Bokel (Beverstedt)

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Bokel
Gemeinde Beverstedt
Wappen von Bokel
Koordinaten: 53° 23′ 47″ N, 8° 46′ 21″ O
Höhe: 9 m ü. NHN
Fläche: 20,96 km²[1]
Einwohner: 2410 (20. Nov. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 115 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. November 2011
Postleitzahl: 27616
Vorwahl: 04748
Bokel (Niedersachsen)
Bokel

Lage von Bokel in Niedersachsen

Bokel in der Einheitsgemeinde Beverstedt
Bokel in der Einheitsgemeinde Beverstedt
Die Ortschaften in der Einheitsgemeinde Beverstedt
Bokel von oben

Bokel (niederdeutsch Bokel) ist eine Ortschaft in der Einheitsgemeinde Beverstedt im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft Bokel befindet sich im südwestlichen Teil der Einheitsgemeinde Beverstedt. Der Ort liegt im Elbe-Weser-Dreieck im Süden des Landkreises Cuxhaven.

Ortsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bokel (Hauptort)
  • Haßbüttel
  • Kransmoor
  • Langenfelde
  • Seebeck

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hollen Lunestedt – Ortsteil Freschluneberg Stubben
Hollen – Ortsteil Heise Nachbargemeinden
Bramstedt
(Einheitsgemeinde Hagen im Bremischen)
Bramstedt – Ortsteil Lohe
(Einheitsgemeinde Hagen im Bremischen)
Holste
(Samtgemeinde HambergenLandkreis Osterholz)

Axstedt
(Samtgemeinde Hambergen – Landkreis Osterholz)

(Quelle:[2])

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bokel gehört zu den ältesten Siedlungen dieser Geest und wurde urkundlich erstmals im Jahre 1110 als „Bockla“ (Buchenwald) erwähnt.[3] Jahrhundertelang bildeten ein Teil der Hauptstraße sowie der Bock- und der Mühlenstraße das eigentliche Dorf. Nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618–48) erfolgte die Besiedlung des Brinks. Das Dorf entwickelte sich langsam von 38 Feuerstellen im Jahre 1718 bis auf 50 Feuerstellen im Jahre 1791. Die Bewohner trieben fast alle Ackerbau und Viehzucht und waren überwiegend gegenüber den damaligen Grundherren (Stotel, Wersebe, Kloster Lilienthal) abgabenpflichtig. Die Gemeinschaftsteilungen und Lastenablösungen fanden erst ab 1818 statt. 1894 gehörte Bokel zum Kreis Geestemünde, Amtsgericht Hagen, Post Bokel; 1927 kam die Zugehörigkeit zum Finanzamt Wesermünde-Land.

Mit der Entstehung der Moorkolonien Kransmoor (um 1830)[4][5] und Langenfelde (um 1880) sowie der Eröffnung der Eisenbahnlinie Bremen-Geestemünde (1862) mit der Station Stubben veränderte sich die Gemeinde in mancher Hinsicht:

  • Die Einwohnerzahl stieg bis zum Jahre 1900 auf 1073.
  • Handwerker und Gewerbetreibende ließen sich in größerer Zahl nieder.
  • Molkerei (1904), Post (1907) und Bahn boten neue Arbeitsplätze.
  • Die Hauptstraße (Landesstraße 134) wurde 1851 gepflastert, 1892/93 erneuert und 1928 verbreitert. In den Jahren 1988 und 1989 wurde sie grundlegend erneuert, beidseitig mit Rad- und Fußweg versehen und mit einer Regenwasserleitung ausgestattet.

Nach dem Ersten Weltkrieg und besonders deutlich nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich die Einwohnerzahl der Gemeinde durch die Eingliederung der Vertriebenen (hauptsächlich aus Westpreußen und Bessarabien) und Evakuierten beträchtlich erhöht.[6]

Im Herbst des Jahres 1944 mussten in Bokel 220 Personen untergebracht werden, die vornehmlich in Bremerhaven nach Bombenangriffen ihre Wohnungen verloren hatten. Durch das Deutsche Wohnungshilfswerk sollten in ländlichen Gemeinden Behelfsheime geschaffen werden. In Bokel sollten zehn davon gebaut werden.[7]

„Bis Kriegsende wurden fünf dieser Behelfsheime fertig und bezogen: zwei auf dem Bätjerplatz (…), zwei auf dem Hof Seebeck und eins in der Seebeckstraße (…). Die restlichen in Langenfelde (…), Kransmoor (…) und auf dem Lehdeberg (…) vorgesehenen Bauten wurden, da die Materialbeschaffung sehr schwierig war, nicht fertig gestellt.“

Gemeinde Bokel – Arbeitskreis: Buch: Geschichte und Geschichten eines Dorfes. 900 Jahre Bokel. Selbstverlag, Bokel 2010, S. 115.

Nach 1945 entstand durch Zuzug von Flüchtlingen und Vertriebenen sowie verbliebenen Evakuierten ein neuer Ortsteil: die Siedlung Lehdeberg.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Versuch in den 1960er Jahren, Bokel und die Nachbargemeinde Stubben zu einer politischen Gemeinde zusammenzuschließen, scheiterte. Damit wurde möglicherweise die Chance vertan, bei der Verwaltungsreform um 1970 Sitz der Samtgemeinde zu werden. 1971 wurde Bokel eine der neun Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Beverstedt.

Seit dem 1. November 2011 ist Bokel eine Ortschaft in der Einheitsgemeinde Beverstedt.[8][9]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Quelle
1885 0877 [10]
1910 1206 [11]
1925 1285 [10]
1933 1392
1939 1370
1950 2182 [12]
1956 2063
1961 2031 [13]
1970 2179
1973 2184 [14]
Jahr Einwohner Quelle
1975 2180 ¹ [15]
1980 2273 ¹ [16]
1985 2362 ¹
1990 2237 ¹
1995 2496 ¹
2000 2635 ¹
2005 2612 ¹
2010 2511 ¹
2016 24360 [17]
2019 24100 [1]

¹ jeweils zum 31. Dezember

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat und Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf kommunaler Ebene wird die Ortschaft Bokel vom Beverstedter Gemeinderat vertreten.

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsvorsteher von Bokel ist Stefan Somnitz (SPD).[1]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Kommunalwappens von Bokel stammt von dem Heraldiker und Wappenmaler Gustav Völker, der zahlreiche Wappen im Landkreis Cuxhaven erschaffen hat.[18]

Wappen von Bokel
Blasonierung: „In Grün eine bewurzelte silberne Buche mit vier Ästen, deren Stamm mit einer goldenen Sense in Querstellung belegt ist.“[18]
Wappenbegründung: Die Buche erinnert an die Deutung des schon 1105 als Bochla urkundlich erwähnten Ortsnamens als Buchengehölz. Die vier Äste weisen auf die vier Ortsteile Haßbüttel, Seebeck, Kransmoor und Langenfelde hin. Die Sense ist ein Sinnbild der Landwirtschaft, des Haupterwerbszweiges der Gemeinde.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Denkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Bokel steht ein Kriegerdenkmal für die Gefallenen und Vermissten aus dem Ersten[19] und Zweiten Weltkrieg.[20][21]

Naturdenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eine Eiche (Verordnungsdatum 2. Oktober 1995)

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen

  • Volker Lüdke (* 1929), Politiker (SPD), Ehrenbürgermeister, war 39 Jahre lang Bürgermeister von Bokel[22]
  • Daniela Behrens (* 1968), Politikerin (SPD) und Mitglied des Niedersächsischen Landtages (2007–2013), Staatssekretärin des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (2013–2017), war bis zur Auflösung der Gemeinde 2011 Ratsfrau in Bokel

