Burgdorf (Landkreis Wolfenbüttel)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Burgdorf
Burgdorf (Landkreis Wolfenbüttel)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Burgdorf hervorgehoben
Koordinaten: 52° 9′ N, 10° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Wolfenbüttel
Samtgemeinde: Baddeckenstedt
Höhe: 106 m ü. NHN
Fläche: 24,07 km2
Einwohner: 2294 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 95 Einwohner je km2
Postleitzahl: 38272
Vorwahl: 05347
Kfz-Kennzeichen: WF
Gemeindeschlüssel: 03 1 58 004
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Heerer Straße 28
38271 Baddeckenstedt
Webpräsenz: www.baddeckenstedt.de
Bürgermeister: Heinz Heusmann (SPD)
Lage der Gemeinde Burgdorf im Landkreis Wolfenbüttel
Sachsen-Anhalt Braunschweig Landkreis Goslar Landkreis Helmstedt Landkreis Hildesheim Landkreis Peine Salzgitter Am Großen Rhode Barnstorf-Warle Voigtsdahlum Voigtsdahlum Baddeckenstedt Börßum Börßum Burgdorf (Landkreis Wolfenbüttel) Cramme Cremlingen Dahlum Dahlum Denkte Dettum Dorstadt Elbe (Niedersachsen) Erkerode Evessen Evessen Flöthe Schladen-Werla Haverlah Hedeper Heere Heere Heiningen (Niedersachsen) Kissenbrück Kneitlingen Kneitlingen Ohrum Remlingen-Semmenstedt Roklum Schöppenstedt Sehlde Sickte Uehrde Vahlberg Veltheim (Ohe) Winnigstedt Wittmar WolfenbüttelKarte
Über dieses Bild
Ortskern von Burgdorf mit ehemaliger Schule und evangelischer Kirche
Burgdorf, OT Berel

Burgdorf ist eine Gemeinde im Norden der Samtgemeinde Baddeckenstedt im Landkreis Wolfenbüttel, Niedersachsen, Deutschland.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Burgdorf befindet sich westlich der kreisfreien Mittelstadt Salzgitter, ost-nordöstlich des Höhenzugs Vorholz und nördlich des Höhenzugs Lichtenberge (Nordwestteil des Salzgitter-Höhenzuges). Sie liegt nördlich von Baddeckenstedt (Sitz der Samtgemeindeverwaltung) sowie nordöstlich von Holle und südlich von Söhlde, die sich im westlich benachbarten Landkreis Hildesheim befinden.

Mit 24,06 km² ist Burgdorf die flächengrößte Mitgliedsgemeinde der Samtgemeinde Baddeckenstedt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die fünf Ortsteile der Gemeinde sind:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsteil Burgdorf wurde unter dem Namen Borchtorp im Jahr 1243 erstmals urkundlich erwähnt. Vermutlich existierte das Dorf jedoch bereits früher unter Namen wie Asla, Assle oder Assel. Zunächst bestand Burgdorf aus dem sogenannten Alten Dorf. Erst später siedelten sich östlich des Ortes Bewohner der wüstgefallenen Siedlung Steinum an.

Burgdorf gehörte seit dem späten Mittelalter zum Amt Lichtenberg und somit zum Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel. Im Dreißigjährigen Krieg von 1618 bis 1648 fiel auch Burgdorf Zerstörungen zum Opfer. So brannten zum Beispiel im September 1634 sechs Häuser ab. 1640 und 1642 kam es erst durch kaiserliche Truppen, dann durch die Schweden zur fast vollständigen Zerstörung des Ortes.

1865 wurde im heutigen Ortsteil Burgdorf bei Osterlinde eine Zuckerfabrik gebaut. Die Schule in Burgdorf wurde 1976 geschlossen.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 28. Juni 1965 wurde aus den damals noch selbstständigen Gemeinden Burgdorf, Berel, Hohenassel, Nordassel und Westerlinde die Samtgemeinde Burgdorf-Assel gegründet.[2]

Am 1. März 1974 wurde die Samtgemeinde aufgelöst. Aus ihren Mitgliedsgemeinden wurde die Gemeinde Burgdorf gebildet, die ein Teil der neu gegründeten Samtgemeinde Baddeckenstedt wurde.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung des Ortsteils
Jahr Einwohner[4]
1840 607
1905 588
1939 467
1946 841
1998 741
Einwohnerentwicklung der Gemeinde
Jahr Einwohner[5]
1973 2327
1998 2517
2013 2340

