Baddeckenstedt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Baddeckenstedt
Baddeckenstedt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Baddeckenstedt hervorgehoben
Koordinaten: 52° 5′ N, 10° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Wolfenbüttel
Samtgemeinde: Baddeckenstedt
Höhe: 110 m ü. NHN
Fläche: 20,48 km2
Einwohner: 3060 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 149 Einwohner je km2
Postleitzahl: 38271
Vorwahlen: 05345, 05062
Kfz-Kennzeichen: WF
Gemeindeschlüssel: 03 1 58 002
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Heerer Straße 28
38271 Baddeckenstedt
Webpräsenz: www.baddeckenstedt.de
Bürgermeister: Marc Werner (SPD)
Lage der Gemeinde Baddeckenstedt im Landkreis Wolfenbüttel
Sachsen-AnhaltBraunschweigLandkreis GoslarLandkreis HelmstedtLandkreis HildesheimLandkreis PeineSalzgitterAm Großen RhodeBarnstorf-WarleVoigtsdahlumVoigtsdahlumBaddeckenstedtBörßumBörßumBurgdorf (Landkreis Wolfenbüttel)CrammeCremlingenDahlumDahlumDenkteDettumDorstadtElbe (Niedersachsen)ErkerodeEvessenEvessenFlötheSchladen-WerlaHaverlahHedeperHeereHeereHeiningen (Niedersachsen)KissenbrückKneitlingenKneitlingenOhrumRemlingen-SemmenstedtRoklumSchöppenstedtSehldeSickteUehrdeVahlbergVeltheim (Ohe)WinnigstedtWittmarWolfenbüttelKarte
Über dieses Bild
Baddeckenstedt Gde.png
Lage der Ortsteile in der Gemeinde Baddeckenstedt
Baddeckenstedt.JPG
Blick auf Baddeckenstedt

Baddeckenstedt ist die zentrale Gemeinde und Verwaltungssitz der Samtgemeinde Baddeckenstedt im Landkreis Wolfenbüttel, Niedersachsen, Deutschland.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baddeckenstedt liegt zwischen den Höhenzügen Vorholz im Nordwesten, Lichtenberge (Nordwestteil des Salzgitter-Höhenzugs) im Ost-Nordosten und Hainberg im Süd-Südwesten im Tal der Innerste. Beginnend im Westen grenzen im Uhrzeigersinn an Baddeckenstedt die Gemeinden Holle (Landkreis Hildesheim) und Burgdorf, die kreisfreie Stadt Salzgitter sowie die Gemeinden Elbe, Heere und Sehlde.

Die Fläche des Gemeindegebietes beträgt 20,47 km².

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Baddeckenstedt umfasst die Ortsteile Baddeckenstedt, Binder, Oelber am weißen Wege, Rhene und Wartjenstedt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Grundwort des Ortsnamens -stedt bedeutet im germanischen Sprachraum Stätte und war in der Region lange für die Benennung von Ortschaften in Gebrauch. Das Bestimmungswort des Ortsnamens wird auf den Personennamen Baduko zurückgeführt, der sich aus dem altenglischen beado oder beadu ableitet und der so viel wie Kampf bedeutet. Urkundlich erstmals erwähnt wird der Ort als Batikansteten am 4. Juli 1109. Weitere Nennungen des Ortes sind von 1174 bis 1195 als Badekenstete und von 1353 als Baddekenstede, vor 1222 wird auch ein Henricus de Batechenstede erwähnt.[2][3]

Im Jahre 1275 verkaufen die Wohldenberger Grafen, die ursprünglich im Besitz aller Rechte in Baddeckenstedt waren, die Burg Wohldenberg und mit ihr Besitztümer in Baddeckenstedt dem Hildesheimer Bischof Otto.

Im Jahre 1523 nach Ende der Hildesheimer Stiftsfehde gliederte der Braunschweiger Herzog Heinrich der Jüngere das Hildesheimer Große Stift und damit auch das Amt Wohldenberg mit Baddeckenstedt seinem Machtbereich ein. Die Reformation wurde vorübergehend 1542 bis 1547 und endgültig 1568 nach Amtsantritt von Herzog Julius eingeführt. 1643 gab der Braunschweiger Herzog das Große Stift dem Hildesheimer Bischof zurück, allerdings ohne das Schloss Oelber und den Ort Oelber am weißen Wege, die beim Herzogtum Braunschweig blieben.

