Bokel (Beverstedt)

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Koordinaten: 53° 23′ 41″ N, 8° 46′ 3″ O

Bokel
Gemeinde Beverstedt
Wappen von Bokel
Höhe: 10 m ü. NHN
Fläche: 20,96 km²
Einwohner: 2511 (31. Dez. 2010)
Bevölkerungsdichte: 120 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. November 2011
Postleitzahl: 27616
Vorwahl: 04748
Bokel (Niedersachsen)
Bokel

Lage von Bokel in Niedersachsen

Bokel in der Gemeinde Beverstedt

Bokel in der Gemeinde Beverstedt

Die Orte in der Einheitsgemeinde Beverstedt

Bokel (plattdeutsch: Bokel) ist ein Ort der Gemeinde Beverstedt im Landkreis Cuxhaven in Niedersachsen.

Ortsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem Hauptort Bokel gehören noch Haßbüttel, Seebeck, Kransmoor und Langenfelde zum Ort.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bokel gehört zu den ältesten Siedlungen dieser Geest und wurde urkundlich erstmals im Jahre 1110 als „Bockla“ (Buchenwald) erwähnt.[1] Jahrhundertelang bildeten ein Teil der Hauptstraße sowie der Bock- und der Mühlenstraße das eigentliche Dorf. Nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618–48) erfolgte die Besiedlung des Brinks. Das Dorf entwickelte sich langsam von 38 Feuerstellen im Jahre 1718 bis auf 50 Feuerstellen im Jahre 1791. Die Bewohner trieben fast alle Ackerbau und Viehzucht und waren überwiegend gegenüber den damaligen Grundherren (Stotel, Wersebe, Kloster Lilienthal) abgabenpflichtig. Die Gemeinschaftsteilungen und Lastenablösungen fanden erst ab 1818 statt. 1894 gehörte Bokel zum Kreis Geestemünde, Amtsgericht Hagen, Post Bokel; 1927 kam die Zugehörigkeit zum Finanzamt Wesermünde-Land.

Mit der Entstehung der Moorkolonien Kransmoor (um 1830)[2] und Langenfelde (um 1880) sowie der Eröffnung der Eisenbahnlinie Bremen-Geestemünde (1862) mit der Station Stubben veränderte sich die Gemeinde in mancher Hinsicht:

  • Die Einwohnerzahl stieg bis zum Jahre 1900 auf 1073.
  • Handwerker und Gewerbetreibende ließen sich in größerer Zahl nieder.
  • Molkerei (1904), Post (1907) und Bahn boten neue Arbeitsplätze.
  • Die Hauptstraße (L 134) wurde 1851 gepflastert, 1892/93 erneuert und 1928 verbreitert. In den Jahren 1988 und 1989 wurde sie grundlegend erneuert, beidseitig mit Rad- und Fußweg versehen und mit einer Regenwasserleitung ausgestattet.

Nach dem Ersten Weltkrieg und besonders deutlich nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich die Einwohnerzahl der Gemeinde durch die Eingliederung der Vertriebenen (hauptsächlich aus Westpreußen und Bessarabien) und Evakuierten beträchtlich erhöht.[3]

Im Herbst des Jahres 1944 mussten in Bokel 220 Personen untergebracht werden, die vornehmlich in Bremerhaven nach Bombenangriffen ihre Wohnungen verloren hatten. Durch das Deutsche Wohnungshilfswerk sollten in ländlichen Gemeinden Behelfsheime geschaffen werden. In Bokel sollten zehn davon gebaut werden.[4]

„Bis Kriegsende wurden fünf dieser Behelfsheime fertig und bezogen: zwei auf dem Bätjerplatz (...), zwei auf dem Hof Seebeck und eins in der Seebeckstraße (...). Die restlichen in Langenfelde (...), Kransmoor (...) und auf dem Lehdeberg (...) vorgesehenen Bauten wurden, da die Materialbeschaffung sehr schwierig war, nicht fertig gestellt.“

Arbeitskreis "Buch: 900 Jahre Bokel": Geschichte und Geschichten, siehe Literatur, S. 115

Nach 1945 entstand durch Zuzug von Flüchtlingen und Vertriebenen sowie verbliebenen Evakuierten ein neuer Ortsteil: die Siedlung Lehdeberg.

Der Versuch in den 1960er Jahren, Bokel und die Nachbargemeinde Stubben zu einer politischen Gemeinde zusammenzuschließen, scheiterte. Damit wurde möglicherweise die Chance vertan, bei der Verwaltungsreform um 1970 Sitz der Samtgemeinde zu werden. 1971 wurde Bokel eine der neun Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Beverstedt.

