Diedenshausen (Gladenbach)

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Koordinaten: 50° 49′ 7″ N, 8° 36′ 40″ O

Diedenshausen
Wappen von Diedenshausen
Höhe: 279 m
Fläche: 4,04 km²[1]
Einwohner: 133 (31. Dez. 2016)[2]
Bevölkerungsdichte: 33 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1974
Postleitzahl: 35075
Vorwahl: 06462
Diedenshausen von Osten
Diedenshausen von Osten

Diedenshausen ist ein Stadtteil der Stadt Gladenbach im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf. Der Ort liegt im Gladenbacher Bergland und damit im Naturpark Lahn-Dill-Bergland.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche

Erstmals schriftlich erwähnt wurde das Dorf im Jahre 1338 unter dem Namen Dudinshusen.[1] Im 19. Jahrhundert gab es in Diedenshausen drei Mühlen. Zwischen 1796 und 1805 wurde die heutige evangelische Kirche gebaut. 1956 werden einige Szenen des Heimatfilmes Mein Bruder Josua im Ort gedreht.

In erhaltenen Urkunden wurde Diedenshausen unter den folgenden Ortsnamen erwähnt:[1]

  • 1338 Dydinshußen/Didenshusen
  • 1502 Diedentzhussen
  • 1630 Dientshausen

Am 1. Juli 1974 wurde Diedenshausen im Rahmen der Gebietsreform in Hessen in die Stadt Gladenbach eingegliedert.[3]

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt die Territorien bzw. Verwaltungseinheiten denen Diedenshausen unterstand im Überblick:[4][1]

Gerichte seit 1821[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rechtsprechung gibt 1821 im Rahmen der Trennung von Justiz und Verwaltung auf die neu geschaffenen Landgerichte über. „Landgericht Gladenbach“ war daher von 1821 bis zur Abtretung an Preußen 1866 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht in Gladenbach. Für die Provinz Oberhessen wurde das „Hofgericht Gießen“ als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt. Infolge der Neuordnung der Gerichtsbezirke in der Provinz Oberhessen mit Wirkung vom 15. Oktober 1853[6] wurden Diedenshausen an das Landgerichts Biedenkopf abgetreten.[7]

Nach der Abtretung des Kreises Biedenkopf an Preußen infolge des Friedensvertrags vom 3. September 1866 zwischen dem Großherzogtum Hessen und dem Königreich Preußen wurde der Landgerichtsbezirk Biedenkopf preußisch.[8] Im Juni 1867 erging eine königliche Verordnung, die die Gerichtsverfassung im vormaligen Herzogtum Nassau und den vormals zum Großherzogtum Hessen gehörenden Gebietsteilen neu ordnete. Die bisherigen Gerichtsbehörden sollten aufgehoben und durch Amtsgerichte in erster, Kreisgerichte in zweiter und ein Appellationsgericht in dritter Instanz ersetzt werden.[9] Im Zuge dessen erfolgte am 1. September 1867 die Umbenennung des bisherigen Landgerichts in Amtsgericht Biedenkopf.[10] Die Gerichte der übergeordneten Instanzen waren das Kreisgericht Dillenburg und das Appellationsgericht Wiesbaden. Mit dem Inkrafttreten der Reichsjustizgesetze 1877 war das Landgericht Marburg das Gericht zweiter Instanz. 1944 wurde das Gericht kurzzeitig dem Sprengel des Landgerichts Limburg zugeordnet, bevor es am 1. Januar 1949 wieder zum Landgericht Marburg kam.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen bis 1967 sind:[1]

1502: 10 Männer
1577: 9 Hausgesesse
1630: 8 Untertanen (8 zweispännige Ackerländer)
1742: 19 Haushalte
1867 Erwerbspersonen: 32  Landwirtschaft, 5 Gewerbe und Industrie
l830: 122 evangelische Einwohner
1885: 157 evangelische, kein katholischer Einwohner
1961: 120 evangelische, 6 römisch-katholische Einwohner. Erwerbspersonen: 57 Land- und Forstwirtschaft, 20 produzierendes Gewerbe, 2 Handel und Verkehr, 5 Dienstleistungen und sonstiges.
Diedenshausen: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr     Einwohner
1834
  
125
1840
  
131
1846
  
138
1852
  
142
1858
  
144
1864
  
128
1871
  
128
1875
  
142
1885
  
157
1895
  
139
1905
  
139
1910
  
165
1925
  
163
1939
  
136
1946
  
197
1950
  
200
1956
  
144
1961
  
126
1967
  
119
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort gibt es:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Diedenshausen (Gladenbach) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Diedenshausen, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 5. Juli 2017)
  2. Einwohnerzahlen im Internetauftritt der Stadt Gladenbach, abgerufen im August 2017
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 351.
  4. Verwaltungsgeschichte Land Hessen bei M. Rademacher, Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990
  5. Wilhelm von der Nahmer: Handbuch des Rheinischen Particular-Rechts: Entwickelung der Territorial- und Verfassungsverhältnisse der deutschen Staaten an beiden Ufern des Rheins : vom ersten Beginnen der französischen Revolution bis in die neueste Zeit. Band 3. Sauerländer, Frankfurt am Main 1832, S. 7 (bei google books).
  6. Bekanntmachung vom 4. Oktober 1853,
    1) die Aufhebung der Großherzoglichen Landgerichte Großkarben und Rödelheim, und die Errichtung neuer Landgerichte zu Vilbel und Altenstadt, ferner die Verlegung des Landgerichtssitzes von Altenschlirf nach Herbstein;
    2) die künftige Zusammensetzung der Landgerichts-Bezirke in der Provinz Oberhessen betreffend. (Hess. Reg.Bl. S. 640–641)
  7. Bekanntmachung vom 15. April 1853, betreffend:
    1) die Aufhebung der Landgerichte Großkarben und Rödelheim, und die Errichtung neuer Landgerichte zu Darmstadt, Waldmichelbach, Vilbel und Altenstadt, ferner die Verlegung des Landgerichtssitzes von Altenschlirf nach Herbstein;
    2) die künftige Zusammensetzung der Stadt- und Landgerichts-Bezirke in den Provinzen Starkenburg und Oberhessen. (Hess. Reg.Bl. S. 221–230)
  8. Art. 14 des Friedensvertrages zwischen dem Großherzogthum Hessen und dem Königreiche Preußen vom 3. September 1866 (Hess. Reg.Bl. S. 406–407)
  9. Verordnung über die Gerichtsverfassung in dem vormaligen Herzogthum Nassau und den vormals Großherzoglich Hessischen Gebietstheilen mit Ausschluß des Oberamtsbezirks Meisenheim vom 26. Juni 1867. (PrGS 1867, S. 1094–1103)
  10. Verfügung vom 7. August 1867, betreffend die Einrichtung der nach der Allerhöchsten Verordnung vom 26. Juni d. J. in dem vormaligen Herzogthum Nassau und den vormals Großherzoglich Hessischen Gebietstheilen, mit Ausschluß des Oberamtsbezirks Meisenheim, zu bildenden Gerichte (Pr. JMBl. S. 218–220)