Castiglione del Lago

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Castiglione del Lago
Wappen
Castiglione del Lago (Italien)
Castiglione del Lago
Staat Italien
Region Umbrien
Provinz Perugia (PG)
Koordinaten 43° 8′ N, 12° 3′ OKoordinaten: 43° 8′ 0″ N, 12° 3′ 0″ O
Höhe 304 m s.l.m.
Fläche 205 km²
Einwohner 15.433 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte 75 Einw./km²
Stadtviertel Vedi elenco
Angrenzende Gemeinden Chiusi (SI), Città della Pieve, Cortona (AR), Magione, Montepulciano (SI), Paciano, Panicale, Passignano sul Trasimeno, Tuoro sul Trasimeno
Postleitzahl 06061
Vorwahl 075
ISTAT-Nummer 054009
Volksbezeichnung Castiglionesi
Schutzpatron Santa Maria Maddalena (22. Juli)
Website Gemeinde Castiglione del Lago
Panorama von Castiglione del Lago
Panorama von Castiglione del Lago

Die italienische Gemeinde Castiglione del Lago liegt 302 m s.l.m. über dem Meeresspiegel am Westufer des Trasimenischen Sees in der Provinz Perugia in der Region Umbrien und ist mit 15.433 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2016) der größte Ort am See.

Die Gemeinde ist Mitglied der Vereinigung I borghi più belli d’Italia[2] (Die schönsten Orte Italiens).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort erstreckt sich über 205 km². Er ist Teil der Comunità montana Trasimeno Medio Tevere[3] und liegt in der klimatischen Einordnung italienischer Gemeinden in der Zone D, 2 099 GR/G.[4]

Zu seinen Ortsteilen zählen Badia, Casamaggiore, Gioiella, Macchie, Panicarola, Petrignano del Lago, Piana, Porto, Pozzuolo Umbro, Sanfatucchio, Vaiano, Villastrada und die Insel Isola Polvese, die allerdings als Insel Sonderstatus besitzt (Isola lacuale). Größter Ortsteil ist Pozzuolo (351 Höhenmeter, ca. 1000 Einwohnern).[5]

Die Nachbargemeinden sind Chiusi (SI), Città della Pieve, Cortona (AR), Magione, Montepulciano (SI), Paciano, Panicale, Passignano sul Trasimeno und Tuoro sul Trasimeno.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Stelle des heutigen Ortes war in vorgeschichtlicher Zeit die vierte Insel, von der durch das kontinuierliche Absinken des Wasserspiegels seit dem Mittelalter eine hügelige Halbinsel zurückblieb. Castiglione war bereits in der Etruskerzeit ein wichtiges Zentrum. Unter römischer Herrschaft wurde am selben Ort eine neue Stadt, Novum Clusium gegründet, die bei Plinius erwähnt wird. Vom 6. bis zum 8. Jahrhundert diente der Ort den Byzantinern als Festung. Gegen Ende des 11. Jahrhunderts gehörte der Ort zum immer mächtiger werdenden Stadtstaat Perugia. Die Burg wurde 1198 im Krieg zwischen Perugia und Arezzo völlig zerstört. Friedrich II. ließ die Burg 1247 zur Rocca del Leone (Löwenburg) ausbauen, was später zum heutigen Namen Castiglione führte. Gleichzeitig entstand die Stadtmauer, die 1325 erweitert wurde. Die Burg zählte zu den größten Europas und galt als uneinnehmbar. Nach wechselvoller Geschichte wurde Castiglione im 15. Jahrhundert Teil des Kirchenstaates, der den Ort unter Papst Julius III. der Familie della Corgna unterstellte.[6]

Mit der gut erhaltenen Stadtmauer und der Burg präsentiert sich die Stadt ganz mittelalterlich, das Umland ist durch wenig schöne Neubauten zersiedelt. Der historische Ortsteil der Stadt blickt auf den See. Der seeabgewandte Westteil mit der Piazza Mazzini ist der belebte Mittelpunkt. Castiglione ist das touristische Zentrum am Trasimenischen See mit allen Einrichtungen für Bade- und Wassersport.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Chiesa di San Domencio, 1683 entstandene Kirche im historischen Ortskern.
  • Chiesa di Santa Maria Maddalena, Kirche aus der Mitte des 19. Jahrhunderts außerhalb der Stadtmauer unterhalb der Festung.
  • Palazzo del Capitano del Popolo, 1247 errichtetes Gebäude im Ortskern.
  • Palazzo della Corgna, 1563 entstandener Palast der damaligen Herrscherfamilie della Corgna im Ortskern nahe der Rocca.
  • Rocca (Rocca del Leone), Verteidigungsanlage von 1247 innerhalb der Stadtmauern.
  • Stadtmauer, 1247 entstanden mit den Stadttoren Porta Senese (Haupttor) und Porta Fiorentina. Die zwei weiteren Stadttore Porta Perugina und Porta del Grifo wurden erst 1325 durch den Architekten Lorenzo Maitani hinzugefügt.
  • Chiesa di Sant’Ansano, Kirche im Ortsteil Petrignano del Lago.
  • Chiesa di San Martino, Kirche im Ortsteil Petrignano del Lago.
  • Chiesa della Madonna delle Grazie, Kirche aus dem 17. Jahrhundert im Ortsteil Casamaggiore.
  • Santuario della Madonna della Carraia, Sanktuarium südlich des Hauptortes.
  • San Giuliano, Kirche auf der Insel Polvese.
  • San Secondo, Klosterruine auf der Insel Polvese.
  • Rocca di Polvese, auch Castello di Polvese, Burg auf der Insel Polvese.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Station der Eisenbahnlinie Rom–Florenz

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort unterhält Partnerschaften[7] mit den Gemeinden:

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Castiglione del Lago – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2016.
  2. I borghi più belli d’Italia. Borghipiubelliditalia.it, abgerufen am 13. August 2017 (italienisch).
  3. Offizielle Website der Comunità montana Trasimeno Medio Tevere, abgerufen am 21. Juli 2012 (ital.)
  4. Webseite der Agenzia nazionale per le nuove tecnologie, l’energia e lo sviluppo economico sostenibile (ENEA), abgerufen am 11. Februar 2017 (italienisch) (PDF; 330 kB)
  5. Offizielle Website des ISTAT (Istituto nazionale di statistica) zu den Einwohnerzahlen 2001 in der Provinz Perugia, abgerufen am 21. Juli 2012 (ital.)
  6. TCI: Umbria, S. 192.
  7. Offizielle Website der Gemeinde Castiglione del Lago zu den Städtepartnerschaften, abgerufen am 21. Juli 2014 (Ital.)