Bardu

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Wappen Karte
Wappen der Kommune Bardu
Bardu (Norwegen)
Bardu (68° 44′ 0″ N, 18° 31′ 0″O)
Bardu
Basisdaten
Kommunennummer: 5416
Provinz (fylke): Troms og Finnmark
Verwaltungssitz: Setermoen
Koordinaten: 68° 44′ N, 18° 31′ OKoordinaten: 68° 44′ N, 18° 31′ O
Fläche: 2.703,89 km²
Einwohner: 3.959 (1. Jan. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 1 Einwohner je km²
Sprachform: neutral
Webpräsenz:
Politik
Bürgermeister: Toralf Heimdal (Sp) (2015)
Lage in der Provinz Troms og Finnmark
Lage der Kommune in der Provinz Troms og Finnmark

Bardu ist eine Kommune im norwegischen Fylke Troms og Finnmark. Die Kommune hat 3959 Einwohner (Stand: 1. Januar 2021). Verwaltungssitz ist die Ortschaft Setermoen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sørdalen im Rohkunborri-Nationalpark

Die Gemeinde grenzt im Südwesten an Narvik, im Westen an Lavangen und Salangen, im Nordwesten an Sørreisa und im Norden an Målselv. Die Süd- und Ostgrenze bildet zugleich die Grenze zwischen Norwegen und Schweden. Das Gebiet im Süden der Kommune gehört zum Rohkunborri-Nationalpark. Im Südosten von Bardu liegt der Stausee Altevatnet, von dessen westlichem Ufer fließt der Fluss Barduelva (nordsamisch: Álddesjohka) Richtung Nordwesten und mündet schließlich Nahe der Grenze zu Målselv in die Målselva. Weiter westlich liegt das Tal Salangsdalen, durch welches die Salangselva fließt.[2] Die höchste Erhebung ist der Rohkunborri (Bihppáš) mit einer Höhe von 1659 moh.[3]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das besiedelte Gebiet verteilt sich vor allem auf die Täler, wobei die höchste Konzentration um das Verwaltungszentrum Setermoen im Westen besteht. Die Fläche im Südosten Bardus ist hingegen unbewohnt. Setermoen ist der einzige sogenannte Tettsted, also die einzige Ansiedlung, die für statistische Zwecke als eine Ortschaft gewertet wird. Zum 1. Januar 2020 lebten dort 2508 Einwohner.[4] Zwischen den 1950er- und 1970er-Jahren kam es zu einem größeren Bevölkerungsanstieg, nachdem sich in Setermoen das Militär niederließ.[5]

Die Einwohner der Gemeinde werden Bardudøl genannt.[6] Bardu hat wie viele andere Kommunen der Provinz Troms og Finnmark weder Nynorsk noch Bokmål als offizielle Sprachform, sondern ist in dieser Frage neutral.[7]

Jahr 1986 1990 1995 2000 2005 2010 2015 2020
Einwohnerzahl[8] 4048 3890 3832 3889 3874 3949 4078 4005

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Holzkirche Bardu kirke

Die dauerhafte Besiedlung der Gemeinde begann erst am Ende des 18. Jahrhunderts. Auf Initiative von Vogt Jens Holmboe wurde das Gebiet vor allem mit Menschen aus den ostnorwegischen Gegenden Østerdalen und Gudbrandsdalen und später auch aus Trøndelag besiedelt. Dadurch wurde sowohl der Dialekt als auch die Ortsnamen und Gebäude stark von den in den Herkunftsgebieten gebräuchlichen Traditionen geprägt.[5] Die achteckige Holzkirche Bardu kirke wurde im Jahr 1829 nach Vorbild der Kirche in Tynset gebaut.[9] Die Kommune Bardu entstand im Jahr 1854 als sie von der damaligen Gemeinde Ibestad ausgegliedert wurde. Sie hatte zu diesem Zeitpunkt 757 Einwohner.[10]

Bis zum 31. Dezember 2019 gehörte Bardu der damaligen Provinz Troms an. Sie ging im Zuge der Regionalreform in Norwegen in die zum 1. Januar 2020 neu geschaffene Provinz Troms og Finnmark über.[11]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Westen der Gemeinde verläuft die Europastraße 6 (E6) in Nord-Süd-Richtung und führt unter anderem durch Setermoen. Die Straße stellt unter anderem die Verbindung nach Narvik her. Im Salangsdalen zweigt der Fylkesvei 851 ab und führt in die Nachbargemeinde Salangen. Etwas nördlich der Kommune befindet sich der Flughafen Bardufoss.[3]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die öffentliche Verwaltung, dabei im Besonderen das norwegische Heer, ist der größte Arbeitgeber der Kommune. Die industrielle Produktion spielt hingegen eine weit geringere Rolle. In der Landwirtschaft dominiert die Milchviehwirtschaft sowie der Kartoffelanbau. Zudem ist die Forstwirtschaft von Bedeutung. Entlang der Barduelva befinden sich vier Flusskraftwerke, was Bardu zu einem wichtigen Stromproduzenten macht. Die Berge um das Altevatnet sind ein bei Touristen beliebtes Ferienziel.[5] Im Jahr 2019 arbeitete der Großteil der Arbeitstätigen in der Gemeinde Bardu selbst, ein eher geringer Anteil pendelte in umliegende Kommunen wie Målselv.[12]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das seit 1980 offizielle Wappen der Kommune zeigt einen schwarzen Vielfraß auf goldenem Hintergrund. Es soll auf den in der Gemeinde lebenden Stamm hinweisen.[5]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bardu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 07459: Alders- og kjønnsfordeling i kommuner, fylker og hele landets befolkning (K) 1986 – 2021 Statistisk sentralbyrå. 23. Februar 2021 (norwegisch)
  2. Bardu kommune. In: Norgeskart. Kartverket, abgerufen am 27. Januar 2021 (norwegisch).
  3. a b Høgaste fjelltopp i kvar kommune. Kartverket, 11. November 2020, abgerufen am 27. Januar 2021 (norwegisch (Nynorsk)).
  4. Population and land area in urban settlements. Statistisk sentralbyrå, 6. Oktober 2020 (englisch).
  5. a b c d Bardu. In: Store norske leksikon. Abgerufen am 27. Januar 2021 (norwegisch).
  6. Innbyggjarnamn. Språkrådet, abgerufen am 27. Januar 2021 (norwegisch (Nynorsk)).
  7. Forskrift om målvedtak i kommunar og fylkeskommunar (målvedtaksforskrifta). In: Lovdata. 6. Januar 2020, abgerufen am 27. Januar 2021 (norwegisch).
  8. Population. Municipalities, pr. 1.1., 1986 - latest year. In: ssb.no. Abgerufen am 13. April 2021 (englisch).
  9. Bardu kirke. In: Kirkesøk. Abgerufen am 27. Januar 2021 (norwegisch).
  10. Dag Juvkam: Historisk oversikt over endringer i kommune- og fylkesinndelingen. (PDF) In: ssb.no. 1999, abgerufen am 27. Januar 2021 (norwegisch).
  11. Kommunal- og moderniseringsdepartementet: Nye kommune- og fylkesnummer fra 2020. In: regjeringen.no. 27. Oktober 2017, abgerufen am 27. Januar 2021 (norwegisch).
  12. Pendlingsstrømmer. Statistics Norway, abgerufen am 27. Januar 2021 (norwegisch).