De-Dion-Achse

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De Dion-Bouton von 1901 mit De-Dion-Achse
De-Dion-Achse in Normalposition und ein- und beidseitig durchgefedert. Die Räder bleiben parallel.

Eine De-Dion-Achse ist eine Bauform der angetriebenen Starrachse, bei der das Differentialgetriebe von der Achse getrennt am Wagenkörper befestigt und mit den Rädern über Gelenkwellen verbunden ist. In der Konstruktion ist die konstante Achsgeometrie der Starrachse – beim Einfedern verändert sich die Spurweite nicht – mit einer geringeren ungefederten Masse vereint.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Radaufhängung wurde von Charles-Armand Trépardoux erfunden, einem der Teilhaber von De Dion, Bouton & Trépardoux. Nach seinem Ausscheiden firmierte das Unternehmen als De Dion-Bouton. Graf Albert de Dion ließ diese Konstruktion 1893 patentieren.

Konstruktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Differentialgetriebe ist am Chassis befestigt. Die Achsschenkel mit den Rädern sind mit einem starren Rohr oder Profil verbunden, der Sturz verändert sich so beim Einfedern nicht. Das Antriebsmoment wird über Doppelgelenkwellen (Antriebswellen) übertragen. Zum Längenausgleich haben entweder das Achsrohr oder die Antriebswellen Schiebegelenke. Wenn das Achsrohr ein Schiebestück enthält, ändert sich bei Federbewegungen die Spurweite der Achse. Das Achsrohr kann wie andere Starrachsen auch auf unterschiedliche Weise geführt werden: längs an Lenkern, Schubstreben oder Blattfedern, seitlich mit einem Dreieckslenker, Wattgestänge oder Panhardstab. Das Achsrohr kann auch direkt gelenkig am Rahmen befestigt sein, dann ist es stark gekröpft.

Vor- und Nachteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

De-Dion-Achsen halten den Sturz und die Spur der Räder über den gesamten Federweg konstant. Gleichzeitig verringern sie die ungefederten Massen der Antriebsachse wesentlich.

Andererseits brauchen sie viel Platz, gelten als aufwendig und deshalb teuer; sie wurden früher und werden gelegentlich immer noch in Renn-, Sport- und Oberklassefahrzeugen verwendet.

Beispiele von Fahrzeugen mit De-Dion-Achse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historische Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die De-Dion-Achse kam bei Ferrari, Lotus, Aston Martin (DBS), Lagonda Rapide, Pegaso, Caterham Cars, Alfa Romeo Alfetta/GTV oder Maserati zum Einsatz. Auch der 1963 vorgestellte Rover P6 und die ab 1969 gebauten großen Opel-KAD-B-Modelle Kapitän, Admiral und Diplomat waren damit ausgerüstet. Der Hersteller DAF verwendete sie in den 1970er Jahren in den Kleinwagen DAF 66, 46 und 77 (Volvo 343). Wie die Alfa Romeo Alfetta haben diese Fahrzeuge das Getriebe an der Hinterachse (Transaxle-Bauweise).

Aktuelle Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den letzten Jahren gibt es De-Dion-Achsen bei einigen allradgetriebenen Fahrzeugen wie zum Beispiel dem Softroader Honda HR-V oder den geländegängigen Lastwagen Mowag Duro[1] und dem Smart[2] mit Heckmotor. Des Weiteren wird diese Achse auch in den Elektrofahrzeugen Mitsubishi i-MiEV (baugleich sind Citroën C-ZERO und Peugeot iOn) sowie dem e.GO Life eingebaut.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: De-Dion-Achse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. DURO. In: Produkte – Radfahrzeuge. General Dynamics European Land Systems, 2021, abgerufen am 28. September 2021: „Die unübertroffene Mobilität wird durch die einzigartige De-Dion-Aufhängung mit hoher Verschränkung und großen Federwegen erzielt.“
  2. Unter der Lupe: Die Hinterachse - Zum Kippen zu schade. In: Global Media Site. Daimler AG, 4. November 2014, abgerufen am 28. September 2021: „Die Konstrukteure des smart entschieden sich daher für eine De-Dion-Achse. Das ist eine im klassischen Sportwagenbau häufig verwendete angetriebene Starrachse, bei der das Differential von der Achse getrennt eingebaut ist.“