Im Jahre 1802 annektierte Preußen im Zuge der Säkularisation das Hochstift Hildesheim, musste aber nach seiner Niederlage 1806 gegen Frankreich das Gebiet dem neu gegründeten Königreich Westphalen abgeben. Dieses brach aber schon 1813 zusammen und das Gebiet kam zum Kurfürstentum, ab 1814 Königreich, Hannover. Als Folge des Preußisch-Österreichischen Krieges wurde Hannover 1866 von Preußen annektiert. Im Jahre 1941 wurden Baddeckenstedt, Wartjenstedt, Binder und Rhene aus dem preußischen Kreis Marienburg in den braunschweigischen Landkreis Wolfenbüttel umgegliedert.[4]

Im Jahre 1974 wurde Baddeckenstedt Verwaltungssitz der neu geschaffenen Samtgemeinde Baddeckenstedt.

Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Binder, Oelber am weißen Wege, Rhene und Wartjenstedt eingegliedert.[5]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St.-Albertus-Magnus-Kirche

In Baddeckenstedt befindet sich die Paulskirche. Ihre Kirchengemeinde gehört zur Propstei Goslar der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig.

Im 19. Jahrhundert wurde in Baddeckenstedt ein katholisches Missionshaus errichtet, das jedoch im August 1943 von den nationalsozialistischen Machthabern beschlagnahmt wurde. Als 1944 infolge des Vorrückens alliierten Militärs katholische Flüchtlinge und Evakuierte aus dem Westteil des Deutschen Reiches in den Freistaat Braunschweig strömten, zu dem Baddeckenstedt seit 1941 gehörte, erfolgte am 6. Dezember 1944 die Gründung der Pfarrvikarie Ringelheim-Land, der auch Baddeckenstedt zugeordnet wurde.[6] 1956/57 wurde neben dem Missionshaus die katholische Kirche St. Albertus Magnus errichtet, konzipiert von Josef Fehlig. Heute gehört die Kirche zur Pfarrgemeinde St. Hubertus auf dem Wohldenberg.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindewahl 2016[7]
Wahlbeteiligung: 56,70 % (–0,56 %p)
 %
50
40
30
20
10
0
46,48 %
40,73 %
8,32 %
4,44 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2011
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-2,89 %p
-5,80 %p
+4,23 %p
+4,44 %p
Sitzverteilung im Gemeinderat
    
Insgesamt 15 Sitze

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat von Baddeckenstedt hat 15 Mitglieder (2011: 13), von denen seit der Kommunalwahl am 11. September 2016 sieben der SPD (+1) und sechs der CDU (±0) angehören. Über jeweils einen Sitz verfügen die FDP (±0) und Die Linke (+1).

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister der Gemeinde Baddeckenstedt ist Marc Werner (SPD).[8]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappenbeschreibung: Zweimal schräg links geteilt von Blau, darin in einer Reihe fünf goldene (gelbe) Rauten, Gold (Gelb), darin das Schloss Oelber am weißen Wege, und Rot, darin eine goldene (gelbe) Weizenähre.

Partnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 10. Mai 1991 existierte im Rahmen eines Kooperationsvertrages eine Partnerschaft mit der Gemeinde Klöden (Landkreis Wittenberg) in Sachsen-Anhalt, die jedoch zum 1. Januar 2011 in die Stadt Jessen (Elster) eingemeindet wurde.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Oelber
  • Schloss Oelber in Oelber am weißen Wege, 1588 auf den Grundmauern einer Wasserburg des 12. Jahrhunderts errichtet, ist das älteste und bekannteste Bauwerk der Gemeinde.[9]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Baddeckenstedt liegt an der Bahnstrecke Hildesheim–Goslar und verfügt über eine Park-and-Ride-Anlage. Hier halten Regionalzüge sowohl in Richtung Hannover als auch in Richtung Goslar und Bad Harzburg.

Die nächsten Fernverkehrsstraßen sind die Autobahnen A 7 und A 39 sowie die Bundesstraße 6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Baddeckenstedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2016 (Hilfe dazu).
  2. Der Ortsnamenforscher auf NDR 1 Niedersachsen, Recherche Jürgen Udolph
  3. Kirstin Casemir: Die Ortsnamen des Landkreises Wolfenbüttel und der Stadt Salzgitter (= Niedersächsisches Ortsnamenbuch. Band 3). Verlag für Regionalgeschichte, 2003, ISBN 3-89534-483-4 (Zugleich: Diss. Universität Göttingen, 2002).
  4. Verordnung über Gebietsbereinigungen im Raume der Hermann-Göring-Werke Salzgitter
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 273.
  6. Thomas Flammer: Nationalsozialismus und katholische Kirche im Freistaat Braunschweig 1931–1945. Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 2013, S. 187, 196.
  7. Webseite der Kommunalen Dienste Göttingen, abgerufen am 13. September 2016.
  8. baddeckenstedt.de: Gemeinderat Baddeckenstedt.
  9. Geschichte von Schloss Oelber.