Trumpf (Unternehmen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Trumpf GmbH + Co. KG

Logo
Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1923
Sitz Ditzingen, Deutschland
Leitung Nicola Leibinger-Kammüller, Vorsitzende der Geschäftsführung,
Peter Leibinger, stellv. Vorsitzender der Geschäftsführung,
Mathias Kammüller,
Lars Grünert,
Heinz-Jürgen Prokop,
Christian Schmitz
Mitarbeiterzahl 13.420 (2018)[1]
Umsatz 3,6 Mrd. (2018)[1]
Branche Maschinenbau
Website www.trumpf.com
Stand: 2018

Die Trumpf-Gruppe ist ein Unternehmen mit Hauptsitz in Ditzingen nahe Stuttgart. Trumpf gehört zu den weltweit größten Anbietern von Werkzeugmaschinen.[2] Mit mehr als 70 operativen Tochtergesellschaften ist die Trumpf-Gruppe weltweit in allen wichtigen Märkten vertreten. Produktionsstandorte befinden sich in Deutschland, China, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Mexiko, Österreich, Polen, in der Schweiz, in Tschechien und in den USA.

Geschäftsfelder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Trumpf-Gruppe ist in die beiden Geschäftsbereiche Werkzeugmaschinen und Lasertechnik aufgeteilt. Diese sind unter dem Dach einer Management-Holding, der Trumpf GmbH + Co. KG zusammengefasst.[3]

Stanzmaschine

Werkzeugmaschinen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den größeren Umsatzanteil machen Werkzeugmaschinen für die flexible Blech- und Rohrbearbeitung aus. Trumpf stellt Maschinen zum Stanzen, Biegen, für kombinierte Stanz-Laserprozesse sowie für Laserschneid- und Laserschweißanwendungen her.[4] Dazu kommen Automatisierungslösungen und Software für die vernetzte Produktion.[5]

Lasertechnik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Produktprogramm in der Lasertechnik umfasst Lasersysteme für das Laserschneiden, das Schweißen und die Oberflächenbearbeitung dreidimensionaler Teile sowie Prozessstromversorgungen für industrielle Anwendungen. Trumpf bietet Hochleistungs-CO2-Laser,[6] Scheiben- und Faserlaser, Diodendirektlaser, Ultrakurzpulslaser sowie Beschriftungslaser und -systeme. 3D-Druckmaschinen für metallische Bauteile kamen 2015 zum Produktportfolio hinzu. Die Laser werden zum Beispiel im Automobilbau, der Medizintechnik, bei der Blechfertigung sowie in der Elektronik- und Photovoltaikindustrie eingesetzt.

3-D Laserschneiden

Financial Services[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Geschäftsbereich dient der Absatzfinanzierung. Im Frühjahr 2014 erhielt Trumpf Financial Services GmbH eine Banklizenz.[7][8] Das Unternehmen gehört dem Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen und dem Bankenfachverband e. V. an.[9][10]

Digitale Geschäftsplattform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2015 gründete Trumpf die Tochtergesellschaft Axoom. Sie entwickelt und betreibt eine digitale Geschäftsplattform für fertigende Unternehmen.[11]

Neue Form der Chip-Herstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für eine neue Form der Chip-Herstellung hat Trumpf zusammen mit Zeiss und ASML ein Lasersystem entwickelt, das mithilfe von EUV-Lithographie Chips belichtet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1923 erwarb Christian Trumpf zusammen mit zwei Partnern die mechanische Werkstätte Julius Geiger GmbH in Stuttgart. Das Unternehmen stellte biegsame Wellen her, die unter anderem bei Maschinen zur Metallbearbeitung zum Einsatz kommen, und motorbetriebene Handscheren zum Schneiden von Blech. Die Firma zog 1933 in den Stuttgarter Vorort Weilimdorf um. Trumpf beschäftigte während des Krieges etwa zwanzig französische Zwangsarbeiter. Die Produktionsstätten überstanden die Kriegsjahre unbeschädigt.[12]

Eine der ersten motorbetriebenen Handscheren

Wirtschaftswunderjahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stationäre Maschinen zur Blechbearbeitung waren in der Nachkriegszeit ein Hauptbestandteil des Produktprogrammes. 1950 beschäftigte Trumpf 145 Mitarbeiter und der Umsatz überstieg erstmals eine Million D-Mark. Zehn Jahre später waren es 325 Mitarbeiter und 11 Millionen DM Umsatz. 1963 gründete die Firma in Baar im schweizerischen Kanton Zug die erste Auslandsgesellschaft.

Weltmarkt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trumpf-Standort in Farmington, Connecticut, USA

1968 stellte Trumpf mit der TRUMATIC 20 die erste Blechbearbeitungsmaschine mit numerischer Bahnsteuerung her. Abgesehen von Werkzeugwechseln ermöglichte diese Maschine einen vollautomatischen Arbeitsablauf. Sämtliche Informationen zur Bearbeitung des Werkstückes sind auf Lochstreifen gespeichert.

Ein Jahr später gründete das Unternehmen eine Tochtergesellschaft in Farmington, Connecticut, in den USA. Farmington ist inzwischen zweitgrößter Standort des Unternehmens und Hauptsitz für den gesamten amerikanischen Markt. 1972 verlegte Trumpf seinen Hauptsitz nach Ditzingen. 1978 wurde Berthold Leibinger Geschäftsführender Gesellschafter und gründete noch im selben Jahr eine Tochtergesellschaft in Japan.

Am Beispiel des Weltmarktführers Trumpf ist die zukünftige Ausrichtung und Fokussierung branchengleicher Unternehmen exemplarisch aufgezeigt worden.[13]

Laser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laserschweißen von Dickblechen

Im Jahr 1985 führte Trumpf mit dem LASER TLF 1000 einen eigenen CO2-Laser vor. Er hatte eine Strahlleistung von über 1 kW und war der erste kompakte Laserresonator mit Hochfrequenzanregung. 1988 wurde die Trumpf Lasertechnik GmbH gegründet.

1992 begannen die Aktivitäten bei Festkörperlasern mit der Beteiligung an der Haas Laser GmbH in Schramberg. Das Unternehmen gehört inzwischen zu 100 % zur Trumpf-Gruppe. Am Stammsitz Ditzingen wurde am 20. November 1998 eine neue Laserfabrik eingeweiht.[12]

Neue Geschäftsfelder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 1990er Jahren erweiterte Trumpf sein Produktprogramm durch die Integration weiterer Verfahren wie dem Biegen (1992) und der Rohrbearbeitung (1999).[14] Dazu erschloss Trumpf auch völlig neue Geschäftsbereiche wie die Medizintechnik, die 2013 wieder verkauft wurde.[15]

Generationswechsel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2005, kurz vor seinem 75. Geburtstag, trat Berthold Leibinger nach 40 Jahren von der Geschäftsführung zurück. Seine Tochter Nicola Leibinger-Kammüller wurde die neue Vorsitzende der Geschäftsführung.[16] Neben ihrem Bruder Peter Leibinger, der stellvertretender Vorsitzender ist, gehört auch ihr Ehemann Mathias Kammüller zur Geschäftsführung.[17]

Kennzahlen der Trumpf-Gruppe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gebäude am Stammsitz in Ditzingen
Geschäftsjahr Umsatz Mitarbeiter
2018/19 3,8 Mrd. Euro[18] ca. 14.500 Mitarbeiter, davon 7.400 in Deutschland
2017/18 3,6 Mrd. Euro[19] ca. 13.420 Mitarbeiter, davon 6.800 in Deutschland
2016/17 3,1 Mrd. Euro ca. 11.883 Mitarbeiter, davon 5.860 in Deutschland
2015/16 2,81 Mrd. Euro ca. 11.181 Mitarbeiter, davon 5.626 in Deutschland
2014/15 2,72 Mrd. Euro ca. 10.873 Mitarbeiter, davon 5.413 in Deutschland
2013/14 2,59 Mrd. Euro ca. 10.914 Mitarbeiter, davon ca. 5.599 in Deutschland
2012/13 2,34 Mrd. Euro ca. 9.925 Mitarbeiter, davon ca. 5.348 in Deutschland
2011/12 2,33 Mrd. Euro ca. 9.555 Mitarbeiter, davon ca. 5.207 in Deutschland
2010/11 2,03 Mrd. Euro ca. 8.550 Mitarbeiter, davon ca. 4.675 in Deutschland
2008/09 1,34 Mrd. Euro ca. 8.000 Mitarbeiter, davon ca. 4.550 in Deutschland
2007/08 2,14 Mrd. Euro ca. 8.000 Mitarbeiter, davon ca. 4.550 in Deutschland

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Inga Michler: Wirtschaftswunder 2010. Deutschlands Familienunternehmer erobern die Weltmärkte. Campus Verlag, 2009, ISBN 978-3-593-39005-5.
  2. Jörg Raupach: Erfahrungen eines mittelständischen Unternehmens in Japan: TRUMPF. In: Japan ist offen. Springer Verlag, 1998, ISBN 3-642-63766-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Trumpf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b pressebox.de: Erfolgreichstes Geschäftsjahr der Unternehmensgeschichte für TRUMPF
  2. Themenseite: Trumpf. In: de.statista.com. Abgerufen am 17. August 2015.
  3. Trumpf: Geschäftsfelder im Geschäftsbericht
  4. Trumpf: Produkte, Maschinen und Systeme
  5. TRUMPF Website: Produkte. Abgerufen am 16. Oktober 2017.
  6. trumpf.com: CO2-Laser/
  7. Neue Banken für den Mittelstand. In: www.marktundmittelstand.de. Abgerufen am 17. August 2015.
  8. Not macht erfinderisch: Maschinenbauer gründet Bank. In: www.handelsblatt.com. Abgerufen am 17. August 2015.
  9. fiveandfriends GmbH: BDL – Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen e. V.: Mitgliederverzeichnis. In: mitglieder.leasingverband.de. Abgerufen am 17. August 2015.
  10. bfach.de: Verzeichnis
  11. Produktion: TRUMPF gründet Software Haus Axoom. Abgerufen am 16. Oktober 2017.
  12. a b Trumpf: Geschichte des Unternehmens
  13. Max Hartmann: Die Wettbewerbsstärke deutscher Unternehmen in der Maschinenbaubranche. (PDF) In: Research Paper on Marketing Strategy No. 7 2013, ab Seite 15. 2013, abgerufen am 17. August 2015.
  14. Epoche 1996–2004. Abgerufen am 16. Oktober 2017.
  15. Maschinenbauer: Trumpf verkauft Medizin-Techniksparte an US-Konzern Hill-Rom. (handelsblatt.com [abgerufen am 16. Oktober 2017]).
  16. Familienbande. Abgerufen am 17. August 2015.
  17. Trumpf: Geschäftsführung
  18. TRUMPF mit erneutem Umsatzwachstum, aber rückläufigem Auftragseingang. TRUMPF, 25. Juli 2019, abgerufen am 25. Juli 2019.
  19. Trumpf: Pressemitteilung

Koordinaten: 48° 49′ 8,1″ N, 9° 4′ 10,8″ O