Heerstedt

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Gemeinde Beverstedt
Wappen von Heerstedt
Koordinaten: 53° 27′ 48″ N, 8° 45′ 24″ O
Höhe: 8 m ü. NHN
Fläche: 18,89 km²[1]
Einwohner: 436 (20. Nov. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 23 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. November 2011
Postleitzahl: 27616
Vorwahl: 04747
Heerstedt (Niedersachsen)
Heerstedt

Lage von Heerstedt in Niedersachsen

Heerstedt in der Einheitsgemeinde Beverstedt
Heerstedt in der Einheitsgemeinde Beverstedt

Heerstedt (niederdeutsch Heerst) ist eine Ortschaft in der Einheitsgemeinde Beverstedt im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaften in der Einheitsgemeinde Beverstedt

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt zwischen Bremerhaven und Beverstedt. Auf seinem Gebiet liegt das Naturschutzgebiet Bülter See und Randmoore.

Ortsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dohren
  • Heerstedt (Hauptort)
  • Lohe

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Donnern
(Einheitsgemeinde Loxstedt)
Wehdel
(Einheitsgemeinde Schiffdorf)
Stinstedt
(Einheitsgemeinde Loxstedt)
Nachbargemeinden Wollingst
Lunestedt – Ortsteil Westerbeverstedt Ortschaft Beverstedt – Ortsteil Wehldorf

(Quelle:[2])

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heerstedt wird im 12. Jahrhundert erstmals erwähnt. Ein Schalenstein ist vom Ortsheimatpfleger genauer beschrieben. Er ist an der Einfahrt zu einem Kartoffel- und Gemüseladen an der B 71 zu besichtigen. Bekanntes Denkmal ist die Steinkiste von Heerstedt.

Der Brand- und Lobetag erinnert an Ereignisse der Ortschaft. Das eine Ereignis geschah am 18. Juni 1817 in Heerstedt: An diesem Tag brannte fast das ganze Dorf ab. 50 der 70 Gebäude des Dorfes wurden in kurzer Zeit ein Raub der Flammen. Löscharbeiten waren schwierig, weil nicht genug Wasser zur Verfügung stand und weil die meisten der 150 Einwohner bei der Arbeit auf dem Felde waren. In rund drei Jahren konnten 20 Gebäude wieder erstellt werden. Der Lobetag geht auf die Geschichte des Ortsteils Lohe zurück. Die Loher Bewohner gedenken der Verschonung des Ortes bei einem heftigen Gewitter. Als die beiden Orte nach dem Zweiten Weltkrieg zusammenwuchsen, wurden der Heerstedter Brandtag und der Loher Lobetag zusammengefasst.[3]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lohe und Dohren waren ursprünglich selbständige Gemeinden und wurden am 1. April 1929 nach Heerstedt eingemeindet.[4] 1971 wurde die Gemeinde Heerstedt eine der neun Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Beverstedt.

Seit dem 1. November 2011 ist Heerstedt eine Ortschaft in der Gemeinde Beverstedt.[5][6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Quelle
1910 0269 ¹ [7]
1925 0262 ² [8]
1933 362
1939 354
1950 600 [9]
1956 528
1961 513 [10]
1970 536
1973 509 [11]
1975 0493 ³ [12]
Jahr Einwohner Quelle
1980 506 ³ [13]
1985 514 ³
1990 468 ³
1995 445 ³
2000 510 ³
2005 499 ³
2010 453 ³
2016 4350 [14]
2019 4360 [1]
0 0 0

¹ die 1929 eingemeindeten Orte Dohren (= 11 Einwohner) und Lohe (= 65 Einwohner) mit einberechnet
² die 1929 eingemeindeten Orte Dohren und Lohe mit einberechnet (ohne Einwohnerangaben)
³ jeweils zum 31. Dezember

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat und Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf kommunaler Ebene wird die Ortschaft Heerstedt vom Gemeinderat aus Beverstedt vertreten.

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsvorsteher von Heerstedt ist Manfred Tönjes (CDU). Die Amtszeit läuft von 2016 bis 2021.[1][15]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Kommunalwappens von Heerstedt stammt von dem Heraldiker und Wappenmaler Albert de Badrihaye, der zahlreiche Wappen im Landkreis Cuxhaven erschaffen hat.[16]

Wappen von Heerstedt
Blasonierung: „In Blau ein goldener Hügel belegt mit einer schwarzen Holzschale mit Ziernagelung, überhöht von drei goldenen durchbrochenen Rauten in Balkenstellung.“[16]
Wappenbegründung: Das Wappen erinnert daran, dass 1938 bei Heerstedt in einem Grabhügel aus der älteren Bronzezeit eine Holzschale gefunden worden ist. Die drei Rauten als Odalsrunen deuten auf die drei Ortsteile: Lohe, Heerstedt und Dohren.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Galerieholländer-Mühle

Steinkiste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nordöstlich des Ortes befindet sich die Steinkiste von Heerstedt, eine Grabanlage aus der Zeit von 1500 v. Chr.

Schalen- und Gedenkstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Am Eingang des Ladens Kartoffel & Co an der Hauptstraße liegt ein in Heerstedt gefundener Schalenstein.
  • Am 18. Juni 2017 wurde ein Gedenkstein mit Tafel aufgestellt, der an den Brand- und Lobetag von 1817 erinnert

Denkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Heerstedt steht ein Kriegerdenkmal für die Gefallenen und Vermissten aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg.[17][18]

Naturdenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eine Eiche (Verordnungsdatum 2. Oktober 1995)

Fotogalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt eine Mehrzweckhalle, die dem TSV als Übungsstätte dient (wie auch der benachbarte Sportplatz), darüber hinaus dient sie als Versammlungsraum bei Festen im Ort.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Von 1979 bis 2016 fanden in der Diskothek KASBA music hall regelmäßige Tanzveranstaltungen statt.
  • Gegenüber der Mehrzweckhalle öffnete einige Jahre lang im Spätsommer ein Maislabyrinth.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der ehemaligen Schule neben der Mehrzweckhalle war ein Kinderspielkreis eingerichtet. Nachdem der im Sommer 2010 geschlossen wurde, haben dort zwei Tagesmütter ihre Einrichtung eröffnet. Regelmäßige Seniorennachmittage finden dort aber weiterhin statt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesstraße 71, die den Ort unter anderem an Bremerhaven anbindet, durchzieht den Ort als Hauptverkehrsader. Von ihr gehen nahezu alle anderen Straßen ab.

