BUWOG

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BUWOG Group
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Rechtsform AG
ISIN AT00BUWOG001
Sitz Wien, Hietzinger Kai 131
Leitung Daniel Riedl (CEO)
Herwig Teufelsdorfer (COO)
Mitarbeiter ca. 753, davon rund 369 in Österreich (Stand 2016) [1]
Umsatz 491,3 Mio. Euro, exkl. Betriebskostenvorauszahlungen (Stand 2015/2016) [2]
Branche Wohnungswirtschaft
Website www.buwog.com

Die BUWOG Group (BUWOG) ist ein börsennotiertes österreichisches Wohnungsunternehmen mit einem Portfolio von rund 51.000 Wohnungen in Österreich und Deutschland.[3] Als Komplettanbieter deckt die BUWOG Group die Geschäftsfelder Asset-Management, Property Development und Sales ab. Ende April 2014 wurde die BUWOG von der Immofinanz-Gruppe im Zuge eines Spin-offs abgespalten und notiert an den Börsen in Frankfurt, Wien und Warschau.[4] Im September 2014 wurde die BUWOG AG in den ATX aufgenommen [5], zwei Jahre später folgte bereits der Aufstieg in den ATX five. Die BUWOG zählt damit zu den fünf größten Börseunternehmen Österreichs.[6]

Als Bauträger zeichnet sie bislang für die Errichtung von mehr als 35.000 Wohnungen in Österreich verantwortlich. In Deutschland ist die BUWOG im Wohnungsneubau seit 2012 aktiv und realisiert derzeit mehrere Projekte in Berlin.[7]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die BUWOG wurde 1950/1951 von der Republik Österreich als Wohnungsgesellschaft für Bundesbedienstete geschaffen.

Im Jahr 2000 fasste das Bundesministerium für Finanzen den Entschluss zur Privatisierung der bundeseigenen Wohnungsgesellschaften. Nachdem zuerst versucht werden sollte, die Wohnungen den Mietern zum Kauf anzubieten, standen 2002 die Unternehmen BUWOG, ESG Villach, WAG Wohnungsanlagen GmbH, Wohnen und Bauen GmbH (WBG) und die EBS Wohnungsgesellschaft mbH Linz zum Verkauf.[8][9] Mit der Abwicklung des Verkaufs wurde Lehman Brothers beauftragt, unter anderen vom ehemaligen Aufsichtsratsvorsitzenden und Immobilienmakler Ernst Karl Plech.[10][11] Das Paket aus BUWOG, ESG Villach, WAG Wohnungsanlagen GmbH und EBS wurde schließlich um 961 Mio. € (WBG: 55 Mio. €) an ein sogenanntes österreichisches Bieterkonsortium, bestehend aus RLB OÖ, Wiener Städtische und Immofinanz verkauft. Das Konsortium teilte sich die Gesellschaften auf: Seit 2004 befanden sich die BUWOG sowie die ESG Villach im Besitz der Immofinanz. RLB OÖ und Wiener Städtische wurden Besitzer der WAG und der EBS, die WBG ging an die Eisenbahner-Genossenschaft BWS.[12]

BUWOG-Affäre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: BUWOG-Affäre

Die Vorgänge rund um den Verkauf der BUWOG und die daraus erwarteten Erlöse für den Staatshaushalt waren 2007 Teil einer Überprüfung des Rechnungshofes.[13] Darin wird die „mangelnde Vorbereitung der Veräußerung“ kritisiert. Ex-FPÖ-Politiker Walter Meischberger und der Lobbyist Peter Hochegger stehen in der Kritik, weil sie von Insiderinformationen ihres Freundes Karl-Heinz Grasser profitiert hätten und damit die bis dahin bestbietende CA Immo zugunsten der Immofinanz aus dem Bieterrennen drängen konnten.[14] Franz Fiedler, Beiratsvorsitzender von Transparency International Österreich, beschrieb die Rolle des ehemaligen Finanzministers Grasser im Verkauf der BUWOG als „an der Grenze des Legalen“.[15] Die Staatsanwaltschaft Wien hat mittlerweile mehrere Strafverfahren wegen Verdachts auf Untreue und Amtsmissbrauch eingeleitet.

Nebenschauplätze der Affäre waren bzw. sind ein Disput um den Gemeinnützigkeitsstatus der WBG mit dem Wiener Magistrat bzw. der Landesregierung, eine Klage der Arbeiterkammer gegen Vertragsklauseln in Verkaufsangeboten der BUWOG an die Mieter.[16] Gerichtsanhängige Vorgänge rund um den Umzug der Finanzlandesdirektion Oberösterreich in den Linzer Terminal Tower[17], die wegen einer gemeinsamen Aktenzahl oft ebenfalls dem Komplex „BUWOG-Affäre“ zugerechnet werden, stehen tatsächlich aber in keinem sachlichen Zusammenhang mit der BUWOG bzw. der BUWOG-Affäre.

Am 21. Juli 2016 gab die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft bekannt gegen Karl-Heinz Grasser, Walter Meischberger, Ernst Plech, Peter Hochegger und zwölf weitere Personen in den Causae BUWOG und Terminal Tower Anklage zu erheben. Der verursachte Gesamtschaden beläuft sich laut Anklage auf zehn Millionen Euro woraus sich ein Strafrahmen von bis zu zehn Jahren Haft ergibt.[18]

Unternehmen heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die BUWOG beschäftigt gesamt 753 Personen in Deutschland und Österreich.[19]

Im Geschäftsjahr 2009/2010 wurden aus dem Portfolio der Muttergesellschaft Immofinanz 2.253 Wohnungen und 42 Geschäftslokale in Berlin-Spandau und Berlin-Tempelhof angekauft.[20]

Die 2009 gegründete Hausverwaltung BUWOG Facility Management wurde im April 2014 an EHL Immobilien verkauft.[21]

Im Juni 2014 übernahm die BUWOG um 892 Mio. Euro ein Portfolio von rund 18.000 Wohnungen im Nordwesten Deutschlands mit Schwerpunkten in Lübeck, Kiel, im Hamburger Umland und Braunschweig und wurde damit zu einem der führenden Wohnungsanbieter auf dem deutschen Markt.[22] Das Unternehmen wurde am 28. April 2014 im Zuge eines Spin-offs von der Immofinanz abgespalten und notiert in Frankfurt, Wien und Warschau.[23]

Für Kunstprojekte an, in und um ihre Gebäude engagiert die BUWOG zahlreiche Künstler, darunter Barbara Holub, Paul Rajakovics, Matt Mullican, Gerwald Rockenschaub, Karl-Heinz Ströhle, Martin Strauß, Brigitte Kowanz, Sabine Bitter und Helmut Weber.[24]

Die BUWOG engagiert sich intensiv im Bereich des nachhaltigen Wohnbaus und ist Partner des vom Lebensministerium initiierten klima:aktiv Paktes 2020.[25]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kennzahlen laut BUWOG Geschäftsbericht 2015/2016, PDF (9,5 MB)
  2. Kennzahlen laut BUWOG Geschäftsbericht 2015/2016, PDF (9,5 MB)
  3. BUWOG Geschäftsbericht 2015/16, Seite 3 [1]
  4. Buwog-Aktie bei Börsendebüt im Plus. In: derStandard.at. 28. April 2014, abgerufen am 6. Dezember 2017.
  5. Buwog kommt neu in den ATX. In: derStandard.at. 2. September 2014, abgerufen am 6. Dezember 2017.
  6. http://www.finanzen.at/nachrichten/aktien/DO&CO-neu-im-ATX-ersetzt-AT&S-BUWOG-statt-Wienerberger-in-ATX-five-1001385926
  7. „www.buwog-meermann.de“
  8. „Wohnbaugesellschaften: Verkaufsberater gesucht“ in: Der Standard vom 17. Jänner 2002, abgerufen am 3. Februar 2010.
  9. „Bund startet Verkauf von Buwog & Co“ in: Der Standard vom 7. Juni 2002, abgerufen am 3. Februar 2010.
  10. „War nicht in Buwog-Vergabekommission“ in: Der Standard vom 29. Jänner 2010, abgerufen am 4. Februar 2010.
  11. „So lief der BUWOG-Deal“ (Memento vom 19. April 2012 im Internet Archive) in: WirtschaftsBlatt vom 6. Oktober 2009, abgerufen am 3. Februar 2010.
  12. „So lief der BUWOG-Deal“ (Memento vom 19. April 2012 im Internet Archive) in: WirtschaftsBlatt vom 6. Oktober 2009, abgerufen am 3. Februar 2010.
  13. Kurzbericht des Rechnungshofes vom 19. April 2007, PDF (101 KB)
  14. „BUWOG-Deal: Der Immobilienverkauf war eine Goldgrube für die Freunde von Grasser“ in: Format vom 18. September 2009, abgerufen am 4. Februar 2010.
  15. „Fiedler: Grasser ging an Grenze des Legalen“ in: Der Standard vom 29. Jänner 2010, abgerufen am 4. Februar 2010.
  16. Presseaussendung der AK Wien vom 8. Mai 2002: „AK: Erfolg auch in 2. Instanz im Rechtsstreit gegen Buwog“, abgerufen am 4. Februar 2010.
  17. „Zeitung: Neue Razzien in Causa Terminal Tower Linz“ orf.at vom 5. Oktober 2011, abgerufen am 8. Oktober 2011.
  18. Korruptionsvorwürfe: Anklage gegen Grasser, Meischberger und 14 weitere Personen in Causa Buwog und Linzer Terminal Tower. derStandard.at, 21. Juli 2016, abgerufen am 21. Juli 2016.
  19. BUWOG Geschäftsbericht 2015/2016, Seite 193
  20. BUWOG Geschäftsbericht 2013/2014, Seite 49
  21. Buwog verkauft Hausverwaltungstochter. In: derStandard.at. 29. April 2014, abgerufen am 6. Dezember 2017.
  22. http://immobilien.diepresse.com/home/investment/3830028/Buwog-schliesst-Erwerb-des-DGAG-Portfolios-ab
  23. Börsen-Debüt: Buwog-Aktie startet mit 13 Euro in Frankfurt. In: DiePresse.com. 28. April 2014, abgerufen am 14. Januar 2018.
  24. BUWOG Geschäftsbericht 2015/2016, Seite 197
  25. http://www.klimaaktiv.at/partner/pakt2020/paktpartner/buwog.html

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: BUWOG – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien