Kirchwistedt

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Kirchwistedt
Gemeinde Beverstedt
Wappen von Kirchwistedt
Koordinaten: 53° 25′ 26″ N, 8° 53′ 36″ O
Höhe: 14 m ü. NHN
Fläche: 25,07 km²[1]
Einwohner: 453 (16. Nov. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 18 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. November 2011
Postleitzahl: 27616
Vorwahl: 04747
Kirchwistedt (Niedersachsen)
Kirchwistedt

Lage von Kirchwistedt in Niedersachsen

Kirchwistedt in der Gemeinde Beverstedt
Kirchwistedt in der Gemeinde Beverstedt
Die Orte in der Einheitsgemeinde Beverstedt

Kirchwistedt (niederdeutsch Karkwist) ist ein Ortsteil der Gemeinde Beverstedt im Landkreis Cuxhaven in Niedersachsen. Er ist in der Gemeinde am dünnsten besiedelt und stark land- und forstwirtschaftlich ausgerichtet.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsgliederung

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsname und erste Erwähnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Wicstede wurde der Ort 1340 erstmals erwähnt. Um das Jahr 1420 tauchte die alte Ortsbezeichnung Wichstede auf. Die Kirchengründung fand im 13. Jahrhundert statt. Durch die Kirche erweiterte sich der Name zu Kirchwistedt.

Der Ortsname Kirchwistedt ist zu trennen von Wistedt (Gemeinde Tostedt): 1458 Wiste, 1495 Wiste, 1498 to Wiste und von Wistedt (Landkreis Rotenburg, Wümme). Er leitet sich ab von „wik“, was „Siedlung, Dorf“ bedeutet. Es ist zu vermuten, dass die ursprüngliche Bezeichnung „Siedlungsstelle“ lautet.[2]

Ortsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1859 wurden im Königreich Hannover die Ämter reduziert. Dabei wurde das Amt Beverstedt aufgelöst und das Kirchspiel Kirchwistedt geschlossen dem Amt Bremervörde zugeordnet. Bei Bremervörde blieb das Kirchspiel auch, als am 1. April 1885 in Preußen die Ämter aufgelöst und dafür Kreise gebildet wurden.[3]

Im Jahre 2007 feierte die Kirchengemeinde Kirchwistedt ihren 700. Geburtstag, zu dem eine 336 Seiten starke Chronik erschienen ist.[4]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die beiden ehemals selbstständigen Gemeinden Horst und Stemmermühlen wurden am 29. Januar 1929 in die Gemeinde Kirchwistedt eingemeindet.[5]

Im Jahre 1939 folgten die ehemaligen Gemeinden Ahe und Altwistedt. 1945 wurden sie jedoch wieder selbstständig und am 1. März 1974 wiederholt nach Kirchwistedt eingemeindet. Gleichzeitig wechselte Kirchwistedt von dem Landkreis Bremervörde in die Samtgemeinde Beverstedt (Landkreis Wesermünde).[5][6]

Seit dem 1. November 2011 ist Kirchwistedt ein Ortsteil der Einheitsgemeinde Beverstedt im Landkreis Cuxhaven.[7][8]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ort
Kirchwistedt
Ahe
Altwistedt
Horst
Stemmermühlen
Jahr 1848 1910 1925 1933 1939 1950 1975 2005 2007 2010 2016
Einwohner
059 1
114 2
027 3
161
058
112
026
064
160



403



475



548
106
212

468
0
0
0
0
489
0
0
0
0
482
0
0
0
0
468
0
0
0
0
453
0
0
0
0

1 in 11 Wohngebäuden
2 in 18 Wohngebäuden
3 in 4 Wohngebäuden
(Quellen: 1848,[9] 1910,[10] 1925–1939,[11] 1950,[12] 1975,[13] 2005–2010 laut Versionsgeschichte von Kirchwistedt, 2016[1])

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat und Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Neubildung der Gemeinde Beverstedt wird die Ortschaft Kirchwistedt vom Beverstedter Gemeinderat vertreten.

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsvorsteher von Kirchwistedt ist Wilfried Windhorst (CDU).[14]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Kirchwistedt
Blasonierung: „Ein aus einem wellenförmigen blauen Schildfuß wachsendes schwarzes Mühlenrad in Grün, oben drei goldene Ähren.“[1]
Wappenbegründung: Der blaue Schildfuß weist auf die Lune hin, das Mühlrad auf die alte Wassermühle zu Stemmermühlen. Die drei Ähren symbolisieren die bis 1974 selbstständigen Gemeinden Ahe, Altwistedt und Kirchwistedt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baudenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe: Liste der Baudenkmale in Kirchwistedt

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Überörtlich bekannte Landjugendgruppe

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen

  • Johann Hinrich Röver (1812–1895), Orgelbauer, er baute 1863 die Orgel in der örtlichen Johannes-der-Täufer-Kirche
  • Johann Diedrich Plate (1816–1902), Lehrer und Autor, er besuchte die Dorfschule in Kirchwistedt

