Die untreue Frau

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Filmdaten
Deutscher TitelDie untreue Frau
OriginaltitelLa femme infidèle
ProduktionslandFrankreich, Italien
OriginalspracheFranzösisch
Erscheinungsjahr1969
Länge98 Minuten
AltersfreigabeFSK 16
Stab
RegieClaude Chabrol
DrehbuchClaude Chabrol
ProduktionAndré Génovès
MusikPierre Jansen
KameraJean Rabier
SchnittJacques Gaillard
Besetzung

Die untreue Frau (Originaltitel: La femme infidèle) ist ein Filmdrama von Claude Chabrol aus dem Jahr 1969. 2002 entstand unter der Regie von Adrian Lyne eine Neuverfilmung mit dem Titel Untreu.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Charles und Hélène Desvallées führen seit Jahren eine scheinbar harmonische Ehe. Doch während Charles in Paris als Anwalt arbeitet, langweilt sich Hélène in ihrem luxuriösen Haus. Allein der Sohn des Paares steht noch im Mittelpunkt des gemeinsamen Interesses. Eines Tages wird Charles misstrauisch, ob Hélène ihm noch treu ist. Um Näheres herauszufinden, engagiert er einen Privatdetektiv, der seine Frau beschatten soll. Der Privatdetektiv überreicht Charles nach wenigen Tagen ein Foto mit der Adresse des Liebhabers seiner Frau, des Schriftstellers Victor Pegala.

Am Geburtstag des gemeinsamen Sohnes stattet Charles dem Liebhaber einen Besuch ab und erzählt ihm bei einem Whiskey, dass er mit Hélène eine offene Beziehung führt, was nicht den Tatsachen entspricht. Der Liebhaber glaubt Charles und führt ihn arglos durch seine Wohnung, aber Charles wird angesichts des „Lotterbettes“ von seiner Eifersucht übermannt. Im Affekt erschlägt er den Liebhaber Hélènes mit einer steinernen Büste. Dann beseitigt er sorgfältig Blut und Fingerabdrücke. Die eingewickelte Leiche Pegalas schafft er in den Kofferraum seines Autoa. Auf dem Heimweg fährt ihn ein anderes Auto in das Heck des Wagens. Der Fahrer besteht darauf, die Polizei zu verständigen. Obwohl Polizisten erscheinen, bleibt die Leiche vorerst unentdeckt, da sich Charles mit einem großzügigen Scheck aus der Affäre ziehen kann. Danach versenkt er die Leiche Pegalas in einem abgelegenen Teich.

Hélène steht indes vergebens vor der Tür ihres Liebhabers. Er ist verschwunden. Doch sie kann sich ihrem Mann nicht mitteilen. Die Stimmung zu Hause wird zunehmend gereizter, die Polizei kommt aufgrund einer Vermisstenmeldung von Pegalas geschiedener Frau wiederholt zu Befragungen, in denen Charles und seine Frau eine nähere Bekanntschaft mit dem Verschwundenen leugnen. Hélène findet im Jackett ihres Mannes das Detektivfoto ihres Liebhabers und verbrennt es. Die Polizei kommt erneut, die beiden Gatten versichern sich ihrer Liebe, und man sieht aus der Perspektive von Frau und Sohn, wie Charles allmählich, immer zurückschauend, mit den Polizisten verschwindet.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut Lexikon des internationalen Films ist der Film ein „melodramatischer Thriller aus dem Milieu des französischen Bürgertums“, der „psychologisch eindringlich mit kühlem analytischem Blick und formaler Strenge inszeniert“ sei. Dabei stehe „weniger die kriminalistische Handlung im Zentrum des Interesses“, sondern vielmehr würden „die an Hitchcock geschulten Spannungselemente auf die deformierte Psyche der Protagonisten hinter der kultivierten Fassade“ verweisen.[1]

Claude Chabrol zelebriere „auch hier den Untergang der scheinbar idyllischen Welt des Bürgertums, zeigt brüchig gewordene Fassaden und seziert gekonnt den Horror des bürgerlichen Alltags bis ins kleinste Detail“, so die Fernsehzeitung prisma.[2]

Auch der Evangelische Film-Beobachter gelangt zu einer positiven Einschätzung: „Eine Ehebruchsgeschichte, die in einem Mord gipfelt, wird von [...] Claude Chabrol in einer wohltemperierten Mischung aus spannenden Elementen und nuancierten psychologischen Beobachtungen präsentiert. Der Film, der behutsam unter die Oberfläche der reinen Kriminalfakten dringt, ist ab 16 gut anzusehen.“[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die untreue Frau. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 2. März 2017.
  2. Die untreue Frau bei prisma.de
  3. Evangelischer Presseverband München, Kritik Nr. 483/1969