Heerstedt

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Heerstedt
Gemeinde Beverstedt
Wappen von Heerstedt
Koordinaten: 53° 27′ 56″ N, 8° 45′ 20″ O
Höhe: 11 m ü. NHN
Fläche: 18,89 km²[1]
Einwohner: 435 (16. Nov. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 23 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. November 2011
Postleitzahl: 27616
Vorwahl: 04747
Heerstedt (Niedersachsen)
Heerstedt

Lage von Heerstedt in Niedersachsen

Heerstedt in der Gemeinde Beverstedt
Heerstedt in der Gemeinde Beverstedt

Heerstedt (niederdeutsch Heerst) ist ein Ortsteil der niedersächsischen Gemeinde Beverstedt im Landkreis Cuxhaven.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Orte in der Einheitsgemeinde Beverstedt

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt zwischen Bremerhaven und Beverstedt. Auf seinem Gebiet liegt das Naturschutzgebiet Bülter See und Randmoore.

Ortsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem Hauptort Heerstedt gehören auch die Orte Dohren und Lohe zum Ort.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heerstedt wird im 12. Jahrhundert erstmals erwähnt. Ein Schalenstein ist vom Ortsheimatpfleger genauer beschrieben. Er ist an der Einfahrt zu einem Kartoffel- und Gemüseladen an der B71 zu besichtigen. Bekanntes Denkmal ist die Steinkiste von Heerstedt.

Der Brand- und Lobetag erinnert an Ereignisse der Ortschaft. Das eine Ereignis geschah am 18. Juni 1817 in Heerstedt: An diesem Tag brannte fast das ganze Dorf ab. 50 der 70 Gebäude des Dorfes wurden in kurzer Zeit ein Raub der Flammen. Löscharbeiten waren schwierig, weil nicht genug Wasser zur Verfügung stand und weil die meisten der 150 Einwohner bei der Arbeit auf dem Felde waren. In rund drei Jahren konnten 20 Gebäude wieder erstellt werden. Der Lobetag geht auf die Geschichte des Ortsteils Lohe zurück. Die Loher Bewohner gedenken der Verschonung des Ortes bei einem heftigen Gewitter. Als die beiden Orte nach dem Zweiten Weltkrieg zusammenwuchsen, wurden der Heerstedter Brandtag und der Loher Lobetag zusammengefasst.[2]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lohe und Dohren waren ursprünglich eigenständige Gemeinden und wurden am 1. April 1929 nach Heerstedt eingemeindet.[3] Seit dem 1. November 2011 ist Heerstedt ein Ortsteil der Einheitsgemeinde Beverstedt.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1910 1925 1933 1939 2004 2006 2010 2016
Einwohner 193 262 362 354 508 482 453 435

(Quelle unter:[5][6][1], Jahr 2004–2010 laut Versionsgeschichte von Heerstedt)

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat und Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Neubildung der Gemeinde Beverstedt wird die Ortschaft Heerstedt vom Beverstedter Gemeinderat vertreten.

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsvorsteher von Heerstedt ist Manfred Tönjes (CDU).[1][7]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Heerstedter Wappens stammt von dem in Belgien geborenen und später in Otterndorf lebenden Heraldiker und Wappenmaler Albert de Badrihaye, der auch schon die Wappen von Hetthorn, Holte-Spangen, Wanhöden und vielen anderen Ortschaften im Landkreis Cuxhaven entworfen hat.[8]

Wappen von Heerstedt
Blasonierung: „In Blau ein goldener Hügel belegt mit einer schwarzen Holzschale mit Ziernagelung, überhöht von drei goldenen durchbrochenen Rauten in Balkenstellung.“[8]
Wappenbegründung: Das Wappen erinnert daran, dass 1938 bei Heerstedt in einem Grabhügel aus der älteren Bronzezeit eine Holzschale gefunden worden ist. Die drei Rauten als Odalsrunen deuten auf die drei Ortsteile: Lohe, Heerstedt und Dohren.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baudenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe: Liste der Baudenkmale in Heerstedt

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gegenüber der Mehrzweckhalle öffnet seit einigen Jahren im Spätsommer ein Maislabyrinth
  • Am Eingang des Ladens Kartoffel & Co an der Hauptstraße liegt ein in Heerstedt gefundener Schalenstein
  • Von 1979 bis 2016 fanden in der Diskothek KASBA music hall regelmäßige Tanzveranstaltungen statt

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt eine Mehrzweckhalle, die dem TSV als Übungsstätte dient (wie auch der benachbarte Sportplatz), darüber hinaus dient sie als Versammlungsraum bei Festen im Ort.

Fotogalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die B 71, die den Ort unter anderem an Bremerhaven anbindet, durchzieht den Ort als Hauptverkehrsader. Von ihr gehen nahezu alle anderen Straßen ab.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der ehemaligen Schule neben der Mehrzweckhalle war ein Kinderspielkreis eingerichtet. Nachdem der im Sommer 2010 geschlossen wurde, haben dort zwei Tagesmütter ihre Einrichtung eröffnet. Regelmäßige Seniorennachmittage finden dort aber weiterhin statt.

Sagen und Legenden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heerstedt brennt[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Heerstedt – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Informationen über Heerstedt. In: Internetseite der Gemeinde Beverstedt. 16. November 2016, abgerufen am 25. März 2018.
  2. Walter Noeske: Gedenktag mit langer Tradition. In: Beverstedter Rundschau. 2017, S. 12 f. (Frühjahrsausgabe).
  3. Ortsfamilienbuch Heerstedt. In: genealogienetz.de. Abgerufen am 25. März 2018.
  4. Gesetz über die Neubildung der Gemeinde Beverstedt, Landkreis Cuxhaven. In: Niedersächsisches Vorschrifteninformationssystem (NI-VORIS). 17. Februar 2011, abgerufen am 25. März 2018.
  5. Gemeindeverzeichnis Deutschland 1910. In: gemeindeverzeichnis.de. 2014, abgerufen am 25. März 2018.
  6. Michael Rademacher: Dr. Rademachers deutsch-österreichisches Ortsbuch 1871–1990. In: www.verwaltungsgeschichte.de. 2006, abgerufen am 25. März 2018.
  7. Die Ortsvorsteher der Gemeinde Beverstedt. In: Internetseite CDU Gemeindeverband Beverstedt. Abgerufen am 25. Mai 2017.
  8. a b Landkreis Wesermünde (Hrsg.): Wappen des Landkreises Wesermünde. Grassé Offset Verlag, Bremerhaven/Wesermünde 1973, ISBN 3-9800318-0-2.
  9. Männer vom Morgenstern (Hrsg.): „Hake Betken siene Duven“ – Das Sagenbuch von Elb- und Wesermündung. 3. Auflage. Bremerhaven 1999, ISBN 3-931771-16-4.