Ecolo

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Ecolo
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Zakia Khattabi und Patrick Dupriez
Partei­vorsitzende Zakia Khattabi, Patrick Dupriez
Gründung 1980
Haupt­sitz ECOLO
Secrétariat fédéral
52 Avenue de Marlagne
5000 Namur
Farbe(n) grün
Belgische Abgeordnetenkammer
6/150
Senat
3/60
DG-Parlament
2/25
Wallonisches Parlament
4/75
Brüsseler Parlament
8/89
Internationale Verbindungen Global Greens
Europaabgeordnete
1/21
Europapartei EGP
EP-Fraktion Grüne/EFA
Website www.ecolo.be

Ecolo (Apronym für Écologistes confédérés pour l’organisation de luttes originales) ist eine 1980 gegründete frankophone politische Partei in Belgien mit ökologischen Grundsätzen, die in Wallonien und Brüssel antritt. Die flämische Schwesterpartei heißt Groen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nat. Parl.-Wahlen Prozent Mandate
1978 1,2 % 0
1981 2,2 % 2
1985 2,5 % 5
1987 2,6 % 3
1991 5,1 % 10
1995 4 % 6
1999 7,4 % 11
2003 3,1 % 4
2007 5,1 % 8
2010 4,8 % 8
2014 4,3 % 6

Die Partei Ecolo wurde 1980 gegründet. Sie zog bei den belgischen Parlamentswahlen am 8. November 1981 mit zwei Abgeordneten, den Gründungsmitgliedern Olivier Deleuze und José Daras, in die Belgische Abgeordnetenkammer ein.
Damit war sie als eine der ersten grünen Parteien Europas bei einer nationalen Parlamentswahl erfolgreich.

Die Grünen erhielten bei den Wahlen vom 13. Juni 1999 in den meisten Wahlkantonen mehr Stimmen als beri den Wahlen zuvor (von ca. 5–10 % auf 15–20 %). Als Faktor dafür gilt die emotionale Krise, die während der Dutroux-Affäre und der Dioxin-Krise entstanden war.

Die Liberalen und die Sozialisten luden sie für die Legislaturperiode von 1999–2003 zur Mitregierung ein (Kabinett Verhofstadt I). In dieser „Regenbogenkoalition“ genannten Koalition erhielt Ecolo auf Bundesebene den Posten des Vizepremierministers sowie des Ministers für Verkehr und Transport (Isabelle Durant) sowie den Posten eines Staatssekretärs für Energie (mit Olivier Deleuze).

In der Region Wallonien wurden Thierry Detienne Minister für Soziales und Gesundheit und José Daras Vizepräsident der wallonischen Regierung, Minister für Transport, Verkehr und Energie. Für die Französische Gemeinschaft Belgiens wurde Jean-Marc Nollet Bildungsminister, und Nicole Maréchal Minister für Jugend und Gesundheit. Für die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens wurde Hans Niessen Minister für Jugend, Familie, Kultur und Soziales.

Bei den Kommunal- und Regionalwahlen vom Oktober 2000 erhielt Ecolo ebenfalls gute Ergebnisse.

Ecolo blieb in der Regierung bis zum 5. Mai 2003, als Isabelle Durant die Unterschrift unter ein Abkommen ablehnte. Premierminister Guy Verhofstadt enthob sie ihrer Funktionen und teilte sie einem anderen Minister (Laurette Onkelinx) zu. Daher traten Isabelle Durant und Olivier Deleuze von ihren Ämtern zurück.

Bei den Wahlen vom 18. Mai 2003 erhielt Ecolo nur 3,2 % der Stimmen. Bei Umfragen im Dezember 2003 schnitten sie ähnlich schwach ab. Bei den Wahlen am 10. Juni 2007 erhielten sie 5,98 % der Stimmen und stellten acht Abgeordnete. Ihre flämische Schwesterpartei Groen! schaffte den Wiedereinzug ins Parlament und stellte vier Abgeordnete; die gemeinsame Fraktion hatte 12 Abgeordnete.

Die Zeit von Mitte 2007 bis Ende 2011 gilt als krisenhafte Phase der belgischen Politik:[1] die Regierung Leterme I amtierte nur von März bis Dezember 2008, die Regierung Van Rompuy nur elf Monate, die Regierung Leterme II nur fünf Monate (und danach geschäftsführend 540 Tage). Auch nach der vorgezogenen Parlamentswahl am 13. Juni 2010 (bei der Ecolo 4,8 % der Stimmen erhielt) kam eineinhalb Jahre keine stabile Regierung zustande.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. siehe auch en:2007–11 Belgian political crisis