt, dass es keine weitere Flüge von Air China Cargo mehr geben wird.[46][47]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mercedes-Benz-Bus Travego am Mainzer Hauptbahnhof als Airport Shuttle zum Flughafen Frankfurt Hahn

Hauptverbindungsweg für den Flughafen Frankfurt-Hahn in Richtung Osten (Frankfurt am Main, Köln, Mainz, u. a.) ist die Bundesstraße 50, die auf einer Neubaustrecke in Richtung A 61 bei Rheinböllen vierspurig ausgebaut wurde. Nach Westen (Trier, Saarland, Luxemburg, A1, A60 u. a.) ist die Bundesstraße 327 zum Teil dreispurig ausgebaut. Ebenso ist eine Verlängerung der Bundesstraße 50 in Richtung Eifel und Belgien über eine neue Moselbrücke projektiert (siehe Hochmoselübergang).

Bus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehrere Busunternehmen bieten einen Airport-Shuttle von und zum Flughafen an. Die Fahrtzeiten betragen (vom Flughafen Hahn aus):[48]

  • Frankfurt am Main: ca. 1 h 35 min (über Frankfurt International Airport, Terminal 2)
  • Mainz: ca. 1 Stunde (über die nahe Kreisstadt Simmern)
  • Luxemburg (über Trier): ca. 1 h 50 min (ca. 1 h bis Trier)
  • Saarlouis (über Saarbrücken): ca. 1 h 30 min
  • eine über viele Jahre hinweg betriebene Buslinie, die mehrmals am Tag den Flughafen mit der Metropole Köln (und auch kurzzeitig Düsseldorf) verband, wurde am 14. Dezember 2014 wegen Unwirtschaftlichkeit[49] eingestellt.

Bahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flughafen ist nicht per Bahn zu erreichen. Es gab Pläne, die stillgelegte Hunsrückquerbahn bis 2018Vorlage:Zukunft/In 2 Jahren von Langenlonsheim bis zum Flughafen zu reaktivieren. Die Bahn müsste mit Fernbuslinien konkurrieren.[50]

Der BUND Hessen kritisierte 2003 die Idee einer Transrapidverbindung zwischen den Flughäfen Frankfurt und Hahn als „völlig unsinnige Subvention der Luftfahrt“. Deren Kosten wurden im Jahr 2002 auf 2,5 bis 3 Milliarden Euro geschätzt.[51] Die Überlegungen kamen „niemals über das Stadium einer engagierten Idee hinaus“.[52]

