Begegnung (1945)

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Filmdaten
Deutscher Titel Begegnung
Originaltitel Brief Encounter
Produktionsland Großbritannien
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1945
Länge 85 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie David Lean
Drehbuch David Lean,
Noël Coward,
Anthony Havelock-Allan
Produktion Noël Coward
Musik Sergei Rachmaninow
Kamera Robert Krasker
Schnitt Jack Harris
Besetzung
Synchronisation

Begegnung (Originaltitel: Brief Encounter) ist ein britisches Filmdrama des Regisseurs David Lean aus dem Jahr 1945. Als literarische Vorlage diente das Bühnenstück Kurze Begegnung (Still Life, 1936) von Noël Coward.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laura Jesson ist verheiratet und hat zwei Kinder. Sie ist eine ganz normale Frau, die einmal in der Woche in die Stadt fährt, um dort einzukaufen und ins Kino zu gehen. Bei einer dieser allwöchentlichen Fahrten in die Stadt lernt sie im Warteraum des Bahnhofs den Arzt Alec kennen. Auch er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Beide beschließen, sich ab jetzt jede Woche am Bahnhof zu treffen. Bald haben beide ihre Probleme damit, dass diese Treffen sich nicht in eine Affäre verwandeln.

Laura und Alec gehen in Cafés und ins Kino, immer in der Angst von Bekannten gesehen zu werden. Nach mehreren Treffen gehen sie in die Wohnung, die einem Bekannten Alecs gehört. Doch sie werden von der unerwarteten Rückkehr des Bekannten gestört. Beide merken, dass ihre Beziehung keine Zukunft hat, wenn sie ihre Familien nicht zerstören wollen. Sie entschließen sich zur Trennung, zumal Alec vorhat, nach Afrika zu gehen.

Sie treffen sich ein letztes Mal am Bahnhof, um sich Lebewohl zu sagen. Doch sie werden wieder gestört, diesmal von Dolly, einer geschwätzigen Freundin von Laura. Laura und Alec haben keine Möglichkeit sich zu verabschieden. Alecs Zug kommt an, und der Arzt steigt ein, ohne einen Blick zurückzuwerfen. Laura tritt auf den Bahnsteig, als der Zug weg ist. Sie spielt mit dem Gedanken sich umzubringen, doch dann kehrt sie wieder zurück zu ihrer Familie. Ihr Ehemann Fred zeigt ihr, dass er ihre innere Zerrissenheit bemerkt hat und bedankt sich bei ihr, dass sie nach Hause gekommen ist.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das dem Film zu Grunde liegende Bühnenstück von Noël Coward war ein Einakter, der etwa eine halbe Stunde dauerte, weshalb Regisseur David Lean die Handlung für einen Spielfilm erweitern musste. Dabei ließ er beispielsweise die Handlung, im Gegensatz zum Bühnenstück, auch außerhalb des Bahnhofs spielen.[1] Im Verlauf des in Rückblenden erzählten Films sind immer wieder Auszüge des 2. Klavierkonzerts von Sergei Rachmaninow zu hören, die von Eileen Joyce eingespielt wurden.

Die Dreharbeiten fanden im Frühjahr 1945 statt. Um die Filmcrew vor möglichen Luftangriffen zu schützen, wurde als Hauptdrehort der Bahnhof von Carnforth in Lancashire gewählt.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der film-dienst bezeichnete Begegnung als „sensibles Kammerspiel mit perfekter Abstimmung zwischen feinfühliger Handlungsführung, nuancierter Darstellung und stimmungsvoller Fotografie“.[2] Für Cinema handelte es sich um ein „leis[es] Schwarz-Weiß-Melodram über eine große Liebe ohne Zukunft“.[3] Laut 1001 Filme sei Begegnung „einer der wirkungsvollsten Tränendrücker der Kinogeschichte“. Die beiden Hauptdarsteller Celia Johnson und Trevor Howard seien „grandios in dieser unendlich traurigen Geschichte“.[1]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film war in den Kategorien Beste Regie, Bestes adaptiertes Drehbuch und Beste Hauptdarstellerin (Celia Johnson) für den Oscar nominiert. Bei den im Jahr 1946 erstmals veranstalteten Internationalen Filmfestspielen von Cannes wurde der Film zusammen mit anderen Filmen wie Das verlorene Wochenende und Rom, offene Stadt mit dem Grand Prix ausgezeichnet. Celia Johnson gewann den Preis des New York Film Critics Circle als Beste Hauptdarstellerin.

Das British Film Institute wählte Begegnung im Jahr 1999 auf Platz 2 der 100 besten britischen Filmen des 20. Jahrhunderts.

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Synchronfassung entstand 1964 für das Fernsehen im Auftrag des ZDF.[4]

Rolle Darsteller Synchronsprecher
Laura Jesson Celia Johnson Marianne Kehlau
Dr. Alec Harvey Trevor Howard Sebastian Fischer
Albert Godby Stanley Holloway Günther Jerschke
Myrtle Bagot Joyce Carey Ursula Grabley
Fred Jesson Cyril Raymond Ullrich Haupt
Johnnie Sydney Bromley Charles Brauer
Bill Edward Hodge Klaus Höhne
Herminie Rolandson Nuna Davey Katharina Brauren
Arzt Wallace Bosco Wolfgang Engels

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Noël Coward: Kurze Begegnung. Ein Stück in 5 Szenen (Originaltitel: Still life). Deutsche Fassung von Martin Dongen. Bloch, Berlin ca. 1969, 67 S.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Joshua Klein: Begegnung. In: Steven Jay Schneider (Hrsg.): 1001 Filme. Edition Olms, Zürich 2013, S. 206.
  2. Begegnung. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 23. Juni 2017.
  3. Vgl. cinema.de
  4. Begegnung. In: synchronkartei.de. Deutsche Synchronkartei, abgerufen am 23. Juni 2017.