Bokel (Beverstedt)

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Bokel
Gemeinde Beverstedt
Wappen von Bokel
Koordinaten: 53° 23′ 41″ N, 8° 46′ 3″ O
Höhe: 10 m ü. NHN
Fläche: 20,96 km²[1]
Einwohner: 2436 (16. Nov. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 116 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. November 2011
Postleitzahl: 27616
Vorwahl: 04748
Bokel (Niedersachsen)
Bokel

Lage von Bokel in Niedersachsen

Bokel in der Gemeinde Beverstedt
Bokel in der Gemeinde Beverstedt
Die Orte in der Einheitsgemeinde Beverstedt
Bokel von oben

Bokel (niederdeutsch Bokel) ist ein Ort der Gemeinde Beverstedt im Landkreis Cuxhaven in Niedersachsen.

Ortsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem Hauptort Bokel gehören noch Haßbüttel, Seebeck, Kransmoor und Langenfelde zum Ort.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bokel gehört zu den ältesten Siedlungen dieser Geest und wurde urkundlich erstmals im Jahre 1110 als „Bockla“ (Buchenwald) erwähnt.[2] Jahrhundertelang bildeten ein Teil der Hauptstraße sowie der Bock- und der Mühlenstraße das eigentliche Dorf. Nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618–48) erfolgte die Besiedlung des Brinks. Das Dorf entwickelte sich langsam von 38 Feuerstellen im Jahre 1718 bis auf 50 Feuerstellen im Jahre 1791. Die Bewohner trieben fast alle Ackerbau und Viehzucht und waren überwiegend gegenüber den damaligen Grundherren (Stotel, Wersebe, Kloster Lilienthal) abgabenpflichtig. Die Gemeinschaftsteilungen und Lastenablösungen fanden erst ab 1818 statt. 1894 gehörte Bokel zum Kreis Geestemünde, Amtsgericht Hagen, Post Bokel; 1927 kam die Zugehörigkeit zum Finanzamt Wesermünde-Land.

Mit der Entstehung der Moorkolonien Kransmoor (um 1830)[3][4] und Langenfelde (um 1880) sowie der Eröffnung der Eisenbahnlinie Bremen-Geestemünde (1862) mit der Station Stubben veränderte sich die Gemeinde in mancher Hinsicht:

  • Die Einwohnerzahl stieg bis zum Jahre 1900 auf 1073.
  • Handwerker und Gewerbetreibende ließen sich in größerer Zahl nieder.
  • Molkerei (1904), Post (1907) und Bahn boten neue Arbeitsplätze.
  • Die Hauptstraße (L 134) wurde 1851 gepflastert, 1892/93 erneuert und 1928 verbreitert. In den Jahren 1988 und 1989 wurde sie grundlegend erneuert, beidseitig mit Rad- und Fußweg versehen und mit einer Regenwasserleitung ausgestattet.

Nach dem Ersten Weltkrieg und besonders deutlich nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich die Einwohnerzahl der Gemeinde durch die Eingliederung der Vertriebenen (hauptsächlich aus Westpreußen und Bessarabien) und Evakuierten beträchtlich erhöht.[5]

Im Herbst des Jahres 1944 mussten in Bokel 220 Personen untergebracht werden, die vornehmlich in Bremerhaven nach Bombenangriffen ihre Wohnungen verloren hatten. Durch das Deutsche Wohnungshilfswerk sollten in ländlichen Gemeinden Behelfsheime geschaffen werden. In Bokel sollten zehn davon gebaut werden.[6]

„Bis Kriegsende wurden fünf dieser Behelfsheime fertig und bezogen: zwei auf dem Bätjerplatz (...), zwei auf dem Hof Seebeck und eins in der Seebeckstraße (...). Die restlichen in Langenfelde (...), Kransmoor (...) und auf dem Lehdeberg (...) vorgesehenen Bauten wurden, da die Materialbeschaffung sehr schwierig war, nicht fertig gestellt.“

Gemeinde Bokel – Arbeitskreis: Buch: Geschichte und Geschichten eines Dorfes. 900 Jahre Bokel. Selbstverlag, Bokel 2010, S. 115.

Nach 1945 entstand durch Zuzug von Flüchtlingen und Vertriebenen sowie verbliebenen Evakuierten ein neuer Ortsteil: die Siedlung Lehdeberg.

Der Versuch in den 1960er Jahren, Bokel und die Nachbargemeinde Stubben zu einer politischen Gemeinde zusammenzuschließen, scheiterte. Damit wurde möglicherweise die Chance vertan, bei der Verwaltungsreform um 1970 Sitz der Samtgemeinde zu werden. 1971 wurde Bokel eine der neun Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Beverstedt.

Seit dem 1. November 2011 ist Bokel ein Ortsteil der Einheitsgemeinde Beverstedt.[7][8]

Einwohnerentwicklung
Jahr 1885 1910 1925 1933 1939 2005 2011 2016
Einwohner 877 1206 1285 1392 1370 2635 2511 2436

(Quellen: 1885,[9] 1910,[10] 1925–1939,[9] 2005–2011 laut Versionsgeschichte von Bokel, 2016[1])

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat und Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Neubildung der Gemeinde Beverstedt wird die Ortschaft Bokel vom Beverstedter Gemeinderat vertreten.

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsvorsteher von Bokel ist Heinz Becker (SPD).[1]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Bokeler Wappens stammt von dem in Isernhagen geborenen und später in Hannover lebenden Heraldiker und Wappenmaler Gustav Völker, der auch die Wappen von Altluneberg, Appeln, Axstedt und vielen anderen Ortschaften im Landkreis Cuxhaven entworfen hat.[11]

Wappen von Bokel (Beverstedt)
Blasonierung: „In Grün eine bewurzelte silberne Buche mit vier Ästen, deren Stamm mit einer goldenen Sense in Querstellung belegt ist.“[11]
Wappenbegründung: Die Buche erinnert an die Deutung des schon 1105 als Bochla urkundlich erwähnten Ortsnamens als Buchengehölz. Die vier Äste weisen auf die vier Ortsteile Haßbüttel, Seebeck, Kransmoor und Langenfelde hin. Die Sense ist ein Sinnbild der Landwirtschaft, des Haupterwerbszweiges der Gemeinde.

Sagen und Legenden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vom roten Paul[12][13]
  • Die Bokeler lassen sich beschwichtigen[12][14]
  • Die Glockenkuhle bei Gackau[15]
  • Die „Sieben Berge“[15][16]
  • Speckdiebe[15]
  • Die gute alte Zeit[15]
  • Der gute Trick[15]
  • Pulterabendgeschichte[15][17]
  • De Bokeler Hemdböxen[15]
  • De lütje Emmi wörr krank[15]
  • De Wienprov[15]
  • Een Trauersfall[15]
  • Ökelnaam[15]
  • Spektokel met den Liekenwogen[15]
  • De Knech Jan[15]
  • Sängerfest in Oldenbüttel[15]
  • Sülbern Hochtied[15]
  • De Verwandtschaft[15]
  • Een Virus in'n Bus[15]
  • De Slinghals[15]
  • Son'n neet Ding[15]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baudenkmale

