Bahnstrecke Köln–Frechen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Köln–Frechen
Streckennummer (DB):9604
Kursbuchstrecke (DB):251 d (1948)
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Stromsystem:(Abzw Lind–Frechen) 800 =
Zweigleisigkeit:Abzw Lind–Frechen
(Mischbetrieb mit Stadtbahn Köln)
Streckenende auf freier Strecke – Anfang
Hafen Niehl I
Bahnhof ohne Personenverkehr
0,0 Bft Köln-Niehl Hafen
   
Stadtbahn 16
Bahnhof ohne Personenverkehr
2,3 Bft Köln-Niehl
   
3,0 Industriestammgleis I+II (s. u.)
   
3,5 Industriestammgleis I (s. u.)
   
Stadtbahn 1215
   
~4,0 Awanst KVB-Hauptwerkstatt
BSicon .svgBSicon KRZu.svgBSicon ABZq+l.svg
5,5 Strecke Neuss–Köln
BSicon .svgBSicon ABZg+l.svgBSicon STRr.svg
   
6,7 Köln-Butzweiler
   
Stadtbahn 5
   
Stadtbahn 34
Bahnhof ohne Personenverkehr
9,7 Köln-Bickendorf
BSicon STR+l.svgBSicon ABZlr.svgBSicon STR+r.svg
BSicon ABZgl.svgBSicon STR+r.svgBSicon STR.svg
~10,0 Anst Max Becker
BSicon KRZu.svgBSicon KRZu.svgBSicon ABZql.svg
10,5 Strecke Aachen–Köln
BSicon STR.svgBSicon ENDEe.svgBSicon .svg
BSicon STRl.svgBSicon xABZq+rxl.svgBSicon exKDSTeq.svg
Bahnhof Melaten
   
11,4 Anst Coelner Benzin Raffinerie
   
Köln-Braunsfeld
   
11,9 Stadtbahn 1
   
12,8 Lind (Abzw) Stadtbahn 7
Haltepunkt, Haltestelle
13,9 Stüttgenhof
Haltepunkt, Haltestelle
15,3 Marsdorf
Bahnhof, Station
16,1 Haus Vorst
   
17,9 Grundig (Anst)
   
18,6 Gleisanschlüsse
BSicon uSTR+l.svgBSicon mABZgr.svgBSicon .svg
Stadtbahn 7
BSicon uSTR.svgBSicon DST.svgBSicon .svg
18,6 Frechen
BSicon uHST.svgBSicon STR.svgBSicon .svg
Frechen Bf
BSicon uBHF.svgBSicon STR.svgBSicon .svg
Frechen Kirche
BSicon uHST.svgBSicon STR.svgBSicon .svg
Frechen Rathaus
BSicon uBHF.svgBSicon STR.svgBSicon .svg
Mühlengasse
BSicon umKRZu.svgBSicon ABZgr.svgBSicon .svg
20,3 Frechen Quarzwerke (Anst)
BSicon uKBHFe.svgBSicon eBHF.svgBSicon .svg
Frechen-Benzelrath Stadtbahn 7
   
ehem. Bergheimer Kreisbahn nach Mödrath
   
20,6 Eigentümergrenze HGK / RWE Power
Strecke – geradeaus
zur Nord-Süd-Bahn
Industriestammgleis I
Streckenende auf freier Strecke – Anfang
Anst Infineum
   
1,4 Anst RMVA / Ford West
   
Anst Akzo Nobel / Anterist+Schneider
   
Verbindungskurve zur Stammstrecke
   
Industriestammgleis II (s. u.)
   
Stammstrecke (s. o.)
Bahnhof ohne Personenverkehr
0,0 Köln-Niehl
Strecke – geradeaus
Stammstrecke (s. o.)
Industriestammgleis II
BSicon .svgBSicon exENDEa.svg
5,7 Anst Ford-Ersatzteillager
BSicon .svgBSicon ENDExa.svg
heutiges Gleisende
BSicon .svgBSicon ABZgl.svg
Anst Heizkraftwerk Merkenich
BSicon ENDEa.svgBSicon STR.svg
2,5 Anst Wacker Chemie
BSicon STR.svgBSicon ABZg+l.svg
Anst Ford Ost
BSicon STR.svgBSicon ABZg+l.svg
Anst Huppertz
BSicon STR.svgBSicon ABZg+l.svg
Anst LMK Logistik
BSicon ABZg+r.svgBSicon STR.svg
Anst ABX Logistics
BSicon BS2l.svgBSicon BS2r.svg
   
Industriestammgleis I (s. o.)
   
