Deutsche Bibelgesellschaft

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Deutsche Bibelgesellschaft (DBG)
Logo Deutsche Bibelgesellschaft.png
Rechtsform Gemeinnützige Stiftung des öffentlichen Rechts
Gründung 1981 (Vorläufer: 1812)
Sitz Stuttgart
Personen Annette Kurschus (Vorsitzende), Christoph Rösel (Generalsekretär)
Aktionsraum Deutschland
Schwerpunkt Verlegerische, forschende und missionarische Arbeit für die Verbreitung von Bibeln
Motto Die Bibel zu den Menschen bringen
Website www.die-bibel.de
Das Jubiläumslogo der Deutschen Bibelgesellschaft im Jahr 2012 anlässlich des 200-jährigen Bestehens

Die Deutsche Bibelgesellschaft (DBG) ist eine kirchliche Stiftung öffentlichen Rechts, die verlegerisch und bibelmissionarisch arbeitet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1965 schlossen sich mehrere selbständige regionale Bibelgesellschaften zum Evangelischen Bibelwerk zusammen.[1] Unabhängig davon entstand 1975 die Deutsche Bibelstiftung durch Fusion der Württembergischen Bibelanstalt in Stuttgart (der ältesten und größten deutschen Bibelanstalt) mit der kleineren Cansteinschen Bibelanstalt in Westfalen. 1981 entstand aus dem Evangelischen Bibelwerk und der Deutschen Bibelstiftung, die bis dahin zusammen die Aufgaben eines Bibelverlags für Deutschland wahrgenommen hatten, die Deutsche Bibelgesellschaft (DBG). Nach und nach schlossen sich die meisten anderen deutschen Bibelgesellschaften diesem Gemeinschaftsprojekt an, zuletzt 1991 die der ehemaligen DDR.

Sitz der DBG ist das "Bibelhaus" der ehemaligen Privilegierten Württembergischen Bibelanstalt in Stuttgart-Möhringen, wo auch die heutige lokale Abteilung der Württembergischen Bibelgesellschaft (Nachfolgerin der Württembergischen Bibelanstalt) untergebracht ist. Die Geschichte geht damit historisch bis ins Jahr 1812 zurück, weswegen die Deutsche Bibelgesellschaft 2012 ihr 200. Jubiläum beging.

Verlagsprogramm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Verlag hat die DBG mehr als 700 Bücher und andere Medien im Programm, davon 300 Bibelausgaben. Jedes Jahr verbreitet die Bibelgesellschaft mehr als 400.000 Bibeln, vor allem die Bibelübersetzungen der Bibel nach Martin Luther und die moderne Gute Nachricht Bibel. Die Bibelgesellschaft verlegt die weltweit akzeptierten Grundtexte für die Bibelübersetzung: die Biblia Hebraica Stuttgartensia sowie das Novum Testamentum Graece und das Greek New Testament. Zum Programm gehören außerdem Kinderbibeln, Computerbibeln und andere Medien mit Bezug zur Bibel.

Im Internet abrufbar ist zudem Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet (WiBiLex), ein von Fachwissenschaftlern erstelltes Bibellexikon.

Bibelmission[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Förderung der Bibelmission ist die zweite wesentliche Aufgabe, die sich die Deutsche Bibelgesellschaft in ihrer Satzung gegeben hat. Ziel der Stiftung ist es vor allem, Menschen die Bibel zugänglich zu machen. Wurde dies in der Vergangenheit vor allem als Auftrag zur Bibelverbreitung gesehen, ist es dem Verein heute wichtig, den Menschen in Deutschland neue Zugänge zur Bibel zu erschließen. Dies wird von 19 Bibelzentren regionaler Bibelgesellschaften angestrebt.

Zusammen mit 137 anderen Bibelgesellschaften weltweit hat sich die DBG die Übersetzung, Herstellung und Verbreitung der Heiligen Schrift zur Aufgabe gemacht. Es wird angestrebt, dass die Bibel allen Menschen in ihrer Muttersprache zu einem erschwinglichen Preis zur Verfügung steht. Seit 1975 unterstützt die Gesellschaft durch die Aktion Weltbibelhilfe entsprechende Projekte in ärmeren Ländern durch Spenden aus Deutschland.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stiftungsorgane sind die Vollversammlung, der Verwaltungsrat und die Geschäftsführung. Die Grundsätze und Richtlinien für die Arbeit der Deutschen Bibelgesellschaft legt die Vollversammlung fest. Mitglieder der Vollversammlung sind Vertreterinnen und Vertreter von 23 regionalen Bibelgesellschaften, 14 Freikirchen und christlichen Werken sowie Einzelpersonen.[2]

Der Verwaltungsrat ist verantwortlich für die Erfüllung der Aufgaben der Stiftung und überwacht die Tätigkeit der Deutschen Bibelgesellschaft. Mitglieder des Verwaltungsrates sind der Vorsitzende, zwei stellvertretende Vorsitzende sowie bis zu 16 weitere Mitglieder. Vorsitzende des Verwaltungsrats ist Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen.[3]

Die Geschäftsführung ist das ausführende Organ der Stiftung. Christoph Rösel ist Generalsekretär der Deutschen Bibelgesellschaft.[4]

Die Stiftung ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste der EKD.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Reinhard Hempelmann (Hrsg.): Handbuch der evangelistisch-missionarischen Werke, Einrichtungen und Gemeinden. Christliches Verlagshaus Stuttgart, Stuttgart 1997, Seite 115
  2. Mitgliederliste der Vollversammlung
  3. Präses Kurschus: Neue Vorsitzende der Deutschen Bibelgesellschaft, idea.de, Meldung vom 10. Mai 2017.
  4. Christoph Rösel als Generalsekretär eingeführt