Telekom Innovation Laboratories

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Telekom Innovation Laboratories (T-Labs)
Kategorie: Forschungseinrichtung
Rechtsform des Trägers: An-Institut
Sitz des Trägers: Berlin
Mitgliedschaft: EIT ICT
Standort der Einrichtung: Berlin
Außenstelle: Darmstadt, Bonn, Mountain View (Silicon Valley), Be’er Scheva
Art der Forschung: Angewandte Forschung
Fachgebiete: Informations- und Kommunikationstechnologie
Leitung: Heinrich Arnold
Mitarbeiter: rund 360
Homepage: www.laboratories.telekom.com

Die Telekom Innovation Laboratories (kurz: T-Labs) sind eine gemeinsame Einrichtung der Deutschen Telekom und ausgewählten Forschungseinrichtungen, vornehmlich der Technischen Universität Berlin. Die T-Labs kooperieren seit 2006 mit der israelischen Ben-Gurion-Universität des Negev in Be’er Scheva und auch mit weiteren Universitäten, wie beispielsweise der Universität der Künste Berlin und der Eötvös-Loránd-Universität in Budapest sowie mit Partnern aus der Industrie und mit Start-ups. An den Standorten in Berlin, Darmstadt, Budapest und Mountain View (USA) konzentrieren sich etwa 360 Experten und Wissenschaftler der T-Labs auf lang- und mittelfristige Innovationsthemen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die T-Labs wurden 2004 als zentrales Forschungs- und Entwicklungsinstitut der Deutschen Telekom unter der Leitung von Manfred Jeromin gegründet. Als An-Institut der TU Berlin folgen sie einem konsequenten Open Innovation Ansatz und sind in dieser Konstruktion selbst eine Innovation und wurden damit Wegbereiter einer neuen Form der Forschung und Entwicklung. In einem Bericht für die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wurden die T-Labs als Benchmark-Beispiel für modernes Innovationsmanagement herausgestellt.[1]

Zu Beginn arbeiteten 25 Telekom-Mitarbeiter und etwa 50 Wissenschaftler aus vielen Ländern bei den T-Labs. Die Leitung übernahm von November 2004 bis 2011 Peter Möckel. Unter seiner Leitung wurden mehrere Professuren an der TU Berlin geschaffen und 2009 ein Team im Silicon Valley aufgebaut. Zur Festlegung der akademischen Ausrichtung wurde ein wissenschaftliches Leitungsgremium geschaffen, dem zu Beginn Prof. Bernd Girod von der Stanford University und dann Prof. Dr. Wolfgang Wahlster vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und Prof. Dr.-Ing. Sahin Albayrak von der TU Berlin angehörten. In 2008 wurden 100 weitere Telekom-Experten in die T-Labs integriert und parallel auch weitere Wissenschaftler eingestellt. Erste Unternehmen wurden ausgegründet.

Im Jahre 2010 verantwortete Heinrich Arnold die Neuausrichtung der Telekom Laboratories auf stärker anwendungs- und umsetzungsorientierte Themen. Im Zuge dieser Neuausrichtung übernahm er 2011 die Leitung der T-Labs. In diesem Zeitraum wurden unter anderem die Grundlagen für drei neue Business Units im Bereich Cloud Computing, Connected Home sowie Mobile Payment für und innerhalb der Telekom gelegt. Darüber hinaus wurden weitere Fokusfelder mit den Themen Gesundheit, Energie, M2M und Medien etabliert. In der Folge wurden etliche Cross-industrielle Projekte für die digitale Industrie durchgeführt, wie zum Beispiel im Jahre 2012 im Hamburger Hafen gemeinschaftlich mit industriellen Partnern wie SAP, Adidas, Claas, Osram, Siemens, Kuka und Trumpf[2]

Unter der Leitung von Heinrich Arnold wurden etwa 20 Geschäftsneugründungen (Spin-Offs) durchgeführt. Dazu gehören unter anderem Trust2Core[3], SureNow[4], Litedesk[5], Motionlogic[6], Benocs[7], Soundcall, Zimory[8], Bitplaces[9], Schaltzeit[10] sowie der digitale cloudbasierte Telekommunikationsservice immmr[11] (2016).

Aufbau und Themenfelder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die T-Labs arbeiten innerhalb der Deutschen Telekom für alle Konzernbereiche. Zugleich sind sie ein An-Institut der Technischen Universität Berlin, eine privatrechtlich organisierte wissenschaftliche Einrichtung, die mit dem normalen Lehr- und Forschungsbetrieb der TU eng verzahnt ist. Mit diesem Konzept wird ein intensiver Austausch zwischen Wissenschaft und Industrie hergestellt. Experten, Unternehmer und Forscher arbeiten an praxisbezogenen Innovationen und disruptiven Technologien im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie.