Stammstrecke (s. o.)
Bahnhof ohne Personenverkehr
0,0 Köln-Niehl
Strecke – geradeaus
Stammstrecke (s. o.)

Quellen: [1][2]

Die Bahnstrecke Köln–Frechen führt vom Hafen in Köln-Niehl nach Frechen-Benzelrath westlich von Köln. Die ehemalige, auch Klüttenbahn genannte[3] Stammstrecke der Köln-Frechen-Benzelrather Eisenbahn (KFBE) wird heute von der Häfen und Güterverkehr Köln betrieben.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Köln-Frechen-Benzelrather Eisenbahn wurde 1893 von der Gemeinde Frechen gegründet. Hauptzweck war der Transport der Frechener Industrieerzeugnisse – vor allem Braunkohlenbriketts, Quarzsand und Tonröhren – zum Staatsbahnhof in Köln-Ehrenfeld. Um das zeitraubende Umladen zu ersparen, wurde ein großer Teil der Strecke, im Gegensatz zu vielen anderen Klein- und Nebenbahnen, als Dreischienengleis in Normalspur und Meterspur ausgeführt. Der Personenverkehr wurde schmalspurig, der Güterverkehr auf Normalspur abgewickelt.

Gebaut wurde die Strecke von dem Bauunternehmen Hermann Hager. 1894 erfolgte die Betriebsaufnahme. Die Betriebsführung übernahm die Lokalbahn Bau- und Betriebsgesellschaft Hiedemann & Co, die 1898 in der Continentalen Eisenbahn-Bau- und Betriebs-Gesellschaft aufging. 1896 nahm die Bergheimer Kreisbahn als Verlängerung der Bahnstrecke nach Benzelrath ihre Strecke über Mödrath nach Kerpen in Betrieb. Durchgehende Personenzüge gab es aber nicht, in Benzelrath musste umgestiegen werden.

Übernahme in Kölner Besitz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Güterverkehr entwickelte sich so stark, dass ein Ausbau der Gleisanlagen schon nach wenigen Jahren erforderlich wurde. Dazu aber fehlten der Gemeinde Frechen die finanziellen Mittel. So wurde die Bahn zum 1. Januar 1904 für 1.018.335 Mark an die Stadt Köln verkauft, welche den Ausbau in Angriff nahm. Die Stadt übernahm mit der Köln-Frechen-Benzelrather Eisenbahn auch die Betriebsführung.

Die Güterzugstrecke wurde zum Teil zweigleisig ausgebaut und eine Umgehungsstrecke für das Frechener Ortszentrum erbaut. Der Personenverkehr wurde 1914 von den dampfbetriebenen Schmalspurzügen auf elektrischen Betrieb umgestellt, der wie die Kölner Straßenbahn auf Normalspur verkehrte. Diese neue Personenzugstrecke wurde im Kölner Stadtgebiet auch teilweise neu trassiert.

Ausbau des Güternetzes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Güterzugstrecke der KFBE innerhalb Kölns verlängert. 1925 erreichte das Streckennetz den neuerbauten Rheinhafen in Köln-Niehl. Damit war die Brikettverladung auf Schiffe möglich geworden. In den folgenden Jahren wurden die Verschiebe- und Übergabebahnhöfe in Köln-Braunsfeld, Köln-Bickendorf und Köln-Niehl immer wieder ausgebaut, und immer mehr Industriebetriebe Kölns erhielten ein eigenes Anschlussgleis. Auch ein Anschluss zur Hauptwerkstätte der Kölner Straßenbahn in Köln-Weidenpesch wurde gebaut.

Mit der Ansiedlung der Fordwerke nördlich von Niehl wurde die Strecke als Industriestammgleis bis dahin verlängert. Auch das benachbarte Werk des Faserherstellers Glanzstoff wurde so an das Schienennetz angebunden.

Im Personenverkehr hingegen änderte sich lange Zeit nichts. Im Gegensatz zu den rechtsrheinischen Vorortbahnen war der Verkehr relativ gering. Zudem wurde die Strecke in Teilabschnitten als Eisenbahn und nicht als Straßenbahn betrieben. Dies erforderte besonders ausgebildete Fahrer und einige Zusatzeinrichtungen an den Wagen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Wiederaufbau wurden die 1950er Jahre durch zwei Entwicklungen gekennzeichnet: Auf der einen Seite nahm der Brikettverkehr stark ab, während andererseits im Norden Niehls weitere Industriebetriebe angesiedelt wurden. Somit verlagerte sich der verkehrliche Schwerpunkt immer mehr in den Abschnitt Bickendorf–Niehl. Die Transportleistungen im Güterverkehr gingen zusehends zurück, und zu Beginn der 1960er Jahre wurde der Güterverkehr defizitär.

Dem begegnete die Stadt Köln als Eigner der Bahn mit der zunehmenden Ausnutzung von Synergieeffekten und anderen Rationalisierungsmaßnahmen. Schon 1955 übernahmen die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) die KFBE als Unterabteilung. Ab 1953 kamen neue Triebwagen für den Personenzugverkehr, die weitgehend baugleich mit den Triebwagen der anderen Kölner Vorortbahnlinien waren. Im Güterverkehr wurden die Dampflokomotiven durch Diesellokomotiven ersetzt. Dabei achtete man auf Baugleichheit mit den gleichzeitig beschafften Lokomotiven der Köln-Bonner Eisenbahnen (KBE), deren Haupteigentümer ebenfalls die Stadt Köln war. Auch die Trennung von Hafenbahnen und KFBE wurde für den Hafen Niehl aufgehoben.

Ab 1968 wurde der Personenverkehr an Sonn- und Feiertagen für einige Zeit mit Bussen betrieben. 1969 wurde die bisherige Linie F (für Frechen) als letzte der Kölner Vorortbahnstrecken in das Straßenbahnsystem integriert. Es wird seitdem mit Straßenbahn- bzw. Stadtbahnwagen betrieben. Allerdings stellte die KFBE noch bis Anfang der 1980er Jahre das Fahrpersonal für die SL 20, was sich durch die eigene blaue Eisenbahneruniform mit Schirmmütze (das weibliche Fahrpersonal noch mit Barettschiffchen im Haar) von den KVB-Straßenbahnfahrern deutlich abhob.

Das Ende der KFBE[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Güterverkehr drängte die Stadt Köln auf eine zunehmende Zusammenarbeit mit den KBE und den städtischen Häfen. Für die Lokomotiven von KBE und KFBE findet die Wartung seit 1982 im Betriebswerk der KBE in Brühl-Vochem statt. Da die Streckennetze von KBE und KFBE nicht verbunden sind – eine 1952 geplante Verbindungsstrecke scheiterte an den zu hohen Kosten –, wird für anstehende Überführungsfahrten entweder regelmäßig das Streckennetz der DB Netz AG zwischen Brühl, Köln West und Köln-Ehrenfeld mit Anschluss an den Bahnhof Köln-Bickendorf, oder im Ausnahmefall mittels Sondergenehmigung die Nord-Süd-Bahn der RWE Power genutzt. 1992 schließlich fusionierten die Güterverkehrsabteilungen von KBE, KFBE sowie die Kölner Rheinhäfen zur Häfen und Güterverkehr Köln AG (HGK), einer Tochter der Stadtwerke Köln. Der Personenverkehr wurde vollständig in die Hände der KVB übergeben.

Heutige Situation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Modernisierte Stadtbahnhaltestelle Benzelrath
Stadtbahnlinie 2 an der Endhaltestelle Benzelrath (1986)
Stadtbahnlinie 2 in der Frechener Fußgängerzone (1986)

Vor allem im Personenverkehr wurde in den letzten Jahren viel investiert: Die Haltepunkte wurden grundlegend modernisiert, ein großes Park&Ride-Parkhaus wurde in Köln-Marsdorf errichtet. Die Streckenführung ist beginnend hinter der Haltestelle Frechen Kirche Richtung Benzelrath nun eingleisig mitten durch die Fußgängerzone, auf der so Gastronomie und Läden Außenflächen hinzugewinnen. Auch eine Verlängerung von Benzelrath aus nach Westen ist seit einiger Zeit im Gespräch, die Trasse stadtplanerisch bereits reserviert.[4]

Im Güterverkehr sind mittlerweile viele überflüssig gewordene Gleise, wie z. B. die Ladegleise im Bahnhof Frechen, abgebaut worden. Der Transport von Quarzsand, Ausgangsprodukten für die Automobilindustrie und Erzeugnissen dieser (insbesondere Autos) und Müll sowie von Braunkohleprodukten wie Briketts und Braunkohlenstaub (unter anderem für das Heizkraftwerk Merkenich) sind noch verblieben.

Streckenverlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stellwerk Bahnhof Frechen

Bahnhof Frechen:

Der Bahnhof Frechen besteht aus insgesamt 12 Gleisen. Die Gleise 1 und 2 führen am Güterbahnhof vorbei zur Haltestelle „Frechen Bahnhof“ der Kölner Verkehrs-Betriebe am Bahnübergang Clarenbachweg.

Die Gleise 4 bis 9 bilden eine Gleisharfe, die im Westen in die Strecke nach Benzelrath und im Osten in die gemeinsam mit der Stadtbahn Köln genutzte Strecke Richtung Köln übergeht. Die Gleise 10 bis 12 sind Stumpfgleise, welche nur über einen kleinen Ablaufberg und Handweichen zu erreichen sind. Im restlichen Bahnhof ist seit Herbst 2008 der Betrieb auf elektrisch ortsgestellte Weichen umgestellt.

Der Streckenabschnitt durch den Stadtwald

Frechen – Lind:

In Höhe der Kreuzung Dürener Straße/Militärring trennen sich die Wege von Stadt- und Eisenbahn an der Abzweigstelle Lind. Hier endet auch der Mischbetrieb von Güter- und Personenverkehr auf einer Gleisstrecke. Die Stadtbahn fährt weiter auf Dürener- und Aachener Straße in Richtung Innenstadt.

Lind – Bickendorf:

Ab der Abzweigstelle Lind fahren die Güterzüge eingleisig durch den Kölner Stadtwald. Die Strecke ist schlecht einsehbar, fast alle Bahnübergänge sind hier unbeschrankt, daher gilt im Stadtwald eine Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h.

Kurz vor Erreichen der Aachener Straße befindet sich das derzeit älteste Schrankenwärterhäuschen Nordrhein-Westfalens. An der Aachener Straße werden die Straßenbahnschienen der KVB gekreuzt, bis zum Bahnhof Köln-Bickendorf beträgt die Höchstgeschwindigkeit 40 km/h.

Güterbahnhof Köln-Bickendorf:

Der Güterbahnhof Köln-Bickendorf ist der zentrale Übergabebahnhof zum Schienennetz der Deutschen Bahn AG. Im Süden ist er mit dem Güterbahnhof Köln-Ehrenfeld an der Schnellfahrstrecke Köln–Aachen verbunden, im Norden mit dem Güterbahnhof Köln-Nippes an der Bahnstrecke Köln–Kleve.

Der Bahnhof selber ist ein einseitiger Rangierbahnhof, der aus einer fünfgleisigen Einfahrgruppe im nördlichen Teil, einem außer Betrieb befindlichen Ablaufberg, und einer elfgleisigen Behandlungsgruppe im südlichen Teil besteht. Darüber hinaus bestehen hier diverse aktuelle und ehemalige Gleisanschlüsse, sowie bis 2006 ein Lokschuppen der Häfen und Güterverkehr Köln.

Güterzug nahe dem Gbf Köln-Niehl

Güterbahnhof Köln-Niehl:

Der Güterbahnhof Köln-Niehl dient als Übergabebahnhof zum Güterbahnhof Köln-Niehl Hafen, zu den beiden Industriestammgleisen und dem Gleisanschluss des Schrotthändlers Broicher. Es besteht aus einem Durchfahrgleis, einer achtgleisigen Gleisharfe und drei Stumpfgleisen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Häfen und Güterverkehr Köln AG (Hrsg.): 100 Jahre Köln–Frechen–Benzelrather Eisenbahn. Häfen und Güterverkehr Köln AG, Köln 1993.
  • Gerd Wolff: Deutsche Klein- und Privatbahnen. Band 4: Nordrhein-Westfalen Südlicher Teil. EK-Verlag, Freiburg 1997, ISBN 3-88255-660-9, S. 172–187.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bahnstrecke Köln–Frechen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. DB Netze - Infrastrukturregister
  2. Eisenbahnatlas Deutschland. 9. Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2014, ISBN 978-3-89494-145-1.
  3. „In Braunsfeld sollen neue Häuser gebaut werden – über Gleisen“, Kölner Stadtanzeiger, 14. Dezember 2017
  4. Angebotsunterlagen der Bauunternehmung für die geplante Siedlung Grube Carl (Memento des Originals vom 22. August 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.r-p-mueller-planen-bauen.de