Axstedt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Axstedt
Axstedt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Axstedt hervorgehoben
Koordinaten: 53° 21′ N, 8° 46′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Osterholz
Samtgemeinde: Hambergen
Höhe: 15 m ü. NHN
Fläche: 10,7 km²
Einwohner: 1144 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 107 Einwohner je km²
Postleitzahl: 27729
Vorwahl: 04748
Kfz-Kennzeichen: OHZ
Gemeindeschlüssel: 03 3 56 001
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
An der Borg
27729 Axstedt
Webpräsenz: www.axstedt.de
Bürgermeister: Udo Mester (SPD)
Lage der Gemeinde Axstedt im Landkreis Osterholz
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Über dieses Bild

Axstedt ist eine Gemeinde der Samtgemeinde Hambergen und liegt am Nordrand des Landkreises Osterholz in Niedersachsen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Axstedt liegt in der norddeutschen Tiefebene ca. 35 Kilometer nördlich von Bremen und ca. 30 Kilometer südlich von Bremerhaven. Landschaftlich geprägt ist der Ort durch seine Lage in der Wesermünder Geest, einem eiszeitlichen Endmoränengebiet. Durch die Gemeinde fließt der kleine Wiesenfluss Billerbeck, ein Zufluss der Lune.

Mit 10 Quadratkilometern ist Axstedt die kleinste Gemeinde innerhalb der Samtgemeinde Hambergen. Erst durch die Gebietsreform von 1974 kam Axstedt zur Samtgemeinde Hambergen. Zuvor war sie eine selbständige Gemeinde im Landkreis Wesermünde und gleichzeitig Grenzgemeinde zum Landkreis Osterholz.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Axstedt grenzt im Süden an die Gemeinde Lübberstedt, im Osten an die Gemeinde Holste. Nördlich liegt die Gemeinde Bokel im Landkreis Cuxhaven. Westlich befindet sich die Einheitsgemeinde Hagen im Bremischen (ebenfalls Landkreis Cuxhaven).

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Grundschule am Billerbeck in Axstedt lernen Kinder der Klassenstufe 1 bis 4[2].

Die Kindertagesstätte Axstedt[3] liegt in unmittelbarer Nähe zur Grundschule und Turnhalle und betreut Kinder aus den Gemeinden Axstedt, Holste und Lübberstedt.

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Axstedt gehört zur evangelischen St. Jacobi-Kirchengemeinde Bramstedt[4] und zur katholischen katholischen Kirchengemeinde Heilige Familie in Osterholz-Scharmbeck[5].

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früh- und Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hünensteine bei Axstedt liegen nordwestlich des Dorfes. Die Gemeindechronik gibt Aufschluß über zwei Erklärungsmöglichkeiten für den Ortsnamen. Zum einen wird vermutet, daß das Dorf nach einem bedeutenden Mann namens „Ake“ benannt wurde. Er soll an der Billerbeck bei der heutigen Schmiede gewohnt haben. Dieser Ort hieß zunächst „Akes Stätte“, woraus sich der Name Axstedt entwickelt haben könnte. Eine andere Erklärung deutet den Namen als Ableitung aus dem Althochdeutschen, in dem „a“, „aha“ und „ak“ die Bezeichnung für Wasser waren. Axstedt wäre also in diesem Sinne die „Stätte am Wasser“. In den Dokumenten finden sich verschiedene Schreibweisen des Namens. Erstmals erwähnt wird es 1105 unter dem Namen „Achenstedi“, im Jahre 1110 als „Achensted“ geschrieben, 1418 dann als „Axstede“.[6]

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 16. Jahrhundert wird von acht Axstedter Höfen berichtet, 1718 zählte man bereits 24 und 1791 37 Feuerstellen Das Axstedter Gebiet war immer schon reich an Wäldern. Es ist also nicht verwunderlich, daß dort oft Wölfe beobachtet wurden. Im Jahre 1675 fand in Axstedt die letzte Wolfsjagd statt[7].

19. und 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Bau der Bahnlinie zwischen Bremen und Geestemünde, die der Gemeinde durch Grundstücksverkäufe viel Geld einbrachte, wurde Axstedt mit „der Welt“ verbunden. Allerdings lehnte man aus Angst vor Fremden ab, das Bahnhofsgebäude im Ort in der Nähe des Friedhofs zu errichten und legte die Station an den Dorfrand.

Durch die Einrichtung eines Munitionsdepots kurz vor dem 2. Weltkrieg erhielt die Gemeinde einen Platz in der unrühmlichen Geschichte des Nationalsozialismus weit über die Gemeindegrenzen hinaus. Vom Herbst 1939 bis Mitte 1940 waren 7 Barackenlager des Reichsarbeitsdienstes (RAD) und der Wehrmacht in Axstedt und der Nachbargemeinde Lübberstedt entstanden. Die Nutzung als „MUNA“ begann im August 1941. 60 Bunker für die Lagerung von Munition wurden gebaut. Produziert wurden Seeminen und Flak-Munition. Die Aufsicht lag in den Händen von deutschen dienstverpflichteten Frauen und Gefolgschaftsleuten. Die Arbeit musste im Wesentlichen von ca. 1.600 Zwangsarbeitern und -arbeiterinnen erledigt werden. Es waren Ostarbeiter und -innen, Kriegsgefangene und 500 jüdische Frauen aus Ungarn. Sie kamen am 21. August 1944 aus dem KZ Auschwitz und wurden im KZ-Außenlager von Neuengamme in Lübberstedt-Bilohe untergebracht. Am 20. April 1945 wurde dieses Lager evakuiert. Die Arbeiterinnen wurden mit einem Zug abtransportiert, in dem auch mehrere Waggons mit Munition mitgeführt wurden. In der Nähe von Eutin und Plön wurde der Zug von britischen Fliegern am 3. Mai 1945 bombardiert. Die Frauen nutzten teilweise die Gelegenheit zur Flucht. Von den 500 Frauen überlebten nur ca. 380 den Krieg. Der Produktionsbereich und einige Bunker der Muna wurden am Kriegsende von der Wehrmacht gesprengt.

Nach Kriegsende sollte das große Gelände ursprünglich zivilen Zwecken zugeführt werden, stattdessen wurde 1956 das insgesamt 520 Hektar große Gelände von der Bundeswehr als Munitionsdepot beibehalten und eine Bundeswehreinheit in Axstedt stationiert. Die Bevölkerungszahl stieg sprunghaft an. Obwohl die Anzahl der Arbeitsplätze in beiden Einrichtungen deutlich zurückging, hatte die sogenannte „MUNA“ für Axstedt und die Umlandgemeinden stets eine beachtliche wirtschaftliche Bedeutung. Im Zuge der Truppenverringerung verringerte sich die Zahl der stationierten Soldaten stetig bis zur endgültigen Aufgabe des Munitionsdepots im Jahre 2009.[8][9].

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Axstedt bildet seit der Gebietsreform im Jahre 1974 mit den Gemeinden Hambergen, Holste, Lübberstedt und Vollersode die Samtgemeinde Hambergen. Der Ort gehörte davor zum Landkreis Wesermünde.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehrsmäßiger Anschluss besteht mit dem Bahnhof Lübberstedt, der im Axstedter Ortsteil Wohlthöfen liegt, an die Bahnstrecke Bremen–Bremerhaven (–Cuxhaven). Die Autobahn 27 (Walsrode–Cuxhaven) ist 17 km entfernt und über die Landstraße 134 erreichbar. Die Hauptverkehrsanbindung an die Kreisstadt Osterholz-Scharmbeck und das Oberzentrum Bremen bildet die 11 km entfernte Bundesstraße 74 BremenStade.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Axstedt bietet eine Infrastruktur für den Alltag mit Bäckerei und Lebensmittelhandel, einer Gaststätte mit Kegelbahn und Festsaal, zwei Friseurgeschäften, Bankautomatstation der Volksbank sowie zwei KFZ-Werkstätten und Autohandelsfirmen sowie einer Tankstelle mit Raiffeisenmarktmarkt am Bahnhof Lübberstedt.

Berühmte Söhne und Töchter des Dorfes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Axstedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. http://www.gs-am-billerbeck.de/
  3. http://www.hambergen.de/portal/seiten/kindertagesstaette-axstedt-902000133-21001.html
  4. http://kirche-bramstedt.de/
  5. http://www.heilige-familie-ohz.de/bho/dcms/sites/bistum/pfarreien/osterholz/index.html
  6. http://www.hambergen.de/portal/seiten/chronik-axstedt-902000021-21001.html
  7. http://www.hambergen.de/portal/seiten/chronik-axstedt-902000021-21001.html
  8. http://www.hambergen.de/portal/seiten/chronik-axstedt-902000021-21001.html
  9. http://www.weser-kurier.de/region/osterholzer-kreisblatt_artikel,-Teil-des-Muna-Gelaendes-verkauft-_arid,494734.html