Sagen und Legenden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heerstedt brennt[19]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz Hörmann, Ude Meyer, Christian Morisse, Eberhard Nehring, Irmgard Seghorn, Egon Stuve, Else Syassen: Flurnamensammlung Wesermünde – Die Flurnamen des Grundsteuerkatasters von 1876. Hrsg.: Kulturstiftung der Kreissparkasse Wesermünde (= Neue Reihe der Sonderveröffentlichungen der Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. Band 27). Männer vom Morgenstern Verlag, Bremerhaven 1995, ISBN 3-931771-27-X, S. 10 ([Digitalisat (Memento vom 26. Oktober 2007 im Internet Archive) ] [PDF; 431 kB; abgerufen am 23. Oktober 2019]).
  • Publikationen im Niederdeutschen Heimatblatt:
    • Walter Noeske: 200 Jahre Brand- und Lobetag in Heerstedt. Gedenken an eine große Brandkatastrophe im Jahr 1817. In: Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. (Hrsg.): Niederdeutsches Heimatblatt. Nr. 811. Nordsee-Zeitung GmbH, Bremerhaven Juli 2017, S. 3 (Digitalisat [PDF; 3,3 MB; abgerufen am 14. Juli 2019]).
    • Walter Noeske: Der Schalenstein von Heerstedt. Beleg für die Kulturgeschichte der Menschen in Weser-Elbe-Raum. In: Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. (Hrsg.): Niederdeutsches Heimatblatt. Nr. 814. Nordsee-Zeitung GmbH, Bremerhaven Oktober 2017, S. 2 (Digitalisat [PDF; 5,4 MB; abgerufen am 12. Juli 2019]).
    • Walter Noeske: Der Turmhügel von Dohren. Zum Fund baulicher Spuren eines mittelalterlichen Turmes in der Nähe von Heerstedt. In: Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. (Hrsg.): Niederdeutsches Heimatblatt. Nr. 822. Nordsee-Zeitung GmbH, Bremerhaven Juni 2018, S. 2, 4 (Digitalisat [PDF; 5,7 MB; abgerufen am 21. Juni 2019]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Heerstedt – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Informationen über Heerstedt. In: Webseite Gemeinde Beverstedt. 20. November 2019, abgerufen am 21. November 2019.
  2. Übersichtskarte Landkreis Cuxhaven. (Nicht mehr online verfügbar.) In: cuxland-gis.landkreis-cuxhaven.de. November 2016, archiviert vom Original am 11. Dezember 2019; abgerufen am 26. März 2021.
  3. Walter Noeske: Gedenktag mit langer Tradition. In: Beverstedter Rundschau. 2017, S. 12 f. (Frühjahrsausgabe).
  4. Ortsfamilienbuch Heerstedt. In: genealogienetz.de. Abgerufen am 25. März 2018.
  5. Gesetz über die Neubildung der Gemeinde Beverstedt, Landkreis Cuxhaven. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Niedersächsisches Vorschrifteninformationssystem (NI-VORIS). 17. Februar 2011, archiviert vom Original am 18. September 2018; abgerufen am 25. August 2021.
  6. Gesetz über die Neubildung der Gemeinde Beverstedt, Landkreis Cuxhaven. In: Niedersächsische Staatskanzlei (Hrsg.): Niedersächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt (Nds. GVBl.). Nr. 5/2011. Hannover 17. Februar 2011, S. 61, S. 3 (Digitalisat (Memento vom 26. September 2018 im Internet Archive) [PDF; 155 kB; abgerufen am 26. September 2018]).
  7. Ulrich Schubert: Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Landkreis Geestemünde. Angaben vom 1. Dezember 1910. In: gemeindeverzeichnis.de. 14. März 2021, abgerufen am 29. März 2021.
  8. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Wesermünde. (Siehe unter: Nr. 34; Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  9. Statistisches Bundesamt Wiesbaden (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland – Ausgabe 1957 (Bevölkerungs- und Gebietsstand 25. September 1956, für das Saarland 31. Dezember 1956). W. Kohlhammer, Stuttgart 1958, S. 192 (Digitalisat).
  10. Statistisches Bundesamt Wiesbaden (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland – Ausgabe 1971 (Bevölkerungsstand: 27. Mai 1970, Gebietsstand 1. Januar 1971). W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1971, S. 105 (Digitalisat).
  11. Niedersächsisches Landesverwaltungsamt (Hrsg.): Gemeindeverzeichnis für Niedersachsen. Gemeinden und Gemeindefreie Gebiete. Eigenverlag, Hannover 1. Januar 1973, S. 47, Landkreis Wesermünde (Digitalisat [PDF; 21,3 MB; abgerufen am 25. August 2020]).
  12. Gemeinden in Deutschland nach Fläche und Bevölkerung. (XLSX; 896 kB) In: Webseite Destatis. Statistisches Bundesamt, 31. Dezember 1975, abgerufen am 25. August 2021 (Siehe unter: Niedersachsen, Nr. 1918).
  13. Gemeindeverzeichnis – Archiv – Regionale Gliederung – Jahresausgaben – Niedersachsen. (Alle politisch selbständigen Gemeinden im EXCEL-Format). In: Webseite Destatis. Statistisches Bundesamt, abgerufen am 21. November 2019.
  14. Informationen über Heerstedt. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webseite Gemeinde Beverstedt. 16. November 2016, archiviert vom Original am 25. März 2018; abgerufen am 26. März 2021.
  15. Die Ortsvorsteher der Gemeinde Beverstedt. In: Webseite CDU Gemeindeverband Beverstedt. Abgerufen am 25. Mai 2017.
  16. a b Landkreis Wesermünde (Hrsg.): Wappen des Landkreises Wesermünde. Grassé Offset Verlag, Bremerhaven/Wesermünde 1973, OCLC 469321470 (201 S., eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 23. Oktober 2021]).
  17. Grabsteine – Friedhof Heerstedt (Beverstedt, Cuxhaven) – Kriegerdenkmal. In: grabsteine.genealogy.net. 2011, abgerufen am 31. Mai 2021.
  18. Gefallenendenkmal – Heerstedt, Landkreis Cuxhaven, Niedersachsen. In: Onlineprojekt Gefallenendenkmäler. Mai 2008, abgerufen am 31. Mai 2021.
  19. Eberhard Michael Iba, Heide Gräfing-Refinger: Hake Betken siene Duven. Das große Sagenbuch aus dem Land an Elb- und Wesermündung. Hrsg.: Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung (= Neue Reihe der Sonderveröffentlichungen des Heimatbundes der Männer vom Morgenstern. Band 16). 3. Auflage. Eigenverlag, Bremerhaven 1999, ISBN 3-931771-16-4, S. 213.