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Mindermann: Die Geschichte der Kirche zu Kirchwistedt. [als Manuskript vervielfältigt], o. J., (1984).
  • Hans Mindermann: Stemmermühlen 1935–1985, Ein Rittergut im Wandel der Zeit. [als Manuskript vervielfältigt], o. J. (1985).
  • Fritz Hörmann u. a.: Flurnamensammlung Wesermünde – Die Flurnamen des Grundsteuerkatasters von 1876. Hrsg.: Kulturstiftung der Kreissparkasse Wesermünde (= Sonderveröffentlichungen der „Männer vom Morgenstern“ Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. Band 27). Männer vom Morgenstern Verlag, Bremerhaven 1995, ISBN 3-931771-27-X (Digitalisat (Memento vom 26. Oktober 2007 im Internet Archive) [PDF; 431 kB; abgerufen am 14. März 2019] S. 12).
  • Ev.-luth. Kirchengemeinde „Johannes der Täufer“ Kirchwistedt: Festschrift zum Turmfest – Ansichten – Über 100 Jahre – Unser Kirchturm. 11. Juli 1999.
  • Warda, Hans-Dieter: Das grosse Buch der Garten- und Landschaftsgehölze.[15] Verlag: Bruns-Pflanzen, März 2002, ISBN 3-980383-33-4.
  • Kirchengemeinde Kirchwistedt: 700 Jahre Chronik der Kirchengemeinde Kirchwistedt 1307–2007.[4][15]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kirchwistedt – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Kirchwistedt – Informationen und Wappen. In: Internetseite der Gemeinde Beverstedt. Abgerufen am 26. September 2018.
  2. Jürgen Udolph (Recherche): Der „Ortsnamenforscher“. In: Internetseite NDR 1 Niedersachsen. Archiviert vom Original am 2. Dezember 2016; abgerufen am 26. September 2018.
  3. Hans Mindermann, siehe Literatur 1984 („Samtgemeinde Beverstedt“).
  4. a b Es war ein rauschendes Fest. (PDF; 2,9 kB) (Nicht mehr online verfügbar.) In: www.support.kkbz.de. Kirchengemeinde Kirchwistedt, Juni 2007, archiviert vom Original am 1. März 2017; abgerufen am 26. September 2018.
  5. a b Fritz Hörmann u. a.: Flurnamensammlung Wesermünde – Die Flurnamen des Grundsteuerkatasters von 1876. Hrsg.: Kulturstiftung der Kreissparkasse Wesermünde (= Sonderveröffentlichungen der Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. Band 27). Männer vom Morgenstern Verlag, Bremerhaven 1995, ISBN 3-931771-27-X (Digitalisat (Memento vom 26. Oktober 2007 im Internet Archive) [PDF; 431 kB; abgerufen am 1. Juni 2019] S. 1, 2, 11, 19).
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 242.
  7. Gesetz über die Neubildung der Gemeinde Beverstedt, Landkreis Cuxhaven. In: Internetseite Niedersächsisches Vorschrifteninformationssystem (NI-VORIS). 17. Februar 2011, abgerufen am 23. März 2018.
  8. Niedersächsische Staatskanzlei (Hrsg.): Gesetz über die Neubildung der Gemeinde Beverstedt, Landkreis Cuxhaven. Niedersächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt (Nds. GVBl.). Nr. 5/2011. Hannover 17. Februar 2011, S. 61 (Digitalisat (Memento vom 26. September 2018 im Internet Archive) [PDF; 155 kB; abgerufen am 26. September 2018] S. 3).
  9. Friedrich W. Harseim, C. Schlüter (Hrsg.): Statistisches Handbuch für das Königreich Hannover. Schlüter Verlag, 1848, S. 148 (Digitalisat in der Google-Buchsuche [abgerufen am 1. Juni 2019]).
  10. Ulrich Schubert: Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Landkreis Bremervörde. Angaben vom 1. Dezember 1910. In: www.gemeindeverzeichnis.de. 3. Februar 2019, abgerufen am 1. Juni 2019.
  11. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Bremervörde (→ Siehe unter: Nr. 51). (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  12. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Endgültige Ergebnisse nach der Volkszählung vom 13. September 1950. Band 33. W. Kohlhammer Verlag, Stuttgart/Köln August 1952, S. 48, Sp. 1 und 2 (Digitalisat [PDF; 26,4 MB; abgerufen am 1. Juni 2019] Landkreis Bremervörde, S. 57).
  13. Gemeinden in Deutschland nach Fläche und Bevölkerung. (XLSX; 895 kB) → Siehe unter: Nr. 1938. In: Internetseite Destatis. Statistisches Bundesamt, 31. Dezember 1975, abgerufen am 12. Juni 2019.
  14. Die Ortsvorsteher der Gemeinde Beverstedt. In: Internetseite der CDU Gemeinde Beverstedt. Abgerufen am 26. September 2018.
  15. a b c Günter Hoppe: Ein Baum für die Ewigkeit? Die tausendjährige Eibe in Kirchwistedt. In: Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. (Hrsg.): Niederdeutsches Heimatblatt. Nr. 806. Nordsee-Zeitung GmbH, Bremerhaven Februar 2017, S. 2 (Digitalisat [PDF; 2,5 MB; abgerufen am 12. Oktober 2018]).