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Schule und katholische Kapelle
Evangelische Kirche
  • Die Kirche in Burgdorf entstand vermutlich bereits im 12. Jahrhundert. Die Wehrkirche besitzt einen romanischen Turm mit einer Haube von 1766. Bereits 1616 wurde ein Fenster der Kirche erneuert. Von 1727 bis 1732 kam es zu einer größeren Renovierung. Im Jahr 1953 wurde das Turmdach ausgetauscht, bevor 1963 bis 1965 erneut renoviert wurde. Die evangelische Kirche gehört heute zur Kirchengemeinde Burgdorf-Assel. Sie steht zusammen mit dem Pfarrhaus und dem Kirchhof unter Denkmalschutz
  • In der Nachkriegszeit fanden katholische Gottesdienste im Schloss statt, zeitweise auch in der evangelischen Kirche. Von 1981 bis 2007 befand sich in der ehemaligen Schule die katholische Kapelle St. Maria Rosenkranz. Die nächstgelegene katholische Kirche mit regelmäßigen Gottesdiensten befindet sich heute 5 km entfernt in Salzgitter-Fredenberg.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindewahl 2016[6]
Beteiligung: 63,89 % (+1,53 %p)
 %
50
40
30
20
10
0
43,79 %
32,71 %
23,48 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2011
 %p
 25
 20
 15
 10
   5
   0
  -5
-10
-15
-20
-19,71 %p
-3,79 %p
+23,48 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
c Wählergemeinschaft Bürger für Burgdorf

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat aus Burgdorf setzt sich aus 13 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen (Veränderung zu 2011).

  • SPD: 6 Sitze (−2)
  • CDU: 4 Sitze (−1)
  • Wählergemeinschaft Bürger für Burgdorf: 3 Sitze (+3)

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2016)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ehrenamtliche Bürgermeister Heinz Heusmann wurde am 16. November 2006 gewählt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter durch Zinnenschnitt abgeteiltem grünen Schildhaupt in Silber (Weiß) fünf im Fünfpass angeordnete grüne Kleeblätter.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eines der ältesten Häuser der Gemeinde steht im Ortsteil Westerlinde. Das unter Denkmalschutz gestellte Haus aus dem Jahr 1661 befindet sich auf dem Hof der Familie Bock.
  • Die Heimatstube befindet sich im ersten Stock des alten Schulgebäudes und zeigt als Heimatmuseum Bilder, Dokumente und Gerätschaften aus der Landwirtschaft und dem Handwerk der Region.
  • Die Burg Hesleburg (später Asselburg genannt) wurde 984 erstmals urkundlich erwähnt. In diesem Jahr fand dort eine Fürstenversammlung statt, auf der sich der Sachsenherzog Bernhard, weitere sächsische Adlige sowie westdeutsche Verbündete trafen. Ziel war es Otto III., dem dreijährigen Sohn Kaiser Ottos II., die Erbfolge zu sichern, die ihm vom bayerischen Herzog streitig gemacht wurde. Nach dem Bau der Burg Lichtenberg verlor die Burg an Bedeutung. 1202 wurde sie letztmals erwähnt.
  • Das heutige Schloss Burgdorf wurde 1779 bis 1783 von Georg Heinrich Gottschalk von Kniestedt als Herrenhaus auf dem Gelände der ehemaligen Burg erbaut, von der nur noch ein Teil des Walls und des Burggrabens erhalten ist. Bis 1834 wurde das Herrenhaus von der Familie von Kniestedt bewirtschaftet, die bereits seit 1596 im Besitz des Geländes und der Güter der ehemaligen Asselburg war. Danach wechselte es mehrfach den Besitzer. Seit 1985 wurden die einzelnen teilweise verfallenen Gebäude wieder instand gesetzt. Seit 1994 stehen das Schloss, die Parkanlage mit ihrem Baumbestand und die Toreinfahrt unter Denkmalschutz.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesautobahn 39 mit der Auffahrt in Westerlinde liegt im südlichen Gemeindegebiet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Schaper (1920–2008) Maler, Bildhauer, Grafiker und Konzeptkünstler

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Samtgemeinde Baddeckenstedt (Hrsg.): 25 Jahre Samtgemeinde Baddeckenstedt – 1974–1999. Festschrift; 1999
  • Kirstin Casemir: Die Ortsnamen des Landkreises Wolfenbüttel und der Stadt Salzgitter. ISSN 0436-1229, ISBN 3-89534-483-4 (Dissertation 2002, Georgia Augusta zu Göttingen)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Burgdorf (Landkreis Wolfenbüttel) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Samtgemeinde Baddeckenstedt (Hrsg.): 25 Jahre Samtgemeinde Baddeckenstedt – 1974–1999. Festschrift; 1999 (S. 10)
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 273.
  4. http://baddeckenstedt.de/
  5. Samtgemeinde Baddeckenstedt (Hrsg.): 25 Jahre Samtgemeinde Baddeckenstedt – 1974–1999. Festschrift; 1999 (S. 17)
  6. Webseite der Kommunalen Dienste Oldenburg, abgerufen am 14. September 2016