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Bundesbahndirektion Wuppertal

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Gebäude der ehemaligen Bahndirektion Elberfeld, 2018

Die Bundesbahndirektion Wuppertal war eine Eisenbahndirektion der Deutschen Bundesbahn, der 1850 als staatliche Aufsichtsbehörde für die Bergisch-Märkische Eisenbahn gegründet wurde. 1974 ging sie in den Bundesbahndirektionen Köln und Essen auf. Das denkmalgeschützte Verwaltungsgebäude direkt neben dem Wuppertaler Hauptbahnhof wird seit 2025 vor allem von der Stadtverwaltung und der Bergischen Universität Wuppertal genutzt.

Die Geschichte der Behörde geht zurück auf die „Königliche Direktion der Bergisch-Märkischen Eisenbahn“, die am 15. Oktober 1850 vom Königreich Preußen eingerichtet wurde. Sie übernahm die Leitung der privaten Bergisch-Märkische Eisenbahn-Gesellschaft (BME). Die anfangs vier Direktoren (oder Räte) übernahmen die Funktion des Vorstandes. Daneben gab es einen Verwaltungsrat und eine ständige Deputation, die die Interessen der Aktionäre vertraten. Die Eisenbahndirektion bezog mit anfangs 70 Beschäftigten die oberen Etagen im Elberfelder Empfangsgebäude.[1]

Das von der Direktion verwaltete Streckennetz wuchs schnell an: 1856 übernahm sie die Betriebsführung der Prinz-Wilhelm-Eisenbahn (PWE). Die BME übernahm 1857 die Düsseldorf-Elberfelder Eisenbahn und 1863 auch die PWE. Zudem baute man eigene Strecken. Das Netz und die Verwaltung wuchs an. Als neue Zwischenebene wurden sechs Eisenbahnkommissionsbezirke (in Aachen, Düsseldorf, Essen, Hagen, Altena und Kassel) eingerichtet. 1876 verwaltete die Direktion so ein Netz, das von den Grenzen zu Belgien und den Niederlanden bis nach Mitteldeutschland reichte und damit seine größte Ausdehnung hatte.[2]

Mit dem Beginn der Verstaatlichungswelle der Eisenbahnen in Preußen 1879 wurde sie in Königliche Eisenbahndirektion Elberfeld umbenannt.[3] 1882 wurde die BME als letzte der drei großen privaten Eisenbahn-Gesellschaften im Ruhrgebiet auch formal verstaatlicht. In der Folge wurden die Kommissionsbezirke aufgelöst bzw. daraus die Eisenbahndirektionen Essen, Köln und Kassel geschaffen. Im April 1895 wurden die Grenzen des Direktionsbezirks Elberfeld nochmals leicht angepasst, die dann bis 1945 quasi unverändert blieben.[2]

1920 gingen die Preußischen Staatseisenbahnen in der Deutschen Reichsbahn auf, es erfolgte die Umbenennung in Reichsbahndirektion Elberfeld. Im Zusammenhang mit der Bildung der Stadt und Umbenennung in „Wuppertal“ wurde auch die Reichsbahndirektion zum 1. September 1930 umbenannt.[4]

Nach 1945 wurden die Zuständigkeiten nach Besatzungszonen, Bundesländern und Regierungsbezirken neu festgelegt. Wuppertal gab kleinere Strecken an die Direktionen Essen und Mainz ab und erhielt das Bezirksamt Warburg.[2] Die letzte Umbenennung erfolgte nach der Gründung der Deutschen Bundesbahn 1949 zur Bundesbahndirektion Wuppertal.

1974 wurde die Bundesbahndirektion Wuppertal aufgelöst und die ihr zugeordneten Strecken anderen Direktionen unterstellt, darunter der Bundesbahndirektion Essen und der Bundesbahndirektion Köln.

Zuständigkeit seit 1882

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Das Gebiet der Reichsbahndirektion erstreckte sich in den preußischen Provinzen Westfalen und Rheinprovinz über das Bergische Land und das Sauerland, zwischen dem Südrand des Ruhrgebiets und der Ruhr im Norden, dem Rhein im Westen und der Sieg im Süden bis zum Oberen Lahntal bei Marburg im Osten. Ihr Kerngebiet waren das stark industrialisierte Tal der Wupper und seine Randbereiche.

Bedeutende Strecken innerhalb der Direktion waren:

Gebäude und Nachnutzung

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Freitreppe mit Säulenportal (2008)
Löwenstatue an der Freitreppe (2008)

Das Verwaltungsgebäude, das auch unter dem Namen Bundesbahndirektion bekannt ist, steht in westlicher Richtung vom Wuppertaler Hauptbahnhof auf dem Döppersberg. Das Gebäude wurde ab 1871 nach Plänen von Wilhelm Plange errichtet und 1875 bezogen.[5] Das imposante klassizistische Bauwerk mit Freitreppe und Säulenportal wurde zwischen 1914 und 1916 um einen Westflügel erweitert, 1939/40 wurde ein weiterer Flügel angebaut.[6]

Schwere Schäden gab es 1943 im Zweiten Weltkrieg, diese wurden bis 1948 beseitigt.[7] 1967 wurden seitlich der Freitreppe zwei bergische Löwen vor das Portal gesetzt, zu diesem Zeitpunkt war die Absicht der Auflösung der Bundesbahndirektion schon bekannt.[8] Diese wurde dann im Juli 1970 vom Kabinett beschlossen und die Behörde bis 1974 abgewickelt.[9]

Die Fassade des Gebäudes, das seit dem 11. Mai 1988 in der Baudenkmalliste der Stadt geführt wird[10], wurde zwischen 1999 und 2000 für zehn Millionen Mark saniert.[11] Aurelis, Tochterunternehmen der Deutschen Bahn, wurde 2003 im Rahmen der Übernahme einer großen Zahl von Bahngebäuden Eigentümerin der knapp 19.000 Quadratmeter (Bruttogeschossfläche) großen Immobilie und bemühte sich seitdem um neue Mieter.

Ein nicht-öffentlicher Fußgängertunnel verbindet unterhalb der anliegenden Bahntrasse das Gebäude mit dem Postgebäude am Kleeblatt.[12]

Die regionale Niederlassung der Krankenversorgung der Bundesbahnbeamten (KVB) mit rund 160 Mitarbeitern nutzte einen Teil der Immobilie bis 2008. Später bezog sie ein neues Bürohaus auf dem Gelände der ehemaligen Bahnzentralwerkstatt in der Kluse, das von 2006 bis 2008 errichtet wurde.[13][14] Zwischenzeitlich wurde spekuliert, dass die Sammlung des geschlossenen Fuhlrott-Museums hier einziehen könnte. Die Bundesbahndirektion hätte aber vorher noch saniert werden müssen.

Das Gebäude der Bundesbahndirektion während des Döppersberg-Umbaus 2016

Im Juni 2008 wurde bekannt, dass Aurelis die Immobilie an den Wülfrather Investor Uwe Clees verkauft habe.[15][16] Für 2018 war im Gebäude die Eröffnung des ersten Teilabschnitts des City Outlets Wuppertal mit etwa 50 Shops auf 10.000 m² geplant. In zwei weiteren Ausbaustufen sollte das Outlet Center auf rund 30.000 m² und ca. 150 Shops erweitert werden. Hierfür sollte laut Planungen die ehemalige Bahndirektion über eine Brücke, die über die Gleise des Wuppertaler Hauptbahnhofs führen sollte, mit dem ehemaligen Postgebäude am Kleeblatt verbunden werden. Dieses Unterfangen scheiterte jedoch daran, dass sich keine passenden Mieter fanden.

Später entstand der Plan, das Gebäude in Zukunft an die Stadtverwaltung, das Jobcenter und die Bergische Universität zu vermieteten. Diese Einigung erzielte der Stadtkämmerer Johannes Slawig nach mehrmonatigen Verhandlungen mit der Clees-Gruppe. Das trägt laut der Westdeutschen Zeitung dazu bei, den Platzproblemen der Stadtverwaltung Abhilfe zu schaffen und dem Jobcenter sowie der Universität größere Präsenz bringen.[17] Die Modernisierung des Gebäudes dauerte zwei Jahre.[18] Die Bildungswissenschaften der Bergischen Universität nutzen den Standort seit Oktober 2025,[19] das Einwohnermeldeamt nahm nach anderem städtischen Ämtern im Dezember 2025 den Betrieb auf.[20]

