Insel (Stendal)

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Insel
Stadt Stendal
Koordinaten: 52° 33′ 42″ N, 11° 45′ 17″ O
Höhe: 36 m ü. NHN
Fläche: 25,16 km²
Einwohner: 729 (31. Dez. 2009)
Bevölkerungsdichte: 29 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. September 2010
Postleitzahl: 39576
Vorwahl: 039329
Insel (Sachsen-Anhalt)
Insel

Lage von Insel in Sachsen-Anhalt

Kirche zu Insel (Oktober 2018)
Kirche zu Insel (Oktober 2018)

Insel ist ein Ortsteil der Kreisstadt Stendal im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt (Deutschland).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der altmärkische Ort Insel ist zirka 10 km von Stendal entfernt. Das Gelände fällt vom Tangermünder-Buchholzer Höhenzug in Richtung Norden zur Uchteniederung ab. Zur Ortschaft und früheren Gemeinde gehören auch die Ortsteile Döbbelin (137 Einwohner) und Tornau (122 Einwohner), die nordöstlich von Insel liegen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insel wurde erstmals im Jahre 1238 als insula slavica urkundlich erwähnt.[1] Der lateinische Begriff insel ist mit „Werder“ zu übersetzen. Bereits im Jahr 1282 war der Ort Insel in zwei Dörfer (Ost- und West-Insel) geteilt.

Bis zum Jahre 1813 bestand eine selbständige Pfarrei Westinsel. Nach dem Tode des damaligen Predigers Garn wurde sie mit der Pfarrei Nahrstedt vereinigt.[2] Westlich von Insel lag das Dorf Mispelwerder. Im Jahre 1680 wurde Christian von Itzenplitz auf Jerchel mit der wüsten Feldmark Mispelwerder belehnt. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde über Reste vom Gemäuer der Kirche berichtet.[2]

Am 1. Oktober 1921 wurde der Gutsbezirk Westinsel aufgelöst und in die Landgemeinde Westinsel eingemeindet.[3] Die Gemeinde Insel entstand am 1. April 1935 durch den Zusammenschluss der Landgemeinden Ostinsel und Westinsel.[4]

Bismarckschloss Döbbelin

Das kleine Straßendorf Döbbelin wurde 1160 erstmals erwähnt. Die Familie von Bismarck war nachweislich seit 1344 im Besitz eines Teiles des Ortes. Die Gemeinde Döbbelin wurde am 1. Juli 1973 in die Gemeinde Insel eingemeindet.[5]

Tornau, ebenfalls ein typisches Straßendorf, wurde im Jahre 1238 unter dem Namen tornow erstmals urkundlich erwähnt. Der Name des Ortes lässt sich aus dem Slawischen ableiten und ist mit „Dornbusch“ zu übersetzen. Die Gemeinde Tornau wurde am 1. Juli 1973 in die Gemeinde Insel eingemeindet.[6]

Nach der Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Stendal-Uchtetal am 1. Januar 2010 und bis zur Eingemeindung am 1. September 2010[7] wurde sie vorerst von Stendal mitverwaltet.

Die Gemeinde geriet 2011 und 2012 in die Schlagzeilen, als bekannt wurde, dass zwei haftentlassene Sexualstraftäter sich dort niedergelassen hatten. Die Bürger, auch angeführt durch den Ortsbürgermeister Alexander von Bismarck, der Namen und Wohnort der beiden öffentlich bekanntgab, starteten fortan Demonstrationen, welchen sich später Rechtsextremisten anschlossen, die geduldet wurden.[8][9] Im Juni 2012 demonstrierten Ministerpräsident Reiner Haseloff und rund 70 Landtagsabgeordnete aller Fraktionen im Ort für Menschenwürde.[10] Im Oktober 2012 traten Ortsbürgermeister und der gesamte Ortschaftsrat zurück.[11]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Ortsgebiet führt die Bundesstraße 188.

Es verkehren Linienbusse und Rufbusse der Regionalverkehr Westsachsen (RVW) unter dem Markennamen stendalbus. Der nächste Bahnhof befindet sich im rund drei Kilometer entfernten Nachbarort Möringen an der Lehrter Bahn.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Peter Wilhelm Behrends: Graf Siegfried von Osterburg und Altenhausen resigniert viele Dörfer und Grundstücke in der Altmark 1238. Jahresberichte des Altmärkischen Vereins für vaterländische Geschichte. 4. Jahresbericht, 1841, S. 53 (altmark-geschichte.de [PDF]).
  2. a b August Wilhelm Pohlmann, August Stoepel: Geschichte der Stadt Tangermünde. seit der Gründung derselben bis zu dem laufenden Jahre 1829. Franzen und Große, Stendal 1829, S. 365; abgerufen am 16. April 2017.
  3. Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1921, ZDB-ID 3766-7, S. 252.
  4. Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1935, ZDB-ID 3766-7, S. 59 u. 139.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 345.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 346.
  7. StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010.
  8. Hendrik Kranert-Rydzy: Sexualstraftäter geben Druck nach. In: Mitteldeutsche Zeitung, 5. Oktober 2011, abgerufen am 6. Oktober 2011
  9. Hendrik Kranert-Rydzy: Das Drama von Insel. In: Mitteldeutsche Zeitung, 4. November 2011; abgerufen am 5. November 2011.
  10. Anne Hähnig: Insel der Unseligen. In: Die Zeit, Nr. 25/2012.
  11. Insel: Ortschaftsrat tritt komplett zurück. In: Volksstimme, vom 15. Oktober 2012; abgerufen am 1. April 2015