Sagen und Legenden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Een Trauersfall[26]
  • Ökelnaam[26]
  • Spektokel met den Liekenwogen[26]
  • De Knech Jan[26]
  • Sängerfest in Oldenbüttel[26]
  • Sülbern Hochtied[26]
  • De Verwandtschaft[26]
  • Een Virus in’n Bus[26]
  • De Slinghals[26]
  • Son’n neet Ding[26]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz Hörmann, Ude Meyer, Christian Morisse, Eberhard Nehring, Irmgard Seghorn, Egon Stuve, Else Syassen: Flurnamensammlung Wesermünde – Die Flurnamen des Grundsteuerkatasters von 1876. Hrsg.: Kulturstiftung der Kreissparkasse Wesermünde (= Neue Reihe der Sonderveröffentlichungen der Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. Band 27). Männer vom Morgenstern Verlag, Bremerhaven 1995, ISBN 3-931771-27-X, S. 4 ([Digitalisat (Memento vom 26. Oktober 2007 im Internet Archive) ] [PDF; 431 kB; abgerufen am 23. Oktober 2019]).
  • Gemeinde Bokel – Arbeitskreis (Hrsg.): Geschichte und Geschichten eines Dorfes. 900 Jahre Bokel. Selbstverlag, Bokel 2010.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bokel – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Informationen über Bokel. In: Webseite Gemeinde Beverstedt. 20. November 2019, abgerufen am 3. Juli 2021.
  2. Übersichtskarte Landkreis Cuxhaven. (Nicht mehr online verfügbar.) In: cuxland-gis.landkreis-cuxhaven.de. November 2016, archiviert vom Original am 11. Dezember 2019; abgerufen am 5. Januar 2021.
  3. Gemeinde Bokel – Arbeitskreis (Hrsg.): Geschichte und Geschichten eines Dorfes. 900 Jahre Bokel. Selbstverlag, Bokel 2010, S. 11 ff.
  4. Eine Moorkate aus Kransmoor hatte eine „märchenhafte Karriere“: 1910 gelangte sie in eine Ausstellung des Bremer Überseemuseums, dort überstand sie unbeschadet den 2. Weltkrieg, wurde ab 1961 Blickfang einer Ausstellung über den Torf und kam 1976 in das Freilichtmuseum Speckenbüttel in Bremerhaven.
  5. Gemeinde Bokel – Arbeitskreis (Hrsg.): Geschichte und Geschichten eines Dorfes. 900 Jahre Bokel. Selbstverlag, Bokel 2010, S. 58 und Fotos auf S. 143.
  6. Gemeinde Bokel – Arbeitskreis (Hrsg.): Geschichte und Geschichten eines Dorfes. 900 Jahre Bokel. Berichte von Flucht und Vertreibung. Selbstverlag, Bokel 2010, S. 116–120.
  7. Gemeinde Bokel – Arbeitskreis (Hrsg.): Geschichte und Geschichten eines Dorfes. 900 Jahre Bokel. Berichte von Flucht und Vertreibung. Selbstverlag, Bokel 2010, S. 115.
  8. Gesetz über die Neubildung der Gemeinde Beverstedt, Landkreis Cuxhaven. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Niedersächsisches Vorschrifteninformationssystem (NI-VORIS). 17. Februar 2011, archiviert vom Original am 18. September 2018; abgerufen am 3. Juli 2021.
  9. Gesetz über die Neubildung der Gemeinde Beverstedt, Landkreis Cuxhaven. In: Niedersächsische Staatskanzlei (Hrsg.): Niedersächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt (Nds. GVBl.). Nr. 5/2011. Hannover 17. Februar 2011, S. 61, S. 3 (Digitalisat [PDF; 155 kB; abgerufen am 3. Juli 2021]).
  10. a b Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Wesermünde. (Siehe unter: Nr. 10; Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  11. Ulrich Schubert: Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Landkreis Geestemünde. Angaben vom 1. Dezember 1910. In: gemeindeverzeichnis.de. 14. März 2021, abgerufen am 3. Juli 2021.