Siehe: Liste der Baudenkmale in Bokel

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen
  • Daniela Behrens (* 1968), Politikerin (SPD) und Mitglied des Niedersächsischen Landtages (2007–2013), Staatssekretärin des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (2013–2017), war bis zur Auflösung der Gemeinde 2011 Ratsfrau in Bokel
  • Volker Lüdke (* 1929), Politiker (SPD), Ehrenbürgermeister, war 39 Jahre lang Bürgermeister von Bokel.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gemeinde Bokel – Arbeitskreis (Hrsg.): Geschichte und Geschichten eines Dorfes. 900 Jahre Bokel. Selbstverlag, Bokel 2010.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bokel – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Informationen über Bokel. In: Internetseite der Gemeinde Beverstedt. 16. November 2016, abgerufen am 23. März 2018.
  2. Gemeinde Bokel – Arbeitskreis (Hrsg.): Geschichte und Geschichten eines Dorfes. 900 Jahre Bokel. Selbstverlag, Bokel 2010, S. 11 ff.
  3. Eine Moorkate aus Kransmoor hatte eine „märchenhafte Karriere“: 1910 gelangte sie in eine Ausstellung des Bremer Überseemuseums, dort überstand sie unbeschadet den 2. Weltkrieg, wurde ab 1961 Blickfang einer Ausstellung über den Torf und kam 1976 in das Freilichtmuseum Speckenbüttel in Bremerhaven.
  4. Gemeinde Bokel – Arbeitskreis (Hrsg.): Geschichte und Geschichten eines Dorfes. 900 Jahre Bokel. Selbstverlag, Bokel 2010, S. 58 und Fotos auf S. 143.
  5. Gemeinde Bokel – Arbeitskreis (Hrsg.): Geschichte und Geschichten eines Dorfes. 900 Jahre Bokel. Berichte von Flucht und Vertreibung. Selbstverlag, Bokel 2010, S. 116–120.
  6. Gemeinde Bokel – Arbeitskreis (Hrsg.): Geschichte und Geschichten eines Dorfes. 900 Jahre Bokel. Berichte von Flucht und Vertreibung. Selbstverlag, Bokel 2010, S. 115.
  7. Gesetz über die Neubildung der Gemeinde Beverstedt, Landkreis Cuxhaven. In: Niedersächsisches Vorschrifteninformationssystem (NI-VORIS). 17. Februar 2011, abgerufen am 23. März 2018.
  8. Niedersächsische Staatskanzlei (Hrsg.): Gesetz über die Neubildung der Gemeinde Beverstedt, Landkreis Cuxhaven. Niedersächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt (Nds. GVBl.). Nr. 5/2011. Hannover 17. Februar 2011, S. 61 (niedersachsen.de [PDF; 155 kB; abgerufen am 26. September 2018]).
  9. a b Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Siehe unter 10. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  10. Gemeindeverzeichnis Deutschland 1910. In: gemeindeverzeichnis.de. 2014, abgerufen am 23. März 2018.
  11. a b Landkreis Wesermünde (Hrsg.): Wappen des Landkreises Wesermünde. Grassé Offset Verlag, Bremerhaven/Wesermünde 1973, ISBN 3-9800318-0-2.
  12. a b Heinrich Mahler: Sagen der Heimat. In: „Hake Betken siene Duven“ – Das Sagenbuch von Elb- und Wesermündung. Hrsg.: Männer vom Morgenstern. 3. Auflage. Bremerhaven 1999, ISBN 3-931771-16-4.
  13. Gemeinde Bokel – Arbeitskreis (Hrsg.): Geschichte und Geschichten eines Dorfes. 900 Jahre Bokel. Selbstverlag, Bokel 2010, S. 342.
  14. Gemeinde Bokel – Arbeitskreis (Hrsg.): Geschichte und Geschichten eines Dorfes. 900 Jahre Bokel. Selbstverlag, Bokel 2010, S. 343.
  15. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s Gemeinde Bokel – Arbeitskreis (Hrsg.): Geschichte und Geschichten eines Dorfes. 900 Jahre Bokel. Selbstverlag, Bokel 2010, S. 344–360.
  16. Hans Müller-Brauel: Die vorgeschichtlichen Denkmäler des Kreises Wesermünde. In: Jahrbuch der Männer vom Morgenstern. Bremerhaven 1910.
  17. Jan Klön: Mine meenung an'n Stammdisch. In: Wesermünder Neueste Nachrichten.