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine „schwere Störung“ ereignete sich am 16. Oktober 2006: Ein Tornado der Luftwaffe kam einer Ryanair-Passagiermaschine im Kurven-Steigflug hinter der Maschine so nahe, dass das Kollisionswarngerät der Boeing auslöste. Durch die Anweisung des Geräts wurde der Anflug abgebrochen und neu angeflogen. Beide Flugzeuge landeten sicher; die Passagiermaschine auf dem Flughafen Frankfurt-Hahn, der Tornado im nordrhein-westfälischen Nörvenich im Kreis Düren.[53] Das Ereignis löste eine Diskussion über die Sicherheit im Luftraum aus.[54] Die Ermittlungen wurden eingestellt, da der nach militärischen und zivilen Vorschriften vorgegebene Mindestabstand nicht unterschritten wurde. Der Militärpilot gab an, er habe Auffälligkeiten beim Landeanflug bemerkt und daher die Passagiermaschine, wie in solchen Fällen üblich, in Augenschein genommen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Verkehrszahlen Frankfurt-Hahn, abgerufen am 30. April 2015
  2. a b c d Deutsche Flugsicherung: Luftfahrthandbuch Deutschland, AD 2 EDFH, Seite 1–1 bis 1–8, Stand 10. März 2011
  3. Datenbankabfrage auf der offiziellen IATA-Website, durchgeführt am 11. April 2015
  4. a b BICC report 4: Restructuring the US Military Bases in Germany: Scope, Impacts, and Opportunities. Keith B. Cunningham and Andreas Klemmer, 1995, Seite 66.
  5. Internetseite des Flughafens Knock abgerufen am 13. Januar 2009
  6. Ryanair spart – den Hahn-Taler. FR-Online.de, abgerufen am 20. März 2010.
  7. Flughafen für 1 Euro gekauft. taz.de, abgerufen am 7. August 2009.
  8. Rheinland-Pfalz will den Flughafen Frankfurt-Hahn verkaufen, Deutschlandfunk-Länderzeit vom 4. Februar 2015, abgerufen 6. Februar 2015
  9. https://www.rlp.de/de/aktuelles/einzelansicht/news/detail/News/kaufvertrag-unterzeichnet/
  10. Geniale Vision oder größenwahnsinnige Utopie?: Der Businessplan des Hahn-Investors SYT | Rheinland-Pfalz | Nachrichten. Abgerufen am 7. Juli 2016 (de-de).
  11. Der Retter aus China - verzweifelt gesucht. Tagesschau.de, 29. Juni 2016, abgerufen am 29. Juni 2016.
  12. Lewentz über Verhandlungen mit Hahn-Käufer: Landesregierung prüft rechtliche Schritte (Statement in voller Länge) | Rheinland-Pfalz | Nachrichten. In: swr.online. Abgerufen am 30. Juni 2016 (de-de).
  13. Verkauf des Airport Frankfurt-Hahn droht zu platzen. airliners.de, 29. Juni 2016, abgerufen am 29. Juni 2016.
  14. Hat der einst stolze Hahn bald ausgekräht? volksfreund.de, 29. Juni 2016, abgerufen am 30. Juni 2016.
  15. Verkauf des Flughafens Hahn: Nun zweifelt auch Dreyer an SYT | Rheinland-Pfalz | Nachrichten. Abgerufen am 7. Juli 2016 (de-de).
  16. Nach Gesprächen in Shanghai über Flughafen-Deal: Hahn-Verkauf an SYT vor dem Aus | Rheinland-Pfalz | Nachrichten. Abgerufen am 7. Juli 2016 (de-de).
  17. Mainzer Landtag berät über Flughafen Hahn - Alarmglocken verhallten ungehört. Abgerufen am 7. Juli 2016 (de-de).
  18. FAZ.net 19. Juli 2016: Nur KPMG macht mit dem Hahn ein gutes Geschäft
  19. a b Jens Koenen: Flughafen Hahn in Geldnot. In: Handelsblatt, Nr. 163, 23. August 2012, S. 5 (ähnliche Fassung online).
  20. Beck, der Bruchpilot. In: Spiegel online, 29. August 2012.
  21. a b Flughafen Hahn will Riebel verklagen. In: Frankfurter Rundschau, 1. September 2012, S. R9.
  22. a b Thomas Holl: Rettung auf Kommissionsbasis, faz.net, 28. Februar 2013, abgerufen am 21. März 2013.
  23. Silke Bigalke: Wer wird denn gleich in die Luft gehen? In: Süddeutsche Zeitung. 3. April 2013, ISSN 0174-4917, S. 6 (ähnliche Version online).
  24. a b Rüdiger Kiani-Kreß: Hoffnungslos am Hunsrück. Wirtschaftswoche. 11. November 2013. Abgerufen am 17. November 2013.
  25. Timo Frasch: Havarie im Hunsrück? Der Flughafen Hahn, der sich nach dem weit entfernten Frankfurt nennen darf, ist chronisch defizitär. Die Landesregierung will ihn verkaufen, aber das wird wohl schwierig. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 8. Juli 2015, S. 4 (faz.net).
  26. Susanne Höll: Hahn unter dem Hammer. Die rheinland-pfälzische Landesregierung sucht Käufer für den Hunsrück-Flughafen. In: Süddeutsche Zeitung vom 31. März 2015, S. 7.
  27. Entwicklung der Arbeitsplätze
  28. a b c Deutsche Flugsicherung: Luftfahrthandbuch Deutschland, AD 2 EDFH, Seite 2–5: Aerodrome Chart, Stand 28. Juli 2011
  29. a b Deutsche Flugsicherung: Luftfahrthandbuch Deutschland, AD 2 EDFH, Seite 2–7: Ground Movement Chart, Stand 5. Mai 2011
  30. GAT Terminal am Flughafen Frankfurt-Hahn. In: hahn-airport.de. Abgerufen am 23. November 2011.
  31. Frankfurt-Hahn Airport. Find your best practice cargo airport. In: hahn-airport.de. Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH, S. 24–29, abgerufen am 24. November 2011 (PDF; 2,4 MB, englisch, Werbebroschüre des Flughafens).
  32. https://www.hahn-airport.de/default.aspx?menu=flugzeugwartung&cc=de
  33. Leistungsstark und für die Zukunft gerüstet. Pressemitteilung des Flughafens vom 15. November 2010, abgerufen am 26. August 2012.
  34. Flughafen Hahn will Kerosin-Versorgung verbessern, Artikel bei airliners.de vom 31. Juli 2006, abgerufen am 26. August 2012.
  35. Emirates Skycargo verlässt Hahn Airport. airliners.de, abgerufen am 11. September 2009.
  36. Flughafen Hahn könnte Nachtflüge übernehmen. verkehrsrundschau.de, abgerufen am 21. August 2009.
  37. SPD: Frankfurter Nachtflugverbot durch Flughafenkooperation möglich. verkehrsrundschau.de, abgerufen am 22. September 2009.
  38. Luftfracht Weltrekord am Flughafen Frankfurt-Hahn. Flughafen Frankfurt Hahn, Pressemitteilung vom 12. August 2009, abgerufen am 1. September 2013.
  39. Hahn verliert auch Qatar Airways Cargo, verkehrsrundschau.de, 2. Oktober 2013
  40. Aeroflot verlässt Flughafen Hahn, verkehrsrundschau.de, 18. Juni 2013
  41. Cargo-Fluggesellschaft stellt auf modernere Flugzeuge um, Pressemitteilung zu Nippon Cargo Airlines vom 7. November 2014
  42. Hahn kooperiert mit Zhengzhou, Tageblatt (Luxemburg)
  43. Standort Findel könnte leer ausgehen, Tageblatt (Luxemburg)
  44. Vertrag unterzeichnet, Tageblatt (Luxemburg)
  45. Partner im chinesischen Zhengzhou. Hahn kooperiert mit China, n-tv.de
  46. Air China Cargo verlässt endgültig Flughafen Hahn
  47. Air China Cargo verlässt endgültig Flughafen Hahn, airliners.de, 5. Januar 2015
  48. Busanbindung laut offizieller Website
  49. Amtsblatt Kastellaun, Seite 1
  50. Anreise mit dem Bus, Website des Flughafens Frankfurt Hahn
  51. Transrapid Frankfurt-Hahn, Pressemitteilung vom 30. Juni 2003
  52. FAZ vom 8. April 2008: Transrapid zwischen Frankfurt und Hahn: Abgefahren
  53. Bericht der BFU vom Januar 2007. PDF, 22kB, abgerufen am 1. September 2013
  54. Flugplatz Hahn: Wie sicher ist der Luftraum?. In: Trierischer Volksfreund, 28. Oktober 2006.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Frankfurt-Hahn Airport – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien