Bibernellen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bibernellen
Anis (Pimpinella anisum), Illustration

Anis (Pimpinella anisum), Illustration

Systematik
Asteriden
Euasteriden II
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Gattung: Bibernellen
Wissenschaftlicher Name
Pimpinella
L.

Die Bibernellen (Pimpinella), auch Pimpernellen oder Pimpinellen[1] genannt, sind eine Pflanzen-Gattung aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae) mit rund 150 Arten. Die wirtschaftlich wichtigste Art der Gattung ist der Anis.

Der Kleine Wiesenknopf (Sanguisorba minor) wird zwar auch häufig Bibernelle genannt, ist jedoch eine Art aus der Familie der Rosengewächse.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bibernellen sind ausdauernde, seltener einjährige krautige Pflanzen. Die Grundblätter sind ungeteilt oder einfach gefiedert. Die Fiederblättchen sind gezähnt und zuweilen tief eingeschnitten.

Die Blüten der Bibernellen weisen einen undeutlichen Kelchrand, ausgerandete, verkehrt eirunde Kronblätter und einen Griffel mit nahezu kopfiger Narbe auf. Die Blüten sind weiß, rot und seltener gelb.

Die Frucht ist eine eirunde, an der Seite zusammengezogene Spaltfrucht. Die auf der Berührungsfläche ziemlich flache Kernmasse ist höckerartig gewölbt, der freie Fruchthalter (Karpophor) ist zweispaltig.

Arten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gattung umfasst rund 150 Arten, davon kommen 16 in Europa vor. Hier eine Auswahl:

  • Alpen-Bibernelle (Pimpinella alpina Host), sie kommt in Österreich, Italien, auf der Balkanhalbinsel, in Rumänien und in der Slowakei vor.[2]
  • Pimpinella anisoides Briganti: Sie kommt nur in Italien und Sizilien vor.[2]
  • Anis (Pimpinella anisum L.), heimisch in Albanien und Kroatien[2], aber manchmal kultiviert und selten verwildert.
  • Pimpinella bicknellii Briq., kommt nur auf Mallorca vor.[2]
  • Pimpinella cretica Poir., kommt in Griechenland, der Ägäis und in Vorderasien vor.[2]
  • Pimpinella cumbrae DC.: Sie kommt nur auf den kanarischen Inseln Tenerife und La Palma vor.[2]
  • Pimpinella junoniae Ceballos & Ortuño: Sie kommt nur auf La Gomera vor.[2]
  • Pimpinella lutea Desf., kommt in Korsika, Sardinien, in Sizilien, in Algerien und Tunesien vor.[2]
  • Große Bibernelle (Pimpinella major (L.) Huds.)
  • Schwarze Bibernelle (Pimpinella nigra Mill.)
  • Fremde Bibernelle (Pimpinella peregrina L.): Sie kommt ursprünglich in Spanien, Frankreich, Korsika, Libyen, Italien, Sardinien, Sizilien, Kroatien, Serbien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Mazedonien, Albanien, Griechenland, Kreta, Bulgarien, Rumänien, auf der Krim, in der Türkei, Syrien, Libanon, Jordanien, Israel, Zypern, Kirgisistan und im Kaukasusraum vor.[3]
  • Pimpinella procumbens (Boiss.) H. Wolff, kommt nur in der Sierra Nevada in Spanien vor.[2]
  • Kleine Bibernelle (Pimpinella saxifraga L.)
  • Pimpinella tragium Vill.: Sie kommt in Spanien, auf den Balearen, in Frankreich, Italien, Sizilien, Kroatien, Serbien, Mazedonien, Montenegro, Albanien, Griechenland, Bulgarien, Rumänien, Marokko, Algerien, Tunesien, in der Türkei, im Kaukasusraum, Moldawien, Ukraine, Syrien, Irak, Iran, Libanon und in Turkmenistan vor.[3]
  • Pimpinella tripartita Kalen.: Sie kommt in Vorderasien vor.[3] Sie wird von manchen Autoren auch als Scaligeria tripartita (Kalen.) Tamamsch. in die Gattung Scaligeria gestellt.[3]
  • Pimpinella villosa Schousboe, kommt in Spanien, Portugal, Marokko, auf den Balearen und auf den Azoren vor.[2]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Manfred A. Fischer (Red.): Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. Oberösterreichisches Landesmuseum, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5.
  • Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv (CD-Rom), Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2001/2002, ISBN 3-494-01327-6.
  • Thomas Gaskell Tutin: Pimpinella L. In: T. G. Tutin u. a.: Flora Europaea. Band 2, S. 331–333. Cambridge University Press 1968.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. E.J. Jäger (Hrsg.): Rothmaler - Exkursionsflora von Deutschland. Band 3 - Gefäßpflanzen: Atlasband. 11. Aufl., Elsevier Spektrum Akad. Verlag, München 2007.
  2. a b c d e f g h i j R. Hand (2011): Apiaceae. Pimpinella In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Berlin 2011.
  3. a b c d Pimpinella im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen im 11. Mai 2018.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pimpinella – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien