Stachelgurke

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Stachelgurke
Stachelgurke (Echinocystis lobata)

Stachelgurke (Echinocystis lobata)

Systematik
Rosiden
Eurosiden I
Ordnung: Kürbisartige (Cucurbitales)
Familie: Kürbisgewächse (Cucurbitaceae)
Gattung: Echinocystis
Art: Stachelgurke
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Echinocystis
Torr. & A.Gray
Wissenschaftlicher Name der Art
Echinocystis lobata
(Michx.) Torr. & A.Gray

Die Stachelgurke (Echinocystis lobata), auch Gelappte Stachelgurke oder Igelgurke genannt, ist die einzige Art der Pflanzengattung Echinocystis innerhalb der Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae). Sie ist in Nordamerika heimisch und in Mitteleuropa teilweise verwildert.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeichnung der Gelappten Stachelgurke (Echinocystis lobata): Habitus, gelapptes Laubblatt, mehrteilige Ranke

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stachelgurke ist eine kletternde, einjährige krautige Pflanze. Die kantig gefurchten und fast kahlen Stängel werden 1 bis 6, selten 8 Meter lang und sind im oberen Bereich stark verzweigt. Die Ranken sind dreiteilig.

Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind in einen langen Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die handförmig fünffach gelappte Blattspreite besitzt eine herzförmige Spreitenbasis. Die Blattlappen sind schmal dreieckig und haarfein zugespitzt. Der Blattrand ist kurz behaart, die Oberseite ist von Höckerchen rau.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stachelgurke ist einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch), d. h. an einem Pflanzenindividuum werden männliche und weibliche Blüten ausgebildet. Die eingeschlechtigen Blüten sind radiärsymmetrisch mit doppelter Blütenhülle. Die Kelchzipfel sind 1 bis 2 Millimeter lang und pfriemenförmig. Die Blütenkrone ist weiß bis gelblichweiß. Die sechs Kronzipfel sind schmal dreieckig und beidseitig drüsig-zottig behaart. Die Krone der männlichen Blüten sind 3 bis 5 Millimeter, die der weiblichen Blüten 6 bis 8 Millimeter lang.

Die bei einer Länge von 3 bis 5 Zentimetern ellipsoidale Frucht trägt 5 bis 6 Millimeter lange, weiche Stacheln. Die Samen sind 1,5 bis 1,8 Zentimeter lang und dunkelbraun.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 32 oder 34.[1]

Verbreitung und Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stachelgurke ist in weiten Teilen Nordamerika verbreitet. Sie kommt nur im nördlichen Kanada, in südwestlichen (Kalifornien) und südöstlichen (Florida bis Louisiana) USA nicht vor.[2] Sie kann in ihrer Heimat auch als „Unkraut“ auftreten, etwa in Flussniederungen in Mais- und Sojafeldern, wo sie die Ernte erschweren. Manchmal wächst sie in Amerika auch in Hecken und Gebüschen des Flachlands.[3]

In Mitteleuropa ist sie als Neophyt eingebürgert. Sie kommt in Deutschland im mittleren Rheintal und Elbtal, im unteren Neckartal sowie im mittleren Saaletal vor. In Österreich tritt sie im südlichen Burgenland, im March- und untersten Thayatal (Niederösterreich), in Oberösterreich, der östlichen Steiermark und unbeständig in Nordtirol auf.

Sie wächst in Mitteleuropa in sommerwarmen, nährstoffreichen Ufersäumen der collinen Höhenstufe. Sie ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Cuscuto-Convolvuletum aus dem Senecion fluviatilis-Verband.[1] Im westlichen Teil von Rumänien (zwischen Valea Lui Mihai, Carei und Satu Mare) bildet dieser Neophyt Massenbestände und überwuchert die Strauch- und Baumvegetation an den Straßenrändern[4]

Systematik und Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung erfolgte 1803 unter dem Namen (Basionym) Sicyos lobatus durch André Michaux. Die Neukombination zu Echinocystis lobata wurde 1840 durch John Torrey und Asa Gray veröffentlicht. Der Gattungsname Echinocystis setzt sich aus den griechischen Wörtern echinos für „Igel“ sowie kystis für „Harnblase“ zusammen und bezieht sich auf die stacheligen Früchte. Das Artepitheton lobata bedeutet gelappt. Der Gattungsname Echinocystis Torr. & A.Gray nom. cons. ist durch Melbourne ICN Art. 14.4 & App. III konserviert gegenüber Micrampelis Raf. nom. rej. Ein weiteres Synonym von Echinocystis Torr. & A.Gray ist Hexameria Torr. & A.Gray.[5]

Echinocystis lobata ist die einzige Art der Pflanzengattung Echinocystis aus der Tribus Sicyeae in der Unterfamilie Cucurbitoideae innerhalb der Familie Cucurbitaceae. Ihr Schwestertaxon ist die Gattung Marah.[6]

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie wird manchmal als Zierpflanze verwendet.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3. verbesserte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9.
  • Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv. CD-ROM, Version 1.1. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2002, ISBN 3-494-01327-6.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 679.
  2. USDA-Datenblatt, abgerufen 5. April 2008.
  3. Weeds of the North Central States (Memento vom 10. September 2006 im Internet Archive)
  4. Anna Szabó, Annamária Fenesi, Attila Mátis (2008): Vegetation of the river Tur protected area. In: Flora şi fauna rezervaţiei naturale "Râul Tur" (Biharean Biologist 2008, supplement), S. 27-38.
  5. Echinocystis im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 28. Dezember 2015.
  6. Alexander Kocyan, Li-Bing Zhang, Hanno Schaefer, Susanne S. Renner: A multi-locus chloroplast phylogeny for the Cucurbitaceae and its implications for character evolution and classification. In: Molecular Phylogenetics and Evolution, Band 44, August 2007, S. 553-577. doi:10.1016/j.ympev.2006.12.022, Volltext (PDF; 381 kB)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stachelgurke (Echinocystis lobata) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien