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Liebfrauenkirche (Duisburg-Bruckhausen)

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Liebfrauenkirche (1915)

Die Liebfrauenkirche ist eine römisch-katholische Kirche in Bruckhausen, einem Duisburger Stadtteil im Stadtbezirk Meiderich/Beeck der kreisfreien Stadt Duisburg in Nordrhein-Westfalen. Nur ein Teil der ursprünglichen Bausubstanz ist bis heute erhalten, daher steht auch nur der Kirchturm unter Denkmalschutz.

Geschichte und Architektur

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Vorgängerin der Liebfrauenkirche war eine 50 m lange und 19 m breite Notkirche, die am 11. August 1901 eingeweiht wurde. Sie stand auf dem Grundstück neben der heutigen Liebfrauenkirche, ihren Platz nimmt heute die Franz-Grave-Halle ein, das vormalige Kettlerhaus.

Der Bau der Liebfrauenkirche begann am 28. September 1913, und am 12. Dezember 1915 wurde die neue Kirche eingeweiht. Die Entwürfe stammen vom Kölner Architekten Aloys Böll (1878–1951), einem Onkel des Schriftstellers Heinrich Böll.[1][2] Da bereits an vielen Gebäuden in der Umgebung Bergsenkungen zu Schäden geführt hatten, deren Reparatur von der Gewerkschaft Deutscher Kaiser als Verursacherin finanziert werden musste, finanzierte das Unternehmen beim Bau der Kirche vorbeugend eine stabile Konstruktion aus Eisenbeton für das Fundament und die Außenwände der Kirche sowie einen aus Eisenträgern zusammengesetzten Dachstuhl. Der Düsseldorfer Bauingenieur Ernst Elwert beschrieb diese von den Unternehmen Friedrich Vollrath (Wesel) und Gebr. Bieber (Duisburg) ausgeführten Konstruktionen in einem Anfang 1921 veröffentlichten Aufsatz und konstatierte dabei: „Nach fast sechsjährigem Bestehen haben sich bis heute noch nicht die geringsten Schäden an dem Bau gezeigt.“[3]

Mit mehr als 1000 Sitz- und 1000 Stehplätzen gehörte die Liebfrauenkirche zu den größten Kirchen im Duisburger Raum.

Die Ausstattung im Inneren war besonders geprägt durch aufwändig gestaltete Fresken und eine Mariendarstellung über dem Altar. Die Gottesmutter, die auch „Unsere Liebe Frau“ genannt wird, ist Namensgeberin der Liebfrauenkirche.

Nach starken Schäden im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche von 1945 bis 1951 wiederaufgebaut, allerdings wurden dabei die Fresken nicht rekonstruiert. Am 6. November 1964 erhielt die Kirche fünf neue Glocken mit den Namen Maria (2100 kg), St. Johannes (1200 kg), St. Petrus (820 kg), St. Nikolaus (550 kg) und Hl. Schutzengel (450 kg).

Kirchturm

Die Einwohnerzahl von Bruckhausen sank in den 1970er Jahren rapide und damit auch die Zahl der katholischen Gläubigen. Da eine notwendige umfassende Sanierung der Kirche finanziell nicht tragbar war, wurde der Bau erheblich verkleinert, indem 1984 das Kirchenschiff bis auf die Grundmauern rückgebaut wurde. Die kirchliche Nutzung beschränkte sich nun auf den ursprünglichen Altarraum und das Querhaus, die dabei weiter verändert wurden.[4] Außerdem blieb der Kirchturm erhalten, der im unteren Bereich ein Gemeindezentrum beherbergt.

Vom 6. Mai 2006 bis zu ihrem Umzug in die Kirche St. Norbert in Duisburg-Obermarxloh am 10. November 2019 feierte auch die Russisch-Orthodoxe Kirchengemeinde zu Duisburg[5] Gottesdienste in der Liebfrauenkirche.

Drei Jahre nach dem teilweisen Rückbau wurde der noch relativ originalgetreu erhaltene Turm der Liebfrauenkirche am 14. Mai 1987 unter der Nr. 115 in die Liste der Baudenkmäler in Duisburg-Meiderich/Beeck eingetragen.

  • Ernst Elwitz: Sicherung eines Kirchen-Neubaues gegen Bergschäden (Liebfrauenkirche in Hamborn-Bruckhausen). In: Beton und Eisen, 20. Jahrgang 1921, Heft 1 (vom 4. Januar 1921), S. 1–4.
  • Christoph Machat (Red.): Stadt Duisburg. Nördliche Stadtteile. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Denkmäler im Rheinland, Band 6.1.) Werner, Worms 2007, ISBN 978-3-88462-242-1, S. 309 f.
Commons: Liebfrauenkirche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Literaturnachweis zu Aloys Böll im ZVAB (Zentrales Verzeichnis für antiquarische Bücher)
  2. Probleme und Potentiale im Duisburger Norden – ein historischer Rundgang durch Bruckhausen und Beeck aus thingstodo.nrw, abgerufen am 19. März 2021
  3. Elwert 1921 (vergleiche Literatur)
  4. Denkmaltopographie... 2007, S. 310 (vergleiche Literatur)
  5. Homepage der Russisch-Orthodoxen Kirchengemeinde zu Duisburg

Koordinaten: 51° 29′ 23,1″ N,  44′ 36,2″ O