Desinformation

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Desinformation ist die gezielte Verbreitung falscher oder irreführender Informationen. Motivation der Desinformation ist meist die Beeinflussung der öffentlichen Meinung bzw. von Gruppen oder Einzelpersonen, um ein bestimmtes politisches oder wirtschaftliches Anliegen des Verbreitenden zu unterstützen.

Desinformation kann entweder direkt (Lügen, Betrug) oder indirekt (subtile Unterdrückung objektiver oder überprüfter Fakten, Verschweigen oder Ablenken von der Wahrheit, Implizieren falscher Urteile) geschehen. Eine Information stellt gesichert dann eine Desinformation dar, wenn sie nach objektiven Maßstäben falsch ist und der Urheber oder Verbreiter der Information dies weiß. Die Desinformation kann etwa über Massenmedien verbreitet werden, wobei man auch von Medienmanipulation spricht.

In zahlreichen Gebieten von Politik und Wirtschaft werden Desinformationen gezielt eingesetzt. So besitzen viele Geheimdienste eigene Abteilungen für die Fälschung und Verbreitung von Informationen. Im militärischen Bereich werden Desinformationen zur Täuschung des Gegners eingesetzt, etwa um ihn durch falsche Informationen über eigene Truppenstärken oder deren räumliche Verteilung zu fehlerhaften Entscheidungen zu leiten. Verbraucher werden durch Verbreitung von Gerüchten oder öffentlich zugänglicher falscher Informationen dahingehend beeinflusst, Produkte eines Mitbewerbers nicht zu kaufen.

Im weiteren Sinne ist Desinformation auch die gezielte Überversorgung mit, aus der Rezipientenperspektive, nutzlosen Informationen, welche die wichtigen Informationen überdecken sollen.

Verursacher und Ziele von Desinformation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Desinformation kann in der Öffentlichkeitsarbeit von staatlichen Stellen (z. B. Geheimdienst oder Militär), von politischen Parteien und Gruppen, von Lobbygruppen oder von Einzelpersonen vorkommen. Ziel ist Täuschung der Bevölkerung, Stimmungsmache oder Verwirrung des Gegners. Massenmedien wie Presse oder Rundfunk werden bevorzugt zur Desinformation der Bevölkerung genutzt.

Der russische Generalstabschef Waleri Wassiljewitsch Gerassimow schrieb im Februar 2013 in einem Essay für die Wochenzeitung Woenno-Promyschlennyi Kur’er ("Militärisch-Industrieller Kurier"): „Kriege werden nicht mehr erklärt, und wenn sie einmal begonnen haben, verlaufen sie nach einem ungewohnten Muster.“ Nicht-militärische Mittel seien bedeutender denn je, in bestimmten Fällen sogar bedeutender als Waffen. Als nicht-militärische Mittel nennt Gerassimow explizit die Kommunikation. Kriege gewinne nicht, wer mehr Waffen besitzt. Kriege gewinne, wer die Informationen steuert.[1]

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Beispiel für eine staatliche Desinformation ist die 1986 von der Sowjetunion zunächst verbreitete Aussage über die angebliche Harmlosigkeit des Reaktorunglückes von Tschernobyl. Weitere Beispiele sind die angebliche Ermordung von Babys durch irakische Soldaten im Golfkrieg von 1991, die weltweite Empörung hervorrief, aber später als bewusste Lüge einer PR-Agentur entlarvt wurde, sowie im selben Zusammenhang gefälschte Dokumente über irakische Massenvernichtungswaffen, die dem UN-Sicherheitsrat zur Begründung des amerikanischen Angriffs vorgelegt wurden. Ein weiteres Beispiel ist der so genannte Hufeisenplan, der zur Rechtfertigung des Kosovokriegs diente.

Ein Beispiel aus der Wirtschaft war eine in Microsoft Windows 3.1 eingebaute Fehlermeldung. Auf Computern mit diesem Betriebssystem und dem zu MS-DOS gleichwertigen Konkurrenzprodukt DR-DOS, erschien beim Start der folgenlose Hinweis, dass dies nicht MS-DOS sei. Diese zweifelhafte Methode des Konkurrenzkampfs brachte Microsoft den Ruf ein, mit Fear, Uncertainty and Doubt (Angst, Unsicherheit und Zweifel) zu arbeiten.

Der Geheimdienst CIA verbreitete auf regulären Kommunikationswegen falsche Anweisungen und Informationen unter seinen Mitarbeitern, während gegenteilige Anweisungen an ausgewählte Entscheidungsträger geschickt wurden, mit dem Zusatz, die anderen Anweisungen zu ignorieren. In einer solchen, als "Eyewash" bezeichneten Operation, wurde CIA Mitarbeitern in Pakistan verboten, potentiell tödliche Operationen gegen den Terrorverdächtigen Abu Subaida zu verfolgen, während eine andere Anweisung Verantwortliche anwies, der ersten Anweisung keine Beachtung zu schenken und die Mission fortzusetzen.[2]

Dem Staatssicherheitsdienst der DDR und Geheimdiensten anderer Staaten des Warschauer Paktes werden zahlreiche Desinformationskampagnen während des Ost-West-Konflikts zugeschrieben; derartige Aktivitäten liefen unter dem Begriff Aktive Maßnahmen.[3] Der britische Geheimdienst nutzt einem Medienbericht zufolge seine technischen Möglichkeiten, um Debatten im Internet zu beeinflussen.[4]

Desinformation – Propaganda[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein eng benachbarter Begriff ist die Propaganda. Die Trennlinie zwischen beiden ist unscharf, doch im üblichen Sprachgebrauch ist Desinformation

  • der Inhalt einer Propaganda-Aktion, oder
  • eine Propaganda, die nur an eine relativ begrenzte Zielgruppe gerichtet ist. In diesem Sinn ist Propaganda eher etwas, was für ein großes, anonymes Publikum bestimmt ist.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Desinformation – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Patrick Beuth, Marc Brost, Peter Dausend, Steffen Dobbert und Götz Hamann: Krieg ohne Blut, in ZEIT-ONLINE vom 26. Februar 2017
  2. Greg Miller und Adam Goldman: "‘Eyewash’: How the CIA deceives its own workforce about operations" Washington Post vom 31. Januar 2015
  3. Hubertus Knabe, Bernd Eisenfeld: West-Arbeit des MfS, Kapitel 5.1 Auslandsspionage und „aktive Maßnahmen“ in der Bundesrepublik – Hauptverwaltung A, Ch. Links Verlag, 1999, ISBN 978-3-86153-182-1 (S. 133 ff)
  4. Britischer Geheimdienst kann Internetinhalte manipulieren Süddeutsche Zeitung vom 15. Juli 2014