Seit dem 1. November 2011 ist Bokel ein Ortsteil der Einheitsgemeinde Beverstedt.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

877 Einwohner (1885) 1285 Einwohner (1925) 1392 Einwohner (1933) 1370 Einwohner (1939)

Quelle: Deutsche Verwaltungsgeschichte

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat vor der Bildung der Einheitsgemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Kommunalwahl 2006 setzte sich der Gemeinderat zusammen aus:

  • CDU: 5 Ratsmitglieder
  • SPD: 7 Ratsmitglieder
  • FDP: 1 Ratsmitglied

Letzter Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Letzter Bürgermeister war Volker Lüdke (SPD).

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsvorsteher von Bokel ist Heinz Becker (SPD).[6]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Bokeler Wappens[7] stammt von dem in Isernhagen geborenen und später in Hannover lebenden Heraldiker und Wappenmaler Gustav Völker, der auch schon die Wappen von Altluneberg, Appeln, Axstedt und vielen anderen Ortschaften im Landkreis Cuxhaven entworfen hat.

Wappen von Bokel (Beverstedt)
Wappenbeschreibung: „In Grün eine bewurzelte silberne Buche mit vier Ästen, deren Stamm mit einer goldenen Sense in Querstellung belegt ist.“
Wappenbegründung: Die Buche erinnert an die Deutung des schon 1105 als "Bochla" urkundlich erwähnten Ortsnamens als Buchengehölz. Die vier Äste weisen auf die vier Ortsteile "Haßbüttel", "Seebeck", "Kransmoor" und "Langenfelde" hin. Die Sense ist ein Sinnbild der Landwirtschaft, des Haupterwerbszweiges der Gemeinde.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Geschichte und Geschichten eines Dorfes, hrsg. von der Gemeinde Bokel Arbeitskreis "Buch: 900 Jahre Bokel", 2010, erhältlich bei der Gemeinde Bokel

Sagen und Legenden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vom roten Paul[8]
  • Die Bokeler lassen sich beschwichtigen[9]
  • Die Glockenkuhle bei Gackau[10]
  • Die "Sieben Berge"[11][10]
  • Speckdiebe[10]
  • Die gute alte Zeit[10]
  • Der gute Trick[10]
  • Pulterabendgeschichte[12][10]
  • De Bokeler Hemdböxen[10]
  • De lütje Emmi wörr krank[10]
  • De Wienprov[10]
  • Een Trauersfall[10]
  • Ökelnaam[10]
  • Spektokel met den Liekenwogen[10]
  • De Knech Jan[10]
  • Sängerfest in Oldenbüttel[10]
  • Sülbern Hochtied[10]
  • De Verwandtschaft[10]
  • Een Virus in'n Bus[10]
  • De Slinghals[10]
  • Son'n neet Ding[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bokel (Landkreis Cuxhaven) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geschichte und Geschichten eines Dorfes (siehe Literatur), S. 11 ff
  2. Eine Moorkate aus Kransmoor hatte eine "märchenhafte Karriere": 1910 gelangte sie in eine Ausstellung des Bremer Überseemuseums, dort überstand sie unbeschadet den 2. Weltkrieg, wurde ab 1961 Blickfang einer Ausstellung über den Torf und kam 1976 in das Freilichtmuseum Speckenbüttel in Bremerhaven.(Quelle: Geschichte und Geschichten eines Dorfes [siehe Literatur], S. 58 und Fotos auf S. 143)
  3. Berichte von Flucht und Vertreibung in Geschichte und Geschichten, (siehe Literatur), S. 116–120
  4. Geschichte und Geschichten, (siehe Literatur), S. 115
  5. Gesetz über die Neubildung der Gemeinde Beverstedt, Landkreis Cuxhaven. Vom 17. Februar 2011
  6. Die Ortsvorsteher der Gemeinde Beverstedt. Auf: Internetseite der Gemeinde Beverstedt, abgerufen am 25. Mai 2017
  7. Landkreis Wesermünde: Wappen des Landkreises Wesermünde. Verlag: Grassé Offset, Bremerhaven/Wesermünde 1973, ISBN 3-980031-80-2
  8. Heinrich Mahler, Sagen der Heimat, 1961, neu abgedruckt in „Hake Betken siene Duven“ Das Sagenbuch von Elb- und Wesermündung ISBN 3-931771-16-4 von den Männern vom Morgenstern und in Geschichte und Geschichten eines Dorfes,(siehe Literatur), S. 342
  9. Heinrich Mahler, Sagen der Heimat, 1961, neu abgedruckt in „Hake Betken siene Duven“ Das Sagenbuch von Elb- und Wesermündung ISBN 3-931771-16-4 von den Männern vom Morgenstern und in Geschichte und Geschichten eines Dorfes,(siehe Literatur), S. 343
  10. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s in: Geschichte und Geschichten eines Dorfes, (siehe Literatur), S. 344–360
  11. Hans Müller-Brauel, Die vorgeschichtlichen Denkmäler des Kreises Wesermünde, Jahrbuch der Männer vom Morgenstern, 1910
  12. Jan Klön, Mine meenung an'n Stammdisch, Wesermünder Neueste Nachrichten