  12. Statistisches Bundesamt Wiesbaden (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland – Ausgabe 1957 (Bevölkerungs- und Gebietsstand 25. September 1956, für das Saarland 31. Dezember 1956). W. Kohlhammer, Stuttgart 1958, S. 192 (Digitalisat).
  13. Statistisches Bundesamt Wiesbaden (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland – Ausgabe 1971 (Bevölkerungsstand: 27. Mai 1970, Gebietsstand 1. Januar 1971). W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1971, S. 104 (Digitalisat).
  14. Niedersächsisches Landesverwaltungsamt (Hrsg.): Gemeindeverzeichnis für Niedersachsen. Gemeinden und Gemeindefreie Gebiete. Eigenverlag, Hannover 1. Januar 1973, S. 47, Landkreis Wesermünde (Digitalisat [PDF; 21,3 MB; abgerufen am 3. Juli 2021]).
  15. Gemeinden in Deutschland nach Fläche und Bevölkerung. (XLSX; 896 kB) In: Webseite Destatis. Statistisches Bundesamt, 31. Dezember 1975, abgerufen am 3. Juli 2021 (Siehe unter: Niedersachsen, Nr. 1908).
  16. Gemeindeverzeichnis – Archiv – Regionale Gliederung – Jahresausgaben – Niedersachsen. (Alle politisch selbständigen Gemeinden im EXCEL-Format). In: Webseite Destatis. Statistisches Bundesamt, abgerufen am 3. Juli 2021.
  17. Informationen über Bokel. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webseite Gemeinde Beverstedt. 16. November 2016, archiviert vom Original am 30. März 2017; abgerufen am 11. Dezember 2019.
  18. a b Landkreis Wesermünde (Hrsg.): Wappen des Landkreises Wesermünde. Grassé Offset Verlag, Bremerhaven/Wesermünde 1973, ISBN 3-9800318-0-2.
  19. Grabsteine – Bokel (Beverstedt, Cuxhaven) – Kriegerdenkmal – 1. Weltkrieg. In: grabsteine.genealogy.net. 2007, abgerufen am 3. Juli 2021.
  20. Grabsteine – Bokel (Beverstedt, Cuxhaven) – Kriegerdenkmal – 2. Weltkrieg. In: grabsteine.genealogy.net. 2007, abgerufen am 3. Juli 2021.
  21. Gefallenendenkmal – Bokel, Landkreis Cuxhaven, Niedersachsen. In: Onlineprojekt Gefallenendenkmäler. September 2007, abgerufen am 3. Juli 2021.
  22. Jens Gehrke: „Pioniere“ hören auf: Gemeinde Beverstedt verabschiedet Ratsmitglieder. In: Webseite Nord 24. 27. September 2016, abgerufen am 3. Juli 2021.
  23. a b Eberhard Michael Iba, Heide Gräfing-Refinger: Hake Betken siene Duven. Das große Sagenbuch aus dem Land an Elb- und Wesermündung. Hrsg.: Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung (= Neue Reihe der Sonderveröffentlichungen des Heimatbundes der Männer vom Morgenstern. Band 16). 3. Auflage. Eigenverlag, Bremerhaven 1999, ISBN 3-931771-16-4, S. 207–208.
  24. Gemeinde Bokel – Arbeitskreis (Hrsg.): Geschichte und Geschichten eines Dorfes. 900 Jahre Bokel. Selbstverlag, Bokel 2010, S. 342.
  25. Gemeinde Bokel – Arbeitskreis (Hrsg.): Geschichte und Geschichten eines Dorfes. 900 Jahre Bokel. Selbstverlag, Bokel 2010, S. 343.
  26. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s Gemeinde Bokel – Arbeitskreis (Hrsg.): Geschichte und Geschichten eines Dorfes. 900 Jahre Bokel. Selbstverlag, Bokel 2010, S. 344–360.
  27. Hans Müller-Brauel: Die vorgeschichtlichen Denkmäler des Kreises Wesermünde. In: Jahrbuch der Männer vom Morgenstern. Bremerhaven 1910.
  28. Jan Klön: Mine meenung an’n Stammdisch. In: Wesermünder Neueste Nachrichten.