Vorsitzende und Präsidenten

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ZeitraumName
1850–1852August Hübener
1852–1856 (†)Wilhelm Ostermann
1856–1875Carl Danco
1873–1881Paul Jonas
1881–1887Karl Hermann Peter von Thielen
1887–1903Hugo Dieck[21]
01.10.1903–30.06.1919Christian Hoeft
01.07.1919–31.03.1924August Denicke
01.04.1924–26.07.1925Clemens Marx
01.10.1925–31.01.1937Rudolf Loewel
01.02.1937–1945Ludwig Röbe
28.05.1945–1952Max Jacobshagen
22.10.1952–1962Ernst Wintgen
01.06.1962–30.09.1966Friedrich Lämmerholt
01.02.1967–31.12.1969Karl-Heinz Eckhardt
01.01.1970–23.05.1972Walter Gerlach
01.01.1973–30.11.1974Hermann Lamp
  • Eisenbahndirektion Wuppertal (Hrsg.): Hundert Jahre Eisenbahndirektion Wuppertal. Beginn und Entwicklung staatlicher Eisenbahnverwaltung in Nordwestdeutschland. Anlässlich des Jubiläums überreicht von der Deutschen Bundesbahn Eisenbahndirektion Wuppertal. Wuppertal Oktober 1950 (172 S., 4 farbige Faltkarten).
  • Wolfgang Klee: Preußische Eisenbahngeschichte. Kohlhammer Edition Eisenbahn, Stuttgart u. a. 1982, ISBN 3-17-007466-0.
Commons: Reichsbahndirektion Elberfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ Wolf-Wiegand von Gersdorff: Ein Jahrhundert Staatliche Bahnverwaltung im Rheinisch-Westfälischen Industrie-Gebiet. In: Eisenbahndirektion Wuppertal (Hrsg.): Hundert Jahre Eisenbahndirektion Wuppertal. 1950, S. 39.
  2. 1 2 3 Ferdinand Fölsing: Entwicklung des Eisenbahnnetzes der Eisenbahndirektion Wuppertal während der 100 Jahre ihres Bestehens. In: Eisenbahndirektion Wuppertal (Hrsg.): Hundert Jahre Eisenbahndirektion Wuppertal. 1950, S. 17–19.
  3. ↑ Klee, S. 179.
  4. ↑ Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft (Hg.): Amtsblatt der Reichsbahndirektion in Mainz vom 6. September 1930, Nr. 44. Bekanntmachung Nr. 586, S. 281.
  5. ↑ Sabrina Ranke: Hauptbahnhof Wuppertal, Bahnhofsempfangsgebäude und Bundesbahndirektion. Eintrag in der Datenbank „KuLaDig“ des Landschaftsverbands Rheinland, 2017
  6. ↑ Heinrich Landwehr: Die Hochbauten der Eisenbahndirektion Wuppertal. In: Eisenbahndirektion Wuppertal (Hrsg.): Hundert Jahre Eisenbahndirektion Wuppertal. 1950, S. 129–130.
  7. ↑ Ein Hauch von Antike weht über den Döppersberg, Westdeutsche Zeitung vom 2. Februar 2023.
  8. ↑ Die Löwen sind durch eine Betonfüllung widerstandsfähiger, Westdeutsche Zeitung vom 26. August 2022.
  9. ↑ Von der „Königlichen Direction“ zum Leerstand, Wuppertaler Rundschau, online verfügbar.
  10. ↑ Wie eine Akropolis an der pechschwarzen Wupper, Westdeutsche Zeitung vom 12. November 2025.
  11. ↑ Ehemalige Bundesbahndirektion / Ein Gebäude mit Geschichte - und Zukunft, Webseite der Stadt Wuppertal, online verfügbar.
  12. ↑ Kleeblatt: Ein Tunnel macht die Post attraktiv für Investor Clees Westdeutsche Zeitung (online) vom 12. Januar 2011
  13. ↑ Bürohaus auf dem „Schandfleck“ geplant (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2026. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.) Westdeutsche Zeitung (Online) 6. September 2005
  14. ↑ Mehr als nur ein Bürohaus auf dem „Schandfleck“ (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2026. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.) Westdeutsche Zeitung (Online) 14. September 2005
  15. ↑ Clees kauft die ehemalige Direktion der Bundesbahn Westdeutsche Zeitung (Online) 5. Juni 2008
  16. ↑ Internationaler Investor als Partner für Clees? Westdeutsche Zeitung (Online) 6. Juni 2008
  17. ↑ Westdeutsche Zeitung: Stadt Wuppertal mietet Bahndirektion am Döppersberg. 18. Januar 2022, abgerufen am 6. Mai 2022.
  18. ↑ Schlüsselübergabe: Ex-Bundesbahndirektion: Ein neues Kapitel am Döppersberg beginnt. In: Wuppertaler Rundschau. 23. Juni 2025, abgerufen am 23. Juni 2025.
  19. ↑ Lutz Polanz: Erste Vorlesungen der Wuppertaler Uni in alter Bundesbahndirektion. In: wdr.de. 20. Oktober 2025, abgerufen am 5. März 2026.
  20. ↑ Carsten Stein: Wuppertal: Von der Bundesbahndirektion zum modernen Bürgerzentrum. In: wdr.de. 19. Dezember 2025, abgerufen am 5. März 2026.
  21. ↑ Corps Neoborussia Halle, Kösener Korpslisten 1910, 100/78

Koordinaten: 51° 15′ 18″ N, 7° 8′ 55″ O