Bechen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Bechen (Begriffsklärung) aufgeführt.

Bechen ist ein Ortsteil der Gemeinde Kürten, der sich in der Mitte des Rheinisch-Bergischen Kreises befindet. Der Ort hat rund 3900 Einwohner (Stand 2014) und liegt am Rande der Großen Dhünntalsperre. Das Bechener Wahrzeichen ist der Esel. Bechen ist geprägt durch eine vielfältige Vereinskultur und den Karneval.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Frühmittelalter entstand die erste feste Siedlung auf dem Gebiet des heutigen Bechen an einem alten Heerweg, der von Köln über Wipperfürth bis nach Westfalen führte. 1175 wurde Bechen das erste Mal urkundlich erwähnt; Reinard von Kenten soll sein Gut in Bechen zur Errichtung eines Klosters gestiftet haben. Im 13. Jahrhundert wurde Bechen im Zuge der Durchsetzung der Ämterverfassung im Herzogtum Berg dem Amt Steinbach eingegliedert.

Während der französischen Besetzung wurde das Herzogtum Berg 1806 an Frankreich abgetreten und zum französischen Satellitenstaat Großherzogtum Berg. Kürten bildete mit Bechen eine Bürgermeisterei, die dem Kanton Wipperfürth im Arrondissement Elberfeld angehörte. 1815 wurde Bechen Teil des Königreichs Preußen, zuerst der Provinz Jülich-Kleve-Berg und ab 1822 der Rheinprovinz.

Im 19. Jahrhundert war das Bergische Land noch von der Landwirtschaft geprägt.[1] Industrieansiedlungen gab es in Kürten fast gar nicht, weshalb viele in die großen Städte zogen, weil Nahrung und Arbeit nicht mehr vorhanden waren (Landflucht).

In der Zeit des Nationalsozialismus gab es in Bechen ein Arbeitsdienstlager des Reichsarbeitsdienstes.[2]

Im Zweiten Weltkrieg wurde Bechen trotz seiner Nähe zu Köln und anderen Großstädten im Bergischen weitgehend verschont. Viele Flüchtlinge aus den Großstädten suchten nach dem Krieg auf dem Land eine neue Heimat.[3]

Am 1. Januar 1975 entstand durch die Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen die Gemeinde Kürten, zu der der Großteil Bechens gehört. Eine Fläche von 97 Hektar und damals 319 Einwohnern wurde an die Gemeinde Odenthal abgetreten.[4]

Viele der Anwohner arbeiten heute in den umliegenden Großstädten (Pendlergemeinde).

Verkehr[Bearbeiten]

Bechen ist an die Autobahnen A1 in Burscheid, A3 in Leverkusen und A4 in Bergisch Gladbach-Moitzfeld angebunden. Die viel befahrene Bundesstraße 506 teilt den Ort in zwei Hälften. Es gibt Wanderwege, die entlang der Großen Dhünntalsperre führen.

Kultur[Bearbeiten]

Bechener Esel (Skulptur von Heide Dobberkau, 1983)
Evangelische Kirche in Bechen

Es gibt im Ort zahlreiche Vereine, darunter Sport- und Musikvereine, ein Bienenzucht- und ein Karnevalsverein[5].

In der Ortsmitte befindet sich die katholische Kirche St. Antonius Einsiedler.[6] In der Nähe, neben der katholischen Grundschule, liegt die evangelische Versöhnungskirche.

In der Nähe der Kirche, mitten in Bechen, steht seit 1983 die Skulptur eines Esels (geschaffen von Heide Dobberkau).[7] Um den Esel als Wahrzeichen des Ortes ranken sich einige Geschichten.[8] Die Bezeichnung „Eselsdorf“ geht auf eine Geschichte aus dem Bergischen zurück. In früher Zeit brachten die Bauern aus Bechen ihre Erzeugnisse mit den Eseln auf den Kölner Markt. Da die Esel manchmal etwas störrisch und eigenwillig sind, kamen die Bechener etwas später zum Markt. So ging auf dem Kölner Markt der Spruch umher: „Loss mer jet waade mem koofe, die Bechener Esele sin noch nit do“ (Lasst uns noch was mit dem kaufen warten, die Bechener Esel sind noch nicht da). Von da an wurden alle Bechener auch „Esel“ genannt.

Jugend und Erziehung[Bearbeiten]

Katholische Kirche

  • KLJB Bechen (katholische-Land-Jugend-Bewegung)
  • Leiterrunde
  • Messdiener Sankt-Antonius Bechen

Schule:

  • Katholische Grundschule Bechen

Musik:

  • Jugendorchester der Musikgemeinschaft Bechen e. V.

Kindergärten:

  • Evangelischer Kindergarten Bechen
  • Katholischer Kindergarten Bechen
  • KITA Kürten-Bechen Johanniter-Unfall-Hilfe e. V.

Jugendfeuerwehr:

  • Jugendfeuerwehr Kürten 2 (Bechen)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Weiterführend Paul Kalkbrenner: Warum man 1790 in Bechen kaum lesen und schreiben konnte. Aus der Chronik der katholischen Grundschule Bechen. In: Kürtener Schriften Bd. 6, 2007, S. 129–137.
  2. Siehe Rudolf Schmidt: Mehr als eine Baracke auf der Wiese. Erinnerungen an das Arbeitsdienstlager Bechen. In: Rheinisch-Bergischer Kalender Bd. 81, 2010, S. 26–34. Zur Zeit des NS-Regimes in Bechen siehe auch den Erlebnisbericht Aus den Aufzeichnungen des Schlossermeisters Aloys Rodenbach. Teil 2: Meine Erfahrungen mit dem Hitlerregime. In: Heimat zwischen Sülz und Dhünn Bd. 5, 1998, S. 52–55.
  3. Karl-Heinz Sommerhoff: Der große Flüchtlingsstrom veränderte das Bild. In: Maria Louise Denst (Hrsg.): Die Delling. Entstehung und Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde Delling, zum 150jährigen Jubiläum des Kirchenbaus 1834–1984. Selbstverlag, Kürten-Delling 1984, S. 289–293.
  4.  Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X.
  5. Franz Toenniges: 30 Jahre Weiberfastnacht in Bechen. Die Geschichte der Karnevalsfreunde Bechen. Karnevalsfreunde Bechen, Selbstverlag, Kürten-Bechen 1981.
  6. Weiterführend Kunibert Förster, Peter Gronewald: Die Grundsteinlegung für die Bechener Kirche 1876. In: Kürtener Schriften Bd. 6, 2007, S. 138–142.
  7. Claus Boelen-Theile: 30 Jahre Denkmal: Der Esel feiert runden Geburtstag. In: Bergische Landeszeitung (Website), 8. Juli 2013.
  8. Zum Esel Bernd Weber: Wo haben Spott- und Beinamen der Dörfer im bergischen Land ihren Ursprung her? Versuch einer heimatgeschichtlichen Herleitung am Beispiel des „Bechener Ässels“, aber auch anderer bergischer Kirchdörfer. In: Kürtener Schriften Bd. 7, 2009, S. 180–200.

51.0403916666677.2099583333333Koordinaten: 51° 2′ N, 7° 13′ O