Der Prinz aus Zamunda

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Der Prinz aus Zamunda
Originaltitel Coming to America
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1988
Länge 116 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie John Landis
Drehbuch David Sheffield,
Barry W. Blaustein
Produktion George Folsey Jr.,
Robert D. Wachs
Musik Nile Rodgers
Kamera Sol Negrin,
Woody Omens
Schnitt Malcolm Campbell
Besetzung

Der Prinz aus Zamunda ist eine US-amerikanische Filmkomödie des Regisseurs John Landis aus dem Jahr 1988. Die Geschichte zum Film wurde von Eddie Murphy geschrieben, der auch die Hauptrolle spielt.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prinz Akeem ist der Sohn von König Jaffe und Königin Aoleon in Zamunda, einem fiktiven Königreich in Afrika. Der Thronfolger lebt im Luxus und wird von zahlreichen Bediensteten rundum versorgt – so sehr, dass er praktisch nichts selbst erledigen muss, geschweige denn darf. Nach alter Tradition will ihn sein Vater an seinem 21. Geburtstag mit einer standesgemäßen Frau verheiraten. Die Auserwählte Imani Izzi wurde jedoch so erzogen, dass sie Akeems Weisungen blind gehorcht. Das passt Akeem nicht, weil er sich eine Frau mit einer unabhängigen Meinung wünscht.

Daher reist Akeem mit seinem königlichen Diener und besten Freund Semmi nach Amerika, um dort eine Braut zu finden, die ihm gefällt. Nach seiner Logik kann er seine Traumfrau nur im New Yorker Stadtbezirk Queens finden, denn „Queens“ ist das englische Wort für „Königinnen“. Sein Vater gestattet ihm die Reise aufgrund eines Missverständnisses: er glaubt, der Prinz wolle vor der Hochzeit sexuelle Erfahrungen sammeln.

In New York geben sich Akeem und Semmi als mittellose Studenten aus und beziehen ein heruntergekommenes Apartment. Nach einigen Fehlansätzen begegnet Akeem dem Mädchen, das ihm zusagt: Lisa McDowell, die Tochter des Besitzers von McDowell’s Fast-Food-Restaurant. Um Lisa kennenzulernen, lässt Akeem sich und seinen Diener im Restaurant als Hilfskräfte einstellen.

Akeem beginnt sein Leben als einfacher Mann zu gefallen, und nach und nach gewinnt er sogar Lisas Herz, verheimlicht ihr jedoch seine Herkunft, da er um seiner selbst willen geliebt werden möchte und nicht aufgrund seines Status als wohlhabender Prinz. Lisas Vater setzt sich vehement gegen die Beziehung der beiden ein, da er Lisas bisherigen reichen Freund Darryl als künftigen Schwiegersohn favorisiert. Im Gegensatz zu Akeem gefällt Semmi das neue, entbehrungsreiche Leben gar nicht, und daher lässt er ihr gemeinsames Apartment in Queens luxuriös umbauen. Er gibt sich selbst als Prinz aus und erreicht dadurch die Aufmerksamkeit von Lisas Schwester Patrice. Als Akeem seinem Diener daraufhin das gesamte Bargeld abnimmt, telegrafiert dieser an den König und ersucht ihn um die Aufstockung ihrer finanziellen Mittel. Der König sieht sich von seinem Sohn getäuscht und reist wutentbrannt mit seiner Dienerschaft nach New York. Er sucht Lisas Vater auf und enthüllt Akeems wahre Identität. Er erklärt Lisa, dass Akeem bereits eine künftige Ehefrau habe und sich vor der Hochzeit nur noch einmal „die Hörner abstoßen“ wolle, worauf Lisa sich enttäuscht von Akeem trennt. Die Königin rät Akeem zu einem Versuch, Lisa zurückzugewinnen, der jedoch scheitert, da Lisa sich den Erwartungen des Königshauses nicht würdig fühlt. Als die zamundische Delegation zusammen mit dem tieftraurigen Akeem abreist, redet die Königin ihrem Mann allerdings noch einmal ins Gewissen, seine Haltung zur Brautwahl zu ändern.

