Złotoryja

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Złotoryja
Wappen von Złotoryja
Złotoryja (Polen)
Złotoryja
Złotoryja
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Niederschlesien
Powiat: Złotoryja
Fläche: 11,50 km²
Geographische Lage: 51° 8′ N, 15° 55′ OKoordinaten: 51° 8′ 0″ N, 15° 55′ 0″ O
Höhe: 276 m n.p.m.
Einwohner: 15.873
(31. Dez. 2016)[1]
Postleitzahl: 59-500 bis 59-501
Telefonvorwahl: (+48) 76
Kfz-Kennzeichen: DZL
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Breslau
Gmina
Gminatyp: Stadtgemeinde
Fläche: 11,50 km²
Einwohner: 15.873
(31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 1380 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0226021
Verwaltung (Stand: 2013)
Bürgermeister: Robert Pawłowski
Adresse: pl. Orląt Lwowskich 1
59-500 Złotoryja
Webpräsenz: www.zlotoryja.pl



Złotoryja [zwɔtɔˈrɨja] (deutsch Goldberg i. Schlesien) ist eine Stadt in der polnischen Woiwodschaft Niederschlesien. Sie ist die Hauptstadt des Powiats Złotoryjski und hat ca. 16.000 Einwohner. Die Stadt gehört der Euroregion Neiße an.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt in Niederschlesien am rechten Hochufer der Katzbach (Kaczawa) am Übergang zwischen der schlesischen Ebene und den Sudeten, etwa 20 Kilometer südwestlich von Legnica (Liegnitz). Im Süden erstreckt sich das Bober-Katzbach-Vorgebirge.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altstadt mit Rathaus und Ring
Marienkirche
Fragment der alten Stadtbefestigung

Goldberg ist die älteste bezeugte deutschrechtliche Stadtgründung in Schlesien und erhielt im Jahr 1211 das Magdeburger Stadtrecht von Herzog Heinrich I. dem Bärtigen aus der schlesischen Linie der Piasten, der 1232 auch polnischer König wurde. In dem alten Flussbett der Katzbach (heute Kaczawa) wurde schon im 12. Jahrhundert Gold gewaschen. Vom Goldbergbau hat die Stadt ihren Namen erhalten.

Gegen den Hegemonialanspruch des wiedervereinten Polen unterstellten sich verschiedene piastische Fürsten der Lehnshoheit Böhmens, so auch im Jahr 1329 die Region um Goldberg. Im Jahre 1348 inkorporierte schließlich der König und spätere Kaiser Karl IV. Schlesien in die Länder der Böhmischen Krone. Damit wurde Schlesien ein Teil des Heiligen Römischen Reichs zunächst unter luxemburgischer und ab 1526 unter habsburgischer Oberhoheit. Zu dieser Zeit war Goldberg eine wichtige Stadt u.a. auch für Ausbildung, zum Beispiel besuchte Albrecht von Wallenstein die evangelische Lateinschule. Nach dem Ersten Schlesischen Krieg schied Goldberg mit Schlesien 1742 aus den böhmischen Kronländern aus und fiel an Preußen.

Um 1900 hatte Goldberg eine evangelische und eine katholische Kirche, ein Progymnasium, ein Amtsgericht, eine Reihe unterschiedlicher Fabrikationsbetriebe, Bierbrauerei und Obstanbau.[2]

Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges gehörte Goldberg zum Landkreis Goldberg im Regierungsbezirk Liegnitz der preußischen Provinz Schlesien des Deutschen Reichs.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Goldberg im Frühjahr 1945 von der Roten Armee eingenommen und bald danach zusammen mit fast ganz Schlesien von der sowjetischen Besatzungsmacht unter polnische Verwaltung gestellt. Die einheimische deutsche Bevölkerung wurde, soweit sie nicht schon gegen Kriegsende geflohen war, in der Folgezeit von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde vertrieben.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Anmerkungen
1890 6.437 davon 5.584 Evangelische, 784 Katholiken und 23 Juden[3]
1900 6.516 meist Evangelische[2]
1933 7.842 [3]
1939 7.852 [3]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliges Goldbergwerk

Die Stadt besitzt etwa 300 Baudenkmäler, darunter:

  • Delphinbrunnen
  • ehemaliges Franziskanerkloster
  • Heilige Kreuz Kirche oder St. Nikolaus Kirche
  • historische Bürgerhäuser am Ring
  • Kirche der Maria Geburt
  • Kirche St. Hedwig
  • Rathaus
  • Säulenkapelle
  • Schmiedebastei (Baszta Kowalska)
  • Stadtmauer aus dem 14. Jahrhundert

In unmittelbarer Nähe des Ortes befindet sich die Gröditzburg.

Gmina[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landgemeinde (Gmina) umfasst ein Gebiet von 145 km² auf dem am 31. Dezember 2016 7091 Menschen lebten. Sie gehört der Euroregion Neiße an. Die Stadt Złotoryja gehört nicht zur Landgemeinde, jedoch folgende Ortschaften:

  • Brennik (Rothbrünnig)
  • Gierałtowice (Giersdorf)
  • Jerzmanice-Zdrój (Bad Hermsdorf an der Katzbach)
  • Kozów (Kosendau)
  • Łaźniki (Laasnig)
  • Leszczyna (Haasel)
  • Lubiatów (Lobendau)
  • Nowa Wieś Złotoryjska (Neudorf am Rennwege)
  • Prusice (Prausnitz)
  • Rokitnica (Röchlitz)
  • Wilków (Wolfsdorf)

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnerstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Złotoryja – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2016. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF-Dateien; 5,19 MiB), abgerufen am 29. September 2017.
  2. a b Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 8, Leipzig/Wien 1907, S. 93.
  3. a b c http://www.verwaltungsgeschichte.de/goldberg.html#ew39goldgoldbergs