Die folgenden Fachgebiete der TU Berlin gehören bzw. gehörten zu den T-Labs:

  • Internet Network Architectures[12] (2006 bis 2013) mit der Inhaberin der Professur Anja Feldmann, Ph.D.
  • Quality and Usability[13] (2007 bis 2015) mit dem Inhaber der Professur Dr.-Ing. Sebastian Möller
  • Juniorprofessur für Interaction Design and Media (2008 bis 2010). Die Inhaberin Dr. Gesche Joost nahm 2010 einen Ruf auf eine Professur Designforschung[14] bei der Universität der Künste Berlin an.
  • Juniorprofessur für Autonomous Security (2009 bis 2011). Der Inhaber Tansu Alpcan (Ph.D.) wechselte danach an die Universität Melbourne.
  • Juniorprofessur Assessment of IP-based Applications[15] (2009 bis 2015). Der Inhaber Dr.-Ing. Alexander Raake nahm 2015 einen Ruf auf eine Professur Audiovisuelle Technik an der Technischen Universität Ilmenau an.
  • Service-centric Networking[16] (seit 2009) mit dem Inhaber der Professur Dr. Axel Küpper
  • Security in Telecommunications[17] (seit 2010) mit dem Inhaber der Professur Dr. Jean-Pierre Seifert

Rund 180 Telekom-Experten und etwa 180 Wissenschaftler, Praktikanten, Studenten, Diplomanden, Doktoranden und Gastwissenschaftler aus mehr als 25 verschiedenen Ländern arbeiten in den T-Labs in einem modernen Arbeitsumfeld, das die Zusammenarbeit zwischen Mitarbeitern eines Unternehmens und Wissenschaftlern einer Universität fördert. Der Hauptsitz der T-Labs in Berlin befindet sich im Telefunken-Hochhaus der TU Berlin.

Erfolge sind unter anderem die Mikrokern-Technologie, die hier u.a. mit dem Security-Lehrstuhl von Prof. Jean-Pierre Seifert entwickelt wurde. Weiterhin wurde hier im Jahr 2012 ein Weltrekord im Datentransfer mit 512 Gbit/s in einem Wellenlängenkanal in einer Glasfaser aufgestellt[18], der erste FlowVisor für SDN entwickelt und der größte iBeacon Feldtest im Jahr 2014 durchgeführt.

Seit ihrem Bestehen haben die T-Labs über 900 nationale und internationale Erfindungen zum Patent angemeldet[19].

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu einem früheren Zeitpunkt haben unter anderem in den T-Labs gearbeitet:

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die T-Labs bzw. ihre Mitarbeiter haben bereits über 50 Auszeichnungen erhalten, darunter die folgenden:

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. The New Nature of Innovation. In: www.oecd.org. Abgerufen am 6. Februar 2017.
  2. Pressemitteilung - Container schneller an Bord: Hamburg nimmt Kurs auf Hafen der Zukunft. In: www.hamburg-port-authority.de. Abgerufen am 29. August 2016.
  3. New T-Labs start-up company markets innovative security architecture. In: www.laboratories.telekom.com. Abgerufen am 29. August 2016.
  4. SureNow – A quick trip to the mountains, including ski insurance booked on your smartphone. In: www.laboratories.telekom.com. Abgerufen am 29. August 2016.
  5. humans.txt: European Internet Forum - NEWS. In: www.eifonline.org. Abgerufen am 29. August 2016.
  6. Motionlogic GmbH: Motionlogic - International Website. In: www.motionlogic.de. Abgerufen am 29. August 2016.
  7. BENOCS. In: www.laboratories.telekom.com. Abgerufen am 29. August 2016.
  8. Geschichte: zimory. In: www.zimory.com. Abgerufen am 29. August 2016.
  9. Location-based Services der neuesten Generation erhöhen den ROI von mobilen Apps | Bitplaces GmbH. In: www.bitplaces.com. Abgerufen am 29. August 2016.
  10. 01 Unternehmen. Abgerufen am 29. August 2016.
  11. Immmr Imprint. Abgerufen am 29. August 2016 (amerikanisches englisch).
  12. Internet Network Architectures. In: tu-berlin.de. Abgerufen am 4. Oktober 2016.
  13. Quality and Usability Lab. In: tu-berlin.de. Abgerufen am 4. Oktober 2016.
  14. Design Research Lab. In: design-research-lab.org. Abgerufen am 4. Oktober 2016.
  15. Assessment of IP-based Applications. In: tu-berlin.de. Abgerufen am 4. Oktober 2016.
  16. Service-centric Networking. In: tu-berlin.de. Abgerufen am 4. Oktober 2016.
  17. Security in Telecommunications. In: tu-berlin.de. Abgerufen am 6. Februar 2017.
  18. 10 Jahre T-Labs - 10 Jahre Innovationen. In: telekom.com/medien. Abgerufen am 4. Oktober 2016.
  19. 10 Jahre T-Labs - 10 Jahre Innovationen. In: telekom.com/medien. Abgerufen am 4. Oktober 2016.
  20. Klaus Wowereit vergibt neuen Nachwuchspreis an Gesche Joost. In: pressestelle.tu-berlin.de. Abgerufen am 4. Oktober 2016.
  21. Vier Unternehmen erhalten den Open Innovation Award 2010 (Pressemitteilung zur Handelsblatt-Konferenz). Abgerufen am 4. Oktober 2016.
  22. Anja Feldmann erhält den Leibnizpreis. In: tagesspiegel.de. Abgerufen am 4. Oktober 2016.
  23. Wowereit überreicht Wissenschaftspreis 2011 an Prof. Anja Feldmann. In: www.berlin.de. Abgerufen am 4. Oktober 2016.

Koordinaten: 52° 30′ 47″ N, 13° 19′ 12″ O