Benz Patent-Motorwagen Victoria

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Benz
Benz Patent-Motorwagen Victoria (1893)
Benz Patent-Motorwagen Victoria (1893)
Patent-Motorwagen Victoria
Produktionszeitraum: 1893–1900
Klasse: Mittelklasse
Karosserieversionen: Phaeton, Tourenwagen, Vis-à-vis, Landaulet
Motoren: Ottomotoren:
1,7–2,9 Liter
(2,2–4,4 kW)
Länge: 3200–3300 mm
Breite: 1650 mm
Höhe: 1750 mm
Radstand: 1650 mm
Leergewicht: 650–780 kg
Vorgängermodell Benz Patent-Motorwagen Nummer 3
Nachfolgemodell Benz Dos-à-Dos
Benz Patent-Motorwagen Vis-à-Vis (1893)
Benz Patent-Motorwagen Phaeton Langversion (1895)

Der Benz Patent-Motorwagen Victoria war das erste vierrädrige Fahrzeug von Benz & Co.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Fahrzeug war eine Weiterentwicklung des Benz Patent-Motorwagen Nummer 3.

Wie die Vorgängermodelle hatte der Wagen einen Einzylindermotor, der hinten im Fahrzeug liegend eingebaut war. Es gab unterschiedlich starke Motoren:

Bauzeitraum Hubraum Bohrung × Hub Leistung bei Drehzahl Quelle
1893–1896 1730 cm³ 130 mm × 130 mm 3 PS (2,2 kW) 450 min−1 [1]
1894–1895 1990 cm³ 130 mm × 150 mm 4 PS (2,9 kW) 500 min−1 [2]
1895–1898 2650 cm³ 150 mm × 150 mm 5 PS (3,7 kW) 600 min−1 [3]
1898–1900 2915 cm³ 150 mm × 165 mm 6 PS (4,4 kW) 700 min−1 [4]

Die Wagen hatten Holzspeichenräder und Starrachsen mit Vollelliptik-Blattfedern. Die Kraft des Motors wurde über ein zweistufiges Flachriemengetriebe und Ketten an die Hinterräder übertragen. Ab 1896 war auf Wunsch auch ein dreistufiges Planetengetriebe mit Rückwärtsgang erhältlich.

Der Victoria war ein zweisitziger Phaeton. Gegen Aufpreis war eine kleine klappbare vordere Sitzbank erhältlich. Damit wurde der Aufbau zum Vis-à-vis.

Typenfamilie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus dem Victoria entstand im Laufe der Zeit eine Typenfamilie bzw. Baureihe. Diese Varianten trugen offiziell nicht den Namen Victoria. Die Modelle wurden nach ihren Aufbauten benannt.[5]

Eine Variante war der Vis-à-vis mit einer vollwertigen vorderen Sitzbank für zwei Personen.[5]

Der Phaeton hatte zwei Sitzreihen, die beide so ausgerichtet waren, dass alle Fahrgäste in Fahrtrichtung schauten. Gelenkt wurde von der vorderen Sitzbank.[5]

Phaeton Langversion, gelegentlich auch als Phaeton Vis-à-Vis bezeichnet, war die Langversion des Phaeton. Die Fahrzeuge waren zehn Zentimeter länger. Hinter der vorderen Sitzbank für den Fahrer befand sich ein Vis-à-vis-Abteil, in dem sich vier Personen gegenüber sitzen konnten. Das Modell war auch mit Sonnendach erhältlich.[5]

Das Landaulet hatte hinter der Fahrersitzbank ein kurzes geschlossenes Abteil mit Klappverdeck, war also ein Landaulet. Im Inneren war Platz für eine Sitzbank.[5]

Der Landauer war länger und bot im hinteren Abteil zwei Sitzreihen, die gegenüber angeordnet waren.[5]

Die Verkaufspreise lagen zwischen 3800 und 6150 Goldmark.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Werner Oswald: Mercedes-Benz Personenwagen 1886–1986. 4. Auflage, Motorbuch Verlag, Stuttgart 1987, ISBN 3-613-01133-6, S. 24–27.
  • Harry Niemann: Benz & Cie. Zum 150. Geburtstag von Karl Benz. Motorbuch Verlag, Stuttgart 1994, ISBN 3-613-01643-5, S. 65–82.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Benz Patent-Motorwagen Victoria – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Benz Patent-Motorwagen Vis-à-vis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Benz Patent-Motorwagen Phaeton Langversion – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Angaben zum 3-PS-Motor (1893–1896) (abgerufen am 7. April 2018)
  2. Angaben zum 4-PS-Motor (1894–1895) (abgerufen am 7. April 2018)
  3. Angaben zum 5-PS-Motor (1895–1898) (abgerufen am 7. April 2018)
  4. Angaben zum 6-PS-Motor (1898–1900) (abgerufen am 7. April 2018)
  5. a b c d e f Harry Niemann: Benz & Cie. Zum 150. Geburtstag von Karl Benz. Motorbuch Verlag, Stuttgart 1994, ISBN 3-613-01643-5, S. 65–82.