Schließlich steht Akeem in Zamunda vor dem Traualtar und wartet darauf, der Frau zu begegnen, die seine Eltern zu Beginn für ihn ausgewählt hatten. Doch als er der ankommenden Braut den Schleier lüftet, entpuppt diese sich überraschenderweise als Lisa, und die Hochzeit wird doch zu einem märchenhaften Happy End.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film war 1989 für zwei Oscars nominiert:

  • Bestes Kostüm-Design
  • Bestes Make-up

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Naives Filmmärchen mit einigen fröhlichen Seitenhieben, das Unterhaltung für die ganze Familie bieten will; auf Eddie Murphy abgestimmt, der Proben leiseren Komödiantentums zum besten geben kann.“

„John Landis’ letzte große Komödie ist ein wahres Eddie Murphy-Festival.“

Scott Weinberg[2]

Wissenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eddie Murphy spielt neben Prinz Akeem noch drei Nebenrollen, in denen er wegen des Make-ups praktisch nicht zu erkennen ist: den Friseur Clarence, den verhinderten Sänger Randy Watson sowie den weißen alten Saul.
  • Auch Arsenio Hall spielt neben seiner Rolle als Semmi noch drei weitere Nebenrollen: den alten Schwätzer Morris aus dem Friseurladen, Pfarrer Brown und in der Bar-Szene den Transvestiten im roten Kleid, der neben Eddie Murphy sitzt.
  • In einer kurzen Sequenz spielen Don Ameche und Ralph Bellamy in der Rolle der Brüder Mortimer und Randolph Duke, zwei Hauptcharakteren aus Die Glücksritter. In diesem früheren John-Landis-Film verloren die Brüder ihr ganzes Vermögen wegen einer Wette u. a. an Billy Ray Valentine, gespielt von Eddie Murphy. In Der Prinz aus Zamunda treten die beiden Brüder kurz als am Straßenrand liegende Obdachlose auf. Prinz Akeem schenkt ihnen eine mit Geld gefüllte Papiertüte, worauf sie mit dem Spruch „Mortimer, wir sind wieder da!“ auf den Glücksritter-Film anspielen.
  • Die Produzenten des Films mussten sich die Benutzung des Namens McDowell’s von McDonald’s aufgrund des sehr ähnlich klingenden Namens und der damit verbundenen offensichtlichen Anspielung genehmigen lassen.
  • In diesem Film haben einige Akteure ihre erste Rolle: Am Anfang des Films badet Akeem mit drei nackten Frauen. Eine davon, Victoria Dillard (die Tauchende), wurde später als Janelle Copper aus Chaos City bekannt. Michele Watley (von ihr sieht man nur den Rücken) machte später unter dem Künstlernamen Midori in der Pornobranche Karriere. Garcelle Beauvais spielte ein weiteres Rosenmädchen. Auch sie ist heute eine angesehene Schauspielerin (New York Cops – NYPD Blue, Bad Company). Auch Samuel L. Jackson und Cuba Gooding junior, beide noch am Anfang ihrer Karriere, kann man in dem Film sehen. Jackson spielt den Räuber, der versucht, das Restaurant zu überfallen. Cuba Gooding junior dagegen ist einer der Kunden im Friseursalon. Auch Ruben Santiago-Hudson hatte einen seiner ersten Auftritte.
  • 1990 prozessierte der US-amerikanische Satiriker Arthur Buchwald gegen Paramount Pictures wegen rechtswidriger Adaption einer seiner Erzählungen, auf der der Film Der Prinz aus Zamunda basiert. Buchwald gewann den Prozess.
  • Die Choreografin für die Tanzeinlagen war Paula Abdul.
  • Der Drehort des heruntergekommenen Apartmenthauses und des Friseur-Salons My-T-Sharp befindet sich in der Hooper Street, Ecke South 5th Street und somit nicht im Stadtteil Queens, sondern in Brooklyn.
  • Der Regisseur des Filmes, John Landis, ist in einer kurzen Szene als Taxifahrer von Eddie Murphy zu sehen.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film ist eine Koproduktion von Paramount Pictures und Eddie Murphy Productions. Die Kino- und Videoverleihrechte für die Komödie besitzen Paramount Pictures und die Tochterfirma Paramount Home Entertainment. Für den deutschen Kinoverleih besitzt United International Pictures die Rechte. Das Budget betrug 39 Millionen US-Dollar und spielte weltweit über 288 Millionen Dollar ein, davon 128 Millionen (44,37 %) allein in den USA.

Der Film wurde komplett in den USA gedreht. Dabei dienten die Boroughs von New York Brooklyn, Queens und Manhattan, sowie die Stadt Los Angeles und eine Ranch im Simi Valley (Kalifornien) als Drehorte. Weitere Aufnahmen entstanden in und vor dem Madison Square Garden, dem Waldorf-Astoria und einem Wendy’s-Restaurant in Queens.

Kinostarts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film lief in den US-amerikanischen Kinos am 29. Juni 1988 an. Im August kam der Film dann in die norwegischen (2. August), französischen (24. August) und australischen Kinos (25. August). Am 1. September 1988 lief der Film in der Bundesrepublik Deutschland an, sieben Tage später konnte man ihn in den argentinischen Kinos sehen. Ebenfalls im September, erschien der Film in Dänemark (16. September) und Finnland (23. September).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Prinz aus Zamunda im Lexikon des internationalen Films
  2. http://www.efilmcritic.com