Dolschanskoje

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Siedlung
Dolschanskoje
Budupönen-Uthelen (Hartigsberg)

Должанское
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Krasnosnamensk
Frühere Namen Uthelen (vor 1785),
Budupöhnen (nach 1785),
Budupönen-Uthelen (bis 1931),
Hartigsberg (1931–1946)
Bevölkerung 17 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40164
Postleitzahl 238733
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 218 816 006
Geographische Lage
Koordinaten 55° 2′ N, 22° 21′ OKoordinaten: 55° 2′ 25″ N, 22° 21′ 7″ O
Dolschanskoje (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Dolschanskoje (Oblast Kaliningrad)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Kaliningrad‎

Dolschanskoje (russisch Должанское, deutsch Budupönen-Uthelen, 1931 bis 1947 Hartigsberg, litauisch Būdupėnai Uteliai) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad und gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Stadtkreis Krasnosnamensk im Rajon Krasnosnamensk.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Doilschanskoje liegt im Nordosten der Oblast Kaliningrad an einer Nebenstraße (27K-112), die Lesnoje (Groß Lenkeningken, 1938 bis 1946 Großlenkenau) mit Nemanskoje (Trappönen, 1938 bis 1946 Trappen) verbindet. Die einstige Kreisstadt Neman (Ragnit) liegt 21 Kilometer in südwestlicher, die heutige Rajonshauptstadt Krasnosnamensk 28 Kilometer in südöstlicher Richtung. Eine Bahnanbindung besteht nicht.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem einst Budupönen-Uthelen genannten kleinen Dorf[2] war vor 1945 die Försterei Hartigsberg im Forst Trappönen (bzw. Forst Trappen) zugeordnet, die eineinhalb Kilometer nördlich des Ortes lag. Die Landgemeinde war zwischen 1874 und 1945 dem Amtsbezirk Trappönen-Forst[3] (1939 umbenannt in „Amtsbezirk Trappen-Forst“) zugeordnet, der bis 1922 zum Kreis Ragnit, danach zum Landkreis Tilsit-Ragnit im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte.

In Budupönen-Uthelen waren im Jahre 1910 210 Einwohner registriert.[4] Am 15. November 1928 vergrößerte sich die Gemeinde, als sie sich mit dem Gutsbezirk Mösen (1938 bis 1946 Kleinhartigsberg, heute nicht mehr existent) und der Landgemeinde Treibgirren (bis 1907: Lenkeninkehlen, 1938 bis 1946: Treiben, nicht mehr existent) zusammenschloss. Am 7. Mai 1931 erfolgte dann die Umbenennung der Landgemeinde Budupönen-Uthelen in Hartigsberg.

Die Gesamtzahl der Einwohner belief sich 1933 auf 280 und betrug 1939 noch 238.[5]

In Kriegsfolge kam das Dorf 1945 mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion, erhielt 1947 die russische Bezeichnung „Dolschanskoje“ und wurde gleichzeitig dem Dorfsowjet Nemanski im Rajon Krasnosnamensk zugeordnet.[6] Später (vor 1976) gelangte der Ort in den Dorfsowjet Timofejewski. Von 2008 bis 2015 gehörte Dolschanskoje zur Landgemeinde Alexejewskoje und gehört seither zum Stadtkreis Krasnosnamensk.

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die mehrheitlich evangelische Bevölkerung Budupönen-Uthelens resp. Hartigsbergs war vor 1945 in das Kirchspiel der Kirche Trappönen (der Ort hieß zwischen 1938 und 1946: Trappen, heute russisch: Nemanskoje) eingepfarrt. Sie war Teil der Diözese Ragnit im Kirchenkreis Tilsit-Ragnit innerhalb der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Heute liegt Dolschanskoje im Einzugsbereich der in den 1990er Jahren neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Sabrodino (Lesgewangminnen, 1938 bis 1946 Lesgewangen) innerhalb der Propstei Kaliningrad[7] (Königsberg) der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Hartigsberg
  3. Rolf Jehke, Amtsbezirk Trappönen/Trappen-Forst
  4. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Ragnit
  5. Michael Rademacher, Deutsch-österreichisches Ortsbuch, Landkreis Tilsit-Ragnit
  6. Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte des Gebiets Kaliningrad" vom 17. November 1947)
  7. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad