Kirchhorst

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Koordinaten: 52° 26′ 49″ N, 9° 53′ 40″ O

Kirchhorst
Gemeinde Isernhagen
Wappen von Kirchhorst
Höhe: 60 m
Fläche: 13,1 km²
Einwohner: 3330 (Dez. 2016)
Bevölkerungsdichte: 254 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 30916
Vorwahl: 05136
Kirchhorst (Niedersachsen)
Kirchhorst

Lage von Kirchhorst in Niedersachsen

Kirche St. Nikolai
Kirche St. Nikolai

Kirchhorst ist ein Ortsteil der Gemeinde Isernhagen in der Region Hannover in Niedersachsen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchhorst entstand 1929 aus den einst eigenständigen Dörfern Großhorst, Kirchhorst und Stelle. Am 1. März 1974 wurde Kirchhorst in die neue Gemeinde Warmbüchen eingegliedert, die am 1. Juni 1975 in Isernhagen umbenannt wurde.[1] Kirchhorst behielt zwei Freiwillige Feuerwehren. Dies sind die 1932 gegründete Freiwillige Feuerwehr in Kirchhorst und die 1912 gegründete Freiwillige Feuerwehr in Stelle. Literarische Erwähnung erlangte Kirchhorst durch die „Kirchhorster Blätter“, Tagebuchaufzeichnungen Ernst Jüngers aus den Jahren 1944/1945. Darin beschreibt er die Bombenangriffe auf das nahe gelegene Misburg sowie auf Hannover, die Auflösungserscheinungen in den letzten Kriegsmonaten und den Einmarsch alliierter Truppen. Jünger bewohnte in seiner Kirchhorster Zeit eine Etage des neben der Kirche gelegenen Pfarrhauses. Der Ort besteht aus vielen älteren Häusern und Bauernhöfen sowie kontinuierlich neu angelegten Baugebieten, die sich in den gewachsenen Ortsbestand eingliedern.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsrat und Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Kommunalwahl vom 11. September 2016 setzt sich der Ortsrat zusammen aus zwei2 CDU-Abgeordneten, zwei SPD-Abgeordneten sowie jeweils einem Vertreter der Bündnis 90/Die Grünen, FDP und dem Einzelbewerber Thomas Mazur.

Ortsbürgermeister ist Herbert Löffler (SPD).[2]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Wappens von Kirchhorst stammt von dem in Isernhagen geborenen und später in Hannover lebenden Heraldiker und Wappenmaler Gustav Völker, der schon die Wappen von Großburgwedel, Mellendorf, Wunstorf und vielen anderen Ortschaften entworfen hat. Die Genehmigung des Wappens wurde durch den Regierungspräsidenten in Lüneburg am 4. Mai 1965 erteilt.[3]

Wappen von Kirchhorst
Wappenbeschreibung: „In Silber eine gestürzte, geschweifte, rote mit drei (2:1) silbernen Lilien belegte Spitze, die ein achtspeichiges, schwarzes Wagenrad bis zur Mitte überdeckt, begleitet von zwei grünen Eichenblättern.“
Wappenbegründung: In der Gemeinde ist früher die Familie von Cramm begütert gewesen. Aus dem Wappen dieser Familie sind die drei Lilien entnommen worden. Die Zahl drei ist auch deshalb gewählt worden, weil die Gemeinde Kirchhorst aus drei Ortsteilen gebildet worden ist. Das Wagenrad soll symbolisieren, dass Kirchhorst an der Bundesstraße 3 liegt, die sich aus einem uralten Verkehrsweg entwickelt hat. Die Eichenblätter zeigen an, dass auch Kirchhorst als echte niedersächsische Gemeinde über einen reichen Eichenbestand verfügt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche St. Nikolai ist ein reizvolles Baudenkmal. Sie wurde im 14. Jahrhundert erbaut, steht aber auf Grundmauern einer deutlich älteren romanischen Kapelle. Erwähnenswert sind Freskenmalereien im Chor und an den Innenwänden sowie der Heilige St. Nikolaus als Schutzheiliger der Kirche.

In unmittelbarer Nachbarschaft zur Kirche befinden sich die Grundschule, die Kindertagesstätte, das Jugendfreizeitheim sowie die Begegnungsstätte.

Große Waldgebiete und Wiesenflächen, darunter das Altwarmbüchener Moor, grenzen direkt an die Ortschaft an. Der Kirchhorster See entstand beim Ausbau der BAB 7 Ende der 1950er Jahre durch Sandentnahmen. Er wurde 1969 offiziell eingeweiht. Der See hat 4,8 ha Fläche und ist bis zu 7,5 m tief. Es gibt eine öffentlich zugängliche Badestelle. Den See umgeben Liege- und Ruheflächen für den Badebetrieb von etwa zwei Hektar.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1986 gab es den Freizeitpark Kirchhorst, der wahrscheinlich wegen zu hoher behördlicher Auflagen geschlossen wurde. Der Park bot eine Reihe von Freizeitmöglichkeiten, wie Achterbahn, Minigolfanlage sowie eine Marienkäferbahn. Die Reste der Bauten, wie der Haupteingang, das Restaurant, Brücken und die Sektbar, sind noch heute vorhanden. Die Loopingbahn des Parks befindet sich heute unter dem Namen „Vertigo“ im Freizeitpark „Zoomarine“ bei „Pomezia“, 20 Kilometer südlich von Rom.[4]

Bis 1992 gab es in Kirchhorst ein Autokino, welches 2001 wieder neu eröffnet wurde. Nach erneutem Scheitern des Projekts wurde es endgültig geschlossen und dessen Überreste wurden mittlerweile beseitigt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Ort führt als Hauptverkehrsstraße die ehemalige B 3. Seit dem Bau der BAB 37 in den 1980er Jahren wurde die B 3 auf diese ver- und somit aus Kirchhorst ausgelagert. Es besteht vom Ort ein günstiger verkehrsmäßiger Anschluss an die Autobahnen 2 und 7.

Mehrere Regionalbuslinien führen nach Altwarmbüchen (dort Endhaltestelle der Stadtbahn Hannover). Eine Buslinie führt über einige Ortschaften nach Burgdorf (Bahnhof Burgdorf mit S-Bahn auf der Bahnstrecke Lehrte–Celle). Einige Buslinien verbinden Kirchhorst mit vielen Ortschaften im Norden, so auch mit Burgwedel und dem dortigen Regionalbahnhof an der Bahnstrecke Hannover–Hamburg.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claudia Kempf-Oldenburg, Jes Tüxen: Isernhagen Chronik Band 1. Herausgeber Gemeinde Isernhagen, Dezember 1990.
  • Claudia Kempf-Oldenburg, Jes Tüxen: Isernhagen Chronik Band 2. Herausgeber Gemeinde Isernhagen, Dezember 1992.
  • Heinz Koberg: Unser Isernhagen, Herausgeber Gemeinde Isernhagen, März 1984
  • Landwirtschaftliche Beschreibung der Dorfschaft Kirchhorst, in: Neues Hannöversches Magazin, 73stes Stück vom 11. September 1807, Sp. 1159 ff. Digitalisat

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kirchhorst – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 222.
  2. [1]
  3. Landkreis Hannover: Wappenbuch Landkreis Hannover. Im Selbstverlag des Autors veröffentlicht, Hannover 1985
  4. Eintrag der Loopingbahn des Parks bei Rollercoaster Database.